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Turniere

Omega European Masters in Crans-Montana: der Besucherguide

Vom 3. bis 6. September 2026 in Crans-sur-Sierre, auf 1'500 Metern. Zwei Entscheidungen machen den Tag: welcher Tag, und wo man steht.

La rédaction Panxis Golf, Deutschschweiz-Desk (Reto Brunner) · · 6 min
Zuschauer auf einem Platz am Meer
Photo Becky L / Pexels

Kurz gefasst

  • Donnerstag und Freitag sind die Tage, um Golf zu sehen.
  • An einer Stelle bleiben statt einer Partie über achtzehn Löcher zu folgen.
  • Die Range am Morgen ist der beste Ort des ganzen Turniers.
  • Auf 1'500 Metern trägt der Ball rund zehn Prozent weiter.
  • Freiwillige verbringen eine Woche innerhalb der Absperrung.

Das Omega European Masters wird vom 3. bis 6. September 2026 auf dem Platz von Crans-sur-Sierre gespielt, auf 1’500 Metern über dem Rhonetal. Es ist das seltene Turnier, bei dem man den Weltklassespielern auf wenige Meter nahekommt und gleichzeitig auf das Matterhorn schaut. Damit der Tag etwas taugt, braucht es zwei Entscheidungen: welcher Tag, und wo man sich hinstellt.

Welcher Tag sich lohnt

Donnerstag und Freitag sind die Tage für alle, die Golf sehen wollen: Das ganze Feld ist im Spiel, auf beiden Neunern wird gleichzeitig gestartet, und man kommt an die Spieler heran. Samstag und Sonntag sind die Tage für die Entscheidung und die Stimmung – mehr Publikum, weniger Bewegungsfreiheit, dafür ein Finish, an das man sich erinnert.

Wer zum ersten Mal kommt, nimmt den Donnerstag. Wer die Schlussrunde will, plant den Sonntag früh ein und rechnet mit vollen Zügen und Bergbahnen.

Wo Sie stehen sollten

Der Anfängerfehler ist, eine Partie über achtzehn Löcher zu verfolgen. Sie gehen dann sechs Kilometer, sehen jeden Schlag aus der dritten Reihe und lernen nichts. Besser ist es, sich einen Posten zu suchen und die Spieler zu sich kommen zu lassen.

Drei Posten funktionieren auf diesem Platz besonders gut: die Driving Range am Morgen, wo Sie in aller Ruhe sehen, wie Profis sich aufwärmen; ein Par 3 mit Blick ins Tal, wo dasselbe Loch von siebzig Spielern unterschiedlich gelöst wird; und das Grün der Schlussbahn am Nachmittag, wenn die letzten Gruppen hereinkommen.

Ein vierter Tipp für Fortgeschrittene: Stellen Sie sich an ein schwieriges Loch und schauen Sie nur auf das kurze Spiel. Der Unterschied zwischen einem guten Amateur und einem Tourspieler liegt fast vollständig innerhalb der letzten fünfzig Meter.

Anreise und Zeitplan

Crans-Montana liegt oberhalb von Sierre im Wallis. Die Anreise mit dem Zug bis Sierre und weiter mit der Standseilbahn ist am Wochenende die entspanntere Variante; wer mit dem Auto kommt, sollte früh da sein, weil die Parkplätze der Station begrenzt sind und der Platz mitten im Ort liegt.

Planen Sie den Tag von der ersten Startzeit her, nicht von Ihrem Frühstück her. Die Range ist morgens die beste Adresse des ganzen Turniers, und sie ist um zehn Uhr leer.

Die Regeln für Zuschauer

Stille beim Schlag, keine Bewegung im Blickfeld des Spielers, Mobiltelefon lautlos. Fotografieren ist während des Schwungs tabu; ob Fotos an anderen Momenten erlaubt sind, steht in den Zuschauerregeln des Turniers und ändert von Jahr zu Jahr.

Bleiben Sie hinter den Seilen, auch wenn eine Lücke einladend aussieht, und folgen Sie den Anweisungen der Marshals. Wer sich daran hält, kommt näher heran als jeder, der sich vordrängt.

Was Sie mitnehmen sollten

Feste Schuhe, weil der Platz Höhenmeter hat. Sonnencreme und Kopfbedeckung, weil die UV-Belastung auf 1’500 Metern deutlich höher ist als im Mittelland. Eine Regenjacke, weil das Wetter im Wallis innerhalb einer Stunde wechselt. Und Bargeld für die Verpflegung, falls die Kartenzahlung an einem Stand hakt.

Der Platz, den Sie dort sehen

Crans-sur-Sierre ist ein Turnierplatz mit einer Besonderheit, die man erst vor Ort begreift: Auf 1’500 Metern trägt der Ball rund zehn Prozent weiter als im Flachland, und die Spieler rechnen das bei jedem Schlag mit. Wenn Sie am Abschlag eines Par 3 stehen und den gewählten Schläger mit der angeschlagenen Distanz vergleichen, sehen Sie diese Rechnung in Aktion.

