Über 108’000 Golferinnen und Golfer: was die Zahlen von Swiss Golf für Sie bedeuten
Über 108'000 registrierte Spielerinnen und Spieler, 98 Clubs, 1'530 Löcher. Für Sie heisst das knappere Startzeiten und mehr Angebote für Einsteiger.
Kurz gefasst
- Rund 250 Turniere pro Jahr und etwa 390'000 verarbeitete Ergebnisse.
- Die Public-Golf-Organisationen führen einen erheblichen Teil der Spieler.
- Der Engadine Golf Club in Samedan besteht seit 1893.
- 2027 feiert der Verband sein 125-Jahr-Jubiläum.
- Samstagvormittage gehen zuerst weg, unter der Woche bleibt alles frei.
Swiss Golf zählt über 108’000 registrierte Golferinnen und Golfer, 98 Clubs und 1’530 Golflöcher nach USGA-Standard. Hinter diesen Zahlen steckt eine Entwicklung, die für Sie zwei konkrete Folgen hat: Die gefragten Startzeiten werden knapper, und der Verband richtet sein Angebot stärker auf Einsteiger aus. 2027 feiert er sein 125-jähriges Bestehen.
Was die Zahlen sagen
Von den über 108’000 registrierten Spielerinnen und Spielern sind über 35’762 Frauen und 2’177 Girls, dazu kommen über 4’706 Junioren. Der Verband organisiert rund 250 Turniere pro Jahr und verarbeitet etwa 390’000 Einzelergebnisse im Handicap-System.
Die Kennzahl, die am meisten über den Schweizer Golfsport aussagt, ist aber eine andere: 1’530 Löcher auf 98 Clubs. Das ist im Verhältnis zur Bevölkerung viel, und es erklärt, warum man in der Schweiz fast überall innerhalb einer Autostunde spielen kann – und warum die Plätze rund um Zürich, Genf und Basel trotzdem voll sind.
Die Frauen, die zweitgrösste Gruppe
Mit über 35’762 Frauen unter den registrierten Spielerinnen und Spielern liegt der Frauenanteil deutlich höher als in den meisten Outdoor-Sportarten, und weit vom Gleichgewicht entfernt. Bei den Girls sind es 2’177, bei den Junioren 4’706 – das Verhältnis im Nachwuchs ist unausgeglichener als bei den Erwachsenen.
Was daran praktisch relevant ist: Clubs mit einer aktiven Damensektion und festen Spielzeiten halten ihre Mitglieder deutlich besser. Wenn Sie einen Club suchen, ist die Frage nach der Sektion und ihren Spielzeiten aussagekräftiger als jede Platzbeschreibung.
Der Nachwuchs entscheidet über die nächsten zehn Jahre
Die Juniorenzahlen sind die Kennzahl, auf die Verbände am genauesten schauen, weil sie den Bestand in zwanzig Jahren beschreiben. Für Eltern heisst das umgekehrt: Das Angebot für Kinder ist heute besser und billiger als je zuvor. Bei beiden Public Golf Organisationen, ASGI und Migros GolfCard, zahlen Kinder unter 18 Jahren keinen Jahresbeitrag.
1893, und was daraus wurde
Die älteste noch bespielte Anlage des Landes ist der Engadine Golf Club in Samedan, eröffnet 1893, heute mit zwei 18-Loch-Plätzen und über 1’350 Mitgliedern. Zwischen diesem Ursprung auf 1’700 Metern und den heutigen öffentlichen Anlagen im Mittelland liegt die ganze Geschichte des Schweizer Golfs: von einem Sport für Kurgäste zu einem Freizeitangebot mit Startzeitbuchung im Netz.
2027 begeht der Verband sein 125-Jahr-Jubiläum. Erwarten Sie ein Jahr mit vielen Aktionen für Einsteigerinnen und Einsteiger – der günstigste Moment, um jemanden mitzunehmen, der es immer schon einmal probieren wollte.
