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Die schönsten Golfplätze der Schweiz: von Samedan über Crans bis Bad Ragaz

98 Clubs und 1'530 Löcher auf einer Fläche, die man in vier Stunden durchquert. Sechs Plätze stehen für sechs verschiedene Arten, in der Schweiz zu spielen.

La rédaction Panxis Golf, Deutschschweiz-Desk (Reto Brunner) · · 8 min
Luftaufnahme eines Golfplatzes am Meer
Photo Beth Fitzpatrick / Pexels

Kurz gefasst

  • Engadin Samedan, 1893 gegründet, ist der älteste Club des Landes.
  • Crans-sur-Sierre trägt im September das Omega European Masters aus.
  • Bad Ragaz ist das einzige Schweizer Resort mit zwei eigenen Plätzen.
  • Die Migros GolfParks sind der Gegenentwurf: kein Handicap, keine Mitgliedschaft.
  • Höhenplätze öffnen im Mai und schliessen im Oktober.

Die Schweiz zählt 98 Clubs bei Swiss Golf und 1’530 Golflöcher nach USGA-Standard, auf einer Fläche, die man in vier Stunden durchquert. Wer die Auswahl auf ein Wochenende eindampfen will, braucht keine Rangliste, sondern eine Reihenfolge. Diese sechs Plätze stehen für sechs verschiedene Arten, in der Schweiz zu spielen.

Engadin Samedan: der Ursprung, auf 1’700 Metern

Der Engadine Golf Club wurde 1893 gegründet und ist damit der älteste Golfclub der Schweiz. Er liegt auf 1’700 Metern über Meer und führt heute zwei 18-Loch-Plätze mit Par 72: Samedan im Talboden und Zuoz-Madulain weiter oben im Tal. Über 1’350 Mitglieder machen ihn zu einem der grössten Clubs des Landes.

Samedan ist flach, von Bächen und kleinen Seen durchzogen, und spielt sich deutlich anders, als die Höhenlage vermuten lässt. Wer den Ort einmal gesehen hat, versteht, warum die Schweizer Golfgeschichte hier beginnt und nicht am See.

Crans-sur-Sierre: der Platz, den die Welt kennt

Auf dem Hochplateau von Crans-Montana, rund 1’500 Meter über Meer, liegen der 18-Loch-Platz Severiano Ballesteros, der 9-Loch-Platz Jack Nicklaus und der Noas mit neun Löchern weiter unten in der Station, der fast das ganze Jahr offen ist. Der Ballesteros trägt im September das Omega European Masters aus, und genau das macht ihn für Amateure interessant: Sie spielen einen Platz, den Sie zwei Wochen zuvor im Fernsehen gesehen haben.

Die Aussicht reicht über das Rhonetal bis zum Matterhorn und zum Mont Blanc. Rechnen Sie damit, dass Sie deswegen langsamer spielen als geplant.

Bad Ragaz: das einzige Resort mit zwei eigenen Plätzen

Das Grand Resort Bad Ragaz ist das einzige Schweizer Resort mit zwei eigenen Plätzen, einem 18-Loch-Championship-Course und einem 9-Loch-Executive-Course. Dazu kommen die eigene Thermalquelle und die Küche des Hauses, die auf sieben Restaurants sechs Michelin-Sterne und 75 GaultMillau-Punkte verteilt.

Der Executive Course ist die unterschätzte Hälfte: neun Löcher, die man am späten Nachmittag nach einer Runde auf dem grossen Platz noch anhängt, ohne den Tag zu sprengen.

Andermatt: der jüngste unter den grossen

Der 18-Loch-Championship-Course von Andermatt, entworfen von Kurt Rossknecht, wurde fünfmal als bester Golfplatz der Schweiz ausgezeichnet. Er ist von Mai bis Oktober offen, was für einen Alpenplatz eine lange Saison bedeutet.

Andermatt ist der Platz für Golferinnen und Golfer, die moderne Architektur mögen: breite Spielbahnen, klar gezeichnete Bunker, und ein Layout, das Fehler bestraft, ohne sie zu demütigen.

Gstaad-Saanenland: 18 Löcher in einem Naturschutzgebiet

Die 18-Loch-Anlage mit Par 70 liegt auf 1’400 Metern und ist in ein Flachmoor von nationaler Bedeutung eingebettet. Das erklärt den Charakter des Platzes: keine grossen Erdbewegungen, keine künstlichen Seen, sondern Löcher, die dem Gelände folgen.

