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Juniorengolf in der Schweiz: vom Gratis-Schnuppern bis zum Brevet Sportif

Migros GolfCard und ASGI nehmen Kinder bis 18 Jahre kostenlos auf, Open Doors und Schulprogramme lassen sie gratis schnuppern. Ob ein Kind dabeibleibt, entscheidet die Reihenfolge: Gruppe und Spiel zuerst, Tests statt Score, Turniere erst, wenn das Kind sie will.

La rédaction Panxis Golf, Deutschschweiz-Desk (Reto Brunner) · · 7 min
Junger Golfer im Durchschwung
Photo Vlad Vasnetsov / Pexels

Kurz gefasst

  • Schnuppern kostet nichts: Open Doors von Swiss Golf, Golf in Schulen und Let's Play Golf der Migros Golfparks.
  • Training in der Gruppe mit Swiss PGA Pros und J+S-Leitung, J+S gilt für 5- bis 20-Jährige.
  • Swiss Golf Junior Tests Bronze, Silber, Gold messen Fortschritt ohne Score.
  • Mitgliedschaft bei Migros GolfCard und ASGI bis 18 kostenlos, U21-Greenfees etwa zum halben Preis.
  • Turniere über U12-Serien, GolfSixes und Interclub U18; das Brevet Sportif öffnet U21 bis dreimal pro Club gratis den Platz.

Ein Kind in der Schweiz zum Golf zu bringen, ist günstiger und besser organisiert, als viele Eltern denken. Beide Public Golf Organisationen nehmen Kinder bis 18 Jahre kostenlos auf, Swiss Golf betreut laut eigener Angabe mehr als 6’000 Juniorinnen und Junioren mit Turnieren und Förderprogrammen, und die Ausbildung der Trainingsleitung läuft wie in anderen Sportarten über Jugend+Sport, das Sportförderprogramm des Bundes.

Ob ein Kind dabeibleibt, entscheidet sich trotzdem nicht an der Struktur, sondern an der Reihenfolge der ersten zwei, drei Jahre: zuerst spielen, dann üben, erst viel später zählen. Dieser Artikel folgt dieser Reihenfolge und zeigt, was in der Schweiz auf jeder Stufe zur Verfügung steht.

Stufe eins: gratis ausprobieren

Den ersten Kontakt muss niemand bezahlen. Die Migros GolfCard kommt mit dem Programm Golf in Schulen seit 2017 in Primarschulen: Während einer Doppelstunde Sport üben die Kinder im Stationstraining verschiedene Schwünge, für die Schulen entstehen keine Kosten. Mit Let’s Play Golf öffneten die sechs Migros Golfparks zudem 2026 von April bis Juni Schulklassen mit Kindern zwischen 8 und 14 Jahren die Anlage, mit Material vor Ort; teilnehmen konnten die ersten zehn angemeldeten Klassen, die Anreise zahlte die Klasse selbst. Die ASGI führt mit Golf@School ein eigenes Schulprogramm.

Ausserhalb der Schule bieten sich zwei Wege an. Swiss Golf unterstützt mit Open Doors kostenlose Schnupperkurse in den Clubs, die von qualifizierten Golflehrerinnen und Golflehrern geleitet werden. Und viele Clubs lassen Kinder direkt in der Juniorenabteilung schnuppern: Golf Lipperswil etwa bittet auf seiner Juniorenseite einfach um ein E-Mail mit Namen, Jahrgang und Telefonnummer.

Für einen spontanen Familiennachmittag gibt es FunGolf Friends in den Migros Golfparks, ab fünf Jahren und ohne Vorkenntnisse; Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre zahlen CHF 10.

Stufe zwei: regelmässig trainieren, in der Gruppe

Hat es gefallen, folgt ein fester Trainingstermin. In den Juniorenabteilungen der Clubs unterrichten Swiss PGA Pros, oft unterstützt von J+S-Leiterinnen und -Leitern. Jugend+Sport heisst Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 20 Jahren in seinen Kursen und Lagern willkommen. Swiss Golf, Swiss PGA und J+S teilen die Zuständigkeiten klar auf: J+S-Leiter Golf Kindersport betreuen Kinder von 5 bis 10 Jahren, J+S-Leiter Golf Jugendsport Jugendliche von 10 bis 20 Jahren, und für Kinder unter 10 gibt es zusätzlich den zweitägigen Kurs «Swiss Golf Leiter Kindergolf». Ein Swiss PGA Pro hat eine dreijährige Lehre hinter sich.

