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Technik

Wedge-Längen: neun Distanzen aus drei Schwüngen

Drei Schwunglängen mit drei Wedges ergeben neun wiederholbare Distanzen zwischen 40 und 100 Metern. Sie messen nur, was Sie ohnehin tun.

La rédaction Panxis Golf, Deutschland-Desk (Thomas Berger) · · 7 min
Zwei Golfer auf der Range, einer zeigt aufs Ziel
Photo Kampus Production / Pexels

Kurz gefasst

  • Neun Uhr, halb elf, voll: dieselbe Bewegung, drei Längen.
  • Trageweite notieren, nicht Gesamtweite.
  • Tempo gleich halten, die Rückschwunglänge bestimmt die Distanz.
  • Zehn Grad zwischen Pitching und Sand Wedge sind eine Lücke.
  • Im Wechsel üben, nicht in Serien: unangenehm und übertragbar.

Unter 100 Metern haben die meisten Amateure einen einzigen Schlag: einen vollen Schwung mit dem Wedge, das der Zahl am nächsten kommt. Deshalb bleibt der Ball zwanzig Meter kurz oder lang liegen, wo er auf vier Meter zur Fahne gehören würde. Drei Schwunglängen lösen das dauerhaft.

Es ist der Bereich mit dem größten Missverhältnis zwischen Wichtigkeit und Übungszeit. Bei einer Runde mit hundert Schlägen liegen rund zwanzig unter fünfzig Metern und weitere zehn zwischen fünfzig und hundert; zusammen also fast ein Drittel der Karte, und die meisten Amateure verwenden darauf weniger als ein Zehntel ihrer Zeit auf der Range.

Drei Längen, keine drei Techniken

Der vordere Arm als Uhrzeiger: neun Uhr, halb elf, voll. Jede Position liefert mit jedem Wedge eine wiederholbare Distanz, und drei Wedges ergeben neun Zahlen zwischen etwa 40 und 100 Metern. Sie messen, was Sie ohnehin tun.

Entscheidend ist, dass es dieselbe Bewegung bleibt. Sie ändern nichts an Griff, Stand oder Tempo, sondern nur die Länge des Rückschwungs, und der Durchschwung folgt in derselben Proportion. Wer bei neun Uhr abbremst und bei voll durchzieht, hat keine drei Distanzen, sondern drei verschiedene Schläge.

Einmal messen, aufschreiben

Auf einer Range mit Launchmonitor oder auf einem Feld mit Entfernungsmesser und eigenen Bällen zehn Schläge aus jeder Position mit jedem Wedge. Den besten ignorieren, die Zahl behalten, die sich wiederholt, und die neun Werte ins Telefon schreiben.

Rangebälle fliegen fünf bis zehn Prozent kürzer als Spielbälle.

Notieren Sie die Trageweite, nicht die Gesamtweite. Für eine Annäherung über einen Bunker zählt, wo der Ball landet, und wer seine Wedges nach dem Ausrollen kennt, nimmt systematisch einen halben Schläger zu wenig. Auf einem Launch Monitor steht die Trageweite ohnehin getrennt.

Und wiederholen Sie die Messung einmal im Jahr. Die Zahlen wandern, wenn sich der Schwung verändert oder neue Griffe die Bewegung beeinflussen, und eine drei Jahre alte Tabelle ist schlechter als keine, weil man ihr glaubt.

Der Rhythmus macht die Distanz

Der häufigste Fehler ist, immer denselben Rückschwung zu machen und die Länge über die Handgeschwindigkeit zu steuern. Das funktioniert auf der Range und bricht unter Druck zusammen. Tempo gleich halten und die Rückschwunglänge die Distanz bestimmen lassen, wie ein Pendel.

Der Test dafür ist unangenehm und eindeutig: Spielen Sie zehn Bälle auf siebzig Meter, während jemand die Zeit von der Ansprechposition bis zum Treffmoment stoppt. Bleiben die Zeiten gleich, steuern Sie über die Länge; schwanken sie, steuern Sie über die Hände, und genau das bricht am siebzehnten Loch zusammen.

Ballposition und tiefster Punkt

Bei Teilschwüngen liegt der Ball knapp hinter der Mitte, das Gewicht leicht auf der Zielseite, und dort bleibt es. Der Schläger trifft nach dem Ball auf den Boden. Wer dem Ball beim Steigen helfen will, verschiebt den tiefsten Punkt dahinter und erzeugt das Paar aus fett und dünn.

Prüfen lässt sich das an der Divotstelle: Sie muss vor dem Ball beginnen, also in Richtung Ziel. Auf einer Mattenanlage sieht man das nicht, weil der Schläger abgleitet, und deshalb überschätzen viele ihre Treffqualität den ganzen Winter über.

Bounce im deutschen Frühjahr

Die gerundete Sohle soll gleiten statt graben, und auf den weichen Böden im April rettet dieses Gleiten einen leicht schweren Treffer. Ein stark vorgeneigter Schaft nimmt den Bounce weg und macht aus einem kleinen Fehler eine Wurst. Bei Teilschlägen den Schaft aufrechter lassen.

