Bunkerschlag lernen: Sand treffen statt Ball, Schritt für Schritt
Im Grünbunker trifft der Schläger den Sand, nicht den Ball. Wer die Schlagfläche vor dem Greifen öffnet, einen Eintrittspunkt fünf Zentimeter hinter dem Ball anschaut und nicht abbremst, erfüllt die Bunkerprüfung der Platzreife mühelos und spart auf dem Platz Schläge.
Kurz gefasst
- Die Platzreife verlangt zwei von sechs Bällen aus dem Bunker auf dem Grün.
- Zuerst die Schlagfläche öffnen, dann greifen.
- Fünf Zentimeter hinter dem Ball eintreten und durch den Sand beschleunigen.
- Für die Distanz nur die Sandmenge ändern, nicht gleichzeitig den Schwung.
- Unspielbar im Bunker: gegen zwei Strafschläge ausserhalb droppen ist erlaubt.
An der Schweizer Platzreife-Prüfung gibt es eine Station, vor der sich mehr Einsteigerinnen und Einsteiger fürchten als vor dem Abschlag: den Bunker. Die Anforderung, die Swiss Golf festgelegt hat, ist dabei bescheiden. Von sechs Bällen müssen zwei auf dem Grün liegen bleiben. Zwei von sechs. Dass viele Golfer auch Jahre später noch jeden Grünbunker als Katastrophe erleben, liegt nicht an der Schwierigkeit des Schlags, sondern daran, dass er falsch verstanden wird.
Der Bunkerschlag ist der einzige Schlag im Golf, bei dem der Schläger den Ball nicht treffen soll. Er fährt hinter dem Ball in den Sand und schiebt eine Sandschicht heraus, die den Ball mitnimmt. Wer das einmal verinnerlicht hat, merkt, wie gross die Fehlertoleranz ist: Ein Eintritt drei Zentimeter oder acht Zentimeter hinter dem Ball bringt beide Male ein brauchbares Resultat.
Die drei Einstellungen vor dem Schlag
1. Zuerst die Schlagfläche öffnen, dann greifen
Die Reihenfolge entscheidet. Drehen Sie die Schlagfläche des Sand Wedge leicht nach aussen und nehmen Sie erst dann den Griff. Wer normal greift und danach die Hände dreht, schliesst die Fläche im Schwung wieder, weil die Hände in ihre gewohnte Position zurückkehren.
Die geöffnete Fläche bringt den Bounce ins Spiel, die gerundete hintere Kante der Sohle. Sie lässt den Schläger durch den Sand gleiten, statt ihn eingraben zu lassen. Ohne Bounce wird aus jedem leicht zu steilen Schwung ein Schlag, der im Sand stecken bleibt.
2. Der Stand: eingegraben, Gewicht vorne
Drehen Sie die Füsse leicht in den Sand, bis Sie festen Halt haben. Das Gewicht liegt etwas mehr auf dem vorderen Fuss, der Ball knapp vor der Standmitte. Weil die Füsse einsinken, greifen Sie den Schläger um dieselbe Höhe kürzer, sonst trifft er den Sand zu früh.
Das Eingraben verrät Ihnen nebenbei die Beschaffenheit des Sandes: tief und locker oder fest und flach. Das ist erlaubt, solange Sie nur Ihren Stand einnehmen und den Sand nicht absichtlich testen.
3. Den Eintrittspunkt anschauen, nicht den Ball
Wählen Sie eine Stelle etwa fünf Zentimeter hinter dem Ball und schauen Sie während des Schwungs auf diese Stelle. Der Ball ist in diesem Schlag nur Passagier.
Der Schwung: kürzer zurück, voll durch
Der häufigste Fehler ist das Abbremsen. Wer im Sand verzögert, lässt die Vorderkante graben, der Bounce arbeitet nicht, und der Ball bleibt im Bunker. Der zweite Versuch wird dann aus Angst härter, der Ball fliegt über das Grün, und aus einem möglichen Par wird eine Sieben.
Die Lösung klingt paradox: ein kürzerer Rückschwung, aber volle Beschleunigung durch den Sand bis zu einem hohen Abschluss. Ein Dreiviertelschwung mit Tempo bewegt mehr Sand als ein voller Schwung, der auf halbem Weg nachlässt.
Distanz: eine Grösse verändern, nicht zwei
Die Länge eines Bunkerschlags entsteht aus der Menge Sand und der Geschwindigkeit. Legen Sie eine davon fest und verändern Sie nur die andere:
- Für weiter: weniger Sand, also näher am Ball eintreten, bei gleichem Schwung.
- Für kürzer: mehr Sand, also etwas weiter hinten eintreten, bei gleichem Schwung.
Die meisten Amateure verändern beides gleichzeitig und wundern sich über die Streuung. Sitzt das, kommt der Schläger als dritter Hebel dazu: Derselbe Schwung mit einem Wedge mit mehr Loft fliegt höher und kürzer. Welche Wedges und Lofts Sie im Bag haben, klärt der Artikel über Wedge-Distanzen.
Wenn der Sand nicht so ist, wie er sein sollte
Nasser, fester Sand. Nach Regen oder an einem feuchten Frühlingsmorgen ist der Sand kompakt. Dann springt eine stark geöffnete Sohle ab und trifft den Ball in der Mitte. Treten Sie näher am Ball ein, öffnen Sie die Fläche weniger, und rechnen Sie damit, dass der Ball schneller herauskommt und weiter rollt.
