Die schönsten Golfplätze der Schweiz: von Samedan über Crans bis Bad Ragaz
98 Clubs, 1'530 Löcher: sechs Plätze, die für sechs Arten stehen, in der Schweiz zu spielen – und wie man daraus ein Wochenende macht.
Die Schweiz zählt 98 Clubs bei Swiss Golf und 1’530 Golflöcher nach USGA-Standard, auf einer Fläche, die man in vier Stunden durchquert. Wer die Auswahl auf ein Wochenende eindampfen will, braucht keine Rangliste, sondern eine Reihenfolge. Diese sechs Plätze stehen für sechs verschiedene Arten, in der Schweiz zu spielen.
Engadin Samedan: der Ursprung, auf 1’700 Metern
Der Engadine Golf Club wurde 1893 gegründet und ist damit der älteste Golfclub der Schweiz. Er liegt auf 1’700 Metern über Meer und führt heute zwei 18-Loch-Plätze mit Par 72: Samedan im Talboden und Zuoz-Madulain weiter oben im Tal. Über 1’350 Mitglieder machen ihn zu einem der grössten Clubs des Landes.
Samedan ist flach, von Bächen und kleinen Seen durchzogen, und spielt sich deutlich anders, als die Höhenlage vermuten lässt. Wer den Ort einmal gesehen hat, versteht, warum die Schweizer Golfgeschichte hier beginnt und nicht am See.
Crans-sur-Sierre: der Platz, den die Welt kennt
Auf dem Hochplateau von Crans-Montana, rund 1’500 Meter über Meer, liegen der 18-Loch-Platz Severiano Ballesteros, der 9-Loch-Platz Jack Nicklaus und der Noas mit neun Löchern weiter unten in der Station, der fast das ganze Jahr offen ist. Der Ballesteros trägt im September das Omega European Masters aus, und genau das macht ihn für Amateure interessant: Sie spielen einen Platz, den Sie zwei Wochen zuvor im Fernsehen gesehen haben.
Die Aussicht reicht über das Rhonetal bis zum Matterhorn und zum Mont Blanc. Rechnen Sie damit, dass Sie deswegen langsamer spielen als geplant.
Bad Ragaz: das einzige Resort mit zwei eigenen Plätzen
Das Grand Resort Bad Ragaz ist das einzige Schweizer Resort mit zwei eigenen Plätzen, einem 18-Loch-Championship-Course und einem 9-Loch-Executive-Course. Dazu kommen die eigene Thermalquelle und die Küche des Hauses, die auf sieben Restaurants sechs Michelin-Sterne und 75 GaultMillau-Punkte verteilt.
Der Executive Course ist die unterschätzte Hälfte: neun Löcher, die man am späten Nachmittag nach einer Runde auf dem grossen Platz noch anhängt, ohne den Tag zu sprengen.
Andermatt: der jüngste unter den grossen
Der 18-Loch-Championship-Course von Andermatt, entworfen von Kurt Rossknecht, wurde fünfmal als bester Golfplatz der Schweiz ausgezeichnet. Er ist von Mai bis Oktober offen, was für einen Alpenplatz eine lange Saison bedeutet.
Andermatt ist der Platz für Golferinnen und Golfer, die moderne Architektur mögen: breite Spielbahnen, klar gezeichnete Bunker, und ein Layout, das Fehler bestraft, ohne sie zu demütigen.
Gstaad-Saanenland: 18 Löcher in einem Naturschutzgebiet
Die 18-Loch-Anlage mit Par 70 liegt auf 1’400 Metern und ist in ein Flachmoor von nationaler Bedeutung eingebettet. Das erklärt den Charakter des Platzes: keine grossen Erdbewegungen, keine künstlichen Seen, sondern Löcher, die dem Gelände folgen.
Par 70 auf dieser Höhe heisst: kurze Scorekarte, aber wenig Spielraum für Fehler. Wer hier unter Handicap spielt, hat gut gespielt.
Die Golfparks: der Gegenentwurf
Die sechs Migros Golfparks in Holzhäusern (Zug), Otelfingen (Zürich), Moossee (Bern), Signal de Bougy (Waadt), Oberkirch (Luzern) und Waldkirch (St. Gallen) sind das Gegenteil der grossen Namen: 18-Loch-Plätze, 9-Loch-Plätze und kurze Anlagen für Anfängerinnen und Anfänger, ohne Clubzugehörigkeit, mit Startzeitbuchung im Netz.
Für eine Wochenendrunde ohne Planung sind sie der verlässlichste Teil des Schweizer Angebots, und für die ersten zwanzig Runden der vernünftigste.
Wie Sie ein Wochenende daraus machen
Zwei Plätze pro Wochenende, nicht drei. Die Fahrzeiten in den Alpen sind länger als die Karte suggeriert, und ein Platz auf 1’700 Metern verlangt körperlich mehr als einer im Mittelland.
Die naheliegenden Paare: Samedan und Zuoz-Madulain im Engadin, beide vom selben Club; Crans und Verbier im Wallis; Bad Ragaz und Andermatt über den Oberalppass. Buchen Sie die Startzeiten, bevor Sie das Hotel buchen, nicht umgekehrt.
Wo Sie buchen
- Engadine Golf Club, für Samedan und Zuoz-Madulain.
- Golf Club Crans-sur-Sierre, mit den Tarifen der laufenden Saison.
- Golf Club Bad Ragaz und das Grand Resort für die Kombination mit Hotel und Therme.
- Andermatt Swiss Alps, Saison Mai bis Oktober.
- Golfclub Gstaad-Saanenland.
- Migros Golf für die sechs Golfparks.
- Die vollständige Liste der 98 Clubs führt Swiss Golf.
Greenfees ändern nach Saison, Wochentag und Karte, und die Spanne zwischen einem Golfpark im Mittelland und einem Alpenplatz in der Hochsaison beträgt einige hundert Franken. Fragen Sie den Betrag in Franken beim Club ab, wenn Sie die Startzeit reservieren.

