Golf rund um Zürich: welche Plätze offen sind, und an welchen Tagen
Die Region zerfällt in zwei Welten: klassische Clubs, auf denen ein Gast am Samstagmorgen wenig verloren hat, und öffentliche Anlagen mit Onlinebuchung.
Kurz gefasst
- Auf den Clubplätzen spielt der Gast von Dienstag bis Freitag.
- Der Golfpark Otelfingen im Furttal ist die praktikabelste öffentliche Adresse.
- Unter fünfzehn Runden gewinnt eine Karte, ab dreissig die Mitgliedschaft.
- Neun Löcher nach Feierabend zählen für das Handicap und kosten die Hälfte.
- Fragen Sie, ab wann und bis wann auf Sommergrüns gespielt wird.
Die Region Zürich zählt rund ein Dutzend Golfplätze, und sie zerfallen in zwei Welten: die traditionellen Clubs, auf denen man am Samstagmorgen als Gast wenig verloren hat, und die öffentlichen Anlagen, auf denen man ohne Mitgliedschaft eine Startzeit bucht. Wer das nicht weiss, telefoniert eine Stunde lang vergeblich.
Die Clubs: Zumikon, Schönenberg, Breitenloo, Hittnau, Kyburg
Der Golf & Country Club Zürich in Zumikon ist die bekannteste Adresse der Region. An Wochenenden und Feiertagen ist der Platz den Mitgliedern vorbehalten, unter der Woche ist er für Gäste zugänglich. Diese Regel gilt in ähnlicher Form für einen grossen Teil der traditionellen Clubs: Der Gast spielt Dienstag bis Freitag.
Golfclub Schönenberg, Golfclub Breitenloo, Golf- und Country-Club Hittnau-Zürich und Golf Club Kyburg vervollständigen das Bild der 18-Loch-Plätze rund um die Stadt. Sie unterscheiden sich weniger im Preis als in der Zugänglichkeit: Rufen Sie an, nennen Sie Ihr Handicap und den Wunschtag, und Sie erfahren in zwei Minuten, ob es geht.
Was Sie erwarten sollten: Auf den Clubplätzen wird eine Platzreife und meist ein Handicap verlangt, ein Gastspiel ist an Bedingungen geknüpft, und die Reservation läuft über das Sekretariat statt über ein Buchungsportal.
Die öffentliche Alternative: Golfpark Otelfingen
Der Migros Golfpark Otelfingen liegt im Furttal, keine halbe Stunde vom Stadtzentrum, und ist der wichtigste öffentliche Platz der Region: der 18-Loch-Platz Lägern, dazu kürzere Anlagen mit neun Löchern. Gespielt wird ohne Clubmitgliedschaft, die Startzeit buchen Sie im Netz.
Für Einsteigerinnen und Einsteiger, für Gelegenheitsspieler und für alle, die kurzfristig entscheiden, ob sie spielen, ist Otelfingen die praktikabelste Adresse im Kanton. Die übrigen fünf Golfparks der Gruppe liegen in Holzhäusern (Zug), Moossee (Bern), Signal de Bougy (Waadt), Oberkirch (Luzern) und Waldkirch (St. Gallen) – für ein verlängertes Wochenende durchaus im Radius.
Privat oder öffentlich: die ehrliche Rechnung
Eine Clubmitgliedschaft in der Region Zürich bedeutet eine Eintrittsgebühr in Franken, einen Jahresbeitrag und bei den gefragten Clubs eine Warteliste. Zum Vergleich: Die Migros GolfCard kostet CHF 300.– im Jahr, die ASGI CHF 590.–. Die Beträge stehen selten vollständig auf der Website; fragen Sie beide Zahlen direkt beim Sekretariat ab, bevor Sie rechnen.
Die Gegenrechnung ist einfach: Zählen Sie Ihre Runden des letzten Jahres. Unter fünfzehn Runden fahren Sie mit einer Karte einer Public Golf Organisation und Greenfees günstiger. Ab dreissig Runden auf demselben Platz kippt die Rechnung zugunsten der Mitgliedschaft. Dazwischen entscheidet, ob Ihnen das Clubleben etwas wert ist – Turniere, feste Flights, ein Sekretariat, das Sie kennt.
Was die Plätze der Region golferisch unterscheidet
Die Region Zürich ist golferisch flacher, als ihr Ruf vermuten lässt, und der Unterschied zwischen den Anlagen liegt weniger in der Höhe als im Boden und im Baumbestand.
Die Plätze im Furttal und im offeneren Gelände nördlich der Stadt spielen sich weit und windanfälliger; dort entscheidet die Schlägerwahl vom Abschlag über die Runde. Die Anlagen am Zürichberg und im hügeligen Umland östlich und südlich der Stadt haben Höhenunterschiede, die auf der Scorekarte nicht auftauchen: ein Schläger mehr bergauf, einer weniger bergab.
