Griff und Ansprechposition: die kostenlosen Korrekturen
Griff und Ansprechposition fühlen sich richtig an, wenn sie falsch sind. Deshalb ist dies der einzige Bereich, in dem man sich auf sich selbst nicht verlassen kann.
Kurz gefasst
- Zwei Knöchel an der vorderen Hand, das V zur hinteren Schulter.
- Griff in den Fingern, nicht in der Handfläche, Druck vier bis fünf von zehn.
- Die Haltung kippt aus der Hüfte, nicht aus der Taille.
- Drei Ballpositionen statt einer, sonst kompensieren Sie bei jedem Schlag.
- Blatt zuerst ausrichten, Körper danach, über einen Zwischenpunkt.
Zwei Dinge bestimmen das meiste, was Ihr Ball tut, und keines geschieht während des Schwungs. Wie Sie den Schläger halten und wie Sie zum Ball stehen, ist kostenlos zu ändern, verlangt keine Athletik, und dort beginnen fast alle Fehler von Selbstlernern.
Das Unangenehme daran ist, dass beides sich richtig anfühlt, wenn es falsch ist. Der Körper gewöhnt sich innerhalb weniger Wochen an jede Position, und danach meldet das Gefühl nur noch, ob etwas vertraut ist, nicht ob es funktioniert. Deshalb ist dies der einzige Bereich des Spiels, in dem man sich nicht auf sich selbst verlassen kann und ein Blick von außen unersetzlich ist.
Der Griff entscheidet, wohin das Blatt zeigt
Halten Sie den Schläger so, dass Sie an der vorderen Hand zwei Knöchel sehen und das V zwischen Daumen und Zeigefinger zur hinteren Schulter zeigt. Drei oder vier Knöchel schließen das Blatt tendenziell, ein Knöchel lässt es offen. Letzteres ist der Slice, den die meisten Amateure jahrelang mitschleppen.
Das ist die häufigste Ursache eines hartnäckigen Ballflugs und die unbeliebteste Änderung, weil ein korrigierter Griff sich rund zwei Wochen falsch anfühlt.
Ebenso wichtig und seltener erwähnt ist, wo im Hand der Griff liegt. In den Fingern gehalten lässt er die Handgelenke arbeiten, in der Handfläche blockiert er sie. Wer den Schläger tief in der Handfläche hält, verliert Geschwindigkeit und die Fähigkeit, das Blatt zu schließen, und beides zusammen ergibt wieder den Slice.
Prüfen Sie zuletzt, ob beide Hände zusammenarbeiten. Die Daumenlinien beider Hände sollten in dieselbe Richtung zeigen, und die untere Hand darf nicht deutlich stärker unter den Griff greifen als die obere, weil sonst die beiden Hände im Treffmoment gegeneinander arbeiten.
Griffdruck
Bei zehn von zehn blockieren die Unterarme, bei zwei rutscht der Schläger. Vier oder fünf ist der Bereich, den die meisten Trainer verlangen. Test: Schläger vor sich halten und jemanden sanft ziehen lassen. Rutscht er heraus, zu locker; sind die Unterarme hart, zu fest.
Ein Punkt, der als Technik gilt und Material ist: Alte, harte Griffe zwingen zum Festhalten. Wer gebrauchte Schläger übernommen hat oder seit drei Jahren nicht neu wickeln ließ, sollte das erledigen, bevor er an seinem Griffdruck arbeitet. Ein Satz neuer Griffe kostet einen Bruchteil eines einzelnen Eisens.
Prüfen Sie im selben Zug die Griffstärke. Ein zu dünner Griff lässt die Hände zu aktiv werden und dreht das Blatt zu, ein zu dicker bremst sie und lässt es offen. Wer chronisch zieht oder schiebt, sollte den Durchmesser messen lassen, bevor er über einen anderen Schläger nachdenkt.
Die Haltung beginnt in der Hüfte
Aufrecht stehen, Hände in die Hüftbeuge, Hüfte nach hinten schieben, bis der Oberkörper kippt, Arme hängen lassen. Das bringt die Hände unter die Schultern, wo sie frei schwingen. Aus der Taille mit rundem Rücken zu beugen, erzeugt das Aufrichten im Treffmoment.
Die Standbreite ist der zweite Teil davon, und die meisten Anfänger stehen zu breit, weil das stabil aussieht. Ein zu breiter Stand blockiert die Hüftdrehung: Schulterbreite für die mittleren Eisen, etwas schmaler für Wedges, etwas breiter für den Driver.
Das Gewicht gehört in die Fußmitte, nicht auf die Ballen und nicht auf die Fersen. Ein einfacher Test: In der Ansprechposition sollten Sie sich leicht auf beiden Füßen wiegen können, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Geht das nicht, stehen Sie zu weit über dem Ball oder zu weit davon weg.
Drei Ballpositionen
Driver auf Höhe der vorderen Ferse, mittlere Eisen zwei Ballbreiten vor der Mitte, Wedges knapp hinter der Mitte. Wer jeden Schläger von derselben Stelle spielt, kompensiert bei jedem Schlag.