Trockener, lockerer Sand. Im Hochsommer kann der Sand weich und tief sein. Dann braucht es mehr Öffnung, mehr Bounce und einen entschlosseneren Schwung, weil der Sand bremst.
Eingebetteter Ball. Liegt der Ball halb im Sand vergraben, gilt das Gegenteil der Grundtechnik: Schlagfläche eher schliessen, steil hineinschlagen, kein grosser Abschluss. Der Ball kommt flach heraus und rollt weit. Zielen Sie auf den vorderen Rand des Grüns und akzeptieren Sie zwei Putts.
Fairwaybunker. Hier soll der Ball zuerst getroffen werden, also fast das Gegenteil des Grünbunkers. Die Einzelheiten dazu stehen im Artikel über den Fairwaybunker.
Was die Regeln im Bunker erlauben
Swiss Golf erklärt einige Bunkerregeln in seinen Regel-Cartoons, darunter Probeschwünge im Bunker (Regel 12.2b) und den unspielbaren Ball im Bunker (Regel 19.3). Das Wichtigste:
- Blätter, Steine und andere lose Naturstoffe dürfen entfernt werden.
- Verboten ist, den Sand absichtlich zu berühren, um ihn zu testen, und ihn mit dem Schläger direkt vor oder hinter dem Ball, beim Probeschwung oder im Rückschwung zu berühren.
- Bei einem unspielbaren Ball gibt es gegen zwei Strafschläge die Möglichkeit, ausserhalb des Bunkers auf der Linie vom Loch durch die Ballposition nach hinten zu droppen. An einer hohen Kante ist das oft billiger als ein dritter Versuch.
Welche Regelirrtümer auf Schweizer Runden sonst häufig vorkommen, zeigt der Artikel über falsch angewendete Golfregeln. Und nach dem Schlag gilt: rechen, Sand zur tiefen Seite ziehen, an der niedrigsten Stelle hinein- und hinausgehen.
Die Übung, die den Schlag lehrt
Ziehen Sie mit dem Schläger eine Linie in den Sand, ohne Ball. Schwingen Sie zehnmal so, dass der Sand genau ab der Linie herausfliegt. Erst wenn das zehnmal hintereinander gelingt, legen Sie einen Ball fünf Zentimeter vor die Linie.
Diese Übung ist wirksamer als jede Videoanalyse, weil Sie sehen, wo der Schläger eingetreten ist und wie lang die Spur wurde. Eine gute Spur ist flach und etwa so lang wie eine Banknote, nicht ein tiefes Loch.
Danach folgt die Prüfung aus der Platzreife, ehrlich gezählt: sechs Bälle, und wie viele bleiben auf dem Grün? Zwei sind die Anforderung für Einsteiger. Wer regelmässig spielt, sollte sich vier oder fünf zum Ziel setzen. Die Grundlagen zu Griff und Ballposition liefert der Artikel über Griff und Stand.
Wo Sie in der Schweiz Bunkerschläge üben
Übungsbunker suchen. Nicht jede Driving Range hat einen Übungsbunker, und das ist oft das eigentliche Hindernis. Fragen Sie vor dem Ballkauf, ob der Kurzspielbereich Sand enthält und ob er offen ist. In den Migros Golfparks ist die Nutzung der Übungsbunker laut Tarifseiten kostenlos, zusammen mit den Anlagen für Pitching, Chipping und Putting. Wie Sie das Bunkertraining in eine ganze Übungseinheit einbauen, steht im Artikel zur Übungsstunde.
Mit einem Pro. Die Academy der Migros Golfparks bietet thematische Trainingsmodule an, zu deren Themen laut Kursangebot auch der Bunker gehört. Ein Pro sieht in wenigen Schlägen, ob die Fläche wirklich offen ist und ob Sie abbremsen.
Beim Material. Wenn der Schläger unabhängig von der Technik immer gräbt, lohnt sich ein Blick auf Bounce und Loft des Sand Wedge. Ein Fitting mit Launchmonitor und Beratung zu Wedges bieten manche Fachgeschäfte, einige rechnen die Fitting-Kosten beim Kauf an. Aktuelle Wedges grosser Marken kosteten bei einem Fachhändler am 17.09.2026 zwischen rund CHF 130 und CHF 220. Was ein Fitting grundsätzlich zeigt, beschreibt der Artikel zum Eisen-Fitting.
Panxis Golf hat keine geschäftliche Beziehung zu den genannten Anbietern und erhält keine Provision.
Zwanzig Minuten pro Woche
- Zehn Schwünge auf eine Linie ohne Ball, auf die Spur schauen.
- Zehn Bälle auf ein Ziel in fünfzehn Metern, gleicher Schwung, nur die Sandmenge ändern.
- Sechs Bälle nach Platzreife-Massstab zählen: Wie viele bleiben auf dem Grün?
- Ein bewusst eingebetteter Ball, damit der erste auf dem Platz nicht der erste überhaupt ist.
Der Bunkerschlag ist der einzige Bereich im Golf, in dem die Technik einfacher ist als ihr Ruf.
Wie diese Seite entstanden ist
Die Preise für Wedges wurden am 17.09.2026 bei Golfers Paradise erhoben. Panxis Golf hat keine geschäftliche Beziehung zu diesem Händler und erhält keine Provision.






