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Launchmonitore für zu Hause: welche Zahlen echt sind

Trageweite und Ballgeschwindigkeit sind fast überall verlässlich, Schlägerweg und Blattstellung schwanken. Der Nutzen hängt davon ab, was man mit den Zahlen anfängt.

La rédaction Panxis Golf, Deutschland-Desk (Thomas Berger) · · 6 min
Indoor-Übungsmatte mit Schläger und Bällen
Photo Chiputt Golf / Pexels

Kurz gefasst

  • Radar rechnet aus dem Flug, Kameras messen im Treffmoment direkter.
  • Drei Zahlen zählen: Trageweite, Ballgeschwindigkeit, Startwinkel mit Spin.
  • Matten verzeihen fette Schläge: die Zahlen sind besser als die Realität.
  • Für die meisten reicht Mieten: zwei Stunden pro Winter.
  • Das Software-Abonnement steht nicht auf dem Preisschild.

Ein Launchmonitor war bis vor Kurzem eine Werkstattmaschine zum Preis eines Autos. Geräte für Endkunden kosten heute so viel wie ein Driver, und die Frage ist nicht mehr der Preis, sondern ob die Zahlen etwas taugen.

Die kurze Antwort: Die wichtigsten Zahlen taugen bei fast allen Geräten, die feineren nur bei wenigen, und der Nutzen hängt weniger vom Gerät ab als davon, was man damit anfängt. Ein Amateur, der eine belastbare Trageweitentabelle bekommt, hat mehr gewonnen als einer, der ein Jahr lang seinem Schlägerweg hinterherjagt.

Was gemessen und was gerechnet wird

Radargeräte verfolgen den Ball im Flug und berechnen den Rest. Kamerabasierte Geräte fotografieren Ball und Schläger im Treffmoment und messen direkter. In beiden Fällen ist ein Teil gemessen und ein Teil modelliert. Trageweite und Ballgeschwindigkeit sind fast überall verlässlich; Spinachse, Schlägerweg und Blattstellung schwanken erheblich.

Der praktische Umgang damit ist einfach: Trauen Sie den Werten, die das Gerät tatsächlich misst, und behandeln Sie den Rest als Hinweis. Welche das sind, steht in den technischen Angaben des Herstellers, und wenn dort nicht klar zwischen gemessen und berechnet unterschieden wird, ist das selbst eine Auskunft.

Wichtig ist außerdem die Wiederholbarkeit. Zehn identische Schläge sollten zehn ähnliche Zahlen ergeben; wenn ein Gerät bei sichtbar gleichen Bällen um zwanzig Meter schwankt, ist es für den Zweck unbrauchbar, auch wenn es zwanzig Werte anzeigt.

Die drei Zahlen, die zählen

Trageweite sagt, welchen Schläger Sie nehmen. Ballgeschwindigkeit sagt, ob eine Änderung wirklich Tempo gebracht hat. Startwinkel und Spin erklären, warum Ihre Drives steigen oder ausrollen. Alles andere ist interessant und verbessert kaum jemanden.

Eine vierte Zahl lohnt für die Selbstkontrolle: das Smash-Verhältnis, also Ballgeschwindigkeit geteilt durch Schlägerkopfgeschwindigkeit. Es sagt, wie sauber Sie treffen, und wenn es von Schlag zu Schlag stark schwankt, ist der Treffpunkt das Thema und nicht die Technik, an der Sie gerade arbeiten.

Drinnen, draußen und die ehrlichen Vorbehalte

Ein Radar braucht Platz hinter und vor dem Ball, den eine Garage nicht hat; ein Kamerasystem kommt im engen Raum zurecht, will aber Licht und einen markierten Ball. Zahlen von der Matte unterscheiden sich von Zahlen aus dem Gras, und eine geheizte Box im Januar ist nicht die Luft eines Platzes im Juli.

Der Mattenunterschied ist der größte und wird am häufigsten übersehen. Eine Matte verzeiht einen fetten Schlag, weil der Schläger abgleitet, und genau dieser Fehler kostet auf Gras zwanzig Meter. Wer den ganzen Winter auf Matten misst, überschätzt seine Trageweiten und wundert sich im April.

Dazu kommt die Luft. Kalte Luft ist dichter, und bei acht Grad trägt ein Ball mehrere Meter weniger als bei achtundzwanzig. Eine im Januar in der Halle gemessene Tabelle gilt für eine Halle im Januar, nicht für einen Aprilmorgen in Norddeutschland.

Wo es wirklich hilft

Drei Anwendungen rechtfertigen den Kauf: eine Trageweitentabelle für jeden Schläger, die fast kein Amateur besitzt; die Prüfung, ob eine Schwungänderung messbar etwas bewirkt hat; und Wintertraining mit Rückmeldung, was in einem deutschen Winter aus Matten und Wintergrüns den Unterschied macht.

Eine vierte, die selten genannt wird: die Lückenanalyse im Bag. Wer die Trageweiten aller vierzehn Schläger nebeneinanderlegt, findet fast immer zwei Schläger mit derselben Zahl und eine Lücke von dreißig Metern, und das Schließen dieser Lücke ist der günstigste Scoregewinn im ganzen Material.

