Nachhaltiges Golf: was „Golf und Natur“ bedeutet
Fläche, Wasser und Energie: woran man eine gut geführte Anlage erkennt, und warum ein brauner Platz im August ein gutes Zeichen ist.
Golfplätze verbrauchen Fläche, Wasser und Energie, und die Branche weiß das. In Deutschland gibt es dafür ein eigenes Programm: „Golf und Natur“, vom Deutschen Golf Verband getragen, das Anlagen für ihre ökologische und ressourcenschonende Bewirtschaftung zertifiziert. Hier steht, was das bedeutet und woran Sie eine gut geführte Anlage erkennen.
Was das Programm ist
„Golf und Natur“ bewertet eine Anlage nicht nach ihrer Optik, sondern nach ihrer Bewirtschaftung: Pflege der Spielflächen, Naturschutz auf den Flächen, die nicht bespielt werden, Umgang mit Wasser und Energie, sowie Arbeitssicherheit und Qualitätsmanagement. Die Zertifizierung erfolgt in Stufen, und sie wird regelmäßig überprüft.
Der praktische Effekt: Eine zertifizierte Anlage hat dokumentiert, wie viel Wasser sie verbraucht, welche Flächen sie extensiv pflegt und was sie an Dünger und Pflanzenschutz einsetzt. Das ist mehr, als die meisten Sportstätten über sich sagen können.
Warum Fläche das eigentliche Thema ist
Ein 18-Loch-Platz ist ein großes Stück Land, aber nur ein Teil davon ist Spielfläche. Der Rest – Roughs, Waldränder, Gewässer, Böschungen – kann entweder kurz gehalten oder als Lebensraum entwickelt werden. Genau hier liegt der Unterschied zwischen einer Anlage, die Natur verbraucht, und einer, die Natur beherbergt.
Gut geführte Plätze haben in den letzten Jahren erhebliche Flächen aus der intensiven Pflege genommen. Das sieht im Frühsommer weniger aufgeräumt aus und ist ökologisch das Gegenteil von Vernachlässigung.
Wasser, der Punkt, der zunehmend zählt
Trockene Sommer haben die Beregnung von der Selbstverständlichkeit zur Managemententscheidung gemacht. Die Antworten der Anlagen: trockenheitstolerantere Gräser, Beregnung nur auf Grüns und Abschlägen, Speicherteiche und Brauchwassernutzung statt Trinkwasser.
Ein Platz, der im August braun ist, ist nicht schlecht gepflegt. Er ist häufig gut gepflegt: Fest und braun spielt sich besser als weich und grün, und es kostet ein Vielfaches weniger Wasser.
Was Sie als Spieler tatsächlich beeinflussen
- Pitchmarken ausbessern, jede einzelne. Eine nicht reparierte Pitchmarke braucht Wochen zum Ausheilen, eine sofort reparierte Stunden.
- Divots zurücklegen oder mit der Sandmischung füllen.
- Bunker harken, und zwar von der flachen Seite aus.
- Auf den Wegen bleiben, wo es verlangt ist, besonders bei Nässe.
Das klingt nach Etikette und ist in Wahrheit Pflegeaufwand, den Sie der Anlage abnehmen oder aufbürden.
Woran Sie eine gut geführte Anlage erkennen
Und langfristig auch daran, dass das Greenfee stabil bleibt: Wasser und Energie sind die Kostenblöcke, die ein Greenfee in € nach oben treiben.
Extensiv gepflegte Randflächen mit hohem Gras und Blühstreifen. Grüns, die fest und schnell sind statt weich und grün. Sichtbare Wasserwirtschaft, etwa Speicherteiche. Und ein Greenkeeping, das erklärt, was es tut, statt sich für braune Stellen zu entschuldigen.
Wo Sie weiterlesen
- Der Deutsche Golf Verband führt das Programm „Golf und Natur“ und listet die zertifizierten Anlagen.
- Fragen Sie Ihre Heimatanlage nach ihrem Zertifizierungsstand und nach der Wasserstrategie. Die Antwort sagt viel über die Führung des Clubs.
Nachhaltigkeit im Golf ist keine Marketingfrage, sondern eine Betriebsfrage. Die Anlagen, die das früh verstanden haben, werden in zehn Jahren die günstigeren Greenfees haben.
