Rund ums Grün: Roller, Pitch oder hoher Ball, und wo Sie das üben
Die meisten verpatzten Chips sind falsch gewählt, nicht falsch geschwungen. Wer den Boden zwischen Ball und Fahne liest, nimmt in zwei von drei Fällen den flachen Roller, und der verzeiht am meisten.
Kurz gefasst
- Viel Grün und saubere Lage: rollen lassen. Wenig Grün oder Bunker dazwischen: fliegen lassen.
- Der Roller mit Eisen 8 oder 9 deckt etwa zwei von drei Chips ab.
- Sechzig Prozent Gewicht vorne und ein längerer Durchschwung als Rückschwung.
- Der hohe Ball braucht dichtes Gras, aus harter, kurzer Lage ist er kaum spielbar.
- In den Migros Golfparks sind die Kurzspielanlagen gratis, Kurzplätze kosten ab CHF 20 pro Runde.
Die Kurzspielanlagen der Migros Golfparks sind gratis, und jede Anlage im Land hat irgendwo ein Übungsgrün mit einem Vorgrün davor. An Gelegenheiten fehlt es also nicht. Was beim Chippen fehlt, ist meistens etwas anderes: die richtige Wahl des Schlags. Viele greifen reflexartig zum offensten Wedge im Bag, auch wenn zwischen Grünrand und Fahne fünfzehn Meter kurz gemähtes Gras liegen.
Dabei genügen drei Schläge für fast jede Lage rund ums Grün: der flache Roller, der normale Pitch und der hohe, weiche Ball für den Fall, dass wirklich kein Platz bleibt. Welcher der richtige ist, entscheidet der Boden zwischen Ball und Loch, nicht der Loft im Bag.
Die Wahl fällt vor dem Schwung
Die meisten verpatzten Chips sind nicht schlecht ausgeführt, sondern schlecht gewählt. Wer zwei Meter neben dem Grün aus einer kurzen Lage das 60-Grad-Wedge nimmt, hat sich für den schwierigsten verfügbaren Schlag entschieden, bevor sich der Schläger bewegt. Der Fehler passiert bei der Wahl und wird dann dem Schwung angelastet.
Stellen Sie sich deshalb drei Fragen, in dieser Reihenfolge. Wie viel Grün liegt zwischen mir und der Fahne? Worauf liegt der Ball, auf kurzem Gras, im Rough oder auf hartem Boden? Und wo liegt der schlimmste Ort, an dem dieser Ball enden könnte? Viel Grün und eine saubere Lage heissen rollen. Kaum Grün oder ein Bunker dazwischen heissen fliegen. Und liegt hinter einem abfallenden Grün Wasser, ist der kurze, sichere Chip richtig, auch wenn danach ein langer Putt bleibt.
Der flache Roller
Er ist der Schlag für etwa zwei von drei Situationen. Eisen 8 oder 9, Ball leicht hinter der Mitte, rund sechzig Prozent des Gewichts auf dem vorderen Fuss, Hände leicht vor dem Ball. Greifen Sie etwas kürzer, stellen Sie sich näher an den Ball, fast wie zum Putten, und bewegen Sie den Schläger aus den Schultern. Der Ball springt flach heraus, landet ein bis zwei Meter auf dem Grün und rollt zur Fahne.
Warum dieser Schlag so gutmütig ist: Der Schläger muss nie unter den Ball. Dünne und fette Treffer entstehen fast nur, wenn die Handgelenke mitarbeiten wollen.
Für die Schlägerwahl hilft eine einfache Faustregel. Je mehr Grün zwischen Landepunkt und Fahne liegt, desto weniger Loft. Mit dem Eisen 8 fliegt der Ball etwa ein Viertel der Strecke und rollt drei Viertel, mit dem Pitching Wedge ist es ungefähr halb und halb. Wer das einmal auf der Übungsanlage mit drei Bällen und drei Schlägern vom selben Punkt ausprobiert, versteht die Rechnung für immer.
Der normale Pitch
Für Distanzen um zwanzig Meter oder wenn etwas Rough zu überfliegen ist: Pitching Wedge oder 52 Grad, Ball in der Mitte, Arme und Oberkörper drehen gemeinsam. Der Ball fliegt etwa die halbe Strecke und rollt den Rest.
Dosiert wird über die Länge des Rückschwungs, nicht über das Tempo. Drei Längen reichen für alles zwischen zehn und vierzig Metern: bis zur Hüfte, bis zur Taille, bis zur Brust. Messen Sie die drei Distanzen einmal aus und schreiben Sie sie in Ihre Tabelle der Wedge-Distanzen. Der häufigste Fehler ist das Abbremsen kurz vor dem Ball, und das führt direkt zum nächsten Abschnitt.
Die zwei Fehler, die jeden Chip ruinieren
Der erste ist das Gewicht auf dem hinteren Fuss. Wer so steht, trifft den Boden vor dem Ball oder rettet sich mit den Händen und trifft den Ball dünn. Sechzig Prozent vorne, von der Ansprechposition bis zum Ende der Bewegung, beheben beide Fehlerbilder gleichzeitig.