Warum die Public Golf Organisationen so gross sind
Die Schweiz hat eine Struktur, die es in dieser Form kaum anderswo gibt: Ein erheblicher Teil der registrierten Spielerinnen und Spieler gehört keinem Club an, sondern einer der beiden Public Golf Organisationen. Der Grund ist ökonomisch. Clubmitgliedschaften mit Eintrittsgebühr und Warteliste sind für Gelegenheitsspieler das falsche Produkt, und ASGI und Migros GolfCard haben genau diese Lücke besetzt.
Die Folge ist ein Golfmarkt, der offener ist als der deutsche oder der französische: Man kann in der Schweiz ein geführtes Handicap haben, an Turnieren teilnehmen und auf über der Hälfte der Plätze ohne Zuschlag spielen, ohne je einem Club beigetreten zu sein.
Für die Clubs ist das eine gemischte Nachricht. Sie verlieren potenzielle Vollmitglieder und gewinnen Greenfee-Gäste, und die Anlagen, die daraus etwas machen, sind jene mit offenen Spielabenden und niedrigschwelligen Turnieren, zu denen Karteninhaber Zugang haben.
Das Verhältnis von Löchern zu Spielern
1’530 Löcher auf 98 Clubs bedeutet im Schnitt gut fünfzehn Löcher pro Anlage, also überwiegend 18-Loch-Plätze mit einer Reihe von Neun-Loch-Anlagen dazwischen. Auf über 108’000 registrierte Spielerinnen und Spieler gerechnet ergibt das eine Dichte, mit der die Schweiz im europäischen Vergleich gut dasteht.
Die Verteilung ist allerdings alles andere als gleichmässig. Rund um Zürich, Genf und Basel treffen die meisten Spieler auf die wenigsten Löcher pro Kopf, im Wallis, im Tessin und in Graubünden ist es umgekehrt, dort aber mit deutlich kürzerer Saison. Wer eine halbe Stunde weiter fährt, findet regelmässig Startzeiten, die im Ballungsraum seit Wochen vergeben sind.
Was die 250 Turniere bedeuten
Rund 250 Turniere pro Jahr und etwa 390’000 verarbeitete Einzelergebnisse sagen etwas über den Alltag aus: Das Handicap-System wird tatsächlich benutzt, und zwar nicht nur von Spitzenspielern. Die Mehrheit dieser Ergebnisse stammt aus normalen Clubturnieren und aus vorgabewirksamen Privatrunden.
Für Sie heisst das zweierlei. Erstens ist die Schwelle, an einem gewerteten Turnier teilzunehmen, niedriger als der Ruf der Sache: Ein wöchentliches Stableford ist eine Runde mit Anmeldung und einer Liste am Ende. Zweitens wird Ihr Handicap nur aussagekräftig, wenn Sie Karten abgeben, auch die schlechten. Das World Handicap System rechnet mit den acht besten aus zwanzig Runden; wer nur die guten einreicht, hat eine Zahl, die ihn im ersten Turnier blamiert.
Was das für Ihre Startzeiten bedeutet
Mehr Spielerinnen und Spieler bei gleichbleibender Zahl an Löchern heisst: Die Samstagvormittage sind zuerst weg, danach die Sonntagvormittage, und unter der Woche bleibt fast alles frei. Wer seine Runde verschieben kann, spielt günstiger und wartet weniger.
Zweite Folge: Die öffentlichen Anlagen absorbieren einen wachsenden Teil des Zuwachses, weil sie ohne Mitgliedschaft zugänglich sind. Wer neu anfängt, kommt heute schneller auf einen Platz als vor zehn Jahren, muss dafür aber flexibler sein bei Tag und Uhrzeit.
Was aus den Zahlen für einen Club folgt
Wenn Sie einen Club suchen, sind drei Kennzahlen aussagekräftiger als jede Platzbeschreibung, und alle drei bekommen Sie in einem Telefonat.
