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Technik

Fünf Zahlen notieren und den Winter richtig planen

Eine Statistik ist ein Gedächtnis, das nicht auswählt. Fünf Spalten auf der Rückseite der Scorekarte zeigen in drei Runden, wohin die Schläge gehen.

La rédaction Panxis Golf, Deutschland-Desk (Thomas Berger) · · 6 min
Hand notiert Zahlen auf einer Scorekarte
Photo Mikhail Nilov / Pexels

Kurz gefasst

  • Bei den Fairways zählt die Seite der Fehler mehr als die Zahl.
  • Verfehlte Grüns liegen fast immer kurz, nicht lang.
  • Drei-Putts und kurze Putts trennen zwei verschiedene Probleme.
  • Strafschläge mit der Entscheidung dahinter notieren, nicht mit dem Schwung.
  • Drei Runden reichen, um die schwächste Kategorie zu finden.

Die meisten kennen ihren Score und sonst nichts. Fünf Zahlen auf der Rückseite der Scorekarte zeigen innerhalb von drei Runden, wohin Ihre Schläge tatsächlich gehen. Es ist fast nie dort, wo Sie es vermutet haben.

Der Grund für die Fehleinschätzung ist die Erinnerung. Man behält den verzogenen Drive auf Bahn 5 und den Dreiputt auf Bahn 17, und man vergisst die elf Annäherungen, die zwanzig Meter kurz waren. Eine Statistik ist nichts anderes als ein Gedächtnis, das nicht auswählt, und sie ist deshalb der billigste Trainer, den es gibt.

Getroffene Fairways

Zählen Sie die vom Abschlag getroffenen Fairways an Par 4 und Par 5. Das Muster zählt mehr als die Zahl: Gehen fünf von sechs Fehlern auf dieselbe Seite, haben Sie eine Ballform zu verwalten und keinen Schwung umzubauen.

Notieren Sie deshalb nicht nur Treffer und Fehler, sondern die Seite, mit einem L oder einem R neben dem Kreuz. Das kostet keine zusätzliche Sekunde und verwandelt eine Zahl in eine Handlungsanweisung: Wer sechs von acht Fehlern rechts hat, zielt ab der nächsten Runde auf den linken Fairwayrand und trifft ohne jede Änderung deutlich mehr Fairways.

Grüns in Regulation

Auf der Puttfläche mit mindestens zwei Putts für das Par. Bei den meisten Amateuren liegt die Zahl zwischen zwei und sechs und hängt enger mit dem Handicap zusammen als jede andere Statistik. Notieren Sie auch, wohin die Fehler gehen.

Die aufschlussreichste Ergänzung ist dabei kurz oder lang. Amateure verfehlen Grüns weit überwiegend kurz, weil sie mit ihrem besten Schlag rechnen statt mit ihrem häufigsten. Wer in drei Runden feststellt, dass zwölf von fünfzehn verfehlten Grüns kurz lagen, hat sein Trainingsprogramm gefunden, und es heißt: einen Schläger mehr nehmen.

Putts, richtig gezählt

Die Gesamtzahl führt in die Irre, denn wer den ganzen Tag auf einen Meter chippt, sieht aus wie ein guter Putter. Zählen Sie Drei-Putts und gelochte Putts innerhalb von drei Metern.

Diese beiden Zahlen trennen zwei völlig verschiedene Probleme. Viele Drei-Putts bedeuten ein Längenproblem, und die Lösung sind zehn Minuten lange Putts vor jeder Runde. Wenige gelochte kurze Putts bedeuten ein Startlinienproblem, und dort helfen ein geprüfter Putter und eine Übungsroutine mit Konsequenz. Wer beide Zahlen nicht trennt, trainiert regelmäßig das falsche von beiden.

Up and downs

Notieren Sie bei jedem verfehlten Grün, ob Sie in zwei Schlägen fertig waren. Handicap 15 schafft das etwa einmal von fünf, ein guter Clubspieler einmal von zwei. Sind Grüns in Regulation und Quote beide tief, wohnen dort Ihre nächsten vier Schläge.

Verfeinern lässt sich das mit einer Unterscheidung, die zwei Minuten pro Runde kostet: aus welcher Situation der Rettungsversuch kam, also Bunker, Rough oder kurzes Gras vom Vorgrün. Fast alle Amateure sind vom Vorgrün deutlich besser als aus dem Bunker, und trotzdem üben sie überwiegend Bunkerschläge, weil die spektakulärer sind.

Strafschläge und ihre Ursache

Jeder Strafschlag mit einem Wort zur Entscheidung dahinter: Driver, Layup, Wasser, Aus. Die meisten verschenken so zwei bis vier Schläge pro Runde, fast alle an drei oder vier Löchern ihrer Heimplätze. Das ist Platzmanagement, keine Technik.

Die Auswertung dieser Spalte ist regelmäßig der unangenehmste Teil der ganzen Übung, weil dieselben drei Löcher immer wieder auftauchen. Genau deshalb ist sie die wertvollste: Vier Runden reichen, damit das Muster unbestreitbar wird, und eine geänderte Schlägerwahl an drei Löchern kostet nichts und wirkt sofort.

