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Technik

Aus dem Fairwaybunker: Lage, Kante, dann erst die Distanz

Im Grünbunker soll der Schläger den Ball nie treffen, im Fairwaybunker zuerst. Wer zuerst die Lage, dann die Kante und erst zuletzt die Distanz beurteilt, verliert hier einen halben Schlag statt zwei.

La rédaction Panxis Golf, Deutschschweiz-Desk (Reto Brunner) · · 7 min
Fairwaybunker auf einem Linksplatz
Photo cottonbro studio / Pexels

Kurz gefasst

  • Zuerst die Lage beurteilen: Bei eingesunkenem Ball nur mit Loft heraus.
  • Den Schläger nach der Kante wählen, nicht nach der Distanz zum Grün.
  • Ein Schläger mehr, Dreiviertelschwung, Füsse kaum eingraben, kurzer Griff.
  • Bei unspielbarer Lage ist der Drop ausserhalb des Bunkers mit zwei Strafschlägen oft günstiger.
  • Swiss Golf behandelt Erosionsschäden durch Wasser in Bunkern als Boden in Ausbesserung.

Der Woodside Course von Golf Sempach misst von hinten 6’637 Meter, laut Club die längste Meisterschaftsanlage der Schweiz, und war von 2010 bis 2020 sowie 2025 Schauplatz der Challenge Tour. Auf solchen Plätzen landet ein Drive, der ein paar Meter zu kurz oder zu weit links ist, im Sand, und der nächste Schlag kommt aus 140 oder 160 Metern. Genau diesen Schlag üben die wenigsten. Der Grünbunker bekommt das Training, der Fairwaybunker kostet die Schläge.

Der Grund ist einfach: Die beiden Bunkerschläge sind technisch Gegenteile. Im Grünbunker soll der Schläger den Ball nie berühren, sondern den Sand darunter. Im Fairwaybunker soll er den Ball zuerst treffen und danach fast keinen Sand nehmen. Wer die Technik des einen auf den anderen überträgt, bekommt zuverlässig das falsche Ergebnis.

Die erste Frage: Wie liegt der Ball?

Bevor Sie an Distanz denken, sehen Sie sich die Lage an. Liegt der Ball sauber oben auf festem Sand, ist fast jeder Schläger möglich. Liegt er in einer Fussspur oder halb eingesunken, gibt es nur eine vernünftige Antwort: mit viel Loft zurück aufs Fairway.

Am tückischsten ist die Zwischenlage. Ein Ball, der nur leicht eingesunken ist, sieht spielbar aus, verlangt aber einen steileren Treffmoment und fliegt kürzer. Nehmen Sie dann einen Schläger mit mehr Loft als geplant und akzeptieren Sie die kürzere Distanz.

Die zweite Frage: Wie hoch ist die Kante?

Schauen Sie auf den vorderen Bunkerrand und wählen Sie den Schläger, der ihn sicher überfliegt, nicht den, der das Grün erreichen würde. Ein Eisen 7 über die Kante und kurz vor das Grün lässt noch ein Par zu. Ein Eisen 5 in die Kante bedeutet fast immer ein Doppelbogey.

Beurteilen Sie die Kante aus der Ansprechposition, nicht vom Bunkerrand aus. Von oben wirkt jede Kante niedriger. Und rechnen Sie mit einem flacheren Ballflug als vom Gras, weil Sie den Ball im Sand weniger steil treffen. Überfliegt kein Schläger die Kante bequem, ist die Aufgabe nicht mehr die Distanz, sondern das Verlassen des Bunkers: ein Wedge seitwärts aufs Fairway kostet einen Schlag, ein Versuch in die Kante zwei oder drei.

Erst dann die Distanz

Nehmen Sie einen Schläger mehr als vom Fairway und schwingen Sie nur drei Viertel. Sand gibt weniger Halt als Gras, und ein voller Schwung verlangt genau den Halt, den der Untergrund nicht bietet. Der kürzere Schwung mit dem längeren Schläger erzeugt dieselbe Distanz aus einer kontrollierbaren Bewegung.

