Launchmonitor in der Schweiz: gratis messen, Box mieten oder selbst kaufen
Trageweite und Ballgeschwindigkeit sind bei fast allen Systemen verlässlich, Schlägerdaten nur bei wenigen. In der Schweiz lassen sich die wichtigen Zahlen gratis auf der Range oder für CHF 75 pro Simulatorstunde messen, bevor jemand ein Gerät kauft.
Kurz gefasst
- In den Migros Golfparks ist Trackman Range gratis und misst acht Balldaten, darunter Carry und Ballgeschwindigkeit.
- Zurich Golf verrechnet 55 Minuten am Simulator mit CHF 75 für eine bis vier Personen.
- Drei Zahlen reichen: Trageweite, Ballgeschwindigkeit, Startwinkel mit Spin.
- Matten verzeihen fette Schläge: Winterzahlen im Frühling auf Gras überprüfen.
- Vor dem Kauf das Abonnement klären und das Gerät ausprobieren.
In einem Migros Golfpark stehen die Zahlen gratis auf dem Bildschirm neben der Abschlagmatte. In Zürich kostet eine Simulatorstunde zu viert gleich viel wie allein. Und wer will, stellt sich ein Gerät in den eigenen Keller. Wer sich in der Schweiz für Launchmonitore interessiert, hat also weniger ein Preisproblem als eine Entscheidungsfrage: Welche Zahlen stimmen, und wofür braucht man sie wirklich?
Die kurze Antwort vorweg: Trageweite und Ballgeschwindigkeit sind bei fast allen Systemen verlässlich, Schlägerweg und Blattstellung nur bei wenigen. Und der grösste Nutzen für einen Amateur ist keine Schwunganalyse, sondern eine ehrliche Distanztabelle.
Gratis, gemietet oder gekauft: die drei Wege
Der günstigste Weg führt über die Driving Range. Alle Migros Golfparks bieten Trackman Range an, und die Nutzung ist nach Angaben von Migros Golf auf den Anlagen gratis, bezahlt werden nur die Bälle. Die Technik misst acht Balldaten: Carry, Gesamtdistanz, Ballgeschwindigkeit, maximale Flughöhe, Startrichtung, Startwinkel, seitliche Abweichung und die Distanz zum gewählten Ziel. Die kostenlose Trackman-App speichert die Werte. Laut Tarifseite von Otelfingen steht auf allen Anlagen zusätzlich Toptracer zur Verfügung.
Der zweite Weg ist die Indoor-Anlage. Zurich Golf an der Pfingstweidstrasse 106 im Kreis 5 verrechnet eine Session von 55 Minuten am Trackman-iO-Simulator mit CHF 75, für eine bis vier Personen und inklusive Schläger. Ein Zehnerpaket kostet CHF 675. INGOLF in Opfikon betreibt vier Trackman-Simulatoren ohne Personal vor Ort: Man bucht online, erhält einen PIN-Code und spielt rund um die Uhr. Das Starter-Abo kostet CHF 160 pro Monat für drei Stunden, die Jahresmitgliedschaft Practice 12 CHF 2’400 mit zehn Stunden pro Monat. In Basel hat der Birdie Amigos Golf Club fünf Trackman-Simulatoren im ersten Stock des ELYS an der Elsässerstrasse 215.
Der dritte Weg ist das eigene Gerät. Er lohnt sich erst, wenn Sie jede Woche trainieren und einen Platz dafür haben. Dazu später mehr.
Radar, Kamera oder beides
Radargeräte verfolgen den Ball im Flug und rechnen den Rest aus dem gemessenen Flug zurück. Kamerasysteme fotografieren Ball und Schläger im Treffmoment und messen dort direkter. Die neueren Indoor-Systeme kombinieren beides: Zurich Golf beschreibt das Trackman iO als Kombination aus Radar, Infrarot und Hochgeschwindigkeitsbildern mit gemessenem 3D-Spin und Spinachse.
Für Sie als Nutzer zählt die Unterscheidung zwischen gemessen und berechnet. Was gemessen wird, dürfen Sie glauben. Was modelliert wird, ist ein Hinweis. Wie gross der Unterschied sein kann, zeigen die beiden Trackman-Produkte in den Migros Golfparks: Die Range-Version erfasst acht Balldaten, das Trackman 4, das direkt hinter dem Spieler steht und im Unterricht eingesetzt wird, misst über 30 Parameter zu Schläger und Ball, darunter Club Path, Face Angle, Attack Angle und Dynamic Loft. Schlägerdaten brauchen also ein Gerät in der richtigen Position.
Ein zweites Qualitätskriterium ist die Wiederholbarkeit. Zehn sichtbar gleiche Schläge sollten zehn ähnliche Zahlen liefern. Schwankt ein Gerät bei gleichen Bällen um zwanzig Meter, hilft es Ihnen nicht, egal wie viele Werte es anzeigt.
Welche Zahlen Sie brauchen
Drei Werte reichen für fast alle Entscheidungen. Die Trageweite sagt, welchen Schläger Sie nehmen. Die Ballgeschwindigkeit zeigt, ob eine Änderung wirklich mehr Tempo gebracht hat. Startwinkel und Spin erklären, warum ein Drive steigt, ballonartig verhungert oder weit ausrollt.
Ein vierter Wert ist eine gute Selbstkontrolle: das Smash-Verhältnis, Ballgeschwindigkeit geteilt durch Schlägerkopfgeschwindigkeit. Springt es von Schlag zu Schlag, ist der Treffpunkt auf der Schlagfläche das Thema, nicht die Schwungbahn.
