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Technik

Grüns lesen: die Methode statt des Geheimnisses

Das letzte Drittel zuerst lesen, das grosse Gefälle finden, das Tempo vor der Kurve festlegen und über einen Punkt zehn Zentimeter vor dem Ball rollen.

La rédaction Panxis Golf · · 2 min
Un joueur exécute un coup roulé sur un green rapide, bunkers en arrière-plan.
Sur un green rapide, c'est la longueur du mouvement qui change, pas le geste. — Photo Madison Wooley / Pexels

Grüns lesen gilt als Geheimwissen. Tatsächlich ist es Beobachtung und ein wenig Arithmetik. Drei Gewohnheiten bringen einen Amateur nahe an die Lesequalität eines Professionals, und keine davon kostet Geld.

Das letzte Drittel zuerst lesen

Ein Putt bricht am stärksten, wenn er langsam wird — also kurz vor dem Loch. Deshalb wird beim Loch begonnen und rückwärts gelesen. Die ersten zwei Drittel zählen weit weniger, als die meisten annehmen.

Das grosse Gefälle vor dem kleinen

Wasser fliesst irgendwohin. Beim Betreten des Grüns den tiefsten Punkt der Umgebung suchen: einen Bach, einen Weiher, das Tal. In der Schweiz genügt oft der Blick auf den Hang, an dem die Anlage liegt. Putts brechen häufiger dorthin, als die Oberfläche vermuten lässt.

Die Füsse benutzen

Auf der Linie vom Ball zum Loch gehen. Die Füsse spüren ein Gefälle, das das Auge nicht sieht. Das geschieht, während die Mitspieler spielen, und kostet keine Sekunde Spielzeit.

Das Tempo entscheidet über die Kurve

Ein fest gespielter Putt bricht weniger, ein sterbender Putt bricht mehr. Zuerst das Tempo festlegen, dann die Kurve für dieses Tempo lesen. Der häufigste Fehler ist, die Kurve zu unterschätzen, weil man fester zu spielen plante, als man dann tatsächlich spielt.

Auf einen Punkt zielen, nicht auf eine Linie

Eine Verfärbung oder eine ausgebesserte Pitchmarke wenige Zentimeter vor dem Ball auf der Startlinie wählen und den Ball darüber rollen lassen. Auf zehn Zentimeter zu zielen ist ungleich präziser als auf ein Loch in zehn Metern.

Bergluft und schnelle Grüns

Auf Höhenanlagen wie Crans-Montana, Samedan oder Andermatt sind die Grüns im Hochsommer oft schneller, als der Vergleich mit dem Mittelland erwarten lässt, und der Blick täuscht: Der Hang des Tals überlagert die Neigung des Grüns. Wer das erste Mal dort spielt, sollte die ersten drei Putts bewusst als Kalibrierung behandeln.

Die Übung dazu

Vier Bälle in drei Metern Abstand um ein Loch am Hang. Alle vier putten und dabei nur die letzten sechzig Zentimeter betrachten. Danach dasselbe aus fünf Metern. Zehn Minuten genügen, damit das Auge lernt, was das letzte Drittel auf diesem Grün tut.

Was man lassen sollte

  • Nicht nur von hinter dem Ball lesen: mindestens zwei Blickwinkel.
  • Nicht länger brauchen als die Mitspieler: langsam lesen heisst nicht besser lesen.
  • Nicht die Linie beschuldigen, wenn der Putt gezogen war: die Schlagflächenstellung erklärt mehr Fehlputts als das Gefälle.

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