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Technik

Bunkerschlag: was auf Schweizer Anlagen wirklich funktioniert

Der einzige Schlag, bei dem der Ball nicht getroffen wird. Was den Ball im Sand liegen lässt, ist Abbremsen, nicht Technik.

La rédaction Panxis Golf, Deutschschweiz-Desk (Reto Brunner) · · 7 min
Sandbunker vor einem Grün
Photo Martin Magnemyr / Pexels

Kurz gefasst

  • Schlagfläche vor dem Griff öffnen, damit der Bounce arbeiten kann.
  • Füsse eingraben, dann den Griff um dieselbe Höhe verkürzen.
  • Fünf Zentimeter hinter dem Ball eintreten und durchbeschleunigen.
  • Immer nur eine Grösse ändern: Sandmenge oder Geschwindigkeit.
  • Im Fairwaybunker entscheidet die Kante über den Schläger, nicht die Distanz.

Der Bunkerschlag ist der einzige Golfschlag, bei dem der Ball nicht getroffen werden soll. Genau daran scheitern die meisten Amateure, und an drei Details, die sich in einer halben Stunde Übung korrigieren lassen.

Dieser eine Satz erklärt alles Weitere. Im Sand berührt der Schläger den Ball nie: Er fährt hinter ihm in den Sand, und ein Sandpolster wirft den Ball heraus. Die Fehlertoleranz ist deshalb enorm im Vergleich zu einem Chip von enger Lage, wo ein Zentimeter über getroffen oder gegraben entscheidet. Wer das verstanden hat, hört auf, präzise sein zu wollen, und fängt an, gleichmässig zu sein, was deutlich leichter ist.

Schlagfläche zuerst öffnen, dann greifen

Die Reihenfolge ist entscheidend: Zuerst die Schlagfläche öffnen, dann den Griff nehmen. Wer normal greift und danach dreht, schliesst die Fläche beim Schwung wieder, weil die Hände in ihre gewohnte Stellung zurückkommen.

Die offene Fläche bringt den Bounce ins Spiel, also die gerundete hintere Kante der Sohle, die den Schläger durch den Sand gleiten lässt, statt ihn eingraben zu lassen. Ein Sandwedge mit zwölf bis vierzehn Grad Bounce ist genau dafür gebaut und nützt nichts, wenn man ihm die Vorderkante voran präsentiert.

Fünf Zentimeter dahinter, und dann durch

Der Schläger trifft den Sand rund fünf Zentimeter hinter dem Ball und schiebt eine Sandschicht heraus, die den Ball mitnimmt. Wählen Sie diesen Eintrittspunkt bewusst und schauen Sie ihn an, nicht den Ball.

Wichtig ist das Durchschwingen. Wer im Sand abbremst, lässt den Ball liegen: Der Bounce arbeitet dann nicht, die Vorderkante gräbt sich ein, und der Ball bleibt im Bunker. Der Versuch danach wird mit mehr Anspannung und demselben Ergebnis unternommen.

Die Lösung wirkt widersinnig: kürzerer Rückschwung, volle Beschleunigung durch den Sand, hoher Abschluss. Ein Dreiviertelschwung mit voller Geschwindigkeit bewegt mehr Sand als ein voller Schwung mit halber Geschwindigkeit, und Sand zu bewegen ist die ganze Aufgabe.

Der Stand

Füsse leicht eingegraben für Halt, Gewicht vorne, Ball leicht vorverlagert. Und: Der Körper folgt der Fussstellung, die Schlagfläche zeigt aufs Ziel. Beides gleichzeitig zu vergessen ist der häufigste Fehler.

Das Eingraben hat einen zweiten Zweck, den kaum jemand nutzt: Es sagt Ihnen, worin Sie stehen. Weicher, tiefer Sand oder fester, flacher Sand verändern, wie viel Material der Schläger mitnimmt, und beide verlangen eine andere Dosierung.

Weil die Füsse einsinken, muss der Griff um dieselbe Höhe verkürzt werden, sonst kommt der Schläger zu früh in den Sand.

Die Übung, die es lehrt

Eine Linie in den Sand ziehen, ohne Ball. Zehnmal so schwingen, dass der Sand genau ab der Linie herausfliegt. Erst wenn das zehnmal gelingt, kommt ein Ball fünf Zentimeter vor die Linie.

Diese Übung ist wirksamer als jede Videoanalyse, weil Sie exakt sehen, wo der Schläger eingetreten ist und wie lang die Spur wurde. Eine gute Sandspur ist eine flache Schürfung von der Grösse einer Hand, kein Krater.

Die Distanzkontrolle

Die Länge entsteht aus der Menge Sand und aus der Geschwindigkeit, nicht aus dem Schläger allein. Fünf Zentimeter Eintritt und ein Dreiviertelschwung ergeben bei den meisten Spielern einen Schlag von rund fünfzehn Metern.

Für weiter: weniger Sand bei gleicher Geschwindigkeit. Für kürzer: mehr Sand, wieder bei gleicher Geschwindigkeit. Verändern Sie immer nur eine Grösse. Die meisten Amateure verändern beide gleichzeitig, bekommen ein unvorhersehbares Ergebnis und schliessen daraus, Bunker seien Glückssache. Sie sind es nicht; sie sind zwei Variablen, die nacheinander behandelt werden.

Der zweite Hebel, sobald der erste sitzt, ist der Schläger: derselbe Schwung mit einem Lob Wedge von 58 oder 60 Grad fliegt kürzer und höher als mit einem 54er, was den Bunker mit hoher Kante und wenig Grün dahinter löst.

Fairwaybunker: das Gegenteil

Hier soll der Ball zuerst getroffen werden, und damit ändert sich alles. Ein Schläger mehr, den Ball etwas hinten im Stand, Füsse kaum eingraben, ruhige Beine, Griff einen Zentimeter kürzer, und den Ball sauber vom Sand nehmen.