Par 70 auf dieser Höhe heisst: kurze Scorekarte, aber wenig Spielraum für Fehler. Wer hier unter Handicap spielt, hat gut gespielt.

Die Golfparks: der Gegenentwurf

Die sechs Migros Golfparks in Holzhäusern (Zug), Otelfingen (Zürich), Moossee (Bern), Signal de Bougy (Waadt), Oberkirch (Luzern) und Waldkirch (St. Gallen) sind das Gegenteil der grossen Namen: 18-Loch-Plätze, 9-Loch-Plätze und kurze Anlagen für Anfängerinnen und Anfänger, ohne Clubzugehörigkeit, mit Startzeitbuchung im Netz.

Für eine Wochenendrunde ohne Planung sind sie der verlässlichste Teil des Schweizer Angebots, und für die ersten zwanzig Runden der vernünftigste.

Was die sechs Plätze golferisch unterscheidet

Die Auswahl ist keine Rangliste, sondern eine Sammlung von sechs Aufgaben. Wer weiss, welche davon zu seinem Spiel passt, hat mehr davon als jemand, der der Reihe nach abhakt.

Höhe ist die Aufgabe in Samedan, Crans und Gstaad: Auf 1’400 bis 1’700 Metern trägt der Ball rund zehn Prozent weiter, und der Effekt ist beim Driver am grössten und beim Wedge am kleinsten. Wer pauschal einen Schläger weniger nimmt, steht mit dem Pitching Wedge hinter dem Grün.

Gelände ist die Aufgabe in Gstaad und in Andermatt: Löcher, die dem Terrain folgen, mit Höhenunterschieden, die auf der Scorekarte nicht auftauchen. Ein Schläger mehr bergauf, einer weniger bergab, und ein Entfernungsmesser mit Höhenkorrektur bringt hier mehr als jede Rechenregel.

Präzision ist die Aufgabe in Bad Ragaz und auf den Clubplätzen des Mittellands, wo Bäume, Wasser und eng gezeichnete Bahnen den Driver zu einer Entscheidung machen statt zu einer Selbstverständlichkeit.

Und Zugänglichkeit ist die Qualität der Golfparks: kein Handicapnachweis, keine greenfee/»>Mitgliedschaft, Startzeit im Netz. Für die ersten zwanzig Runden ist das die einzige Kategorie, die zählt.

Die Saison der einzelnen Plätze

Der grösste praktische Unterschied zwischen diesen Adressen ist nicht der Preis, sondern das Fenster, in dem gespielt werden kann. Die Alpenplätze auf 1’400 Metern und darüber öffnen je nach Schneelage im Mai und schliessen im Oktober; das Engadin hat in manchen Jahren nur Juni bis September.

Bad Ragaz im St. Galler Rheintal und die Golfparks im Mittelland spielen dagegen von März bis November, teilweise mit Wintergrüns an den Rändern. Und der Noas-Platz mit neun Löchern in Crans-Montana ist fast das ganze Jahr offen, was ihn zur Ausnahme unter den Höhenanlagen macht.

Wer eine Reise plant, sollte die Platzöffnung telefonisch prüfen statt dem Kalender zu glauben. In den Bergen entscheidet der Schnee über den Saisonstart, und im Frühjahr verschiebt sich das Datum von Jahr zu Jahr um Wochen.

Was ein Gast vorher klären sollte

Vier Fragen, ein Anruf, und sie entscheiden über den Tag. Sind Gäste am gewünschten Tag zugelassen, oder gehört der Samstagvormittag den Mitgliedern? Welches Handicap wird verlangt? Läuft an dem Tag ein Mitgliederwettspiel, das die Anlage über Stunden blockiert? Und wann wurde zuletzt aerifiziert?

Der letzte Punkt wird am häufigsten vergessen und ist der ärgerlichste: Nach dem Belüften und Besanden sind die Grüns zwei bis drei Wochen holprig. Die Greenfees sind in dieser Zeit oft reduziert, was für einen spontanen Ausflug spricht und gegen die eine Runde des Jahres, auf die man sich freut.

Fragen Sie im selben Gespräch nach den Abschlagsfarben und ihren Längen. Auf einem Championshipplatz von den hinteren Abschlägen zu spielen ist für die meisten Amateure eine Ausdauerprüfung; dieselbe Anlage von den vorderen Abschlägen ist ein sehr guter Tag.