Wie viel Distanz ein Dreiviertelschwung tatsächlich kostet, lässt sich vorher messen, etwa mit Trackman Range in einem Migros Golfpark, wo die Ballverfolgung gratis ist. Wer die Zahl kennt, entscheidet im Bunker schneller.

Hybrid oder langes Eisen?

Bleiben mehr als 150 Meter und ist die Kante flach, stellt sich die Frage nach dem langen Schläger. Ein Hybrid hat eine breitere Sohle als ein langes Eisen und rutscht bei einem leicht zu tiefen Treffer eher durch den Sand, statt stecken zu bleiben. Fairwayhölzer verlangen eine sehr gute Lage und viel Übung. Für die meisten Clubspielerinnen und Clubspieler gilt deshalb: Hybrid nur bei sauberer Lage und flacher Kante, sonst ein mittleres Eisen und der Rest mit dem nächsten Schlag. Welche Schläger überhaupt ins Bag gehören, steht im Beitrag über die vierzehn Schläger.

Die Technik in vier Punkten

  • Füsse nur leicht einwühlen, gerade genug für Halt. Tiefes Eingraben senkt Sie gegenüber dem Ball.
  • Den Griff um dieselbe Höhe verkürzen, um die Sie tiefer stehen.
  • Ball eine Spur weiter hinten, Hände leicht vor dem Ball, Unterkörper ruhig.
  • Gross bleiben: Wer sich im Schwung absenkt, trifft zuerst den Sand.

Eine hilfreiche Vorstellung: auf die Oberkante des Balls schauen statt auf seine Rückseite. Das verschiebt den tiefsten Punkt der Bewegung nach vorne, genau dorthin, wo er sein soll. Auf Gras kostet ein leicht fetter Treffer zehn Meter, im Sand oft fünfzig.

Nasser und frischer Sand

Nach Regen ist der Sand schwer und verdichtet. Der Schläger gräbt dann weniger ein, dafür springt die Vorderkante leichter vom festen Untergrund ab und trifft den Ball dünn. Ball etwas zurück, kürzer greifen, mit einem flacheren Ball rechnen, der nach der Landung ausrollt.

Das Gegenteil ist frisch aufgefüllter, lockerer Sand. Hier sinkt der Ball eher ein, ein sauberer Kontakt ist schwer. Loft nehmen, heraus spielen, den nächsten Schlag vom Gras planen.

Was die Regeln erlauben, und die Schweizer Hard Card

Lose hinderliche Naturstoffe wie Blätter, Zweige oder Steine dürfen Sie im Bunker entfernen. Im Fairwaybunker ist das besonders wichtig, weil ein Stein hinter dem Ball einen sauberen Kontakt verhindert. Verboten bleibt, den Sand zu testen, ihn unmittelbar vor oder hinter dem Ball mit dem Schläger zu berühren oder ihn im Rückschwung zu berühren.

Für eine unspielbare Lage gibt es nach Regel 19.3 zusätzlich eine Option ausserhalb des Bunkers: mit zwei Strafschlägen auf der Linie zurück, die von der Fahne durch die Stelle des Balls führt. Aus einem tiefen Bunker mit hoher Kante ist das oft günstiger als zwei vergebliche Versuche.

Wie Bunker in Wettspielen genau behandelt werden, zeigt die Hard Card von Swiss Golf für 2026, die Platzregeln für die Meisterschaften des Verbands. Sie erklärt durch fliessendes Wasser verursachte Erosionsschäden in Bunkern zu Boden in Ausbesserung, mit strafloser Erleichterung. Die Auskleidungen von Bunkerkanten in ihrer vorgesehenen Lage gelten dagegen als Bestandteil des Platzes, von dem es keine straflose Erleichterung gibt. Ihr Club kann eigene Platzregeln haben: Lesen Sie die Scorekarte oder das Anschlagbrett. Häufige Missverständnisse dazu stehen im Beitrag über den Bunkerschlag.