Zuerst aber die Kante prüfen, und zwar ehrlich. Wenn der Schläger, den die Distanz verlangt, die Kante nicht überfliegt, ist die Distanz gleichgültig: Nehmen Sie den Schläger, der sie überfliegt, und akzeptieren Sie einen längeren nächsten Schlag. Mehr hohe Zahlen entstehen aus einem Eisen 5, das die Bunkerkante streift, als aus jeder anderen einzelnen Entscheidung im Amateurgolf.

Alles hängt am Treffmoment: Auf Gras kostet ein leicht fetter Schlag zehn Meter, im Sand kostet er fünfzig.

Eingebetteter Ball

Liegt der Ball halb im Sand vergraben, wird die Schlagfläche geschlossen statt geöffnet, der Schläger steil hineingeschlagen und auf einen Abschluss verzichtet. Der Ball kommt tief heraus und rollt weit, das ist normal und einzuplanen.

Zielen Sie auf die Vorderkante des Grüns und nehmen Sie zwei Putts in Kauf. Wer einen eingebetteten Ball mit offener Fläche hochfliegen lassen will, macht aus einem Bogey eine Sieben.

Nasser Sand

Nach Regen, und im Schweizer Frühjahr ist das häufig der Fall, ist der Sand fest. Dann näher an den Ball heran und mit weniger Öffnung arbeiten, sonst springt die Sohle vom festen Untergrund ab und der Schläger trifft den Ball direkt.

Fester Sand verhält sich fast wie eine enge Lage: Der Schläger gräbt nicht, der Kontakt gelingt leichter, und der Ball kommt schneller heraus als erwartet. Nehmen Sie eher etwas weniger Schläger als aus weicher Lage.

Was die Regeln seit 2019 erlauben

Lose hinderliche Naturstoffe dürfen im Bunker entfernt werden: Blätter, Steine, Zapfen. Verboten bleibt, den Sand unmittelbar vor oder hinter dem Ball zu berühren, den Sand zu testen und im Rückschwung den Sand zu berühren.

Bei wirklich unspielbarer Lage an einer hohen Kante ist die Option mit zwei Strafschlägen, ausserhalb des Bunkers auf der rückwärtigen Linie zu droppen, oft billiger als ein dritter Versuch. Swiss Golf veröffentlicht die deutschsprachige Fassung der Golfregeln, und die Regel-App beantwortet die meisten Fragen in unter einer Minute.

Danach rechen, und richtig: Sand zur tiefen Seite ziehen, an der niedrigsten Stelle ein- und aussteigen.

Wo in der Schweiz geübt werden kann

Nicht jede Driving Range hat einen Übungsbunker, und das ist das eigentliche Hindernis. Fragen Sie an der Rezeption, bevor Sie Bälle kaufen, ob der Kurzspielbereich Sand enthält und ob er geöffnet ist: Diese eine Frage entscheidet, wo Sie ein Jahr lang Ihr kurzes Spiel trainieren.

Die Anlagen der Migros GolfParks und die öffentlichen Plätze rund um Zürich, Bern, Basel und die Genferseeregion haben in der Regel einen Kurzspielbereich und verkaufen Übungskarten ohne Runde; klassische Clubanlagen halten ihren Übungsbunker meist den Mitgliedern vor.

Wer Zugang zu einem Clubbunker hat, übt am besten in der ersten Stunde nach der Pflege, wenn die Sandtiefe gleichmässig ist und das Gelernte übertragbar bleibt. Wer keinen Zugang hat, übt den Bewegungsablauf ohne Ball auf der Wiese: Der Sandkontakt fehlt, das Beschleunigen nicht.

Wenn der Schläger unabhängig von der Technik immer gräbt, lassen Sie Bounce und Grind Ihres Wedges prüfen. Golfers Paradise und die Fitting-Bereiche der Migros GolfParks machen das, und es ist eine echte Materialursache und kein Technikfehler. Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Händlern oder Anlagen.

Das Training, das sich auszahlt

  • Zehn Schwünge auf einer Linie ohne Ball, bei jeder Einheit. Auf die Spur schauen, nicht auf den Ball.
  • Zehn Schläge auf ein Ziel in fünfzehn Metern, mit fester Schwunglänge und nur veränderter Sandmenge.
  • Fünf Fairwaybunkerschläge mit mittlerem Eisen, mit Ball zuerst und geprüfter Kante.
  • Ein bewusst eingebetteter Ball, damit der erste auf dem Platz nicht der erste überhaupt ist.

Zwanzig Minuten pro Woche machen aus dem gefürchtetsten Schlag den, der am wenigsten stört, und es ist der einzige Bereich des Spiels, in dem die Technik leichter ist als ihr Ruf.

Wo sich das auf dem Platz zeigt

Drei Plätze aus unserem Verzeichnis, die für ihren Sand bekannt sind.

  • Golf & Country Club Zürich Zumikon: Von 1931, überarbeitet von Harradine, in der Spitzengruppe der Schweizer Ranglisten: strategische Bunker, Wasser um fast jedes Grün, und kein Zugang ohne Mitglied.
  • Bürgenstock Golf Course: Von 1928 hoch über dem Vierwaldstättersee, 2016 renoviert: neun Bahnen ohne einen Sandbunker, alle im Hang, und Bewertungen, die beim Zustand auseinandergehen.
  • Golf Club Sempachersee: Sechsunddreissig Löcher zwischen Sempacher- und Baldeggersee, die grösste Anlage der Schweiz: der Woodside fordert, der Lakeside zeigt die Alpen.

Wir haben diese Plätze nicht gespielt; jede Seite sagt, worauf sie sich stützt.

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