Der zweite Punkt ist die Umgebung. Ein Grün, hinter dem das Rhonetal abfällt und dahinter die Walliser Alpen stehen, täuscht das Auge bei der Entfernungsschätzung erheblich. Auch das ist etwas, das man im Fernsehen nicht sieht und vor Ort sofort versteht.

Und der dritte ist das Wetter. Ein Turniertag im Wallis kann mit Nebel im Tal beginnen, bei Sonne weitergehen und mit einem Gewitter enden. Die Unterbrechungen, die daraus folgen, sind Teil der Erfahrung, und die Range ist dann der interessanteste Ort auf dem Gelände.

Mit Kindern und mit Gästen

Ein Turniertag eignet sich für Kinder besser als jede Runde, weil er keine Konzentration über vier Stunden verlangt und weil man jederzeit aufhören kann. Die Trainingstage vor dem Wettkampf sind dafür die richtige Wahl: mehr Platz, freundlichere Spieler, weniger Menschen, und regelmässig ein Ball oder ein Handschuh, der über die Absperrung wandert.

Für jemanden, den Sie ans Golf heranführen wollen, gilt dasselbe. Ein halber Tag an einem Par 3, mit einem Klappstuhl und der Frage, wohin die Spieler zielen, erklärt mehr über den Reiz des Spiels als eine erste Runde, bei der man selbst hundert Schläge braucht.

Was Sie für Ihr eigenes Spiel mitnehmen

Achten Sie auf drei Dinge, die im Fernsehen nicht sichtbar sind: das Tempo des Rückschwungs, das bei fast allen langsamer ist als erwartet; die Zeit, die vor jedem Schlag für die Entscheidung aufgewendet wird; und die Selbstverständlichkeit, mit der ein Profi den sicheren Schlag wählt, wenn die Fahne schlecht steht.

Diese drei Beobachtungen sind mehr wert als jedes Souvenir aus dem Turnierzelt.

Freiwillig mitarbeiten statt zuschauen

Das Turnier läuft mit mehreren Hundert Freiwilligen, und eine Woche innerhalb der Absperrung kostet weniger als ein Wochenendticket. Marshals führen das Publikum, Schilderträger gehen mit einem Flight, Walking Scorer erfassen jeden Schlag auf einem Gerät, andere arbeiten an der Range oder beim Shuttle.

Am nächsten am Spiel sind Schilderträger und Walking Scorer: Sie sehen achtzehn Löcher lang jeden Schlag einer Partie, auch die, die das Fernsehen nie zeigt, also den Layup, den bewussten Fehlschlag und den Wedge weg von der Fahne. Die Anmeldung öffnet Monate im Voraus, meist im Winter, und die guten Rollen gehen zuerst weg.

Rechnen Sie dabei mit echtem Einsatz: drei oder vier Schichten von fünf bis sechs Stunden, häufig beginnend vor Sonnenaufgang, bei Sonne wie bei Regen. Feste, eingelaufene Schuhe und echtes Regenzeug sind keine Empfehlung, sondern Voraussetzung.

Wenn Sie nicht nach Crans kommen

Die günstigste und in mancher Hinsicht lehrreichste Alternative kostet gar nichts: ein Ranglistenturnier, eine Schweizer Amateurmeisterschaft oder ein Interclub-Spieltag auf einer Anlage in Ihrer Nähe. Der Zugang ist meist frei, die Spielstärke liegt näher an Ihrer eigenen, und man kommt an jedes Grün.

Termine und Strukturen veröffentlichen Swiss Golf und die Regionalverbände im Winter. Achten Sie dort auf dasselbe wie in Crans: auf die Routinen vor dem Schlag und auf die Zielwahl bei schwierigen Fahnen.

Der Platz ausserhalb der Turnierwoche

Crans-sur-Sierre lässt sich als Gast spielen, und das ist für Amateure die interessanteste Kombination im Schweizer Golf: ein Platz, den man aus dem Fernsehen kennt, auf dem man selbst eine Startzeit bekommt. Rechnen Sie mit Greenfees, die in der Hochsaison deutlich über denen im Mittelland liegen, und lassen Sie sich den Betrag bei der Reservation bestätigen.

Wählen Sie die Abschlagsfarbe ehrlich. Von den hinteren Abschlägen ist der Platz für die meisten Amateure zu lang, und die Runde wird zu einer Kette langer zweiter Schläge; von den vorderen ist derselbe Platz ein sehr guter Tag.

Tickets und Praktisches

Rechnen Sie neben dem Ticket mit Anreise, Verpflegung und allenfalls einer Übernachtung: In der Turnierwoche kostet ein Zimmer in der Station schnell mehrere hundert Franken. Buchen Sie die Unterkunft früh. In der Turnierwoche ist die Station ausgebucht, und die Preise im Tal steigen mit.

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