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Technik

Wedge-Distanzen messen: neun Zahlen für Schläge unter 100 Meter

Unter 100 Metern haben die meisten Amateure nur den vollen Schwung. Drei Schwunglängen mit gleichem Rhythmus, einmal pro Jahr als Carry gemessen und auf eine Karte geschrieben, machen daraus neun verlässliche Distanzen.

La rédaction Panxis Golf, Deutschschweiz-Desk (Reto Brunner) · · 7 min
Zwei Golfer auf der Range, einer zeigt aufs Ziel
Photo Kampus Production / Pexels

Kurz gefasst

  • Neun Uhr, halb elf, voll: nur die Rückschwunglänge ändert sich, nicht der Rhythmus.
  • Die Carry-Distanz notieren, nicht die Gesamtweite.
  • Vier bis sechs Grad Loftabstand zwischen den Wedges, zehn sind eine Lücke.
  • Kalte Luft kostet Länge, auf Bergplätzen wie Samedan fliegt der Ball weiter.
  • Kurzplätze wie der Par-3-Platz Pilatus in Holzhäusern sind ehrliches Wedgetraining.

Im Golfpark Holzhäusern zwischen Zug und Luzern gibt es einen Neun-Loch-Platz, der nur aus Par 3 besteht: den «Pilatus». Von den vordersten Abschlägen misst das kürzeste Loch laut Scorekarte 72 Meter, das längste 126. Wer dort eine Runde spielt, merkt schnell, wo sein Wedgespiel aufhört. Ein voller Pitching Wedge passt auf zwei, drei Löcher. Für alle anderen braucht es einen Schlag, den die meisten Amateure nicht haben: einen kontrollierten Teilschwung auf eine krumme Distanz.

Genau diese Distanzen zwischen 40 und 100 Metern entscheiden über einen grossen Teil jeder Karte. Der Weg dorthin ist keine neue Technik, sondern ein System aus drei Schwunglängen und einer Tabelle mit neun Zahlen.

Was die Platzreife schon verlangt

Swiss Golf prüft das kurze Spiel bereits bei Einsteigern. Beim Pitchen stehen die Kandidatinnen und Kandidaten 15 bis 18 Meter vom Loch entfernt und müssen zwei von sechs Bällen in einem Kreis mit sechs Metern Radius landen lassen. Beim Chippen sind es 10 bis 12 Meter und ein Kreis mit vier Metern Radius.

Das klingt bescheiden, und es zeigt das Prinzip: Beim kurzen Spiel geht es nicht um das Loch, sondern um die Streuung der Länge. Wer aus 70 Metern regelmässig sechs Meter von der Fahne liegt, spielt deutlich tiefere Scores als jemand, der einmal einen Meter und dann zwanzig Meter daneben liegt.

Ein Schwung, drei Längen

Stellen Sie sich den vorderen Arm im Rückschwung als Uhrzeiger vor. Drei Positionen genügen:

  • Neun Uhr: Der vordere Arm zeigt waagrecht vom Körper weg.
  • Halb elf: etwa in der Mitte zwischen waagrecht und voll.
  • Voll: Ihr normaler, kontrollierter Schwung, nicht der härteste.

Das Entscheidende ist, was sich nicht ändert: Griff, Stand, Rhythmus. Nur die Länge des Rückschwungs variiert, und der Durchschwung ist jeweils ungefähr gleich lang. Wer bei neun Uhr bremst und beim vollen Schwung beschleunigt, hat nicht drei Längen, sondern drei verschiedene Schläge, die unter Druck alle drei auseinanderfallen.

Ein Test macht das sichtbar: Lassen Sie jemanden bei zehn Schlägen auf 60 Meter die Zeit von der Ansprechposition bis zum Treffmoment stoppen. Bleiben die Zeiten ähnlich, steuern Sie die Distanz über die Länge. Schwanken sie stark, steuern Sie über die Hände.

Der Ball liegt bei Teilschwüngen knapp hinter der Standmitte, das Gewicht leicht auf der Zielseite. Der Schläger trifft zuerst den Ball, dann den Boden. Wer den Ball in die Luft «löffeln» will, erzeugt abwechselnd fette und dünne Treffer. Die Grundlagen zur Ballposition stehen im Artikel über Griff und Stand.

Die Tabelle mit neun Zahlen

Drei Wedges mal drei Schwunglängen ergeben neun Distanzen. Messen Sie jede mit zehn Bällen, streichen Sie den besten und den schlechtesten, und notieren Sie die Zahl, die sich wiederholt. Wichtig ist die Carry-Distanz, also wo der Ball landet, nicht wo er liegen bleibt. Ein Beispiel, wie die Karte im Bag aussehen kann:

Wedge Neun Uhr Halb elf Voll
Pitching Wedge … m … m … m
Gap Wedge … m … m … m
Sand Wedge … m … m … m

Die Werte füllen Sie selbst ein, denn jede Tabelle aus einem Magazin ist die eines anderen Menschen. Schreiben Sie die Zahlen auf eine Karte, die im Bag steckt, und wiederholen Sie die Messung einmal pro Jahr. Eine drei Jahre alte Tabelle ist schlechter als keine, weil man ihr vertraut.

Rangebälle eignen sich für die Messung nur bedingt: Sie fliegen in der Regel kürzer als Ihr Spielball. Wer auf einem Kurzplatz oder einem leeren Übungsgelände mit den eigenen Bällen und einem Laser misst, bekommt die ehrlicheren Zahlen.

Die Lücke unten im Bag

Bevor Sie messen, lohnt ein Blick auf die Lofts. Bei vielen neueren Eisensätzen hat der Pitching Wedge deutlich weniger Loft als früher, während der Sand Wedge bei 54 oder 56 Grad geblieben ist. Dazwischen kann eine Lücke von zehn Grad klaffen, und genau in diese Lücke fallen die Distanzen, bei denen man rät.

