Golf boomt bei den 19- bis 40-Jährigen: warum, und wie man einsteigt
695.617 registrierte Golfer und ein Zuwachs, der aus einer neuen Generation kommt. Was das für Startzeiten und Clubs bedeutet.
Golf in Deutschland wächst, und es wächst nicht dort, wo man es vermuten würde. Ende September 2025 waren 695.617 Golferinnen und Golfer in DGV-angehörigen Anlagen registriert, ein Plus von 8.909 Mitgliedschaften und 1,3 Prozent gegenüber 2024. Der interessante Teil ist, wer dazugekommen ist.
Was die Zahlen sagen
Der Zuwachs ist stetig statt spektakulär, und er hält seit mehreren Jahren an. Wichtiger als die Gesamtzahl ist die Zusammensetzung: Der Sport verjüngt sich, und die Gruppe zwischen 19 und 40 wächst deutlich schneller als der Durchschnitt.
Das ist neu. Golf galt in Deutschland lange als Sport der zweiten Lebenshälfte, und die Infrastruktur der Clubs war entsprechend gebaut.
Warum es passiert
Drei Gründe, die zusammenwirken. Erstens die Übungsanlagen mit Ballverfolgung, die aus dem Driving Range einen Abend mit Freunden machen und den Einstieg vom Clubhaus entkoppeln. Zweitens die Simulatoren, die aus fünf toten Wintermonaten eine Saison machen. Drittens die flexiblen Mitgliedschaftsformen: Fernmitgliedschaft und Greenfee-Spiel statt Aufnahmegebühr und Warteliste.
Anders gesagt: Golf ist zugänglicher geworden, ohne dass sich das Spiel geändert hätte.
Wie man heute einsteigt
Die Reihenfolge, die für diese Generation funktioniert: erst eine Übungsanlage mit Ballverfolgung, um herauszufinden, ob es Spaß macht. Dann ein Platzreifekurs, zwischen 150 € und 400 € je nach Format. Dann gebrauchte Schläger. Dann die Frage nach der Mitgliedschaft, und nicht früher.
Wer diese Reihenfolge umdreht und mit einem Neuset und einer Clubmitgliedschaft beginnt, gibt im ersten Jahr das Mehrfache aus und hört häufiger auf.
Was sich in den Clubs ändert
Die Anlagen reagieren: kürzere Formate, Neun-Loch-Runden nach Feierabend, Schnupperangebote, gelockerte Kleiderordnungen, offene Startzeiten für Nichtmitglieder. Nicht überall, aber in wachsender Zahl.
Wer einen Club sucht, sollte genau danach fragen: Gibt es Neun-Loch-Wettspiele? Ist die Anlage abends für Gäste offen? Wie streng ist die Kleiderordnung wirklich? Die Antworten unterscheiden sich mehr zwischen Clubs als zwischen Regionen.
Was der Zuwachs für Ihre Startzeiten bedeutet
Mehr Spielerinnen und Spieler auf etwa gleich vielen Plätzen heißt: Die Samstagvormittage gehen zuerst weg, danach die Sonntagvormittage, und unter der Woche bleibt fast alles frei.
- Buchungsfenster des Heimatplatzes kennen und die Uhrzeit notieren, zu der es öffnet.
- Am späten Nachmittag spielen, wenn die Startliste sich leert und das Greenfee sinkt.
- Den Radius erweitern; zwanzig Minuten weiter ist oft am selben Tag buchbar.
- Neun Löcher spielen, die ebenso zählen.
- Im Sekretariat anrufen; Absagen erscheinen selten wieder online.
Was das für die nächsten Jahre heißt
Anhaltende Nachfrage bei gleichbleibendem Platzangebot bedeutet steigende Greenfees an der Spitze, längere Wartelisten in den gefragten Clubs und mehr Investitionen in kurze Formate. Die Frage ist, ob die Anlagen, die den Zuwachs aufnehmen, auch das Geld für den zusätzlichen Verschleiß bekommen.
Was Sie diese Woche tun können
- Eine Übungsanlage mit Ballverfolgung ausprobieren, bevor Sie irgendetwas kaufen.
- Zwei Platzreifekurse in Ihrer Nähe nach Stundenzahl und Gesamtpreis vergleichen.
- Die Handicapverwaltung über einen dem DGV angehörigen Club klären, auch als Fernmitgliedschaft.
Die Mitgliederzahlen stammen aus der Statistik des Deutschen Golf Verbands zum Stichtag 30. September 2025.
