Mannschaftsgolf: die Liga verändert Ihr Spiel
In den unteren Spielklassen spielen Clubgolfer mit zweistelligem Handicap. Und man hebt kein Loch mehr auf, wenn jemand darauf angewiesen ist.
Kurz gefasst
- Der DGV führt die oberen Klassen, die Landesverbände alles darunter.
- Vier bis sechs Spieltage plus Training, gemeldet wird im Winter.
- Der Vierer dauert drei Stunden und lehrt Platzmanagement.
- Captains wählen Zuverlässigkeit vor Handicap.
- Altersklassen und Damenmannschaften suchen fast überall Spieler.
Fast das gesamte Amateurgolf wird allein gegen eine Scorekarte gespielt, und das ist die am wenigsten interessante Variante. Deutschland hat darauf eine ungewöhnlich gute Antwort: die Deutsche Golf Liga und die Ligen der Landesverbände, in denen Clubs mit Mannschaften gegeneinander antreten.
Die verbreitete Annahme, das sei etwas für einstellige Handicaps, stimmt für die obersten Spielklassen und für nichts darunter. Das Ligensystem ist eine Pyramide, und ihre Basis besteht aus Clubmannschaften, deren Spieler zweistellige Handicaps haben und beruflich Vollzeit arbeiten. Dazu kommen eigene Klassen für Damen, Senioren, Mid-Amateure und Jugend, in denen regelmäßig Spieler fehlen.
Man hebt nicht auf, wenn es ein Mannschaftsmatch ist
Jemand ist auf das Loch angewiesen, das Sie aufgeben wollten. Ein Bogeyputt zählt, wenn er ein Loch für Ihre Seite gewinnt. Wer eine Saison Ligagolf spielt, spielt Löcher zu Ende, die er früher aufgab, und die Scores sinken von selbst.
Das ist mehr als eine Stimmungsfrage. Auf einer Privatrunde wird der zweite Ball gespielt, der Meterputt geschenkt und die Karte nach dem zwölften Loch nicht mehr geführt. Im Mannschaftsspiel fällt all das weg, und was übrig bleibt, ist eine ehrliche Rückmeldung über die eigenen Schwachstellen. Fast alle finden dieselben zwei: Meterputts und Entscheidungen unter Druck.
Was die Liga wirklich ist
Die DGL und die Landesligen spielen überwiegend Lochspiel und Vierer, an mehreren Spieltagen über die Saison, in Ligen von der Bundesliga abwärts und mit eigenen Klassen für Damen, Senioren und Jugend. Es ist der Teil des deutschen Clubgolfs, in dem am ernsthaftesten gespielt wird.
Organisatorisch teilt sich die Sache auf zwei Ebenen: Der Deutsche Golf Verband verantwortet die oberen Spielklassen und das Ranglistensystem, die Landesgolfverbände führen alles darunter sowie die Landesmeisterschaften. Wer wissen will, was in seiner Region tatsächlich gespielt wird, schaut deshalb auf die Seite seines Landesverbands.
Ein Spieltag ist zeitlich ein ganzer Tag, häufig mit Anreise, und die Saison umfasst meist vier bis sechs davon plus Training. Das ist weniger, als der Ruf der Sache vermuten lässt, und es ist der Punkt, an dem die meisten Kandidaten aussteigen, ohne nachgerechnet zu haben.
Der Vierer lehrt mehr als jede Stunde
Einen Ball mit einem Partner zu teilen zwingt zu gemeinsamen Entscheidungen und bestraft die heldenhafte Variante sofort. Zwei Vierer-Runden lehren mehr über Layups, das Anspielen der Grünmitte und die Kunst, dem Partner eine bequeme Distanz zu hinterlassen, als ein Monat allein auf der Range.
Praktisch heißt das eine andere Zielwahl. Wer weiß, dass sein Partner aus 130 Metern gut ist und aus 90 unsicher, spielt vom Abschlag den Schläger, der 130 Meter übrig lässt, auch wenn er selbst weiter schlagen könnte. Diese Art zu denken überträgt sich vollständig auf das Einzelspiel, und dort ist sie ebenso richtig.
Der Vierer ist außerdem das schnellste Wettkampfformat: knapp drei Stunden für achtzehn Löcher, weil nur zwei Bälle im Spiel sind. Für Berufstätige ist er damit die einzige Form ernsthaften Golfs, die in einen halben Tag passt.
Wie man aufgestellt wird
Captains wählen nicht die tiefsten Handicaps, sie wählen die, die da sind. Spielen Sie die Qualifikationen, melden Sie sich für Auswärtsspieltage und seien Sie verlässlich. Den meisten Mannschaften fehlen dauerhaft Leute, die ein Wochenende hergeben.
Der Zeitpunkt ist der Winter. Mannschaften werden zwischen Dezember und Februar gemeldet und zusammengestellt, das Wintertraining beginnt im Januar, und die Qualifikationsrunden liegen im Frühjahr. Wer im Juni fragt, hört, dass die Saison läuft; wer im November fragt, ist dabei.
Die Altersklassen sind der leichteste Einstieg, weil sie am häufigsten unterbesetzt sind. Senioren-, Mid-Amateur- und Damenmannschaften suchen in vielen Clubs jedes Jahr Spieler, und die Handicapanforderungen sind dort spürbar milder als in der ersten Herrenmannschaft.