Die ehrliche Rechnung

Ein Fairwaybunker kostet bei vernünftiger Entscheidung meist einen halben bis ganzen Schlag. Wer das Loch um jeden Preis retten will, verliert oft zwei. Die Frage vor jedem ehrgeizigen Schlag lautet deshalb: Würde ich diesen Schlag vier von zehn Mal treffen? Lautet die ehrliche Antwort nein, ist der sichere Ausweg die bessere Wahl.

Auf langen Plätzen wie dem Woodside Course mit Par 72 oder dem Championship Course von Golf Kyburg, Par 71 über 6’015 Meter, lohnt es sich zudem, die Bunker schon vom Abschlag aus zu planen. Ein Holz oder Hybrid, der kurz vor dem Sand liegen bleibt, ist oft klüger als ein Driver, der ihn erreichen kann.

Wo Sie den Schlag in der Deutschschweiz üben

In den Migros Golfparks ist die Nutzung der Übungsbunker gratis, zusammen mit Driving Range und Kurzspielanlagen. Fragen Sie vor Ort, ob aus dem Übungsbunker auch längere Schläge mit dem Eisen erlaubt sind, denn viele Übungsbunker sind für kurze Schläge zum Grün angelegt.

Mit Anleitung geht es schneller. Die Migros Golf Academy bietet eine Masterclass «Bunker» von 50 Minuten für CHF 55 an, ab drei Teilnehmenden. Sagen Sie der Lehrperson vorher, dass Sie am Fairwaybunker arbeiten möchten, nicht nur am Schlag zum Grün.

Wer keinen Bunker zur Verfügung hat, übt das Wesentliche auf der Driving Range: zehn Bälle mit Dreiviertelschwung und kurzem Griff, mit dem Gefühl, während der ganzen Bewegung gross zu bleiben. Der saubere Ballkontakt vom Gras ist genau das, was im Sand über den Schlag entscheidet.

Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu Golf Sempach, Golf Kyburg, Migros Golf oder Swiss Golf.

Und danach rechen

Ziehen Sie den Sand zur tiefen Seite glatt, steigen Sie an der niedrigsten Stelle ein und aus, und legen Sie den Rechen dort ab, wo es die Anlage vorsieht. Eine Fussspur im Fairwaybunker ist genau die Lage, über die sich der nächste Spieler ärgert.

Die Reihenfolge im Bunker

  • Lage prüfen: Bei schlechter Lage nur herausspielen.
  • Kante prüfen: Den Schläger wählen, der sie sicher überfliegt.
  • Einen Schläger mehr, Dreiviertelschwung, kurzer Griff.
  • Füsse kaum eingraben, gross bleiben, Ball zuerst treffen.
  • Bei hoher Kante und schlechter Lage an die Option mit zwei Strafschlägen denken.

Wo sich das auf dem Platz zeigt

Drei der längsten Plätze unseres Verzeichnisses, auf denen der Abschlag die Runde entscheidet.

  • Golf Limpachtal: Par 74 über 6,2 Kilometer im Bucheggberg, mit Loch 11: ein Par 6 über 666 Meter, das längste Loch Europas und das einzige Par 6 der Schweiz.
  • Golfclub Gams-Werdenberg: Seit 2006 in der St. Galler Rheintalebene: ein flaches Par 72 über 6046 Meter mit grosszügigen Grüns, das leichter aussieht, als es ist.
  • Golf Kyburg: Ein Platz von Kurt Rossknecht auf dem Rossberg bei Kemptthal: Par 71 über 6015 Meter, zwanzig Minuten von Zürich, mit Bahnen, die wenig verzeihen.

Wir haben diese Plätze nicht gespielt; jede Seite sagt, worauf sie sich stützt.

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