Juniorengolf in der Schweiz: die Reihenfolge, die Kinder hält
Kinder hören nicht wegen des Golfs auf, sondern wegen zu schwerer Schläger, zu langer Runden und zu vieler Ratschläge vom Spielfeldrand.
Kurz gefasst
- Das Gewicht des Schlägers entscheidet, nicht die Länge.
- Auf dem Putting-Grün beginnen: dort ist ein Kind sofort konkurrenzfähig.
- Die Gruppe bindet stärker als die Qualität des Unterrichts.
- Scramble über neun Löcher von vorgezogenen Abschlägen, nicht achtzehn.
- ASGI: 195,00 CHF im Jahr für Erwachsene, 8,45 CHF im Monat für Junioren bis 21 (Stand September 2026).
Kinder hören selten wegen des Golfs auf. Sie hören auf, weil sie ein zu schweres Bag getragen haben, zu früh achtzehn Löcher spielen mussten oder weil ein Elternteil pro Schlag drei Ratschläge gegeben hat. Die Reihenfolge, die funktioniert.
Golf hat für Kinder einen Vorteil, den kaum eine andere Sportart bietet: Es lässt sich mit Erwachsenen gemeinsam spielen, ohne dass jemand nachgeben muss, weil das Vorgabensystem den Unterschied ausgleicht. Genau daraus entsteht aber auch der häufigste Fehler, nämlich ein Kind zu früh in eine Erwachsenenrunde zu setzen, die vier Stunden dauert und in der es nichts zu gewinnen gibt.
Material in der richtigen Grösse, und gebraucht
Ein gekürzter Erwachsenenschläger wird kein Kinderschläger: Der Schaft bleibt zu steif, der Kopf zu schwer. Ein Juniorenset in der passenden Körpergrösse kaufen, gebraucht, und wechseln, sobald das Kind wächst. Zehn Zentimeter Wachstum bedeuten ein neues Set, das ist der normale Rhythmus.
Drei Schläger genügen lange: ein Holz, ein mittleres Eisen, ein Putter. Ein leichtes Bag, das das Kind selbst trägt.
Das Gewicht ist dabei die entscheidende Grösse und nicht die Länge. Ein zu schwerer Schläger zwingt ein Kind dazu, mit den Armen zu heben, statt den Körper zu drehen, und diese Bewegung bleibt jahrelang. Wenn ein Kind den Schläger im Rückschwung sichtbar aufrichtet oder die Hände hochreisst, ist fast immer das Material die Ursache und nicht die Technik.
Praktisch lohnt sich der Blick auf die Tauschbörsen der Clubs. Viele Schweizer Anlagen organisieren im Frühjahr eine Materialbörse der Jugendabteilung, auf der Sets in Körpergrösse weitergereicht werden, und das ist die günstigste und schnellste Lösung für das jährliche Wachstumsproblem.
Auf dem Putting-Grün beginnen
Putten ist der einzige Schlag, bei dem eine Siebenjährige sofort so gut ist wie ein Erwachsener, und der einzige Ort, an dem eine Stunde ohne Frust vergeht. Die ersten Einheiten finden dort statt, danach im Chipping-Bereich. Der Driver kommt viel später.
Machen Sie daraus ein Spiel mit Punkten und einem Ende. Wer zuerst drei Putts aus zwei Metern locht, wer mit fünf Bällen die meisten in einen Kreis um das Loch legt, wer von drei Chips zwei auf dem Grün hält. Kinder brauchen ein Ergebnis, und ein Ergebnis, das sie erreichen können, ist der ganze Unterschied zwischen wiederkommen und nicht wiederkommen.
Junior-Programme statt Einzelstunden
Fast jeder Schweizer Club führt eine Jugendabteilung mit Gruppentraining, und viele öffentliche Anlagen bieten Ferienkurse an. Die Gruppe wirkt stärker als die Qualität des Unterrichts: Ein Kind kommt wegen der Kollegen wieder. Nach Preisen und Saisonkarten fragen, sie unterscheiden sich von Anlage zu Anlage erheblich.