Wo es keinen Club in der Nähe gibt, sind die Migros Golfparks die Alternative. Sie führen wöchentliche Junioren-Trainingsserien nach der Schule oder am Wochenende sowie Ferienkurse, jeweils ab vier Kindern. Die Ausrüstung wird gestellt; ab der Bronze-Stufe empfiehlt Migros ein eigenes Set. Die Kursgebühren publizieren die einzelnen Parks.

Fragen Sie bei jeder Anlage nach der Gruppengrösse, nach festen Terminen über die ganze Saison und danach, ob die Kinder auch auf dem Platz spielen und nicht nur auf der Range stehen. Ein Kind kommt wegen der anderen Kinder wieder, und Kameradschaft entsteht beim Spielen, nicht beim Ballschlagen.

Bronze, Silber, Gold: die Schweizer Stufenleiter

Statt eines Handicaps messen Schweizer Juniors ihren Fortschritt zuerst mit den Swiss Golf Junior Tests. Jede der drei Stufen prüft Regeln und Etikette, das Spiel auf der Übungsanlage (Putten, Chippen, Pitchen, Bunker, langes Spiel), das Spiel auf dem Platz und Fitness. Bronze ist die Einführung in Griff, Ausrichtung und ersten Ballkontakt; mit jeder Stufe steigen die Anforderungen. Laut Migros Golf Academy wird ein bestandener Gold-Test teilweise auch als Platzreife anerkannt.

Der Vorteil für Eltern: Die Tests geben einem Kind ein erreichbares Ziel, das nichts mit einem Score zu tun hat. Wer den Bronze-Test besteht, hat etwas geschafft, auch wenn er auf dem Platz noch jeden zweiten Ball verliert.

Für Mädchen gibt es zusätzlich Golf4Girls: Das 2017 gestartete Programm richtet sich an Girls von 7 bis 12 Jahren mit bestandenem Gold-Test, unterrichtet in Kleingruppen mit einer Betreuung von 1 zu 4 und organisiert Day Camps in Clubs in der ganzen Schweiz. Swiss Golf begründet das Programm damit, dass nur rund ein Viertel der golfspielenden Jugendlichen weiblich ist.

Material: leicht, kurz, und nicht zu früh viel

Ein abgesägter Erwachsenenschläger bleibt zu schwer und zu steif. Das Kind hebt ihn mit den Armen, statt den Körper zu drehen, und gewöhnt sich eine Bewegung an, die später mühsam zu korrigieren ist. Kaufen Sie ein Juniorenset in der passenden Grösse und rechnen Sie damit, es nach einem deutlichen Wachstumsschub zu ersetzen.

Für die ersten Jahre reichen wenige Schläger: ein Holz oder Hybrid, ein mittleres Eisen, ein Wedge und ein Putter, dazu ein leichtes Tragbag, das das Kind selbst schultern kann. Fragen Sie in der Juniorenabteilung, ob ältere Kinder Sets weitergeben; ein gebrauchtes Set in der richtigen Grösse ist besser als ein neues, in das das Kind erst hineinwachsen soll.

Was Eltern tun, und was sie lassen

Swiss Golf widmet den «Sporteltern» ein eigenes Kapitel mit Werkzeugen von Swiss Olympic und einem Code of Conduct für Eltern und Zuschauer an Juniorenturnieren. Der Kern lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen:

  • Den Unterricht dem Pro und der J+S-Leitung überlassen. Zwei Stimmen mit unterschiedlichen Hinweisen verwirren jedes Kind.
  • Kurze Formate spielen: drei oder sechs Löcher, vorgezogene Abschläge, gemeinsam als Scramble.
  • Keine Scorekarte, bis das Kind selbst danach fragt.
  • Auf der Heimfahrt nicht analysieren. Eine Frage genügt: War es lustig?

Mit Kindern auf den Platz geht es in der Schweiz auch ohne Platzreife, wenn man die richtigen Angebote nutzt. Der Golfpark Moossee führt auf seiner 6-Loch-Anlage den Kids-Flight für Kinder von 4 bis 16 Jahren mit einer erwachsenen Begleitperson, die mindestens die Platzreife hat, gespielt von den orangen Junior-Tees. Im Engadin spielen Kinder bis 12 Jahre laut Engadine Golf Club in den Familienzeiten auf der Anlage Zuoz-Madulain kostenlos.

