Zum Inhalt springen
Einsteigen

Golfgriff und Ansprechhaltung: was der Pro zuerst prüft

Griff und Stand entscheiden über den Ballflug, bevor der Schwung beginnt. Beides kostet nichts, fühlt sich aber auch falsch richtig an: Prüfen Sie es mit einem Pro, einem Video und Griffen, die noch haften.

La rédaction Panxis Golf, Deutschschweiz-Desk (Reto Brunner) · · 7 min
Hände eines Golfers am Griff
Photo Kampus Production / Pexels

Kurz gefasst

  • An der vorderen Hand etwa zwei Knöchel sehen, das V zeigt zur hinteren Schulter.
  • Griffdruck vier bis fünf von zehn; harte alte Griffe zwingen zum Zudrücken.
  • Aus der Hüfte kippen, Arme hängen lassen, Gewicht in der Fussmitte.
  • Zuerst die Schlagfläche ausrichten, dann den Körper.
  • Griffwechsel ab CHF 8 pro Griff, laut einem Schweizer Händler alle 40 bis 60 Runden.

An der Schweizer Platzreife-Prüfung schaut ein Swiss-PGA-Pro zu, wie Sie sechs Bälle vom Tee schlagen. Drei davon müssen im Flug 80 Meter (Männer) oder 70 Meter (Frauen) schaffen. Wer daran scheitert, scheitert oft nicht an der Kraft. Häufig hält er den Schläger so, dass die Schlagfläche offen trifft, oder er steht so zum Ball, dass der Schwung keinen Platz hat.

Griff und Stand sind die beiden Stellschrauben, die vor dem Schwung liegen. Sie kosten nichts, verlangen keine Beweglichkeit und lassen sich zu Hause vor dem Spiegel üben. Der Haken: Beide fühlen sich nach ein paar Wochen richtig an, auch wenn sie falsch sind. Deshalb lohnt es sich, sie gezielt zu prüfen, statt dem Gefühl zu vertrauen.

Wie die Hände den Ballflug bestimmen

Die Schlagfläche macht, was die Hände vorgeben. Zwei einfache Kontrollpunkte genügen für die vordere Hand (bei Rechtshändern die linke):

  • Die Knöchel: Wenn Sie beim Ansprechen nach unten schauen, sehen Sie auf dem Handrücken etwa zwei Knöchel. Sehen Sie nur einen, bleibt die Fläche gern offen und der Ball dreht nach rechts. Sehen Sie drei oder vier, schliesst sie sich eher.
  • Das V: Die Falte zwischen Daumen und Zeigefinger zeigt ungefähr zur hinteren Schulter.

Die hintere Hand legt sich darüber, ohne weiter unter den Schaft zu greifen als die vordere. Beide Daumenlinien zeigen in dieselbe Richtung. Arbeiten die Hände gegeneinander, entscheidet im Treffmoment der Zufall, welche gewinnt.

Mindestens so wichtig ist, wo der Griff liegt. In den Fingern können die Handgelenke abwinkeln und Tempo erzeugen. Tief in der Handfläche blockiert er sie, und der Ball fliegt kürzer und gerader nach rechts, als es der Schwung verdient hätte.

Wer seinen Griff korrigiert, muss mit zwei Wochen rechnen, in denen sich alles falsch anfühlt. Das ist der Grund, warum so viele nach drei Tagen wieder zum alten Griff zurückkehren.

Festhalten ist nicht dasselbe wie kontrollieren

Auf einer Skala von eins bis zehn liegt der sinnvolle Griffdruck bei etwa vier oder fünf. Bei zehn werden die Unterarme hart und der Schwung kurz, bei zwei rutscht der Schläger. Ein Test zu zweit: Halten Sie den Schläger vor sich, und lassen Sie jemanden am Schlägerkopf sanft ziehen. Rutscht der Griff durch, ist es zu locker. Spannen sich die Unterarme sichtbar an, zu fest.

Oft ist ein zu hoher Griffdruck gar kein Technikproblem, sondern ein Materialproblem. Ein harter, glatter Griff zwingt zum Zudrücken. Ein Schweizer Händler nennt auf seiner Serviceseite als Faustregel einen Wechsel alle 40 bis 60 Runden oder spätestens einmal pro Saison und weist darauf hin, dass Griffe auch ohne viel Spiel durch UV-Strahlung, Feuchtigkeit und Lagerung ihre Haftung verlieren. Wer ein Set von einem Bekannten übernommen oder Wedges seit Jahren nicht mehr neu gewickelt hat, sollte zuerst die Griffe erneuern und erst dann am Druck arbeiten.