Erstens das Durchschnittsalter der Mitgliedschaft, weil es sagt, wie sich die Anlage in fünf Jahren anfühlen wird. Zweitens die Belegung der Startliste ab siebzehn Uhr, weil sie den ehrlichsten Hinweis auf den Anteil Berufstätiger gibt. Und drittens, ob es vorgabewirksame Neun-Loch-Wettspiele gibt: Sie sind das Format, mit dem sich jüngere Mitglieder halten lassen, und viele Schweizer Clubs bieten neun Löcher zwar an, organisieren sie aber nicht als Turnier.
Fragen Sie zusätzlich nach der Altersstaffelung des Beitrags. Viele Anlagen führen reduzierte Kategorien bis Ende zwanzig oder Mitte dreissig und bewerben sie praktisch nie, und für die betroffene Altersgruppe ist das der grösste Einzelposten der ganzen Rechnung.
Wie Sie diese Zahlen selbst prüfen
Verbandszahlen wandern, und sie werden in Artikeln länger zitiert, als sie gültig sind. Swiss Golf führt eine eigene Seite mit Facts and Figures, die jährlich nachgeführt wird, und dort steht der aktuelle Stand von Mitgliedern, Clubs und Löchern.
Achten Sie beim Lesen auf zwei Unterscheidungen, die regelmässig verwischt werden. Registrierte Spielerinnen und Spieler sind nicht dasselbe wie Clubmitglieder, weil die Public Golf Organisationen mitgezählt werden. Und die Zahl der Clubs ist nicht die Zahl der Anlagen, weil einzelne Clubs mehrere Plätze führen.
Wo Sie die Zahlen und das Angebot finden
- Swiss Golf, Facts & Figures: die aktuellen Kennzahlen des Verbands.
- Clubs und Anlagen: die Liste der 98 Clubs mit Kontakten.
- ASGI und Migros GolfCard: Mitgliedschaft ohne Club, Kinder unter 18 gratis.
- Engadine Golf Club: der Ausgangspunkt von 1893, heute mit 36 Löchern.
Und die Kennzahl, die Sie selbst führen sollten, steht in keiner Verbandsstatistik: die Zahl Ihrer eingereichten Runden. Zwanzig gewertete Ergebnisse sind die Schwelle, ab der ein Handicap etwas über einen Spieler aussagt.
Eine letzte Zahl, die im Alltag mehr zählt als alle anderen: Der Einstieg ohne Club kostet CHF 300.– im Jahr bei der Migros GolfCard und CHF 590.– bei der ASGI, Kinder unter 18 zahlen bei beiden nichts. Alles Übrige ändert sich; diese Verhältnisse nicht. Die Zahlen des Verbands werden jährlich nachgeführt. Prüfen Sie den Stand auf der Seite von Swiss Golf, bevor Sie sie irgendwo zitieren.
Wo sich das auf dem Platz zeigt
Drei Plätze aus unserem Verzeichnis, auf denen die genaue Zahl mehr zählt als sonst.
- Golfclub Flühli-Sörenberg: Neun Löcher mit Par 35 auf 950 Metern im UNESCO-Biosphärenreservat Entlebuch: Höhenunterschiede, Doglegs, und eine der günstigsten Jahresgebühren der Schweiz.
- Buna Vista Golf Sagogn: Achtzehn Löcher auf der Terrasse über dem Vorderrhein: gelobte Aussicht und ondulierte Grüns, eine starke erste und eine vergessliche zweite Neun.
- Golf & Country Club Schönenberg: Harradine auf dem Zimmerberg, entlang der Krebs: hervorragende Grüns, ein selten voller Platz, und eine Höhenlage, die ihn oft feucht hält.
Wir haben diese Plätze nicht gespielt; jede Seite sagt, worauf sie sich stützt.