Wie Sie ein Wochenende daraus machen

Zwei Plätze pro Wochenende, nicht drei. Die Fahrzeiten in den Alpen sind länger als die Karte suggeriert, und ein Platz auf 1’700 Metern verlangt körperlich mehr als einer im Mittelland.

Die naheliegenden Paare: Samedan und Zuoz-Madulain im Engadin, beide vom selben Club; Crans und Verbier im Wallis; Bad Ragaz und Andermatt über den Oberalppass. Buchen Sie die Startzeiten, bevor Sie das Hotel buchen, nicht umgekehrt.

Die Plätze, die in solchen Listen fehlen

Sechs Namen sind eine Auswahl und keine Landkarte. Was regelmässig unter den Tisch fällt, sind drei Kategorien, die für den Alltag der meisten Golferinnen und Golfer wichtiger sind als jeder Championshipplatz.

Die Clubplätze des Mittellands, etwa rund um Zürich, Bern, Basel und den Genfersee, sind gepflegt, gut erreichbar und für Gäste unter der Woche fast überall zugänglich. Sie haben keinen Bergblick und dafür die längste Saison des Landes, und für eine Feierabendrunde ist das die relevantere Eigenschaft.

Die Neun-Loch-Anlagen sind der unterschätzteste Teil des Schweizer Angebots: zwei Stunden, ungefähr die Hälfte des Greenfees, und im World Handicap System genauso vorgabewirksam wie achtzehn Löcher. Für jemanden mit Beruf und Kindern ist das der Unterschied zwischen wöchentlich und monatlich spielen.

Und die Kurzplätze, auf denen jedes Grün erreichbar ist. Rund zwei Drittel der Schläge eines Amateurs fallen innerhalb von hundert Metern, und ein Par-3-Platz ist eine Stunde von nichts anderem. Es ist das effizienteste Training im Golf, verkleidet als Runde.

Wie Sie als Gast überhaupt hinkommen

Die sechs Adressen unterscheiden sich im Zugang stärker als im Preis. Die Golfparks verkaufen Greenfees an alle und buchen online; die Resortplätze in Bad Ragaz und Andermatt nehmen Gäste zu publizierten Bedingungen auf; die klassischen Clubs verlangen häufig ein nachgewiesenes Handicap und halten Wochenendvormittage den Mitgliedern vor.

Für alle gilt derselbe erste Schritt: ein Anruf im Sekretariat, mit Ihrem Handicap, dem Wunschtag und der Frage nach dem Nachmittagstarif. Nennen Sie dabei Ihren Heimatclub oder Ihre Karte, weil Vereinbarungen zwischen Clubs und Vergünstigungen für Karteninhaber praktisch nie von sich aus angeboten werden.

Wer ohne Club spielt, braucht die Swiss Golf Card über die ASGI oder die Migros GolfCard. Sie ist auf den meisten Anlagen die Eintrittskarte, und ein Nachweis, den man nicht zeigen kann, ist keiner.

Die Reihenfolge, wenn Sie nur einen Tag haben

Dann nehmen Sie den Platz, der zur Jahreszeit passt, und nicht den mit dem grössten Namen. Im April und im Oktober sind das Bad Ragaz und die Golfparks im Mittelland; im Juni und im September die Alpenplätze; im Juli und August alles, was früh am Morgen oder spät am Nachmittag eine Startzeit hergibt.

Und spielen Sie neun Löcher statt achtzehn, wenn die Anreise lang ist. Eine kurze, ausgeruhte Runde auf einem guten Platz bleibt besser in Erinnerung als achtzehn Löcher, von denen die letzten sechs nur noch Arbeit waren.

Wo Sie buchen

Und wenn Sie nur eine dieser Adressen im Leben spielen: Nehmen Sie die, deren Aufgabe zu Ihrem Spiel passt, nicht die mit dem bekanntesten Namen. Ein Platz, auf dem man einen guten Tag hat, bleibt länger in Erinnerung als einer, den man aus dem Fernsehen kennt und auf dem man zwölf Bälle verliert.

Sechs Plätze, sechs Aufgaben, und keine Rangliste dazwischen.

Greenfees ändern nach Saison, Wochentag und Karte, und die Spanne zwischen einem Golfpark im Mittelland und einem Alpenplatz in der Hochsaison beträgt einige hundert Franken. Fragen Sie den Betrag in Franken beim Club ab, wenn Sie die Startzeit reservieren, und nennen Sie dabei Ihre Karte oder Ihren Heimatclub: Vergünstigungen werden praktisch nie von sich aus angeboten.

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