Beim Wechsel lohnt sich eine Frage nach der Griffstärke. Ein zu dünner Griff macht die Hände aktiv und schliesst die Fläche, ein zu dicker bremst sie. Wer chronisch nach links zieht oder nach rechts schiebt, lässt den Durchmesser prüfen, bevor er am Schwung schraubt.

Der Stand: aus der Hüfte kippen, nicht aus dem Rücken

Eine Ansprechposition in vier Schritten:

  1. Aufrecht hinstellen, Schläger in beiden Händen vor dem Körper.
  2. Die Hüfte nach hinten schieben, bis der Oberkörper nach vorne kippt. Der Rücken bleibt dabei lang.
  3. Die Knie leicht beugen, nur so viel, dass sie nicht gestreckt sind.
  4. Die Arme locker hängen lassen. Wo sie hängen, liegt der Griff. Die Hände befinden sich damit etwa unter den Schultern.

Wer stattdessen aus der Taille mit rundem Rücken zum Ball beugt, richtet sich im Rückschwung auf, und der Treffpunkt wandert. Das Gewicht liegt in der Mitte der Füsse. Ein Test: In der Ansprechposition sollten Sie leicht vor und zurück wippen können, ohne umzufallen.

Die Standbreite folgt dem Schläger. Mittlere Eisen etwa schulterbreit, Wedges etwas schmaler, der Driver etwas breiter. Fast alle Einsteigerinnen und Einsteiger stehen zu breit, weil das stabil aussieht. Ein zu breiter Stand verhindert aber genau die Hüftdrehung, die den Schwung lang macht.

Ballposition und Ausrichtung

Der Schläger schwingt auf einem Bogen, dessen tiefster Punkt kurz nach der Standmitte liegt, also leicht in Richtung Ziel. Daraus folgen drei Ballpositionen:

  • Wedges: knapp hinter der Standmitte, damit der Schläger abwärts trifft.
  • Mittlere Eisen: etwas vor der Mitte.
  • Driver: auf Höhe der vorderen Ferse, damit der Schläger den Ball leicht aufwärts trifft.

Zur Ausrichtung gilt eine Reihenfolge, die fast alle umkehren: zuerst die Schlagfläche zum Ziel, dann Füsse, Hüften und Schultern parallel dazu. Wer den Körper zur Fahne stellt und dann den Schläger hinlegt, zielt rechts daneben. Hilfreich ist ein Zwischenziel, etwa ein Grasbüschel einen Meter vor dem Ball auf der Ziellinie.

Und Vorsicht mit den Matten auf der Driving Range: Sie liegen parallel zueinander und vermitteln eine Richtung, die mit Ihrem Ziel nichts zu tun hat. Legen Sie beim Üben einen Schläger auf den Boden, parallel zur Ziellinie.

Wann in der Schweiz der richtige Moment ist

Der beste Moment, Griff und Stand sauber zu lernen, ist der Anfang. Swiss Golf beschreibt den Weg zur Platzreife in drei Etappen: eine Theorieprüfung mit 40 Fragen zu Etikette und Regeln, von denen mindestens 28 richtig sein müssen, eine Prüfung auf der Übungsanlage bei einem Swiss-PGA-Pro und eine Prüfung auf dem Platz. Wer diesen Weg mit einem Pro geht, bekommt die Grundstellung von Anfang an korrigiert, statt sie später mühsam umzubauen.

Wer zuerst nur schnuppern will: Das Open-Doors-Programm von Swiss Golf bietet kostenlose Schnupperkurse unter Aufsicht einer qualifizierten Lehrperson an. 2025 fanden laut Swiss Golf 139 solche Kurse statt, und 2545 Personen hielten dabei zum ersten Mal einen Schläger in der Hand. Die Anmeldung erfolgt direkt beim Club.

Für alle, die schon länger spielen, ist der Winter der richtige Zeitpunkt. Eine Griffänderung kostet zwei Wochen schlechtes Gefühl, und im Januar gibt es keine Clubmeisterschaft, die man damit gefährdet. Im Juli dagegen kostet dieselbe Änderung die Saison.