Was ein Spieltag verlangt
Die Anlage ist fremd, die Grüns sind schneller als zu Hause, und die Fahnenpositionen sind härter gesteckt. Drei Dinge begrenzen den Schaden.
Kommen Sie früh genug für zwanzig Minuten auf dem Übungsgrün, weil die Grüngeschwindigkeit die einzige Information ist, die sich von Anlage zu Anlage wirklich ändert. Spielen Sie, wenn möglich, vorher eine Übungsrunde und notieren Sie die Abschlagsschläger. Und lesen Sie die Platzregeln am Brett, statt anzunehmen, sie seien wie zu Hause.
Prüfen Sie außerdem die Vorgabenverteilung, wenn mit Vorgabe gespielt wird. Erstaunlich viele Matches entscheiden sich, weil ein Spieler nicht wusste, wo seine Vorgabenschläge liegen.
Was ein Captain wirklich braucht
Wer je eine Clubmannschaft betreut hat, nennt dieselben drei Dinge, und keines davon ist ein tiefes Handicap.
Zuverlässigkeit steht ganz oben. Ein Spieler, der zusagt und erscheint, ist einem besseren vorzuziehen, der kurzfristig absagt, weil eine Mannschaft eine feste Zahl von Positionen füllen muss. Wer zwei Jahre lang verlässlich war, wird aufgestellt, auch wenn andere niedriger stehen.
Das Zweite ist Vielseitigkeit im Format. Wer Vierer spielen kann und will, ist wertvoll, weil viele gute Einzelspieler den Vierer meiden. Und das Dritte ist Verträglichkeit über einen langen Tag: Ein Spieler, der nach einem schlechten Loch die Stimmung der ganzen Mannschaft senkt, kostet mehr Punkte, als er bringt.
Umgekehrt gilt: Wer sich anbietet, Fahrten zu organisieren, Startzeiten zu koordinieren oder das Wintertraining zu planen, wird gebraucht. Mannschaften scheitern in Deutschland häufiger an fehlender Organisation als an fehlender Spielstärke.
Was es kostet
Die Startgelder und Greenfees an Spieltagen tragen in vielen Clubs die Mannschaftskassen oder der Club selbst, und wo das nicht der Fall ist, sind die Beträge moderat. Der eigentliche Preis ist Zeit: vier bis sechs ganze Tage über eine Saison plus Wintertraining.
Dazu kommen Fahrtkosten zu Auswärtsspieltagen, die sich in einer Fahrgemeinschaft aufteilen lassen. Fragen Sie den Sportwart nach der konkreten Regelung Ihres Clubs, bevor Sie zusagen; die Unterschiede zwischen zwei Anlagen im selben Landesverband sind erheblich.
Wo Sie Mannschaftsgolf finden
Der Deutsche Golf Verband und die Landesgolfverbände veröffentlichen Ligastrukturen und Meldebedingungen. Daneben spielen fast alle Clubs Freundschaftsspiele gegen Nachbarclubs und einen internen Clubcup, und für Spieler ohne Clubmitgliedschaft gibt es die Turnierreihen der Vereinigung clubfreier Golfspieler.
Der erste Anlaufpunkt ist trotzdem das eigene Sekretariat oder der Sportwart. Fragen Sie, welche Mannschaften gemeldet sind, wer sie betreut, wann die Qualifikationsrunden stattfinden und ob eine Mannschaft Spieler sucht. Die Antwort kommt in zwei Minuten und lautet häufiger ja, als man annimmt.
Wenn Ihr Club keine Mannschaft stellt, sind offene Turniere und Ranglistenturniere fremder Anlagen der nächstbeste Weg: Sie stehen allen Spielern mit DGV-Ausweis innerhalb der ausgeschriebenen Handicapgrenzen offen, kosten ein moderates Startgeld und liefern dasselbe, nämlich eine fremde Anlage, eine gezählte Karte und Mitspieler, die man nicht kennt.
Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Clubs oder Verbänden.
Zu zweit spielen: drei Regeln
- Klären Sie vor der Runde, wer im Vierer die geraden und wer die ungeraden Löcher abschlägt.
- Entschuldigen Sie sich während der Runde nie.
- Wenn Ihr Partner in Schwierigkeiten ist, bringen Sie Ihren Ball sicher ins Spiel.
- Klären Sie vorher, wie Sie miteinander reden, wenn es schlecht läuft.
Der letzte Punkt ist der wichtigste. Vierer werden häufiger durch Schweigen verloren als durch Schläge, und zwei Sätze am ersten Abschlag ersparen vier Stunden Unbehagen.
Diese Saison zu tun
Fragen Sie im Sekretariat, welche Mannschaften Spieler suchen, und verpflichten Sie sich für eine ganze Saison. Die Leute, die man dort trifft, füllen die nächsten zehn Jahre Ihre Flights.
Und wenn Sie zögern: Fahren Sie einmal als Zuschauer zu einem Ligaspieltag in Ihrer Nähe. Der Eintritt kostet nichts, das Niveau ist erreichbar, und die meisten, die das getan haben, melden sich im folgenden Winter.