Im Hochsommer ist es umgekehrt: Auf hartem, trockenem Boden springt eine Sohle mit viel Bounce vom Untergrund ab, und der Schläger trifft den Ball in der Mitte. Dann hilft ein Wedge mit weniger Bounce oder ein Schläger mit mehr Loft und flacherem Anschnitt. Wer immer dasselbe Fehlerbild sieht, sollte Bounce und Grind prüfen lassen, bevor er an der Technik arbeitet.

Die Lücke am Ende des Bags

Bevor Sie Schwunglängen messen, prüfen Sie die Lofts. Die Lofts moderner Eisen sind über die Jahre stärker geworden, ein Pitching Wedge hat heute oft den Loft eines früheren Eisen 9, und der Sand Wedge blieb bei 54 oder 56 Grad. Zwischen beiden klafft dann eine Lücke von zehn Grad, die es früher nicht gab.

Vier bis sechs Grad Abstand zwischen zwei Wedges sind richtig, zehn sind eine Lücke. Ein Gap Wedge in der Mitte kostet einen Bruchteil eines Eisensatzes und ist die günstigste Verbesserung im ganzen Bag, weil sie einen Bereich schließt, in dem sonst geraten wird.

Üben Sie die unbequemen Distanzen

Einen vollen Sand Wedge kann jeder, fast niemand kann 57 Meter. Eine Einheit darauf verwenden, eine Fahne auf einer krummen Distanz anzuspielen und die Schwunglänge anzupassen, bis der Ball daneben landet.

Bauen Sie die Einheit im Wechsel auf, nicht in Serien: 57 Meter, dann 82, dann 44, dann wieder 57. Das fühlt sich schlechter an als zwanzig gleiche Schläge hintereinander und überträgt sich messbar besser auf den Platz, weil der Platz nie zweimal dieselbe Zahl gibt.

Was auf dem Platz dazukommt

Neun gemessene Zahlen sind die Grundlage, und auf dem Platz kommen drei Korrekturen dazu, die dieselbe Größenordnung haben wie die Unterschiede zwischen zwei Schwunglängen.

Die erste ist die Temperatur. Bei acht Grad trägt derselbe Schlag mehrere Meter weniger als bei achtundzwanzig, und im deutschen Frühjahr betrifft das jede Annäherung. Die zweite ist der Wind, der auf einen hoch fliegenden Wedgeschlag stärker wirkt als auf ein mittleres Eisen; gegen den Wind eine Schwunglänge mehr und flacher schwingen.

Die dritte ist die Lage. Aus dichtem Gras fliegt der Ball ohne Spin und läuft nach der Landung weiter, aus einer nassen Lage kommt er kürzer heraus. Wer aus dem Rough dieselbe Zahl spielt wie vom Fairway, landet regelmäßig hinter dem Grün.

Wo Sie das in Deutschland messen und üben

Für die neun Zahlen brauchen Sie eine Messung, und die günstigste liefert eine öffentliche Anlage mit Ballverfolgung, wie es sie rund um München, Berlin, Hamburg und im Rheinland gibt. Im Winter leisten dasselbe die Indoor-Anlagen mit Launch Monitor, die in fast allen deutschen Großstädten stundenweise buchbar sind, und eine einzige Stunde reicht für alle neun Werte.

Zum Üben brauchen Sie einen Kurzspielbereich mit Zielfahnen auf krummen Distanzen. Fragen Sie an der Rezeption, bevor Sie Bälle kaufen, ob es einen gibt und ob er geöffnet ist: Nicht jede deutsche Driving Range hat einen, und diese eine Frage entscheidet, wo Sie ein Jahr lang trainieren.

Für Bounce, Grind und die Loftabstände im unteren Bagbereich sind die Fitting-Bereiche der großen Golfzentren die richtige Adresse; der PGA-Professional Ihrer Anlage misst die Lofts in zehn Minuten und sagt Ihnen, ob eine Lücke besteht.

Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Anlagen oder Händlern.

Die Übung für den Winter

Wedgelängen sind der einzige Teil des Spiels, den eine Indoor-Box vollständig abdecken kann, weil es dabei um gemessene Distanzen und nicht um Ballflug im Wind geht. Eine Stunde im Januar reicht, um die neun Zahlen zu erfassen, und eine zweite im Februar, um sie zu überprüfen.

Nehmen Sie dabei die eigenen Bälle mit, nicht die der Anlage, weil die Distanz eines Wedgeschlags stark vom Ball abhängt. Und schreiben Sie die Werte dorthin, wo Sie sie im April wiederfinden: auf eine Karte im Bag, nicht in eine App, die Sie am ersten Abschlag nicht öffnen.

Was diesen Monat ansteht

  • Neun Zahlen erfassen: drei Wedges mal drei Schwunglängen, als Trageweite.
  • Die Lofts prüfen und eine Lücke von zehn Grad schließen.
  • Eine ganze Einheit auf Distanzen verwenden, die keine vollen Schwünge sind.
  • Auf dem Platz den Schwung wählen, der zur Zahl passt, statt den Schläger, der hinkommt.

Das Wedgespiel ist der günstigste Scoregewinn im Golf: kein Material, keine Athletik, nur neun Zahlen, die Sie noch nicht haben.

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