Golfclub Sedrun aus der Luft. Orthofoto swisstopo, licence ouverte.
Golfclub Sedrun
Löcher
9 (zweimal gespielt für 18 Löcher)
Von
72 (2 × 36)
Länge
5 102 m ab Gelb (Herren, 18 Löcher)
Greenfee
—
Beste Saison
Mitte Mai bis Mitte Oktober
Der Golfclub Sedrun spielt auf einem Neunlochplatz im oberen Tujetsch, dem hintersten Tal der Surselva in Graubünden. Die Anlage liegt nicht im Dorf Sedrun selbst, sondern einige Kilometer weiter talaufwärts auf dem Talboden bei Selva, an der Strasse zum Oberalppass. Durch den Platz fliesst der Vorderrhein, der hier noch ein junger Bergbach ist: Seine Quelle am Oberalp liegt nach Angaben des Clubs nur wenige Kilometer entfernt. Der Club bezeichnet seinen Platz deshalb als den ersten am Rhein.
Entworfen hat den Platz der Architekt Peter Harradine. Gespielt wird eine Runde über neun Bahnen, die für eine Achtzehnlochrunde zweimal begangen werden. Die Scorekarte des Clubs weist für die neun Löcher ein Par von 36 aus, für die ganze Runde Par 72. Die Längen: 2785 Meter ab Weiss, 2551 Meter ab Gelb, 2384 Meter ab Blau und 2209 Meter ab Rot für neun Löcher; über achtzehn Löcher ergibt das 5570 Meter ab Weiss und 5102 Meter ab Gelb. Das Course Rating beträgt laut Scorekarte 69,3 bei einem Slope von 140 ab Weiss und 67,5 bei einem Slope von 126 ab Gelb; für die Damen nennt sie 70,7 und Slope 135 ab Blau sowie 69,0 und Slope 131 ab Rot.
Betrieben wird die Anlage von der Golfplatz Sedrun AG mit Sitz in Tujetsch, der Spielbetrieb liegt beim Golfclub Sedrun, einem Verein mit eigenem Vorstand. Die Saison ist kurz, wie auf dieser Höhe üblich: Der Club nennt Mitte Mai bis Mitte Oktober. Zur Höhe gibt es zwei Angaben, dazu weiter unten mehr.
Ein Pionier im Tal
Zur Geschichte veröffentlicht der Club selbst keine Chronik mit Jahreszahlen. Was sich belegen lässt, stammt aus anderen Quellen. Der rätoromanische Sender RTR berichtete im August 2022 über das 30-Jahr-Jubiläum des Golfclubs Sedrun, der Club verweist auf seiner Newsseite selbst auf diesen Bericht. Daraus ergibt sich eine Gründung des Clubs um 1992. Laut RTR war der Platz in Selva der erste Golfplatz der Surselva, zu einer Zeit, als Golf im Tal kaum bekannt war. Der Präsident des Clubs sagte damals, in der Schweiz sei zuvor während Jahrzehnten kein neuer Golfplatz entstanden, und auch in der Gotthardregion sei Sedrun Pionier gewesen, lange vor Andermatt. Diese Aussagen geben die Sicht des Clubs wieder; wir haben sie nicht unabhängig überprüft.
Das Handelsregister führt die Golfplatz Sedrun AG seit dem 14. März 1995; ihr Zweck ist der Bau, der Unterhalt und der Betrieb von Golfanlagen. Als Eröffnungsjahr des Platzes nennen Plattformen wie swiss-golf-courses.ch das Jahr 1997. Auf der Seite des Clubs haben wir diese Jahreszahl nicht gefunden, sie passt aber zum zeitlichen Ablauf von Clubgründung, Gründung der Betreibergesellschaft und Bau.
Gemäss dem RTR-Bericht von 2022 zählte der Club damals rund 400 Mitglieder, etwa die Hälfte davon aus dem Unterland. Der Club hat sich vor einigen Jahren geöffnet: Man muss sich nicht mehr einkaufen, verlangt wird ein Vertrag über drei Jahre. Der Präsident sprach offen davon, dass der Nachwuchs fehle und der Club seit einigen Jahren rote Zahlen schreibe, er lebe vor allem von den Jahresbeiträgen und weniger von den Gästen. Diese Angaben sind vier Jahre alt; wie die Lage heute aussieht, wissen wir nicht.