Was Juniorengolf in der Schweiz kostet

Angebot Preis Quelle
Migros GolfCard, bis 18 Jahre kostenlos Migros GolfCard, Tarife 2026
ASGI, Kinder bis 18 Jahre CHF 0 ASGI, Tarife 2026
Golf Sempach, Junioren bis 14 / bis 18 Jahre CHF 400 / CHF 800 Jahreskostenanteil Golf Sempach
Greenfee U21, 9-Loch Otelfingen (Mo bis Fr) CHF 27 Golfpark Otelfingen
Pitch & Putt Oberkirch, bis U18 CHF 10 pro Runde Golfpark Oberkirch
Kids-Flight Moossee (ganzer Flight) CHF 25 unter der Woche, CHF 35 am Wochenende Golfpark Moossee
Junior Golf Camp Oberkirch, 5 Tage mit Übernachtung CHF 750 Migros GolfCard

Golf Sempach halbiert den Beitrag, wenn ein Elternteil Clubmitglied ist, und erlässt ihn ganz, wenn beide Mitglied sind. Ob Ihr Club eine ähnliche Familienregel kennt, klärt ein Anruf im Sekretariat, denn nicht jede Anlage schreibt sie so deutlich auf die Website. Die Junior Golf Camps der Migros GolfCard finden im Sommer 2027 vom 5. bis 9., vom 12. bis 16. und vom 19. bis 23. Juli statt, für Beginner und Fortgeschrittene von 7 bis 17 Jahren; Fortgeschrittene brauchen die Platzreife und eine Clubmitgliedschaft.

Wenn das Kind Turniere will

Irgendwann fragt ein Kind nach einem Wettkampf. Swiss Golf hat dafür eine altersgerechte Leiter. Kinder können bis zu dem Jahr, in dem sie 12 werden, an 9-Loch-Qualifikationsturnieren teilnehmen und sich danach über einen 18-Loch-Regionalfinal für den U12-Final qualifizieren. 2026 fanden die regionalen U12-Finals in Bubikon und Entfelden statt, der nationale Final im Golf Club Crans-sur-Sierre. Für ältere Juniors folgen regionale und nationale U14- und U18-Turniere.

Der bessere Einstieg ist oft ein Teamformat. Bei GolfSixes treten gemischte Sechserteams regional gegeneinander an, gespielt wird 2er-Scramble über sechs Löcher, teilnahmeberechtigt sind U18-Juniors bis Handicap 36.1. Die Swiss Golf Interclub U18 wird in den Serien A und B mit je einem Foursome und vier Einzel-Matchplays pro Begegnung ausgetragen. Ein Team teilt schlechte Tage, und genau das hält Jugendliche im Sport.

Wer die Regeln sicher beherrscht, kann das Brevet Sportif ablegen. Die Junior Captains melden die Kandidatinnen und Kandidaten zur Prüfung an, nach zwei Jahren folgt eine Erneuerungsprüfung. Das Brevet berechtigt U21-Spielerinnen und -Spieler, in allen Swiss Golf angeschlossenen Clubs bis zu dreimal pro Club und Saison kostenlos zu spielen; jeder Club kann zeitliche Einschränkungen festlegen, eine Anfrage vorab ist also Pflicht.

Wo Sie in der Schweiz anfangen

  • Open-Doors-Kalender auf swissgolf.ch: kostenlose Schnupperkurse in Clubs der Region, Anmeldung beim Club.
  • Die Juniorenabteilung des nächsten Clubs: nach J+S-Training, Gruppengrösse und Spielnachmittagen fragen.
  • Die Migros Golfparks Holzhäusern, Moossee, Oberkirch, Otelfingen, Signal de Bougy und Waldkirch: Ferienkurse, Trainingsserien, Juniorentests.
  • Eine kostenlose Juniorenmitgliedschaft bei Migros GolfCard oder ASGI, sobald eine Swiss Golf Card nötig wird.
  • Für Ferien in den Bergen: Familienzeiten im Engadin, laut Club mit Gratisgreenfee bis 12 Jahre.

Wer später über Mitgliedschaft oder Greenfee entscheidet oder mit dem Kind als Gast auf fremden Plätzen spielen will, findet die Details in unseren Einsteigerartikeln. Für die ersten Runden reichen die neun Löcher und Kurzplätze vollkommen.

Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Clubs, Verbänden oder Anbietern.

Und im Winter?

Zwischen November und März ruhen die meisten Plätze im Mittelland. Ein Kind muss in dieser Zeit nicht Golf spielen; Skifahren, Unihockey oder Turnen sind eine ausgezeichnete Grundlage für Koordination und Rumpfkraft. Wer weitermachen will, findet Indoor-Anlagen mit Simulator, und Golf4Girls plant 2026 Indoor-Events in Kaltbrunn am 15. und in Bussigny am 22. November. Im April kommt der Schwung zurück, und ein ausgeruhtes Kind freut sich mehr auf die Saison als eines, das durchtrainiert hat.

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