Greenfee in der Schweiz: Karte, Handicap und Startzeit richtig klären
Als Gast brauchen Sie in der Schweiz eine Swiss Golf Card oder den Handicapnachweis Ihres Heimatverbands. Mit PGO- oder Auslandskarte zahlen Sie auf manchen Plätzen deutlich mehr als Clubmitglieder, und viele Clubs setzen Handicapgrenzen und Mitgliederzeiten am Wochenende. Wer Tarifkategorie, Handicap und Buchungsfenster vorher prüft, spielt ohne Überraschung.
Kurz gefasst
- Ohne Swiss Golf Card über Club, ASGI oder Migros GolfCard gibt es keine Runde auf homologierten Plätzen.
- Die Karte bestimmt den Preis: Lipperswil CHF 120 für Swiss-Golf-Clubmitglieder, CHF 145 für GolfCard, ASGI und Ausland.
- Handicapgrenzen reichen von 24 in Zumikon bis 54 in Kyburg oder Lipperswil.
- Buchungsfenster beachten: Lipperswil 14 Tage für Gäste und Wochenende erst ab 14.10 Uhr.
- Nebenkosten für Range, Trolley und Leihset einplanen, Poloshirt statt Jeans.
Als Gast auf einem fremden Schweizer Platz zu spielen, ist selten eine Frage der Erlaubnis und fast immer eine Frage der Details. Welche Karte Sie in der Tasche haben, bestimmt den Preis. Das Handicap bestimmt, ob Sie überhaupt buchen dürfen. Und der Wochentag entscheidet, ob der Platz zu dieser Zeit den Mitgliedern gehört.
Wer diese drei Punkte vor der Buchung klärt, erlebt am Empfang keine Überraschung. Die folgenden Beispiele stammen von den Preisseiten realer Anlagen und aus der Greenfee-Übersicht der Migros GolfCard, Stand 2026; massgebend bleibt immer die aktuelle Seite des Clubs.
Ohne Swiss Golf Card geht es nicht
Swiss Golf formuliert die Grundregel so: Wer auf den homologierten Plätzen der Schweiz spielen will, tritt einem der 98 Clubs oder einer der beiden Public Golf Organisationen bei, also der ASGI oder der Migros GolfCard, und erhält damit die Swiss Golf Card. Mitglied eines Clubs muss man nicht sein; nötig ist aber ein Nachweis von Platzreife oder Handicap-Index, und den stellt ein Club oder eine PGO aus. Die ASGI ergänzt in ihren FAQ, dass die Swiss-Golf-ID auf der Karte für Buchungen von Runden und Turnieren gebraucht wird.
Mit PGO-Karte stehen Ihnen fast alle Plätze offen. Die Migros GolfCard schreibt, dass ihre Mitglieder mit wenigen Ausnahmen auf allen Schweizer Plätzen Startzeiten buchen können, auf mehr als der Hälfte davon ohne Greenfee-Aufschlag. Das heisst umgekehrt: Auf den übrigen zahlen Sie mehr als ein Mitglied eines Swiss Golf Clubs.
Die Karte entscheidet über den Preis
Wie gross dieser Unterschied ist, zeigen zwei Preislisten. Golf Lipperswil im Thurgau verlangt 2026 für 18 Löcher unter der Woche CHF 120 von Mitgliedern eines Swiss Golf Clubs und CHF 145 von Migros-GolfCard- und ASGI-Mitgliedern sowie Gästen aus dem Ausland. Am Wochenende sind es CHF 140 und CHF 170. Wer als Gast eines Lipperswiler Mitglieds kommt, zahlt weniger: CHF 95 respektive CHF 115 unter der Woche.
Golf Sempach bei Luzern arbeitet mit derselben Logik. Auf dem Woodside Course beginnen die Online-Tarife unter der Woche bei CHF 130 für Mitglieder eines Swiss Golf Clubs und bei CHF 170 für die Kategorie «Non Swiss Golf Club». Zu dieser zählt der Club ausdrücklich Migros-GolfCard-Inhaber, Mitglieder einzelner Clubs wie Aaretal oder Payerne sowie Greenfee-Spieler mit Wohnsitz in der Schweiz und ausländischem Club. Junioren zahlen ab CHF 100, und auch hier gibt es bevorzugte Tarife in Begleitung eines Mitglieds.