Wo Sie Griff und Stand in der Schweiz prüfen lassen

Beim Pro. Griff, Stand und Ausrichtung sind die drei Dinge, die man an sich selbst kaum sieht und ein Pro in einer Minute. Die Migros Golfparks bieten in ihrer Academy einen Platzreifekurs mit 30 Lektionen à 50 Minuten in drei Teilen an, für CHF 1’380 pro Person inklusive Regelbuch, Rangebällen und Platzgebühren; dazu gibt es ein Golfbag mit fünf Schlägern und die Migros GolfCard im ersten Jahr. Jugendliche bis und mit 25 Jahre erhalten 20 Prozent Rabatt. Wer schon spielt, bucht bei einem Pro seines Clubs eine einzelne Lektion nur für diese drei Punkte.

Beim Griff. Ein Schweizer Händler wechselt Griffe für Eisen, Hölzer und Putter in seinen Filialen. Laut Serviceseite verrechnet der Händler für den Wechsel CHF 8 pro Griff, wenn der neue Griff dort gekauft wird, und CHF 12 pro Griff bei einem selbst mitgebrachten; das Set ist in wenigen Tagen wieder abholbereit. Auch viele Pro-Shops auf den Anlagen wechseln Griffe.

Bei Länge und Lie. Wenn Sie trotz korrektem Stand mit der Schlägerspitze in der Luft ansprechen, ist der Schläger vielleicht nicht für Sie gebaut. Das klärt ein Fitting. Bei einem Schweizer Händler wird es nach Zeitaufwand berechnet und beim Kauf der gefitteten Schläger vollständig angerechnet. Was ein Fitting zeigt, beschreibt der Artikel zum Eisen-Fitting.

Panxis Golf hat keine geschäftliche Beziehung zu den genannten Anbietern und erhält keine Provision.

Das Telefon als Trainingspartner

Ein Video ersetzt keinen Pro, zeigt aber alle drei Fehler. Stellen Sie das Telefon auf Hüfthöhe, einmal hinter sich auf der Ziellinie, einmal frontal, und filmen Sie je drei Schläge mit dem Eisen 7.

Von hinten sehen Sie, wohin die Linie durch Ihre Fussspitzen zeigt, und ob der Rücken lang oder rund ist. Von vorne sehen Sie Ballposition, Standbreite und, wenn Sie heranzoomen, die Knöchel der vorderen Hand. Speichern Sie die Aufnahmen in einem Ordner und wiederholen Sie das einmal im Monat. Die Veränderungen schleichen sich über eine Saison ein, und nur der Vergleich zeigt sie.

Die Checkliste vor der nächsten Runde

  • Zwei Knöchel sichtbar, V zur hinteren Schulter, Griff in den Fingern.
  • Griffdruck vier bis fünf von zehn, auf Griffen, die noch haften.
  • Aus der Hüfte gekippt, Arme hängend, Gewicht in der Fussmitte.
  • Wedge hinter der Mitte, Eisen leicht davor, Driver an der vorderen Ferse.
  • Zuerst die Schlagfläche ausrichten, dann den Körper.

Nichts davon braucht Talent oder Geld. Es entscheidet trotzdem über mehr Ballflüge als jede Schwungtheorie.

Wie diese Seite entstanden ist

Die Preise für den Griffwechsel (CHF 8 und CHF 12 pro Griff) und die Angaben zum Wechselintervall stammen von der Serviceseite von Golfers Paradise (Schweiz). Panxis hat keine geschäftliche Beziehung zu diesem Händler.

Ein Artikel pro Tag reicht Ihnen nicht?

Der monatliche Newsletter bündelt, was zu lesen war – ohne Lärm.

Ebenfalls lesenswert

Parcours de notre annuaire

Golf Driving Range Pieterlen

Die einzige unabhängige öffentliche Übungsanlage im Raum Solothurn-Biel: rund vierzig Abschlagplätze, Kurzspielbereich, und ein Umbau ab Frühling 2026.

Golf Emmental

Ein Platz von Kurt Rossknecht nach dem Grundsatz «Hard Par, Easy Bogey»: Par 72 über 5465 Meter im hügeligen Emmental, mit Blick auf Schloss…

Golf Fricktal

Seit 2009 am Südhang des Frickbergs: neun Löcher mit Par 35 im Jurahügelland, mit dem Carrybag zu gehen und fast immer eine Startzeit frei.