Was der Platz verlangt
Sedrun ist ein kurzer Platz, aber kein einfacher. 5102 Meter ab Gelb über achtzehn Löcher sind im Schweizer Vergleich wenig, der Slope von 140 ab Weiss zeigt jedoch, dass die Länge nicht das Mass ist. Die Schwierigkeit kommt von anderswo: vom Gelände am Hang, von den Gräben und Bächen, die viele Spielbahnen queren, von erhöhten Greens und vom Rhein selbst. Die Anlage besteht aus sieben Par 4, einem Par 5 und einem Par 3.
Der Club beschreibt auf seiner Seite jede Bahn einzeln. Daraus ergibt sich folgendes Bild:
- Loch 1 (Par 4, 259 m ab Gelb) ist ein Einstieg von erhöhten Abschlägen auf ein breites Fairway, danach ein kurzer Annäherungsschlag auf ein Green, das auf einem kleinen natürlichen Plateau liegt.
- Loch 2 (Par 5, 430 m ab Gelb) ist das einzige Par 5. Die Bahn ist eher eng, Gräben queren das Fairway, und links verteidigt ein grosser Bunker das Green. Wer es in zwei Schlägen erreichen will, braucht Genauigkeit mehr als Länge.
- Loch 3 (Par 4, 359 m ab Gelb) ist das längste Par 4. Der Abschlag muss über einen Graben, der zweite Schlag lang und über einen Bach.
- Loch 4 (Par 4, 285 m ab Gelb) ist kurz, mit einem kleinen See links. Das Green ist durch Gräben und einen kleinen Teich gut verteidigt.
- Loch 5 (Par 4, 292 m ab Gelb) ist ebenfalls nicht lang, verlangt aber Ortskenntnis: Schlägerwahl und Platzierung des Abschlags entscheiden darüber, ob der zweite Schlag machbar bleibt. Links liegt eine Spielverbotszone jenseits einer Strasse.
- Loch 6 (Par 3, 110 m ab Gelb) ist das einzige Par 3, mit einem grossen Green hinter Bunkern. Der Club warnt ausdrücklich davor, über das Green hinaus zu schlagen.
- Loch 7 (Par 4, 265 m ab Gelb) bietet laut Club die schönste Aussicht über den Platz und das Tal. Starke Spieler versuchen, das Green vom Abschlag aus zu erreichen; der Club empfiehlt dem Durchschnittsspieler einen Sicherheitsschlag rechts und einen einfachen zweiten Schlag. Ein Slice beim Annähern wird bestraft.
- Loch 8 (Par 4, 288 m ab Gelb) wird von erhöhten Abschlägen gespielt, ein Graben quert die Bahn. Ein gerader Drive öffnet den Blick aufs Green.
- Loch 9 (Par 4, 263 m ab Gelb) ist das Signature Hole: Der Abschlag geht über den Rhein. Wer lang und gerade schlägt, landet nahe am Green; wer mit dem Abschlag auf Sicherheit spielt, hat eine längere Annäherung auf ein Green, das nach hinten leicht abfällt.
Die Platzregeln des Clubs zeigen, wo das Gelände mitspielt. An den Löchern 1 und 7 gibt es für Bälle, die vom Abschlag in den Abhang fliegen, eine markierte Droppingzone; an Loch 7 steht zudem ein Schutzgitter, und wer es trifft, wiederholt den Schlag straflos. An Loch 9 liegt beidseits des Fairways rechts vom Rhein eine Spielverbotszone. Distanzmarker im Fairway zeigen 150 und 100 Meter bis zur Grünmitte an.
Der Club schreibt, jedes Loch verfüge über je zwei Abschläge für Damen und Herren, damit die zweiten neun Löcher keine blosse Wiederholung der ersten seien. Die veröffentlichte Scorekarte führt allerdings für die Löcher 10 bis 18 dieselben Längen wie für 1 bis 9; unterschiedlich sind dort nur die Vorgaben (Handicap-Reihenfolge). Wie die zweiten Abschläge in der Praxis genutzt werden, sollten Sie vor Ort erfragen.
Zu beachten ist ausserdem die Topografie. Auf 1500 bis 1600 Metern über Meer fliegt der Ball etwas weiter als im Mittelland, dafür sind die Wege zwischen den Bahnen teils steil. Mehrere öffentliche Einträge beschreiben den Platz als körperlich anspruchsvoll.
Übungsanlagen und Einrichtungen
Zur Anlage gehören eine Driving Range, ein Clubhaus und das Golfrestaurant Casa da Golf. Das Restaurant ist gemäss Clubseite von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet, warme Küche gibt es bis 16 Uhr, am Montag bleibt es geschlossen. Bei schlechtem Wetter oder ohne Reservationen kann es früher schliessen.
