Juniorengolf: die Reihenfolge, die ein Kind beim Spiel hält
Material in der richtigen Grösse und gebraucht, Start auf dem Putting-Grün, Gruppentraining — und Eltern, die zum Schwung schweigen.
Kinder hören selten wegen des Golfs auf. Sie hören auf, weil sie ein zu schweres Bag getragen haben, zu früh achtzehn Löcher spielen mussten oder weil ein Elternteil pro Schlag drei Ratschläge gegeben hat. Die Reihenfolge, die funktioniert.
Material in der richtigen Grösse, und gebraucht
Ein gekürzter Erwachsenenschläger wird kein Kinderschläger: Der Schaft bleibt zu steif, der Kopf zu schwer. Ein Juniorenset in der passenden Körpergrösse kaufen, gebraucht, und wechseln, sobald das Kind wächst. Zehn Zentimeter Wachstum bedeuten ein neues Set — das ist der normale Rhythmus.
Drei Schläger genügen lange: ein Holz, ein mittleres Eisen, ein Putter. Ein leichtes Bag, das das Kind selbst trägt.
Auf dem Putting-Grün beginnen
Putten ist der einzige Schlag, bei dem eine Siebenjährige sofort so gut ist wie ein Erwachsener, und der einzige Ort, an dem eine Stunde ohne Frust vergeht. Die ersten Einheiten finden dort statt, danach im Chipping-Bereich. Der Driver kommt viel später.
Junior-Programme statt Einzelstunden
Die Schweizer Clubs und die Migros GolfParks führen Junioren-Trainings in Gruppen. Die Gruppe wirkt stärker als die Qualität des Unterrichts: Ein Kind kommt wegen der Kollegen wieder. Nach Preisen und Saisonkarten fragen — sie unterscheiden sich von Anlage zu Anlage erheblich.
Was Eltern nicht tun sollten
- Nicht unterrichten. Die Aufgabe der Eltern ist fahren, bezahlen und zum Schwung schweigen.
- Nicht zählen, bevor das Kind es verlangt.
- Keine achtzehn Löcher. Drei oder sechs Löcher am Abend, und aufhören, solange es Spass macht.
Das Format, das bindet
Vorgezogene Abschläge, erreichbare Fahnen, neun Löcher als Scramble mit einem Erwachsenen. Golf wird zum Spiel, in dem man Punkte macht, statt zur Übung, in der man scheitert.
Der Rhythmus
Bis zehn Jahre reicht eine Einheit pro Woche. Ein Kind, das zwei will, wird sie von selbst verlangen; ein Kind, dem man drei aufzwingt, hört mit dreizehn auf. Fortschritt im Golf zählt in Jahren, und die einzige wirklich entscheidende Grösse ist die Anzahl gespielter Jahre.
Mitgliedschaft und Karte
Für Turniere und ein geführtes Handicap braucht es eine Mitgliedschaft in einem Club oder bei einer der öffentlichen Golforganisationen. Die Migros GolfCard kostet für Jugendliche bis 18 Jahre CHF 150.– pro Jahr, für Erwachsene ab 26 Jahren CHF 300.– inklusive des Swiss-Golf-Beitrags von CHF 80.– (Stand September 2026, migrosgolf.ch). Clubmitgliedschaften für Junioren liegen je nach Anlage sehr unterschiedlich — direkt beim Sekretariat nachfragen.
Der Winter
Von November bis März ruht der Platz. Indoor-Anlagen in Zürich, Basel und Bern sowie die Simulatoren einiger Clubs halten den Kontakt, aber ein Kind braucht keine Wintersaison. Skifahren ist eine ausgezeichnete Golfvorbereitung, und im April kommt der Schwung zurück.