Der Grund dahinter wird selten erklärt: Der Schläger bewegt sich auf einem Bogen und erreicht den tiefsten Punkt kurz nach der Mitte des Standes. Ein Eisen soll den Ball vor diesem Punkt treffen, also abwärts, damit der Loft arbeitet; ein Driver soll ihn nach diesem Punkt treffen, also aufwärts, damit der Ball mit wenig Spin startet.
Legen Sie beim Üben einen Schläger senkrecht zur Ziellinie auf den Boden und stellen Sie den Ball daran aus. Ballposition ist Millimeterarbeit mit großer Wirkung, und sie wandert unbemerkt über eine Saison.
Ausrichtung: zuerst das Blatt
Blatt zum Ziel stellen, dann den Stand parallel dazu aufbauen. Umgekehrt richtet man den Körper zur Fahne und das Blatt nach rechts aus. Beim Üben einen Schläger auf den Boden legen und jede Einheit prüfen.
Nutzen Sie einen Zwischenpunkt: ein Grasbüschel oder eine Verfärbung etwa einen Meter vor dem Ball auf der Ziellinie. Auf einen Punkt in einem Meter auszurichten ist ungleich präziser als auf eine Fahne in 150 Metern, und es ist genau die Methode, die gute Spieler bei jedem Schlag anwenden.
Rangematten sind an dieser Stelle eine Falle: Sie liegen parallel zueinander und geben ein Gefühl von Richtung, das mit dem gewählten Ziel nichts zu tun hat. Wer eine Saison lang unbemerkt schief ausgerichtet trainiert, baut sich eine Kompensation ein und hält sie später für einen Schwungfehler.
Die Platzreife ist der beste Zeitpunkt
Wer den Platzreifekurs macht, bekommt Griff, Haltung und Ausrichtung von Anfang an geprüft, und genau das ist der Vorteil gegenüber dem Selbstlernen. Wer die Platzreife vor Jahren gemacht hat und seither niemanden mehr hat schauen lassen, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit in allen drei Punkten etwas verschoben.
Zwei Wochen sind der Preis für eine Änderung am Griff, und deshalb ist der Winter der richtige Zeitpunkt dafür. Im Januar kostet ein vorübergehend schlechteres Gefühl nichts, weil es kein Ergebnis zu schützen gibt; im Juli kostet es die Saison.
Wo Sie das in Deutschland prüfen lassen
Griff, Haltung und Ausrichtung sind die drei Dinge, die man an sich selbst nicht diagnostizieren kann. Eine Stunde bei einem PGA-Professional Ihrer Anlage oder ein Handyvideo von hinten zeigt alle drei in einer Minute. Wer eine Stunde im Jahr nimmt und sie hierauf verwendet, verbessert sich mehr als jemand mit fünf Stunden am Schwung.
Im Winter unterrichten viele deutsche Anlagen indoor, häufig zu niedrigeren Tarifen und in Blöcken über mehrere Wochen. Das ist das richtige Format für diese drei Punkte, weil zwischen den Terminen Zeit bleibt, die Änderung zu verankern, und der Pro beim nächsten Mal sieht, was hängen geblieben ist.
Für die Materialseite, also Griffstärke und Schlägerlänge, sind der Pro-Shop der eigenen Anlage und die Fitting-Bereiche größerer Golfzentren die richtige Adresse. Neue Griffe in der passenden Stärke wickelt fast jeder Pro direkt in der Werkstatt.
Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Anlagen oder Händlern.
Die Selbstkontrolle mit dem Telefon
Ein Video ersetzt keinen Trainer und findet trotzdem alle drei Fehler. Stellen Sie das Telefon auf den Bag, einmal von hinten auf der Ziellinie und einmal frontal, und filmen Sie drei Schläge mit einem Eisen 7.
Von hinten sehen Sie die Ausrichtung: Verlängern Sie in Gedanken die Linie durch beide Füße und schauen Sie, wohin sie zeigt. Frontal sehen Sie Ballposition und Standbreite, und ob der Oberkörper aus der Hüfte gekippt ist oder der Rücken rund. Beides in dreißig Sekunden.
Machen Sie das einmal im Monat und legen Sie die Aufnahmen in denselben Ordner. Die Verschiebungen passieren langsam, und der Vergleich mit dem Video vom Frühjahr zeigt sie, während das Gefühl sie nicht meldet.
Was Sie vor der nächsten Runde prüfen
- Zwei Knöchel an der vorderen Hand, das V zur hinteren Schulter, Griff in den Fingern.
- Griffdruck vier bis fünf von zehn, auf Griffen, die nicht hart und glatt sind.
- Hüfte zurück, Arme hängend, Gewicht in der Fußmitte, Stand schulterbreit.
- Drei Ballpositionen statt einer, an einem Schläger am Boden kontrolliert.
- Blatt zuerst ausrichten, Körper danach, über einen Zwischenpunkt.
Nichts davon ist spektakulär und alles ist kostenlos. Es ist auch der Ort, an dem die Mehrheit der Ballflugprobleme beginnt und endet.