Unterricht erteilt der Clubpro Lee Edwards, ein PGA Advanced Professional, laut Club jeweils am Dienstag, Mittwoch und Samstag in Sedrun, auch als Videolektion. Für Einsteigerinnen und Einsteiger bietet der Club eine Pauschale an, die Trainingseinheiten mit dem Pro, einen Regel- und Etikettekurs und die Platzreifeprüfung umfasst; danach kann der Platz bis Saisonende gespielt werden. Der Club vermietet zudem Club Carts. Ein Birdie Book mit den Bahnen steht auf der Seite des Clubs zum Herunterladen bereit, dazu eine Webcam, auf der Sie vor der Anfahrt die Verhältnisse prüfen können.
Der Club arbeitet mit Golfhotels im Tal zusammen und spricht von sieben Partnerhäusern in der Region Sedrun und Disentis; auf der Seite sind mehrere davon mit Kontaktangaben aufgeführt. Zu den Angeboten des Clubs gehören ausserdem Firmenausflüge und Nachmittage für Klassenlager.
Zugang und Spielbetrieb
Laut Club sind Gäste mit Platzreife jederzeit willkommen. Eine Handicap-Grenze nennt der Club nicht; die Plattform golfinswitzerland.com schreibt, verlangt werde die Mitgliedschaft in einem nationalen Golfverband, ohne Handicap-Einschränkung für Spieler mit Platzerlaubnis. Wer nur schnuppern will, kann laut Club auf der Driving Range beginnen.
An Turniertagen ist der Platz für Gäste eingeschränkt. Hier widersprechen sich zwei Seiten des Clubs leicht: Die Seite zum Spielbetrieb nennt für Wochenenden mit Turnieren eine Freigabe spätestens ab 15 Uhr, die Seite zum Jahresprogramm spricht von etwa 16 Uhr. Der Club bittet, eine Startzeit wenn möglich vorgängig telefonisch zu reservieren. Den Turnierkalender und die Online-Buchung der Startzeiten finden Sie auf der Seite des Clubs.
Was Spielerinnen und Spieler sagen
Das öffentliche Material zu Sedrun ist überschaubar. Wir haben die schriftlichen Bewertungen auf expertgolf.com gelesen (sechs Texte zwischen 2015 und 2024, bei insgesamt 39 abgegebenen Bewertungen mit einem Durchschnitt von 2,9 von 5) und die Übersicht auf allsquaregolf.com (zwei Bewertungen, im Schnitt 4,5 von 5). Die beiden Durchschnittswerte liegen weit auseinander, und beide beruhen auf wenigen Stimmen. Die folgenden Punkte fassen wiederkehrende Tendenzen zusammen. Es sind fremde Meinungen, nicht unsere: Wir haben hier nicht gespielt und zitieren niemanden.
Was gelobt wird
- Die Lage: das Bergpanorama, der Talboden am jungen Rhein, das Gefühl eines abgelegenen Platzes weit hinten im Tal.
- Der Abschlag über den Rhein an Loch 9 wird fast überall als Höhepunkt genannt.
- Ein abwechslungsreiches, ungewöhnliches Layout, das präzise Schläge belohnt; mehrere Kurzbahnen laden zum direkten Angriff ein.
- Der Pflegezustand, besonders der Greens, wird mehrfach als gut bis sehr gut beschrieben.
- Die Freundlichkeit des Personals im Club.
Was kritisiert wird
- Der Platz ist steil und läuferisch anstrengend. Mehrere Einträge raten zu guter Kondition und eher zum Tragebag als zum Trolley.
- Die Greens gelten bei mehreren Bewertenden als langsam, auch wenn sie gut gepflegt sind.
- Einzelne Bahnen, vor allem die Löcher 4 und 5, bergen Frustpotenzial, weil sie Ortskenntnis verlangen.
- Einige halten Sedrun eher für eine Abwechslung in den Ferien als für einen Platz zum regelmässigen Spielen.
- Die Anreise ist lang, wenn man aus dem Mittelland kommt.
Anfahrt und beste Zeit
Mit dem Auto führt der Weg gemäss Club aus dem Norden über die A13 Richtung Chur, dann der Beschilderung Flims, Laax und Disentis nach; in Disentis biegt man Richtung Oberalppass und Sedrun ab. Aus der Zentralschweiz kommt man über Göschenen, Andermatt und den Oberalppass, aus dem Tessin über Biasca, Olivone und den Lukmanierpass. Die Passstrassen sind nur im Sommerhalbjahr offen, was sich mit der Golfsaison deckt; den aktuellen Stand sollten Sie vor der Fahrt prüfen.
