Golf und Spa: die Wochenendadressen von Bad Ragaz bis Crans
Ein Golfwochenende scheitert selten am Platz und fast immer an der Planung. Die Schweizer Adressen mit Golf und Erholung am selben Ort lösen genau das.
Kurz gefasst
- Bad Ragaz ist das einzige Resort mit zwei eigenen Plätzen.
- Eine volle Runde pro Tag, wenn Spa Teil des Programms ist.
- Startzeiten vor der Unterkunft buchen.
- Nach Pauschalen fragen: sie stehen selten im Buchungsformular.
- Wenn nur eine Person spielt, entscheidet die Wahl des Ortes.
Ein Golfwochenende scheitert selten am Platz und fast immer an der Planung: zwei Runden an zwei Tagen, dazwischen drei Stunden Autofahrt, und am Sonntagabend ist niemand erholt. Die Schweizer Adressen, die Golf und Erholung an einem Ort zusammenbringen, lösen genau dieses Problem.
Bad Ragaz: zwei eigene Plätze und eine Thermalquelle
Das Grand Resort Bad Ragaz ist das einzige Schweizer Resort mit zwei eigenen Golfplätzen: einem 18-Loch-Championship-Course und einem 9-Loch-Executive-Course. Dazu kommt die eigene Thermalquelle, ein Fünfsternehaus mit medizinischem Kompetenzzentrum und eine Küche, die auf sieben Restaurants sechs Michelin-Sterne und 75 GaultMillau-Punkte verteilt.
Das ideale Wochenende dort sieht so aus: Samstagvormittag die grosse Runde, Nachmittag Therme, Sonntagmorgen die neun Löcher des Executive Course vor der Heimfahrt. Man spielt 27 Löcher und hat trotzdem einen halben Tag Erholung.
Andermatt: der moderne Platz im Urserental
Der 18-Loch-Championship-Course von Andermatt, entworfen von Kurt Rossknecht, wurde fünfmal als bester Golfplatz der Schweiz ausgezeichnet und ist von Mai bis Oktober offen. Rund um den Platz ist in den letzten Jahren eine Hotellerie entstanden, die vom Ferienapartment bis zum Fünfsternehaus reicht.
Andermatt eignet sich für ein Wochenende, an dem das Golf im Mittelpunkt steht und das Wellnessangebot der zweite Teil ist, nicht umgekehrt. Der Platz verlangt Aufmerksamkeit; eine Runde reicht am Tag.
Gstaad-Saanenland: 18 Löcher im Naturschutzgebiet
Die Anlage mit 18 Löchern und Par 70 liegt auf 1’400 Metern, eingebettet in ein Flachmoor von nationaler Bedeutung. Das prägt den Charakter: kein aufgeschütteter Resortplatz, sondern Löcher, die dem Gelände folgen. Gstaad selbst liefert den Rest des Wochenendes, von der Wanderung bis zum Hotel mit Spa.
Par 70 auf dieser Höhe heisst kurze Scorekarte, aber schmale Fehlerbreite. Wer hier sein Handicap spielt, hat einen guten Tag gehabt.
Crans-Montana: der Platz, den die Profis spielen
Auf dem Hochplateau von Crans-Montana liegen der 18-Loch-Platz Severiano Ballesteros, der 9-Loch-Platz Jack Nicklaus und der Noas mit neun Löchern, der fast ganzjährig offen ist. Im September trägt der Ballesteros das Omega European Masters aus, den Rest des Jahres spielen ihn Gäste.
Für ein Wochenende zu zweit, bei dem nur eine Person spielt, ist Crans die dankbarste Adresse: Die Station bietet genug, damit die Runde nicht zur Zumutung für den anderen wird.
Engadin und Verbier: die Alternativen mit kurzer Saison
Wer weiter fahren will, findet im Engadin um Samedan und Zuoz-Madulain zwei 18-Loch-Plätze auf 1’700 Metern, den ältesten Golfclub des Landes und eine Talschaft, die für sich allein eine Reise wert ist. Der Preis dafür ist die kürzeste Saison der Schweiz: In manchen Jahren wird erst im Juni gespielt und im September wieder eingeräumt.
Verbier mit den Plätzen Esserts und Moulins liegt auf 1’531 Metern und ist je nach Schneelage von Mai bis November offen. Beide Adressen eignen sich für ein Wochenende, an dem die Landschaft mindestens so wichtig ist wie das Golf, und beide verlangen eine frühzeitige Reservation, weil die Startlisten in der kurzen Hochsaison schnell voll sind.
Die Rechnung, die man vorher machen sollte: Fahrzeit gegen Spielzeit. Vier Stunden Anfahrt für zwei Runden ergeben ein Wochenende, das sich nach Reisen anfühlt und nicht nach Erholung. Ab drei Übernachtungen kehrt sich das um.