Der zweite Unterschied ist der Untergrund. Gut drainierte Böden tragen früh im Jahr und lange in den Herbst; schwere Lehmböden stehen im März wochenlang auf Wintergrün. Zwei Anlagen mit ähnlichem Beitrag können sich in der nutzbaren Saison um Wochen unterscheiden, und für eine Mitgliedschaft ist das der wichtigste Unterschied überhaupt.
Fragen Sie deshalb im Sekretariat nicht nur nach Gasttagen, sondern auch danach, ab wann und bis wann auf Sommergrüns gespielt wird. Die Antwort sagt mehr über den Wert eines Jahresbeitrags als jede Platzbeschreibung.
Neun Löcher nach Feierabend
Das unterschätzteste Format der Region: zwei Stunden, ungefähr die Hälfte des Greenfees, und im World Handicap System genauso vorgabewirksam wie eine volle Runde. Im Juni und Juli reicht das Licht bis in den späten Abend, und die Anlagen sind ab siebzehn Uhr deutlich leerer.
Prüfen Sie, ab wann der Nachmittagstarif gilt. Er beginnt je nach Anlage zwischen vierzehn und siebzehn Uhr, und eine Startzeit zwanzig Minuten später kostet regelmässig deutlich weniger. Auf den öffentlichen Anlagen ist das online sichtbar, auf den Clubplätzen fragt man im Sekretariat.
Wer nach der Arbeit spielen will, sollte den Platz nach der Anfahrt aussuchen und nicht nach dem Ruf. Zwanzig Minuten Unterschied in der Fahrzeit entscheiden darüber, ob aus der Feierabendrunde eine Gewohnheit wird oder eine gute Absicht.
Startzeiten: wann Sie überhaupt eine bekommen
Die Regel für die Region Zürich lautet: Samstag und Sonntag vormittags gehören den Mitgliedern, der späte Nachmittag ist die realistische Lücke für Gäste, und unter der Woche ist fast alles möglich. Im Frühling und im Frühherbst, wenn die Saison auf dem Höhepunkt ist, verschiebt sich das noch einmal zulasten der Gäste.
Wer flexibel ist, spielt am Dienstag- oder Mittwochnachmittag auf einem Clubplatz, den er sonst nie zu sehen bekäme, und zahlt weniger als am Wochenende.
Als Gast auf einem Clubplatz
Wer unter der Woche auf einem der traditionellen Clubs spielt, wird weniger an seinem Score gemessen als an seinem Verhalten. Melden Sie sich im Sekretariat an, statt direkt zum ersten Abschlag zu gehen, kommen Sie dreissig Minuten früher, und halten Sie Anschluss an die Gruppe vor Ihnen.
Zur Kleidung: Hose oder Bermuda und ein Oberteil mit Kragen kommen überall durch, Jeans und ärmellose Oberteile für Herren nicht überall, und Softspikes oder Golfschuhe sind auf den meisten Anlagen vorgeschrieben. Im Zweifel klärt ein Satz im Sekretariat mehr als jede Vermutung.
Rechnen Sie mit der Frage nach dem Handicap oder der Platzreife. Das ist keine Prüfung, sondern eine Formalität; wer die Swiss Golf Card dabei hat, erledigt sie in zehn Sekunden.
Und fragen Sie beim Anmelden nach der Bahn, auf der Gäste am häufigsten Bälle verlieren. Die Antwort kommt fast immer sofort, sie kostet nichts, und sie ist genauer als jede Bahnenbeschreibung auf der Website.
Was eine Runde in der Region kostet
Die Spanne innerhalb desselben Platzes ist grösser als die zwischen zwei Anlagen. Entscheidend sind vier Grössen: Wochentag, Uhrzeit, Saison und die Karte, mit der Sie kommen.
Am stärksten wirkt der Wochentag. Zwischen einem Dienstag und einem Samstagvormittag liegen im Sommer regelmässig mehrere Dutzend Franken, und auf den Clubplätzen bekommen Gäste am Wochenende oft gar keine Startzeit vor dem frühen Nachmittag.
Als Zweites zählt die Karte: Mit der Migros GolfCard spielen Sie in den Golfparks zu Spezialtarifen und auf mehr als der Hälfte aller Schweizer Plätze ohne Greenfee-Zuschlag; die ASGI-Karte bringt Vergünstigungen auf einer Reihe von Anlagen. Nennen Sie Ihre Karte bei der Reservation, sie wird selten von sich aus abgefragt.
Und rechnen Sie die Nebenkosten mit: Rangebälle vor dem Start, Trolley- oder Cartmiete und, bei Anreise mit der Bahn, ein Leihsatz Schläger. Fragen Sie danach im selben Anruf, in dem Sie das Greenfee bestätigen lassen.
Wenn Sie erst anfangen
Beginnen Sie auf einer öffentlichen Anlage, nicht auf einem Clubplatz. Die kurzen Plätze in den Golfparks sind dafür gebaut: Sie üben den Ablauf einer Runde, ohne eine ganze Vierergruppe hinter sich zu blockieren. Wenn die Platzreife sitzt und das Handicap steht, öffnen sich die Clubplätze von selbst.
