Die Deutsche Golf Liga: so funktioniert der Amateur-Wettkampf
Auf- und Abstieg, Altersklassen und ein Niveau, das weiter unten sehr erreichbar ist: der schnellste Weg, besser zu werden.
Die meisten Golferinnen und Golfer in Deutschland wissen, dass es eine Deutsche Golf Liga gibt, und kaum jemand weiß, wie sie funktioniert. Dabei ist der Mannschaftswettkampf der schnellste Weg, im Golf besser zu werden, und er steht deutlich mehr Spielern offen, als die meisten annehmen.
Was die Liga ist
Ein Ligensystem für Clubmannschaften, mit Auf- und Abstieg, gespielt über eine Saison mit mehreren Spieltagen. Die Clubs treten mit Mannschaften gegeneinander an, in Altersklassen und getrennt nach Damen und Herren, von der Bundesliga bis hinunter in die Regionalligen und Verbandsligen.
Nach unten hin sinkt das Niveau erheblich, und genau dort liegt der Punkt, den kaum jemand kennt: In den unteren Klassen spielen sehr normale Clubgolfer.
Warum Mannschaftsgolf besser macht
Drei Gründe. Erstens spielt man unter Druck, und Druck deckt Schwächen im kurzen Spiel und in der Platzstrategie auf, die auf der Privatrunde unsichtbar bleiben. Zweitens spielt man regelmäßig gegen bessere Spieler, was das eigene Niveau nach oben zieht. Drittens trainiert man mit einer Mannschaft statt allein.
Der messbare Effekt: Spieler, die eine Saison Mannschaftsgolf spielen, verbessern ihr Handicap in aller Regel deutlicher als Spieler, die dieselbe Anzahl Runden privat spielen.
Wie man hineinkommt
Über den eigenen Club. Fragen Sie im Sekretariat oder beim Sportwart nach den Mannschaften, den Altersklassen und den Qualifikationsrunden. Die meisten Clubs suchen Spieler, besonders in den Damenmannschaften und in den Altersklassen.
Was verlangt wird: ein Handicap, Zuverlässigkeit an den Spieltagen und die Bereitschaft, an den Trainingsterminen zu erscheinen. Nicht verlangt wird ein einstelliges Handicap, außer in den oberen Klassen.
Was ein Spieltag kostet
Vor allem Zeit: ein ganzer Tag, häufig mit Anreise, mehrmals pro Saison. Die Kosten selbst tragen meist die Clubs oder sie sind gering; die Reisezeit ist der eigentliche Preis.
Wer das nicht aufbringen kann, hat Alternativen im selben Geist: Clubmeisterschaften, Zählspielserien und offene Turniere anderer Anlagen. Auch dort spielt man unter Druck und gegen Fremde, was den Lerneffekt ausmacht.
Was Sie als Zuschauer davon haben
Der Eintritt kostet 0 €, was im Golfsport selten genug ist.
Ligaspieltage sind öffentlich und kosten nichts. Wenn Sie sehen wollen, wie gutes Amateurgolf tatsächlich aussieht – nicht Tourgolf im Fernsehen, sondern das Niveau, das erreichbar ist –, ist ein Ligaspieltag auf einer Anlage in Ihrer Nähe die beste verfügbare Anschauung.
Was Sie diese Woche tun können
- Fragen Sie im Sekretariat Ihres Clubs, welche Mannschaften gemeldet sind und wer sie betreut.
- Melden Sie sich für eine Qualifikationsrunde an, auch wenn Ihr Handicap Sie zögern lässt.
- Falls Ihr Club keine Mannschaft stellt: Spielen Sie drei offene Turniere fremder Anlagen in dieser Saison. Der Effekt ist ähnlich.
- Die Struktur der Ligen und die aktuellen Tabellen führt der Deutsche Golf Verband.
Mannschaftsgolf ist der am wenigsten genutzte Teil des deutschen Golfangebots, und der mit dem besten Verhältnis von Kosten zu Fortschritt.