Der zweite ist ein Durchschwung, der kürzer ist als der Rückschwung. So ein Chip ist gebremst und bleibt kurz. Machen Sie den Durchschwung bewusst länger, auch wenn es sich falsch anfühlt. Beide Fehler haben dieselbe Ursache: den Versuch, dem Ball in die Luft zu helfen. Das erledigt der Loft, wenn der Schläger abwärts auf den Ball trifft.
Der hohe, weiche Ball
Fahne direkt hinter dem Bunker, Grün fällt weg, kein Platz zum Rollen: Jetzt kommt das 56- oder 60-Grad-Wedge. Öffnen Sie das Blatt, bevor Sie greifen, nicht danach, sonst dreht es sich im Schwung wieder zu. Stand etwas breiter, entlang der Körperlinie schwingen, das Blatt offen lassen.
Dieser Schlag verlangt eine gute Lage. Aus dichtem Gras funktioniert er, weil das Gras den Schläger trägt. Aus einer kurzen, harten Lage ist er fast unspielbar, weil die Vorderkante direkt am Ball ansetzt. Dann ist der Roller die bessere Wahl, auch wenn das Ergebnis weniger elegant aussieht.
Das Material: Bounce und Rillen
Zwei Eigenschaften des Wedges kosten mehr Chips, als man denkt. Die erste ist der Bounce, also der Winkel der Sohle. Ein Wedge mit wenig Bounce gräbt sich in weichem Frühlingsboden ein, eines mit viel Bounce springt auf hartem Sommerboden ab. Die Auswahl ist gross: Bei einem Schweizer Händler wird etwa das TaylorMade MG5 mit Bounce-Optionen von 8 bis 14 Grad angeboten, das Titleist SM10 mit 4 bis 14 Grad. Wer immer dasselbe Fehlerbild sieht, lässt Bounce und Sohlenform prüfen, bevor er an der Technik arbeitet.
Die zweite sind abgenutzte Rillen. Ein Wedge, das viele Saisons gespielt wurde, erzeugt weniger Spin, und der Ball läuft nach der Landung weiter. Ein neues Wedge ist eine der wenigen Anschaffungen, die sich sofort auswirken, und der Modellwechsel macht sie günstiger: Im Sortiment eines Schweizer Händlers kostet das Titleist SM11 CHF 219.90, das Vorgängermodell SM10 CHF 139.90.
Wo Sie in der Deutschschweiz chippen üben
In den Migros Golfparks ist die Nutzung der Driving Range samt Übungsanlagen für Pitching, Chipping und Putting sowie der Übungsbunker gratis, bezahlt werden nur die Rangebälle, in Otelfingen etwa CHF 3.50 für 20 Bälle mit der Gästekarte. Fragen Sie vor Ort, ob auf dem Chipping-Grün eigene Bälle erlaubt sind.
Wer das kurze Spiel unter echten Bedingungen spielen will, findet in denselben Parks kurze Plätze, auf denen fast jeder zweite Schlag ein Chip oder Pitch ist. In Holzhäusern kostet der 9-Loch-Platz Pilatus mit neun Par 3 CHF 35, in Oberkirch eine Runde Pitch & Putt CHF 20, in Moossee das Tagesgreenfee für den 6-Loch-Platz von Montag bis Freitag CHF 25, in Otelfingen die 6-Loch-Academy mit Par-3-Löchern zwischen rund 70 und 155 Metern CHF 25 unter der Woche. Mehr über diese Plätze steht im Beitrag über Neun Löcher und Kurzplätze.
Mit Anleitung geht es schneller. Die Migros Golf Academy bietet die Masterclass «Wedge Game» und die Masterclass «Bunker» an, je 50 Minuten für CHF 55 inklusive Rangebälle, ab drei Teilnehmenden und mit mindestens der Platzerlaubnis. Wer das eigene Wedge prüfen lassen will, bringt es zu einem Fitting mit.
Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu Migros Golf.
Und im Winter
Ein Simulator misst Ballflug gut, ein Chip auf Gras lässt sich dort aber kaum üben. Der flache Roller braucht dagegen nur eine kurze Bewegung, ein Eisen 8 und eine ebene Fläche, zu Hause mit Schaumstoffbällen auf dem Teppich genauso wie auf der Winterrange. Zwanzig Wiederholungen pro Woche reichen, damit die Bewegung im April noch da ist. Ein Handtuch als Landepunkt macht aus der Übung ein messbares Spiel: Zählen Sie die Treffer.
Für die nächste Übungsstunde
- Drei Bälle vom selben Punkt mit Eisen 8, Pitching Wedge und 56 Grad: den Rollanteil beobachten.
- Zwanzig flache Roller, bevor das Lob Wedge aus dem Bag kommt.
- Ein Handtuch als Landepunkt statt der Fahne als Ziel.
- Drei Rückschwunglängen mit dem Pitching Wedge ausmessen und notieren.
- Eine Runde auf einem Kurzplatz spielen und vor jedem Chip den Landepunkt ansagen.
Zwei der drei Schläge verlangen keine neue Technik, nur den Entschluss, weniger Loft zu nehmen, als der Instinkt vorschlägt.
Wie diese Seite entstanden ist
Die Wedge-Preise und Bounce-Optionen stammen von Golfers Paradise (Schweiz). Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu diesem Händler.






