Schwungtipps für Einsteiger: die fünf Fehler, die jeder macht
Griff, Ballposition, Rhythmus, Absicht und Übungsauswahl sind Entscheidungen, keine athletischen Fähigkeiten. Deshalb sind sie in Wochen zu ändern.
Kurz gefasst
- Zwei bis zweieinhalb Knöchel sichtbar, Griffdruck vier bis fünf von zehn.
- Die Ballposition ist der einzige kostenlose Regler für den Treffmoment.
- Zehn Bälle Eisen 7 auf Eisen-9-Distanz verbessern den Kontakt sofort.
- Die Divotspur beginnt vor dem Ball, sonst helfen Sie ihm nach oben.
- Bei 100 Schlägen sind rund 55 Wedges und Putts, und ein Zehntel der Übungszeit.
Die fünf Fehler, die praktisch jeder Anfänger macht, haben nichts mit Talent zu tun und alles mit Grundlagen. Sie sind in wenigen Stunden korrigierbar, und keiner davon erfordert neues Material.
Was sie gemeinsam haben: Sie passieren alle vor dem Schwung oder außerhalb davon. Griff, Ballposition, Rhythmus, Absicht und Übungsauswahl sind keine athletischen Fähigkeiten, sondern Entscheidungen, und deshalb sind sie in Wochen zu ändern statt in Jahren. Der eigentliche Schwung, an dem die meisten Einsteiger verzweifeln, kommt danach von selbst ein gutes Stück in Ordnung.
Fehler 1: der Griff
Der häufigste Fehler überhaupt, und der folgenreichste. Ein zu schwacher oder zu starker Griff produziert Schlagflächenstellungen, die der Körper anschließend zu kompensieren versucht, und daraus entstehen fast alle Slices und Hooks der Anfängerjahre.
Korrektur: Lassen Sie den Griff einmal von einem Pro prüfen und kontrollieren Sie ihn danach vor jedem Schlag, bis er sich normal anfühlt. Das dauert zwei Wochen und ändert alles.
Zwei Kontrollen können Sie selbst machen. Schauen Sie in der Ansprechposition auf Ihre linke Hand: Zwei bis zweieinhalb Knöchel sollten sichtbar sein, wenn Sie Rechtshänder sind. Und prüfen Sie den Griffdruck auf einer Skala von eins bis zehn; die meisten Anfänger halten mit acht oder neun fest, richtig sind vier bis fünf. Zu fester Griff kostet Geschwindigkeit und blockiert genau die Rotation der Unterarme, die die Schlagfläche schließt.
Ein Detail, das oft für Technik gehalten wird und Material ist: Alte, harte Griffe zwingen zum Festhalten. Wer gebrauchte Schläger übernommen hat, sollte neu wickeln lassen, bevor er an seinem Griffdruck arbeitet.
Fehler 2: der Ball liegt falsch
Ballposition ist Millimeterarbeit mit großer Wirkung: zu weit vorne für Eisen, zu weit hinten für den Driver. Beides führt zu falschem Treffmoment, unabhängig von der Schwungqualität.
Faustregel: Wedges Mitte, mittlere Eisen leicht vor der Mitte, Driver an der linken Ferse. Legen Sie einen Schläger auf den Boden und üben Sie das, bevor Sie an der Technik arbeiten.
Der Grund dahinter ist einfach und wird selten erklärt. Der Schläger bewegt sich auf einem Bogen und erreicht seinen tiefsten Punkt kurz nach der Mitte des Standes. Ein Eisen soll den Ball vor diesem Punkt treffen, also abwärts, damit der Loft arbeitet. Ein Driver soll ihn nach diesem Punkt treffen, also aufwärts, damit der Ball mit wenig Spin startet. Die Ballposition ist der einzige Regler dafür, und sie ist kostenlos.
Zur Ansprechposition gehört ein zweiter Punkt: die Standbreite. Die meisten Anfänger stehen zu breit, weil das stabil aussieht, und blockieren damit die Hüftdrehung. Schulterbreite für die mittleren Eisen, etwas schmaler für Wedges, etwas breiter für den Driver.