Die Matte und der Schweizer Winter
Der grösste Fehler bei Indoor-Zahlen hat nichts mit der Technik zu tun. Eine Matte verzeiht den fetten Schlag, weil der Schläger abgleitet, statt im Boden stecken zu bleiben. Auf Gras kostet genau dieser Fehler zwanzig Meter. Wer den ganzen Winter nur auf Matten misst, hat im April schönere Zahlen als Ballkontakt.
Dazu kommt die Luft. Eine geheizte Halle im Januar ist nicht die Luft eines Aprilmorgens im Mittelland, und kalte, dichte Luft kostet Weite. Die Indoor-Tabelle ist deshalb ein Ausgangspunkt. Die ersten zwei Einheiten im Frühling auf Gras, mit Trackman Range im Golfpark, zeigen, wie viel davon draussen übrig bleibt.
Eine Messstunde, richtig aufgebaut
Eine Stunde reicht für eine vollständige Tabelle. Zehn Minuten Aufwärmen mit einem Wedge und halben Schwüngen. Dann pro Schläger zehn Bälle, vom kürzesten zum längsten. Pro Serie den besten und den schlechtesten Schlag streichen, den Durchschnitt der übrigen acht notieren und die Streuung dazu.
Bei Zurich Golf ist eine Session auf bis zu vier Personen ausgelegt. Zu zweit teilen sich die CHF 75, und jede Person hat knapp eine halbe Stunde, was für die Eisen und den Driver reicht, wenn die Wedges zu Hause oder auf der Range gemessen werden.
Nehmen Sie, wo erlaubt, Ihren eigenen Ball mit, weil gerade Wedgeschläge stark vom Ball abhängen. Und notieren Sie am Ende pro Schläger drei Dinge: Trageweite, Streuung und das Datum.
Wofür sich die Zahlen lohnen
Drei Anwendungen tragen: die Distanztabelle für jeden Schläger, die kaum ein Amateur besitzt; die Kontrolle, ob eine Schwungänderung messbar etwas bewirkt hat; und die Lückenanalyse im Bag. Wer die Trageweiten aller vierzehn Schläger nebeneinanderlegt, findet oft zwei mit fast derselben Zahl und irgendwo eine Lücke von dreissig Metern. Diese Lücke zu schliessen ist der günstigste Scoregewinn im ganzen Material.
Die Tabelle gehört auf eine Karte im Bag, nicht in eine App, die Sie am Abschlag nicht öffnen. Auf dem Platz kommen Temperatur, Wind und Lage als Korrekturen dazu, jede in der Grössenordnung eines halben Schlägers. Und einmal im Jahr wird neu gemessen, weil sich Zahlen mit dem Schwung und mit neuen Griffen verschieben.
Wofür nicht
Ein Launchmonitor zeigt, dass Ihr Schlägerweg von aussen kommt, aber nicht, warum. Diesen Zahlen allein nachzujagen ist der sicherste Weg, einen Winter lang eine Kompensation einzuschleifen. Die Migros Golf Pros sind nach Angaben des Unternehmens «Trackman certified Level 2» und nutzen die Daten im Unterricht. Zwanzig Minuten mit jemandem, der die Zahlen einordnet, bringen mehr als zwanzig Abende allein vor dem Bildschirm.
Kurzes Spiel, Platzmanagement und Putten verbessert kein Gerät. Und sechzig Bälle mit demselben Schläger auf dasselbe Ziel fühlen sich produktiv an, übertragen sich aber schlecht auf einen Platz, der nie zweimal denselben Schlag verlangt. Eine schöne Statistik vom Simulator ist keine Statistik von der Runde.
Wo Sie in der Schweiz Messung und Fitting unterscheiden
Ein Fitting beantwortet eine andere Frage als ein Launchmonitor zu Hause. Ein Schweizer Fachhändler arbeitet beim Club Fitting nach eigenen Angaben mit Trackman- und Foresight-Simulatoren, erfasst Körpermasse, testet Schaft-Kopf-Kombinationen und verrechnet das Fitting nach Zeitaufwand. Wer die gefitteten Schläger kauft, bekommt die Kosten vollständig angerechnet. Wie ein Fitting abläuft und was es zeigt, steht in einem eigenen Beitrag.
Die Messung zu Hause oder in der Box beantwortet dagegen, wie weit Sie mit dem vorhandenen Material schlagen und ob eine Änderung wirkt. Diese Frage stellt sich jede Woche, das Fitting alle paar Jahre.
Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Anlagen, Händlern oder Herstellern und erhält keine Provision.
Wann sich ein eigenes Gerät rechnet
Rechnen Sie mit Schweizer Zahlen. Wer im Winter alle zwei Wochen eine Stunde bei Zurich Golf bucht, kommt von November bis März auf rund zehn Sessions, als Zehnerpaket CHF 675. Wer im Golfpark auf Trackman Range misst, zahlt nur die Bälle. Ein eigenes Gerät muss sich gegen diese Beträge rechnen, und es braucht einen Raum mit genügend Tiefe und Höhe, ein Netz und eine Matte.
Achten Sie beim Kauf auf das Abonnement. Bei manchen Geräten sind Simulation, Plätze oder erweiterte Daten an ein kostenpflichtiges Abonnement gebunden, das nicht im Kaufpreis steht und sich über mehrere Jahre summiert. Klären Sie, welche Funktionen ohne Abo bleiben, und probieren Sie das Modell vor dem Kauf aus.
Vor dem Kauf
- Zuerst gratis messen: Trackman Range in einem Migros Golfpark.
- Dann eine Session in einer Indoor-Anlage, zu zweit oder zu viert.
- Prüfen, welche Werte ein Gerät misst und welche es rechnet.
- Das Abonnement klären, bevor Sie Preise vergleichen.
- Matten-Zahlen im Frühling auf Gras überprüfen.
Ein Launchmonitor ist ein Messinstrument, kein Trainer.