Die Konsequenz: Wer oft als Gast unterwegs ist, rechnet den Aufpreis gegen den Unterschied zwischen PGO-Beitrag und Clubmitgliedschaft. Und wer einen Freund in einem Club hat, fragt ihn, ob er mitspielt; das spart auf vielen Anlagen einen zweistelligen Betrag.
Handicapgrenzen: was die Clubs verlangen
Die Greenfee-Übersicht der Migros GolfCard (Stand April 2026) führt für jeden Platz ein Mindesthandicap auf. Die Spanne ist gross:
| Anlage | GolfCard-Greenfee 18 Loch, Mo bis Fr | Verlangtes Handicap |
|---|---|---|
| Zürich-Zumikon | CHF 300 | 24 |
| Schönenberg | CHF 250 | 30 |
| OSGC Niederbüren | CHF 180 | 30 |
| Bad Ragaz | CHF 200 | 36 |
| Hittnau-Zürich | CHF 200 | 36 |
| Wylihof | CHF 180 | 36 |
| Gstaad-Saanenland | CHF 130 | 45 |
| Kyburg | CHF 160 | 54 |
| Lipperswil | CHF 145 | 54 |
Für mehrere dieser Clubs weist die Übersicht am Wochenende keinen normalen Gästetarif aus, sondern Einschränkungen. Wer mit Handicap 38 nach Zumikon will, braucht also gar nicht erst anzurufen; wer mit Handicap 50 unter der Woche nach Kyburg oder Lipperswil fährt, ist willkommen. In den Migros Golfparks gilt laut Betriebsreglement 2026 Handicap 54, auf den 18-Loch-Plätzen von Holzhäusern und Otelfingen Handicap 45. Wer noch keine Platzreife hat, findet in den Kurzplätzen und Neunlochanlagen den besseren Einstieg.
Buchungsfenster: wann Gäste zum Zug kommen
Viele Gäste scheitern nicht am Preis, sondern an der Startzeit. Die Fristen unterscheiden sich stark:
- Lipperswil: Mitglieder buchen 30 Tage im Voraus, Gäste 14 Tage. An Wochenenden und Feiertagen ist die 27-Loch-Anlage bis 14 Uhr für Mitglieder und ihre Gäste reserviert, ab 14.10 Uhr sind Gäste willkommen.
- Engadine Golf Club (Samedan und Zuoz-Madulain): Reservationen ab drei Tagen im Voraus; vier bis 14 Tage im Voraus nur online mit Direktzahlung und ohne Rückerstattung. Verlangt werden Platzreife und eine aktive Clubmitgliedschaft.
- Migros Golfparks: Langfristige Buchungen frühestens sieben Tage im Voraus ab 7 Uhr.
Wer spontan am Wochenende spielen will, hat deshalb auf Clubanlagen am Nachmittag die besten Chancen. Fragen Sie beim Buchen auch, ob am Wunschtag ein Clubturnier läuft; es kann den Platz über Stunden belegen.
Was neben dem Greenfee anfällt
Das Greenfee ist selten der ganze Betrag. In Golf Sempach kostet die Rangefee für Gäste CHF 20, ein Jeton mit 21 Bällen CHF 4, ein Handcaddie CHF 10, ein Cart ab CHF 55 und ein aktuelles Leihset CHF 65. In Lipperswil zahlen Gäste CHF 6 für 32 Rangebälle, ein Trolley kostet CHF 5 für neun und CHF 10 für 18 Löcher, ein Leihset mit Trolley CHF 25 respektive CHF 30. In den Migros Golfparks ist die Range kostenlos, 20 Bälle kosten in Holzhäusern CHF 3.50, ein Cart für 18 Löcher CHF 50.
Planen Sie ausserdem die Zahlungsart ein. Im Golfpark Holzhäusern etwa läuft die Bezahlung ausserhalb der Öffnungszeiten des Sekretariats zwingend über die PC Caddie App.
Kleidung und Verhalten auf fremdem Gelände
Die ASGI fasst die sicherste Regel knapp zusammen: Poloshirt tragen, auf Bluejeans verzichten, und die Kleiderordnung der Anlage vorher nachlesen. Golf Sempach verlangt auf seiner Gästeseite ausdrücklich Softspikes und die Einhaltung des Dresscodes. Die Migros Golfparks verweisen im Reglement auf die Kleider-Etikette des jeweiligen Parks und untersagen das Telefonieren auf der gesamten Spielanlage, medizinische Notfälle ausgenommen.