Fehler 3: zu schnell nach oben, zu langsam nach unten
Anfänger reißen den Schläger hoch und verlieren dann die Beschleunigung im Treffmoment. Profis wirken langsam, weil ihr Rückschwung langsam ist und die Beschleunigung erst im Durchschwung kommt.
Übung: Zählen Sie im Kopf „eins“ beim Rückschwung und „zwei“ beim Durchschwung, mit halber Kraft. Ihr Ballkontakt verbessert sich sofort.
Eine wirksamere Variante derselben Übung: Schlagen Sie zehn Bälle mit einem Eisen 7 und dem ausdrücklichen Ziel, nur so weit zu schlagen wie sonst mit einem Eisen 9. Fast alle treffen dabei besser und verlieren am Ende kaum Distanz, weil sauberer Kontakt mehr Ballgeschwindigkeit erzeugt als zusätzliche Kraft mit schlechtem Treffpunkt.
Und ein Hinweis, der eine ganze Saison spart: Ein guter Rhythmus überlebt Druck, ein schneller Schwung nicht. Am ersten Abschlag mit Publikum wird der Rückschwung automatisch kürzer und schneller. Wer sein Tempo bewusst trainiert hat, hat dort etwas, worauf er zurückgreifen kann.
Fehler 4: den Ball nach oben helfen wollen
Der Instinkt sagt, man müsse den Ball in die Luft heben. Der Schläger tut das durch seinen Loft, vorausgesetzt, Sie treffen zuerst den Ball und dann den Boden. Wer hilft, trifft dünn oder fett.
Übung: Legen Sie ein Tee zwei Zentimeter vor dem Ball und versuchen Sie, nach dem Ball das Tee zu treffen. Das erzwingt den richtigen Treffmoment.
Woran man den Fehler erkennt, ohne sich zu filmen: an der Divotstelle. Ein Eisenschlag hinterlässt auf Gras eine flache Schürfung, die vor dem Ball beginnt, also in Richtung Ziel. Wer keine Spur hinterlässt oder eine, die hinter der Ballposition anfängt, hebt. Auf einer Mattenanlage sieht man das nicht, was ein Grund ist, im Sommer auf Gras zu üben.
Der Fehler hat eine Ursache, die tiefer liegt als der Instinkt: eine Gewichtsverlagerung nach hinten im Durchschwung. Eine einfache Gegenübung ist, zehn Bälle mit dem gesamten Gewicht auf dem vorderen Fuß zu schlagen, halbe Länge. Der Kontakt wird sofort besser, und das Gefühl dafür bleibt.
Fehler 5: nur mit dem Driver üben
Die Range verführt dazu, eine Stunde lang Driver zu schlagen. Auf dem Platz entscheiden aber die Schläge unter hundert Metern über den Score.
Regel: Die Hälfte jeder Übungseinheit gehört den Wedges und dem Putten. Wer das drei Monate durchhält, spielt in der Regel fünf Schläge besser, ohne dass sich der Vollschwung verändert hätte.
Rechnen Sie es einmal für eine eigene Runde nach. Bei 100 Schlägen sind etwa vierzehn Driverschläge dabei, dazu rund zwanzig Schläge von unter fünfzig Metern und etwa fünfunddreißig Putts. Der Bereich, der mehr als die Hälfte der Karte ausmacht, bekommt bei den meisten Anfängern weniger als ein Zehntel der Übungszeit.
Die Übung, die alle fünf zusammenführt
Nehmen Sie neun Bälle und ein Wedge und spielen Sie drei Bälle auf dreißig Meter, drei auf fünfzig und drei auf siebzig, im Wechsel und nicht am Stück. Vor jedem Ball prüfen Sie Griff und Ballposition, und Sie zählen „eins, zwei“ für den Rhythmus.
Diese Einheit dauert zehn Minuten, deckt vier der fünf Fehler ab und ist unangenehmer als achtzig Bälle mit dem Driver. Genau deshalb wirkt sie: Wechselndes Training fühlt sich schlechter an und überträgt sich messbar besser auf den Platz als das Wiederholen desselben Schlages.
Was Anfänger für Technik halten und nicht ist
Drei Dinge kosten Einsteiger regelmäßig Schläge und stehen in keinem Technikkapitel.