Was ein Golf-und-Spa-Wochenende von einer Golfreise unterscheidet
Der Unterschied ist nicht das Hotel, sondern die Zahl der Runden. Eine Golfreise plant vier oder fünf Runden in vier Tagen und behandelt alles andere als Pause dazwischen. Ein Golf-und-Spa-Wochenende plant eine Runde pro Tag und behandelt den Rest als eigenständiges Programm.
Das klingt nach einer Nuance und entscheidet über den Ausgang. Achtzehn Löcher zu Fuss auf 1’400 Metern sind für einen untrainierten Körper eine echte Belastung, und wer am Samstagnachmittag noch eine zweite Runde anhängt, verbringt den Sonntag in der Therme, weil nichts anderes mehr geht.
Die zweite Konsequenz betrifft die Uhrzeit. Buchen Sie die Startzeit früh am Morgen, nicht am späten Vormittag: Danach bleibt der ganze Nachmittag für alles andere, und im Sommer spielt man in der angenehmeren Temperatur.
Wenn nur eine Person spielt
Das ist der häufigste Fall und der, an dem solche Wochenenden am ehesten scheitern. Vier Stunden Runde plus eine Stunde Vorbereitung und eine Stunde danach ergeben einen halben Tag, den die andere Person allein verbringt.
Drei Dinge machen daraus ein gemeinsames Wochenende. Erstens die Wahl des Ortes: Eine Station mit Wanderwegen, Bergbahnen und einem Ortskern trägt einen Vormittag, ein Resortplatz auf der grünen Wiese nicht. Zweitens eine feste Verabredung zum Mittagessen, damit der Tag eine Klammer hat. Und drittens der Verzicht auf die zweite Runde, auch wenn die Startzeit noch frei wäre.
Eine vierte Möglichkeit wird selten genutzt: Nehmen Sie die Person mit auf neun Löcher, mit Leihschlägern und ohne Zählen, am späten Nachmittag auf einer leeren Anlage. Ein Kurzplatz oder ein Executive Course ist dafür der richtige Ort, und aus einem Zuschauer wird gelegentlich ein Mitspieler.
Die Jahreszeit entscheidet über den Preis
In den Bergen fällt die Hochsaison des Golfs mit der Hochsaison des Tourismus zusammen, und das ist teuer. Juli und August sind auf den Alpenplätzen die vollsten und teuersten Wochen, Juni und September bieten dieselbe Platzqualität bei besserer Verfügbarkeit und tieferen Preisen.
Im Mittelland und im Rheintal ist die Spanne breiter: Dort sind April, Mai, September und Oktober die vernünftigen Monate, und ein Wochenende im Oktober auf einem tief gelegenen Platz ist regelmässig das beste Golf des ganzen Jahres, weil die Grüns sich vom Sommer erholt haben und die Anlagen leer sind.
Fragen Sie in jedem Fall nach dem Aerifizierungstermin. Die meisten Schweizer Anlagen belüften im späten Frühjahr und noch einmal im Spätsommer, danach sind die Grüns zwei bis drei Wochen holprig. Die Greenfees sind in dieser Zeit oft reduziert, was für einen spontanen Ausflug spricht und gegen das Wochenende, auf das sich zwei Leute seit Februar freuen.
Anreise ohne Auto
Für ein Wochenende mit einer Runde pro Tag ist die Bahn die entspanntere Variante, und sie funktioniert besser, als die meisten annehmen. Ein Golfbag zählt in Schweizer Fernzügen als Gepäckstück, das Sie selbst verstauen; reservieren Sie einen Platz in der Nähe der Mehrzweckbereiche.
Bad Ragaz, Andermatt, Gstaad, Crans-Montana und Samedan sind alle mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar, teilweise mit Bergbahn oder Postauto auf dem letzten Stück. Fragen Sie das Hotel nach dem Transfer zwischen Bahnhof und Haus, weil die meisten einen anbieten und ihn selten auf der Website nennen.
Wer ganz ohne Ausrüstung anreisen will, fragt nach Leihschlägern. Auf Resortanlagen ist das üblich, auf klassischen Clubanlagen seltener, und die Frage gehört in denselben Anruf wie die Startzeit.
Wie Sie ein solches Wochenende planen
Erstens: die Startzeiten vor dem Hotel buchen. Die verfügbaren Startzeiten bestimmen den Ablauf, nicht die Zimmerverfügbarkeit.
Zweitens: höchstens eine volle Runde pro Tag, wenn Spa Teil des Programms ist. Achtzehn Löcher auf 1’400 bis 1’500 Metern kosten mehr Kraft als dieselbe Runde im Mittelland.
Drittens: den Sonntag kurz halten. Neun Löcher am Morgen und die Heimfahrt am frühen Nachmittag schlägt jede zweite Grossrunde, nach der man im Stau steht.
Viertens: fragen Sie nach Paketen, die Greenfee und Übernachtung verbinden. Die Häuser rechnen sie meist günstiger als beide Positionen einzeln, und die Startzeit ist dann reserviert.