Auf dem Platz misst man einen Gast an zwei Dingen. Am Spieltempo: bereit sein, wenn man an der Reihe ist, bei Zweifel einen provisorischen Ball ansagen, den nachfolgenden Flight durchlassen, wenn vorne Platz ist. Und an der Pflege: Divots zurücklegen, Pitchmarken ausbessern, den Bunker sauber harken. Anlagen mit der GEO-Zertifizierung, die Swiss Golf fördert, legen besonderen Wert auf nachhaltige Platzpflege; Gäste tragen ihren Teil bei, indem sie markierte Schutzzonen und Wegegebote für Carts respektieren.
Aus dem Ausland oder neu in der Schweiz
Wer mit einer ausländischen Mitgliedschaft anreist, spielt mit dem Handicap seines Heimatverbands. Das Betriebsreglement der Migros Golfparks verlangt bei Turnieren mit Handicapgrenze die Mitgliedschaft in einem offiziellen Golfverband und lässt dafür ausdrücklich auch ausländische Verbände zu. Rechnen Sie aber mit dem höheren Tarif: Lipperswil stellt Gäste aus dem Ausland in dieselbe Kategorie wie PGO-Mitglieder, Sempach zumindest Greenfee-Spieler mit Wohnsitz in der Schweiz und ausländischem Club.
Anders ist es für Zugezogene, die in der Schweiz erst noch eine Karte lösen. Eine im Ausland erworbene Platzreife gilt laut Swiss Golf in der Regel nicht, die Prüfung muss von einem Schweizer Pro abgenommen werden. Die ASGI präzisiert, dass ausländische Platzreifen von einem Swiss PGA Pro oder einem PGA Pro des betreffenden Landes attestiert sein müssen. Klären Sie das, bevor Sie die Mitgliedschaft abschliessen.
Wo Sie als Gast gut aufgehoben sind
Für unkomplizierte Runden ohne Einschränkungen sind die sechs Migros Golfparks gebaut: Holzhäusern, Moossee, Oberkirch, Otelfingen, Signal de Bougy und Waldkirch verkaufen Greenfees an alle Golferinnen und Golfer mit gültiger Lizenz, eine Mitgliedschaft ist nicht nötig. Unter der Woche kostet die 18-Loch-Runde CHF 100, für Migros-GolfCard-Mitglieder CHF 10 weniger.
Für eine Runde auf klassischen Clubplätzen eignen sich Anlagen mit Handicap 54 und klaren Gästezeiten, etwa Lipperswil am Nachmittag oder Kyburg unter der Woche. Für Ferienrunden bieten sich die Bergplätze an: Der Engadine Golf Club in Samedan betreibt laut Swiss Golf seit 1893 den ältesten heute noch bespielten Golfplatz der Schweiz, und der Golf Club Bad Ragaz verlangt laut GolfCard-Übersicht Handicap 36.
Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Anlagen oder Organisationen.
Die erste Runde auf einem unbekannten Platz
Auf einem fremden Platz verliert man Schläge vor allem durch fehlende Ortskenntnis. Zielen Sie auf die Mitte der Grüns, solange Sie nicht wissen, was hinter den Fahnen liegt. Wählen Sie bei blinden Abschlägen den Schläger, der sicher im Spiel bleibt, und spielen Sie von den Abschlägen, die zu Ihrer Länge passen, nicht von denen, die zu Hause üblich sind. Nutzen Sie die zwanzig Minuten vor dem Start für das Putting Green, denn die Grüngeschwindigkeit ist das, was sich von Platz zu Platz am stärksten ändert.
- Swiss Golf Card oder Handicapnachweis des Heimatverbands dabeihaben, digital oder auf Papier.
- Verlangtes Handicap und Gästezeiten am Wochenende auf der Clubseite prüfen.
- Tarifkategorie klären: Swiss Golf Club, PGO, Ausland oder Gast eines Mitglieds.
- Buchungsfenster kennen und Nebenkosten für Range, Trolley und Leihmaterial einplanen.
- Poloshirt, keine Jeans, Softspikes; Telefon in der Tasche lassen.