Mit dem Zug erreichen Sie Sedrun laut Club über Chur oder Andermatt. Die Matterhorn Gotthard Bahn verkehrt zwischen Disentis/Mustér und Andermatt stündlich. Der dem Platz nächstgelegene Halt ist nach der Karte Tschamut-Selva, weniger als einen Kilometer Luftlinie westlich der Anlage; eine Familienwanderung von Tschamut nach Sedrun führt am Golfplatz und am Golfrestaurant vorbei. Fahrpläne finden Sie bei der SBB.
Zur Adresse gibt es unterschiedliche Angaben: Der Club nennt nur CH-7188 Sedrun, andere Plattformen führen Adressen in Rueras oder mit Ortsangabe Selva. Für das Navigationsgerät halten Sie sich am besten an die Karte auf dieser Seite oder fragen beim Club nach.
Die Saison ist kurz. Der Club nennt Mitte Mai bis Mitte Oktober; für 2026 meldet er, Platz und Driving Range seien voraussichtlich bis am 25. Oktober offen, das Restaurant bis am 17. oder 18. Oktober (die beiden Seiten des Clubs nennen unterschiedliche Daten). Auch die Spielzeiten sind auf den Clubseiten nicht einheitlich angegeben: Genannt werden 8 bis 21 Uhr, 8 bis 20 Uhr und in der Fusszeile 8 bis 18 Uhr. Das Sekretariat und der Pro-Shop sind in der Hauptsaison im Juli und August länger besetzt als im Mai, Juni, September und Oktober.
Wann ist die beste Zeit? Im Frühsommer kann auf dieser Höhe noch Schnee liegen, im Herbst werden die Tage kurz und kühl. Juli und August sind die sicherste Wahl, die Herbsttage im September sind nach Aussagen des Clubs besonders schön. Gewitter sind im Gebirge an Sommernachmittagen häufig; wer früh startet, hat meist das stabilere Wetter.
Greenfee
Tarife und Öffnungszeiten regelt der Club. Siehe die Seite des Clubs.
Wie diese Seite entstanden ist
Die Angaben stammen aus öffentlichen Quellen, gelesen im September 2026:
- Die Seite des Golfclubs Sedrun (golfclub-sedrun.ch): Platzbeschreibung und Beschreibung aller neun Bahnen, Lochlängentabelle, Scorekarte als PDF (Par, Längen, Course Rating und Slope), Platzregeln, Seiten zu Restaurant, Unterricht, Einsteigerangebot, Spielbetrieb, Jahresprogramm, Anfahrt und Öffnungszeiten, Vorstand und News.
- Der Bericht von RTR vom August 2022 zum 30-Jahr-Jubiläum des Clubs: Gründungszeit, Pionierrolle in der Surselva, Mitgliederzahl, Mitgliedschaftsmodell und finanzielle Lage.
- Moneyhouse (Handelsregisterdaten): Gründungsdatum und Zweck der Golfplatz Sedrun AG.
- swiss-golf-courses.ch, golf.ch und golfinswitzerland.com: Eröffnungsjahr 1997, Höhenangaben, Zugangsbedingungen und Adressvarianten.
- Wikipedia und outdooractive.com: Bahnstation Tschamut-Selva und Wanderweg am Platz vorbei.
- expertgolf.com und allsquaregolf.com: Bewertungen von Spielerinnen und Spielern.
- OpenStreetMap: Lage der Anlage.
Die Quellen widersprechen sich in mehreren Punkten. Zur Höhe nennt der Club selbst 1500 Meter (Seite «Über uns») und 1600 Meter (Platzseite). Zur Länge findet sich auf swiss-golf-courses.ch die Angabe 5278 Meter, die mit keiner Abschlagfarbe der Scorekarte übereinstimmt; wir halten uns an die Scorekarte des Clubs. Die Spielzeiten, das Ende der Restaurantsaison und die Freigabe an Turniertagen sind auf den Seiten des Clubs uneinheitlich angegeben, ebenso die Adresse auf verschiedenen Plattformen. Das Eröffnungsjahr 1997 haben wir nur bei Drittanbietern gefunden.
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Das Loch, das man kennen muss
Das Signature Hole des Clubs: Der Abschlag geht über den jungen Rhein. Wer lang und gerade schlägt, landet nahe am Green, das nach hinten leicht abfällt.