Die Richtwerte, an denen Sie sich messen

Zahlen ohne Vergleichsgröße sind Dekoration. Grob und für eine Runde über achtzehn Löcher gilt: Ein Spieler, der regelmäßig um die 100 Schläge braucht, trifft typischerweise drei bis fünf Fairways, ein bis drei Grüns in Regulation, hat drei oder mehr Drei-Putts und verwandelt etwa jedes fünfte Up and down.

Wer die 90 anstrebt, braucht davon vor allem zwei Dinge: weniger Strafschläge und weniger Drei-Putts. Beide sind ohne technische Arbeit erreichbar, das eine über die Schlägerwahl vom Abschlag, das andere über zehn Minuten lange Putts vor der Runde.

Wer die 80 anstrebt, kommt an den Grüns in Regulation nicht vorbei, und die hängen an der Distanzkontrolle mit Eisen und Wedges. Ab dieser Stufe wird die Statistik zum Trainingsplan und nicht mehr nur zur Diagnose.

Verwenden Sie diese Größenordnungen als Orientierung, nicht als Norm. Der einzige Vergleich, der wirklich zählt, ist der mit Ihren eigenen Zahlen aus dem Vorjahr.

Was die Zahlen nicht sagen

Fünf Statistiken sind ein Überblick und keine Diagnose. Sie sagen, wo die Schläge verloren gehen, nicht warum, und die Versuchung, aus einer Zahl eine technische Ursache abzuleiten, führt regelmäßig in die Irre.

Wenige getroffene Fairways können am Schwung liegen, an der Zielrichtung, am Schläger vom Abschlag oder daran, dass Sie einen Platz von zu weit hinten spielen. Die Zahl grenzt das Feld ein; die Ursache findet ein PGA-Professional in zwanzig Minuten, und mit der Statistik in der Hand geht das schneller als ohne.

Was Sie mit den Zahlen machen

Addieren Sie nach drei oder vier Runden. Die Kategorie mit dem größten Abstand zum Richtwert für Ihren Zielscore ist Ihr Trainingsplan, und in Deutschland sollte sie den Winter genauso bestimmen wie den Sommer: Kurzes Spiel und Treffqualität sind genau das, was eine Indoor-Anlage zwischen November und März verbessern kann.

Arbeiten Sie an einer Kategorie pro Quartal, nicht an fünf gleichzeitig. Und messen Sie erneut, statt sich auf das Gefühl zu verlassen: Der ganze Sinn der Übung liegt darin, dass eine Verbesserung sichtbar wird, auch wenn der Score in derselben Zeit gleich geblieben ist, weil das Wetter schlechter war.

Wo Sie das in Deutschland erfassen

Die Rückseite jeder Scorekarte reicht vollständig aus, und sie kostet nichts. Fünf Spalten neben den Löchern, ein Kreuz und ein Buchstabe pro Zeile, etwa eine Minute pro Loch.

Wer nichts aufschreiben mag: Arccos und Shot Scope erfassen dieselben Statistiken über Sensoren in den Griffen, und die App des Deutschen Golf Verbands hält die Runden Loch für Loch fest. Die Sensorsysteme kosten einmalig einen dreistelligen Betrag in € und liefern zusätzlich die Distanzen, die Sie tatsächlich schlagen.

Die Distanztabelle, ohne die mehrere dieser Zahlen schwer zu deuten sind, holen Sie sich im Winter in einer Indoor-Box mit Launch Monitor, die es in fast allen deutschen Großstädten stundenweise gibt, oder in den Fitting-Bereichen der großen Golfzentren.

Und die Auswertung selbst ist eine gute halbe Stunde mit dem Pro Ihrer Anlage wert. Die meisten sehen aus fünf Zahlen sofort, woran zu arbeiten ist, und das ist eine deutlich bessere Verwendung einer Trainerstunde als das Schlagen von Bällen ohne Fragestellung.

Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Anbietern oder Verbänden.

Drei Runden, nicht dreißig

Die häufigste Ausrede lautet, drei Runden seien keine belastbare Stichprobe. Das stimmt für feine Unterschiede und ist für den Zweck hier gleichgültig: Sie suchen nicht die dritte Nachkommastelle, sondern die Kategorie, in der Sie am weitesten vom Ziel entfernt sind, und die springt nach drei Runden ins Auge.

Fangen Sie also an, statt auf den richtigen Moment zu warten. Eine Karte, ein Stift, fünf Spalten, und nach drei Wochen wissen Sie mehr über Ihr Spiel als nach drei Jahren Erinnerung.

Beginnen Sie mit einer Karte

  • Getroffene Fairways und die Seite der Fehler.
  • Grüns in Regulation, die Seite der Fehler und ob kurz oder lang.
  • Drei-Putts und gelochte Putts innerhalb von drei Metern.
  • Verwandelte Up and downs, getrennt nach Bunker, Rough und Vorgrün.
  • Strafschläge samt Entscheidung, in einem Wort.

Etwa eine Minute pro Loch, und eine Saison Raten wird zu einem Winter richtigen Trainings.

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