Ein Wochenende in der Region
Wer von auswärts kommt, baut das Wochenende am besten aus zwei Plätzen mit unterschiedlichem Charakter: einem öffentlichen im Furttal oder im flacheren Umland und einem Clubplatz im hügeligen Osten der Region. Das ergibt zwei verschiedene Aufgaben statt derselben Runde, zweimal gespielt.
Buchen Sie die Startzeiten vor der Unterkunft. Zimmer gibt es in der Region Zürich fast immer, Startzeiten auf den gefragten Anlagen am Wochenende nicht, und die verfügbaren Zeiten bestimmen den Ablauf.
Legen Sie den anspruchsvolleren Platz auf den ersten Tag. Nach achtzehn Löchern im Hügelland ist der zweite Vormittag der, an dem man müde ist, und ein flacher, gut begehbarer Platz ist dann die bessere Runde.
Und rechnen Sie mit der Anreise ohne Auto. Mehrere Anlagen der Region sind über S-Bahn und ein kurzes Taxi erreichbar, und die Sekretariate kennen die Verbindung, auch wenn sie nicht auf der Website steht.
Der Winter in der Region
Von November bis März ruht das Platzgolf im Grossraum Zürich weitgehend, und an milden, frostfreien Tagen sind einzelne Anlagen auf Wintergrüns und von Matten bespielbar. Rufen Sie an, bevor Sie fahren: Über das Spiel entscheidet der Frost am Morgen, nicht der Kalender, und Frostsperren sind nicht verhandelbar.
Den Rest übernehmen die Indoor-Anlagen mit Simulator, die es in der Stadt und im Umland stundenweise gibt. Sie werden meist pro Box abgerechnet und nicht pro Person, was aus einer Trainingsstunde zu viert einen bezahlbaren Abend macht, und für Technikarbeit sind die Dienstagvormittage sowohl günstiger als auch leerer.
Die kurze Antwort
Wer in der Region Zürich ohne Mitgliedschaft spielen will, bucht auf einer öffentlichen Anlage und braucht dafür nichts weiter als die Swiss Golf Card. Wer die Clubplätze sehen will, ruft an und kommt unter der Woche. Und wer beides regelmässig tut, rechnet nach zwölf Monaten aus, ob sich eine Mitgliedschaft lohnt, statt es vorher zu vermuten.
Wo Sie buchen und nachschlagen
- Migros Golf: Startzeiten für Otelfingen und die fünf anderen Golfparks, ohne Mitgliedschaft.
- Golf & Country Club Zürich in Zumikon: Gastspielbedingungen und Kontakt des Sekretariats.
- Swiss Golf, Clubs und Anlagen: die vollständige Liste mit Kontaktangaben, auch für Schönenberg, Breitenloo, Hittnau und Kyburg.
- ASGI und Migros GolfCard, wenn Sie ohne Club spielen und ein Handicap führen wollen.
Der Radius ist dabei der Hebel, den die wenigsten nutzen: Eine Anlage dreissig Minuten ausserhalb der Agglomeration hat regelmässig Startzeiten frei, wenn im Stadtumland seit Wochen alles vergeben ist, und sie kostet dazu weniger.
Und eine letzte Bemerkung zur Erwartung: Die Region Zürich ist dicht besiedelt, das Platzangebot ist begrenzt, und die gefragten Zeiten sind entsprechend knapp. Wer bereit ist, unter der Woche oder am späten Nachmittag zu spielen, hat praktisch immer eine Wahl; wer auf dem Samstagvormittag besteht, braucht eine Mitgliedschaft oder viel Geduld.
Ein Anruf beim Sekretariat des Wunschplatzes ersetzt jede Recherche: Die Frage «welche Tage sind für Gäste offen, und welches Handicap verlangen Sie?» beantwortet alles Übrige, und die Anschlussfrage nach dem Nachmittagstarif und nach dem Aerifizierungstermin kostet noch einmal dreissig Sekunden.
Wo sich das auf dem Platz zeigt
Drei Plätze aus unserem Verzeichnis, die den Umweg lohnen.
- Golf Gerre Losone: 2001 von Peter Harradine gebaut, jüngster Platz des Tessins: rund 6250 Meter in der Ebene, Wasser auf beiden Seiten, und sieben Jahre Ladies European Tour.
- Golf Club Schinznach Bad: Der älteste Platz des Mittellands: neun Löcher, aber Par 73 über 6090 Meter, und ein alter Kurpark-Baumbestand, der auf fast jeder Bahn ins Spiel greift.
- Golfclub Interlaken-Unterseen: 1963 von Interlakner Tourismusunternehmern gegründet, geplant von Limburger und gebaut von Harradine: ein Par 72 über 6200 Meter zwischen Thuner- und Brienzersee.
Wir haben diese Plätze nicht gespielt; jede Seite sagt, worauf sie sich stützt.