Als Faustregel gelten vier bis sechs Grad Abstand zwischen zwei Wedges. Ein zusätzlicher Gap Wedge ist oft die günstigste Verbesserung im ganzen Bag. Welche Lofts Ihre Schläger tatsächlich haben, misst ein Fitter oder der Pro in wenigen Minuten; wie ein solches Fitting abläuft, beschreibt der Artikel zum Eisen-Fitting.

Schweizer Bedingungen verschieben die Zahlen

Ihre neun Zahlen gelten für einen durchschnittlichen Tag. Auf dem Platz kommen Korrekturen dazu, die in der Schweiz besonders stark schwanken:

  • Kalte Luft: An einem Aprilmorgen im Mittelland trägt derselbe Schlag spürbar weniger weit als an einem Augustnachmittag. Wer früh im Jahr spielt, nimmt im Zweifel die nächstlängere Schwunglänge.
  • Weicher Boden im Frühling, harter im Sommer: Auf nassen Fairways hilft die gerundete Sohle (Bounce), die gleitet statt gräbt; lassen Sie den Schaft bei Teilschlägen eher aufrecht. Auf trockenem, hartem Boden springt dieselbe Sohle eher ab, dann ist ein Wedge mit weniger Bounce angenehmer.
  • Wind: Ein hoch fliegender Wedgeschlag reagiert stärker auf Gegenwind als ein flaches Eisen. Bei Bise oder Föhn lieber mit längerem Schläger und kürzerem Schwung flacher spielen.
  • Höhe: Auf Bergplätzen fliegt der Ball in der dünneren Luft weiter. Die Golfanlage Samedan im Engadin liegt auf rund 1’720 Metern. Wer dort Ferien macht, misst die Wedges auf der Range neu, statt die Tabelle aus dem Unterland zu verwenden.
  • Lage: Aus dichtem Rough kommt der Ball mit wenig Spin und rollt weiter. Aus dem Sand gelten ohnehin andere Regeln, siehe Bunkerschlag.

Üben auf krummen Distanzen

Einen vollen Sand Wedge kann jeder. 57 Meter kann fast niemand. Üben Sie deshalb gezielt Distanzen, die zwischen Ihren Tabellenwerten liegen, und zwar im Wechsel: 57, dann 82, dann 44, dann wieder 57 Meter. Zwanzig gleiche Schläge hintereinander fühlen sich besser an, übertragen sich aber schlechter auf den Platz, weil der Platz nie zweimal dieselbe Zahl anbietet.

Wie eine solche Einheit auf der Range aufgebaut wird, zeigt der Artikel zur Übungsstunde.

Wo Sie in der Schweiz Wedge-Distanzen messen und üben

Mit Messsystem auf der Range. In den Migros Golfparks ist die Benutzung der Driving Range samt Pitching-, Chipping- und Putting-Anlagen laut Tarifseiten kostenlos, und ein Messsystem wie Trackman steht ohne Zusatzkosten zur Verfügung. Bezahlt werden nur die Bälle: CHF 3.50 für 20 Stück als Gast. Dreissig Bälle pro Wedge für die neun Zahlen kosten damit rund CHF 16. Wie Sie die Daten eines Launchmonitors lesen, erklärt der Artikel über Launchmonitore.

Auf einem Kurzplatz. Der Neun-Loch-Platz «Pilatus» in Holzhäusern kostet laut Tarifliste CHF 35 (Folgerunde CHF 27), die 6-Loch-Academy in Otelfingen unter der Woche CHF 25. Solche Kurzplätze sind das ehrlichste Wedgetraining, weil jeder Schlag nur eine Chance hat.

Im Winter drinnen. Wedge-Distanzen sind der Teil des Spiels, den ein Simulator am besten abdeckt, weil es um gemessene Carry-Werte geht und nicht um Wind. Viele Anlagen und Golfcenter vermieten Simulatorzeit stundenweise; im Engadin etwa betreibt das Engadin Golf Center im Winter einen Indoorgolf-Simulator in Samedan, und seit Januar 2025 gibt es in Zuoz einen öffentlichen Simulator zum selbständigen Üben. Nehmen Sie Ihre eigenen Bälle mit, wenn das erlaubt ist, und prüfen Sie die Tabelle im Februar, bevor die Saison beginnt. Im Frühling vergleichen Sie die Indoor-Werte dann einmal draussen: Wenn sie mehr als ein paar Meter abweichen, gilt die Messung auf dem Rasen.

Beim Fitting. Ein Fachhändler arbeitet beim Club Fitting nach eigenen Angaben mit Trackman und Foresight und bietet auf Wunsch ein Outdoor-Fitting auf Rasen an. Das Fitting wird nach Zeitaufwand berechnet und beim Kauf der gefitteten Schläger angerechnet. Für eine Loftlücke im unteren Bag ist das der richtige Rahmen.

Panxis Golf hat keine geschäftliche Beziehung zu den genannten Anbietern und erhält keine Provision.

Der Plan für die nächsten vier Wochen

  • Woche 1: Lofts prüfen, allfällige Lücke von zehn Grad notieren.
  • Woche 2: neun Zahlen messen, als Carry, auf eine Karte im Bag.
  • Woche 3: eine Einheit nur auf krummen Distanzen, im Wechsel.
  • Woche 4: eine Runde auf einem Kurzplatz, bei jedem Schlag die Schwunglänge nach Tabelle wählen.

Danach wählen Sie auf dem Platz nicht mehr den Schläger, der «irgendwie hinkommt», sondern die Schwunglänge, die zur Zahl passt.

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