Das erste ist die Schlägerwahl. Ein Eisen 4 in der Hand eines Anfängers ist ein Schläger, der praktisch nie funktioniert, weil er wenig Loft hat und einen sauberen Treffmoment verlangt. Ein Hybrid an derselben Stelle ist leichter zu spielen und fliegt weiter. Wer die drei längsten Eisen aus dem Bag nimmt und durch Hybride ersetzt, verbessert seinen Score, ohne irgendetwas gelernt zu haben.
Das zweite sind die Abschläge. Die meisten Einsteiger spielen einen Platz, der für sie deutlich zu lang ist, weil sie von den Abschlägen spielen, von denen ihre Mitspieler spielen. Eine Runde von den vorderen Abschlägen ist keine Herabstufung, sondern die Bedingung dafür, dass Annäherungen überhaupt mit einem Eisen möglich sind. Das Handicapsystem rechnet jede Abschlagsfarbe über Course Rating und Slope korrekt um; es entsteht kein Nachteil.
Das dritte ist die Erwartung. Ein Anfänger, der jedes Loch mit dem Ziel Par spielt, trifft in jeder Situation die aggressivere Entscheidung und sammelt Achten. Wer stattdessen Doppelbogey als gutes Ergebnis akzeptiert, spielt seitlich aus dem Wald heraus, nimmt die Grünmitte und schreibt am Ende eine bessere Zahl.
Wie Sie üben sollten
Zwei Einzelstunden bei einem Pro kosten weniger als ein neuer Schläger und wirken sofort; der Gegenwert in € ist nicht vergleichbar.
Nicht Bälle zählen, sondern Ziele. Jeder Ball braucht ein Ziel, einen Schläger und eine Absicht. Zwanzig Bälle mit Ziel bringen mehr als achtzig ohne.
Und filmen Sie sich einmal im Monat von vorn und von der Seite. Dreißig Sekunden Video sagen mehr als eine Stunde Gefühl.
Wo Sie ansetzen
- Zwei Stunden Unterricht bei einem PGA-Professional Ihrer Anlage, ausschließlich für Griff und Ballposition. Alles Weitere baut darauf auf.
- Ein Übungsplan mit halber Zeit für das kurze Spiel, auf einer Range mit Kurzspielbereich; fragen Sie an der Rezeption, bevor Sie Bälle kaufen, ob es einen gibt.
- Eine öffentliche Anlage mit Ballverfolgung, wenn Sie Zahlen zu Ihren Schlägen sehen wollen, ohne einem Club beizutreten. In fast allen deutschen Großstädten gibt es zudem Indoor-Boxen stundenweise für den Winter.
- Ein Kurzplatz oder eine Neun-Loch-Runde alle zwei Wochen, damit das Geübte auf dem Platz ankommt.
- Neue Griffe, wenn die alten hart und glatt sind. Das ist die günstigste Materialänderung mit spürbarer Wirkung.
Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Anlagen oder Anbietern.
Nichts davon kostet neues Material, und alles davon wirkt schneller als ein neuer Schläger.
Wo sich das auf dem Platz zeigt
Drei kurze oder Neun-Loch-Plätze aus unserem Verzeichnis, offen für alle.
- Golfclub Schönbuch, Domäne Schaichhof: Ein Hofgut des Hauses Württemberg am Rand des Schönbuchs, mit dem ersten öffentlichen Neun-Loch-Platz Baden-Württembergs: gelobte Pflege, kritisierte Gastronomie.
- Golfclub Walldürn im Odenwald (Glashofen-Neusaß): Siebenundzwanzig Löcher auf der Odenwälder Hochfläche bei einem Wallfahrtsort: gelobtes Layout und Gastfreundschaft, Wind ohne Schutz und eine Range im Umbau.
- Bad Driburger Golfclub: Siebzig Hektar in einem ehemaligen gräflichen Park neben dem Kurpark von Bad Driburg: ehrenamtlich geführt, gut gepflegt, und ein Par 3 mit Blick über die Stadt.
Wir haben diese Plätze nicht gespielt; jede Seite sagt, worauf sie sich stützt.