Fragen Sie zusätzlich nach drei Dingen, die über den Erfolg entscheiden. Wie gross ist die Gruppe, weil ab etwa zehn Kindern pro Trainer nur noch verwaltet wird. Ob es feste Termine über die ganze Saison gibt oder nur Blöcke in den Ferien. Und ob die Jugendabteilung eigene Spielnachmittage auf dem Platz organisiert, denn Training allein bindet niemanden.
Einzelstunden lohnen später, wenn ein Kind von sich aus mehr will, und dann sparsam: zwei oder drei im Jahr, mit klarem Auftrag, statt einer wöchentlichen Stunde, die den Spass in eine Pflicht verwandelt.
Was Eltern nicht tun sollten
- Nicht unterrichten. Die Aufgabe der Eltern ist fahren, bezahlen und zum Schwung schweigen.
- Nicht zählen, bevor das Kind es verlangt.
- Keine achtzehn Löcher. Drei oder sechs Löcher am Abend, und aufhören, solange es Spass macht.
- Nicht auf der Fahrt nach Hause auswerten. Die Frage lautet, ob es Spass gemacht hat, und sonst nichts.
Der Grund für die erste Regel ist nicht Höflichkeit gegenüber dem Trainer, sondern Wirksamkeit. Ein Kind kann pro Einheit einen Hinweis umsetzen. Wenn ein Elternteil auf dem Weg zum nächsten Abschlag einen zweiten und einen dritten hinzufügt, verliert der erste seine Wirkung, und das Kind lernt vor allem, dass Golf eine Tätigkeit ist, bei der man dauernd etwas falsch macht.
Das Format, das bindet
Vorgezogene Abschläge, erreichbare Fahnen, neun Löcher als Scramble mit einem Erwachsenen. Golf wird zum Spiel, in dem man Punkte macht, statt zur Übung, in der man scheitert.
Der Scramble ist dabei das nützlichste Format überhaupt, weil das Kind bei jedem Schlag den besseren Ball spielen darf und trotzdem seinen eigenen beiträgt. Ein Kind, das dreimal pro Runde den gewählten Ball geliefert hat, geht als Mitspieler nach Hause und nicht als Anhängsel.
Ebenfalls wirksam sind Kurzplätze und Neun-Loch-Anlagen mit Par-3-Charakter, die es in vielen Schweizer Regionen gibt, unter anderem in den Migros GolfParks: Dort ist jedes Grün erreichbar, das Kind spielt echte Löcher zu Ende, und die Runde dauert eine Stunde.
Der Rhythmus
Bis zehn Jahre reicht eine Einheit pro Woche. Ein Kind, das zwei will, wird sie von selbst verlangen; ein Kind, dem man drei aufzwingt, hört mit dreizehn auf. Fortschritt im Golf zählt in Jahren, und die einzige wirklich entscheidende Grösse ist die Anzahl gespielter Jahre.
Rechnen Sie ausserdem mit Pausen. Kinder verlieren zwischen zwölf und fünfzehn regelmässig das Interesse und kommen später zurück, wenn niemand daraus ein Drama gemacht hat. Ein Kind, das mit vierzehn zwei Jahre aussetzt und mit sechzehn wiederkommt, spielt sein Leben lang; eines, das mit vierzehn zum Weitermachen gedrängt wird, meist nicht.
Mitgliedschaft und Karte
Für Turniere und ein geführtes Handicap braucht es eine Mitgliedschaft: entweder in einem Club oder über eine der Public-Golf-Organisationen, die Swiss Golf angeschlossen sind, allen voran die ASGI und die GolfCard Migros. Beide führen das Handicap und stellen den Ausweis aus, ohne dass ein Heimatplatz nötig ist.
Die Beiträge sind nach Alter gestaffelt und für Kinder und Jugendliche deutlich reduziert, teilweise entfallen sie ganz, wenn ein Elternteil ebenfalls Mitglied ist. Die aktuellen Ansätze und die Bedingungen stehen auf den Websites der beiden Organisationen; verlangen Sie sie schriftlich, bevor Sie sich entscheiden, weil sie sich pro Kalenderjahr ändern.