Die Spielform, wenn Sie zu mehreren sind
Ein Wochenende Zählspiel unter gemischten Handicaps ist ein Wochenende langsames, stilles Golf. Spielen Sie stattdessen Stableford, am ersten Tag einen Scramble, wenn die Spielstärken weit auseinanderliegen, und führen Sie eine durchlaufende Wertung über beide Runden.
Das hält bis zum letzten Loch spannend und sorgt dafür, dass eine schlechte erste Runde niemanden aus dem Spiel nimmt. Im Scramble lohnt eine Regel: Von jedem Spieler müssen mindestens drei Abschläge gewählt werden, sonst spielt das Team achtzehn Löcher mit dem Drive derselben Person.
Was Sie vorher klären sollten
Verlangt der Platz eine Platzreife oder ein bestimmtes Handicap für Gäste? Sind Gäste am Wochenende überhaupt zugelassen, oder gehört der Samstagvormittag den Mitgliedern? Gibt es Leihschläger, wenn Sie ohne Ausrüstung anreisen? Drei Fragen, ein Anruf, und das Wochenende steht.
Das Budget, ehrlich aufgeschlüsselt
Drei Posten bestimmen den Preis, und nur einer davon steht im Angebot. Das Greenfee schwankt zwischen einem Golfpark im Mittelland und einem Alpenplatz in der Hochsaison um mehrere hundert Franken. Die Übernachtung im Resort ist der grösste Einzelposten. Und die Nebenkosten, also Cart, Rangebälle, Trolley-Miete und Leihschläger, werden regelmässig vergessen.
Der wirksamste Hebel ist das Paket. Häuser mit eigenem Platz oder mit einer Vereinbarung rechnen Greenfee und Übernachtung günstiger als beide Positionen einzeln, und die Startzeit ist dann reserviert. Fragen Sie ausdrücklich danach, weil solche Pakete auf den Websites häufig unter Angebote versteckt sind und nicht im Buchungsformular auftauchen.
Der zweite Hebel ist der Wochentag. Ein Donnerstag und Freitag statt Samstag und Sonntag kostet auf denselben Anlagen spürbar weniger, und der Platz ist leerer. Wer die Ferien flexibel legen kann, spielt dieselbe Reise für einen erheblich tieferen Betrag.
Was ins Gepäck gehört
- Zwei Paar Golfschuhe, weil ein Paar nach einer feuchten Runde einen vollen Tag zum Trocknen braucht.
- Zwei Handschuhe, aus demselben Grund.
- Regenzeug und eine zusätzliche Schicht, unabhängig von der Prognose: In den Bergen beginnt der Morgen kühl und endet der Nachmittag warm.
- Sonnencreme und Kopfbedeckung, weil die UV-Belastung auf 1’400 Metern und höher deutlich über der im Mittelland liegt.
- Die Swiss Golf Card, weil einzelne Anlagen den Handicapnachweis tatsächlich sehen wollen.
Wo Sie buchen
- Golf Club Bad Ragaz und Grand Resort Bad Ragaz.
- Andermatt Swiss Alps, Saison Mai bis Oktober.
- Golfclub Gstaad-Saanenland.
- Golf Club Crans-sur-Sierre und Crans-Montana Tourismus.
Ein Anruf beim Sekretariat des Wunschplatzes ersetzt jede Recherche, und dieselben zwei Minuten klären auch, ob ein Paket mit dem Hotel besteht.
Ein Wochenende dieser Art bewegt sich, Greenfee und Übernachtung zusammengerechnet, im Bereich mehrerer hundert Franken pro Person; die Pakete der Häuser sind meist günstiger als beide Positionen einzeln. Preise und Pakete ändern nach Saison. Lassen Sie sich den Betrag bei der Reservation bestätigen, statt sich auf eine Zahl aus einem Artikel zu verlassen, auch auf diesen nicht.
Wo sich das auf dem Platz zeigt
Drei Plätze aus unserem Verzeichnis, die den Umweg lohnen.
- Golf Club Schinznach Bad: Der älteste Platz des Mittellands: neun Löcher, aber Par 73 über 6090 Meter, und ein alter Kurpark-Baumbestand, der auf fast jeder Bahn ins Spiel greift.
- Golf Gerre Losone: 2001 von Peter Harradine gebaut, jüngster Platz des Tessins: rund 6250 Meter in der Ebene, Wasser auf beiden Seiten, und sieben Jahre Ladies European Tour.
- Golfclub Interlaken-Unterseen: 1963 von Interlakner Tourismusunternehmern gegründet, geplant von Limburger und gebaut von Harradine: ein Par 72 über 6200 Meter zwischen Thuner- und Brienzersee.
Wir haben diese Plätze nicht gespielt; jede Seite sagt, worauf sie sich stützt.