Wo nicht

Es sagt Ihnen nicht, warum Ihr Schlägerweg von außen kommt, und diesen Zahlen ohne Trainer nachzujagen ist der sicherste Weg, einen Winter lang eine Kompensation aufzubauen. Kurzes Spiel, Platzmanagement und Putten löst es nicht.

Und es ersetzt nicht das abwechselnde Training. Sechzig Bälle mit demselben Schläger auf denselben Zielpunkt fühlen sich produktiv an und übertragen sich schlecht auf einen Platz, der nie zweimal denselben Schlag verlangt. Ein Gerät verstärkt diese Versuchung, weil jede Serie eine schöne Statistik ergibt.

Kaufen oder mieten

Für die meisten Amateure ist Mieten die richtige Antwort. Zwei Stunden pro Winter reichen für eine vollständige Distanztabelle und deren Überprüfung, und das kostet einen Bruchteil eines Geräts. Ein eigenes lohnt erst, wenn Sie wöchentlich zu Hause oder in einer eigenen Box trainieren.

Wer kauft, sollte die laufenden Kosten mitrechnen. Mehrere Hersteller verlangen ein Software-Abonnement für Simulation, Kurse oder erweiterte Daten, und über drei Jahre kann dieser Betrag den Kaufpreis erreichen. Prüfen Sie, welche Funktionen ohne Abonnement bleiben.

Worauf Sie vor dem Kauf achten

Entscheiden Sie zuerst drinnen, draußen oder beides. Prüfen Sie in Ihrer Preisklasse, was gemessen und was gerechnet wird. Achten Sie auf ein Software-Abonnement, ein wiederkehrender Betrag in €, den das Preisschild nicht zeigt. Und probieren Sie zuerst.

Wie eine Messeinheit aufgebaut wird

Eine Stunde reicht für eine vollständige Tabelle, wenn sie strukturiert ist. Zehn Minuten aufwärmen mit einem Wedge und halben Schwüngen, dann pro Schläger zehn Bälle, von unten nach oben, also vom Sand Wedge zum Driver.

Streichen Sie pro Serie den besten und den schlechtesten Schlag und notieren Sie den Durchschnitt der übrigen acht sowie die Breite der Streuung. Der Durchschnitt ist Ihre Zahl; die Streuung sagt, wie weit Sie ihr trauen dürfen.

Nehmen Sie die eigenen Spielbälle mit, nicht die der Anlage, weil ein Wedgeschlag stark vom Ball abhängt. Und notieren Sie am Ende drei Zahlen für jeden Schläger: Trageweite, Streuung und das Datum, damit der Vergleich im nächsten Winter etwas bedeutet.

Was mit den Zahlen zu tun ist

Schreiben Sie die Tabelle auf eine Karte im Bag und nicht in eine App, die Sie am ersten Abschlag nicht öffnen. Auf dem Platz kommen drei Korrekturen dazu, die dieselbe Größenordnung haben wie ein halber Schläger: Temperatur, Wind und Lage.

Und wiederholen Sie die Messung einmal im Jahr. Zahlen wandern, wenn sich der Schwung ändert oder neue Griffe die Bewegung beeinflussen, und eine drei Jahre alte Tabelle ist schlechter als keine, weil man ihr glaubt.

Wo Sie das in Deutschland ausprobieren

Einige größere Fachgeschäfte führen solche Geräte und haben Fitting-Bereiche mit professioneller Messtechnik, an denen Sie den Vergleich zwischen einem Endkundengerät und einem Werkstattsystem sehen.

Vor dem Kauf lohnt sich die günstigere Variante: Indoor-Anlagen mit Simulator sind in fast allen deutschen Großstädten stundenweise buchbar und werden meist pro Box abgerechnet, nicht pro Person. Eine Stunde zu zweit kostet die Hälfte und liefert die Trageweitentabelle, wegen der die meisten überhaupt über einen Kauf nachdenken.

Und für die Frage, ob eine gemessene Abweichung am Schwung oder am Material liegt, ist der PGA-Professional Ihrer Anlage die richtige Adresse. Zwanzig Minuten mit jemandem, der die Zahlen einordnen kann, sind mehr wert als ein Winter allein mit einem Bildschirm.

Panxis Golf unterhält keine geschäftliche Verbindung zu Herstellern oder Händlern und erhält keine Provision.

Der Vergleich mit einem Fitting

Ein eigenes Gerät ersetzt kein Fitting, und ein Fitting ersetzt kein eigenes Gerät. Das Fitting beantwortet, welcher Schaft und welcher Lie zu Ihnen passen, und dafür braucht es sowohl professionelle Messtechnik als auch jemanden, der sie deutet.

Ein Endkundengerät beantwortet, wie weit Sie mit dem tatsächlich vorhandenen Material schlagen und ob eine Änderung etwas bewirkt hat. Das ist die Frage, die sich jede Woche stellt, und deshalb ist sie für die meisten Amateure die nützlichere von beiden.

Bevor Sie Geld ausgeben

  • Mieten Sie eine Stunde Indoor-Box und bauen Sie Ihre Trageweitentabelle.
  • Prüfen Sie, welche Werte Ihr Wunschgerät tatsächlich misst und wie wiederholbar sie sind.
  • Klären Sie das Abonnement, bevor Sie Preise vergleichen.
  • Rechnen Sie den Mattenaufschlag heraus, bevor Sie den Zahlen auf dem Platz glauben.

Das Gerät ist ein Messinstrument, kein Trainer.

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