Clubbeiträge für Jugendliche liegen je nach Anlage sehr unterschiedlich, direkt in der Geschäftsstelle nachfragen. Ohne Platzreife geht es ohnehin nicht auf die meisten Plätze, und die Kurse dafür laufen im Frühjahr.
Viele Schweizer Clubs führen für Kinder und Jugendliche stark reduzierte Beiträge und verlangen teilweise keine Aufnahmegebühr. Das ist der Punkt, an dem sich ein Gespräch in der Geschäftsstelle wirklich lohnt, weil die Spanne zwischen zwei Anlagen im selben Landkreis erheblich sein kann und diese Tarife selten prominent beworben werden.
Wenn es ernster wird
Ab einem gewissen Punkt fragt ein Kind von selbst nach Turnieren, und dann beginnt eine zweite Struktur, die in der Schweiz gut organisiert ist. Swiss Golf führt die nationalen Jugendmeisterschaften und die Ranglisten, die Regionalverbände schreiben Jugendturniere nach Altersklassen aus, und die Clubs melden Jugendmannschaften in den Interclub.
Der sinnvolle Einstieg ist nicht das grosse Turnier, sondern das Mannschaftsspiel im eigenen Club. Es findet in einer Gruppe statt, es hat feste Trainingstermine, und ein schlechter Tag ist geteilt statt einsam. Fragen Sie den Sportwart oder den Jugendwart, wann die Mannschaften zusammengestellt werden; das geschieht im Winter.
Und behalten Sie die Grössenordnung im Blick. Für die allermeisten Kinder ist das Ziel nicht eine Karriere, sondern ein Sport, den sie mit fünfzig noch spielen. Alles, was diesem Ziel dient, ist richtig; alles, was ihm widerspricht, auch wenn es kurzfristig Ergebnisse bringt, ist es nicht.
Wo Sie in der Schweiz anfangen
- Die Jugendabteilung der nächstgelegenen Anlage: nach Gruppengrösse, Terminen und Spielnachmittagen fragen, nicht nur nach dem Preis.
- Ferienkurse öffentlicher Anlagen und Schnuppertage, um ohne Bindung zu beginnen.
- Die Anlagensuche von Swiss Golf für Clubs mit Jugendarbeit in Ihrer Region.
- Die ASGI oder die GolfCard Migros, wenn kein Club in Frage kommt und trotzdem ein Handicap geführt werden soll.
- Die Materialbörse der Jugendabteilung im Frühjahr, für das Set in der aktuellen Körpergrösse.
Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Clubs, Verbänden oder Anbietern.
Der Winter
Von November bis März ruht der Platz. Indoor-Anlagen in den grossen Städten und die Simulatoren einiger Clubs halten den Kontakt, aber ein Kind braucht keine Wintersaison. Andere Sportarten sind eine ausgezeichnete Golfvorbereitung, und im April kommt der Schwung zurück.
Das ist keine Notlösung, sondern sportlich richtig. Kinder, die mehrere Bewegungsformen lernen, bringen für den Golfschwung mehr mit als Kinder, die ganzjährig nur schlagen, und sie halten körperlich länger durch. Der Schweizer Golfwinter ist insofern ein Geschenk und kein Problem.
Wo sich das auf dem Platz zeigt
Drei kurze oder Neun-Loch-Plätze aus unserem Verzeichnis, offen für alle.
- Golfclub Flühli-Sörenberg: Neun Löcher mit Par 35 auf 950 Metern im UNESCO-Biosphärenreservat Entlebuch: Höhenunterschiede, Doglegs, und eine der günstigsten Jahresgebühren der Schweiz.
- Golf Meggen: Neun Löcher mit Par 37 und drei Par 5 über dem Vierwaldstättersee: 3050 Meter, Blick auf Luzern, Rigi und Pilatus, und Bewertungen um 9 von 10.
- Golf Rastenmoos: Neun kurze Bahnen auf 550 Metern bei Sempach, Par 64 über 1850 Meter: ein Übungsplatz mit Blick auf Rigi und Pilatus, dessen Preise diskutiert werden.
Wir haben diese Plätze nicht gespielt; jede Seite sagt, worauf sie sich stützt.



