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Ausrüstung

Putter-Fitting: Länge, Lie und Balance

Ein Putter-Fitting löst die Startlinie und damit die Putts unter drei Metern. Die Länge eines Zwölf-Meter-Putts löst es nicht.

La rédaction Panxis Golf, Deutschland-Desk (Thomas Berger) · · 7 min
Golfer beim Putten vor dem Clubhaus
Photo Martin Magnemyr / Pexels

Kurz gefasst

  • Die meisten Putter ab Stange sind zu lang: Falltest für die Augenposition.
  • Spitze in der Luft heißt links, Ferse hoch heißt rechts.
  • Gassenübung mit zwei Schlägern zeigt in dreißig Sekunden Bogen oder gerade.
  • Kopfform ist eine Frage der Zielbarkeit, nicht der Fehlerverzeihung.
  • Anpassung von Länge und Lie kostet einen kleinen zweistelligen Betrag.

Der Putter kommt bei fast 40 Prozent Ihrer Schläge zum Einsatz und wird am häufigsten nach dem Aussehen gekauft. Drei Maße entscheiden, ob er hilft: Länge, Lie-Winkel und Kopfbalance. Keines ist teuer zu prüfen, und alle drei zählen mehr als die Marke auf der Sohle.

Vorweg eine Einschränkung, die viel Geld spart: Ein Putter-Fitting löst Probleme mit der Startlinie und damit Putts innerhalb von etwa drei Metern. Über die Länge eines Zwölf-Meter-Putts entscheidet nichts am Schläger, sondern ausschließlich die Bewegung. Wer wegen dreier Drei-Putts pro Runde einen neuen Putter erwägt, löst deshalb häufig das falsche Problem.

Länge: die meisten Putter ab Stange sind zu lang

Die üblichen 86 oder 89 Zentimeter stammen aus einer aufrechteren Ansprechposition, als die meisten sie einnehmen. Ein zu langer Schaft schiebt die Hände vom Körper weg, legt die Augen innerhalb des Balls und richtet das Blatt weiter links aus, als Sie glauben. Sie gleichen aus, und der Ausgleich kommt mit auf den Platz.

Sprechen Sie den Ball wie gewohnt an und lassen Sie den Abstand von den Händen zum Boden messen. Bringt ein kürzerer Putter die Augen bei hängenden Armen über oder knapp innerhalb des Balls, ist das Ihre Länge.

Der Test dafür kostet nichts: Sprechen Sie einen Ball an, lassen Sie aus dem eigenen Auge einen zweiten Ball fallen und schauen Sie, wo er aufkommt. Direkt auf dem ersten Ball oder wenige Zentimeter innerhalb davon ist richtig; deutlich innerhalb heißt, dass der Putter zu lang ist, deutlich außerhalb, dass Sie zu weit über dem Ball stehen.

Kürzen ist billig und in jeder Werkstatt in Minuten erledigt. Beachten Sie nur, dass ein gekürzter Putter leichter im Kopf wirkt; ein schwereres Griffende oder ein Gewicht im Kopf gleicht das aus, und die meisten Pros haben beides vorrätig.

Lie-Winkel: die Sohle sagt die Wahrheit

Spitze in der Luft heißt, das Blatt zielt im Treffmoment nach links. Ferse hoch heißt nach rechts. In beiden Fällen startet der Ball außerhalb der Linie, bevor die Bewegung beginnt. Der Lie lässt sich bei den meisten Puttern mit Stahlschaft in wenigen Minuten anpassen.

Prüfen lässt sich das zu Hause: Stellen Sie sich auf einen harten, ebenen Boden in Ihre gewohnte Ansprechposition und lassen Sie jemanden von vorn fotografieren. Steht die Sohle nicht flach auf, stimmt der Lie nicht, und keine Bewegungskorrektur der Welt gleicht das dauerhaft aus.

Länge und Lie hängen dabei zusammen: Ein zu langer Putter zwingt Sie aufrechter zu stehen und lässt die Spitze abheben. Wer die Länge korrigiert, muss den Lie erneut prüfen, und ein guter Fitter tut das automatisch in dieser Reihenfolge.

Balance: Kopf und Bewegung zusammenbringen

Balancieren Sie den Schaft auf dem Finger. Blatt zum Himmel heißt face-balanced und passt zu einer geraden Bewegung, Spitze nach unten heißt spitzenlastig und passt zum Bogen. Die meisten haben einen Bogen, und ein face-balanced Mallet lässt sie den ganzen Tag dagegen arbeiten.

Welche Bewegung Sie haben, sehen Sie in dreißig Sekunden: Legen Sie zwei Schläger als schmale Gasse auf das Übungsgrün und putten Sie hindurch. Streift der Putterkopf im Rückschwung den inneren Schläger, haben Sie einen Bogen; bleibt er mittig, ist Ihre Bewegung gerade.

Wichtig ist dabei die Reihenfolge: Der Schläger passt sich der Bewegung an und nicht umgekehrt. Wer seit zwanzig Jahren mit einem Bogen puttet, sollte keinen face-balanced Putter kaufen und dann den Bogen abtrainieren.

Kopfform ist Zielen, nicht Mode

Blade oder Mallet ist weniger eine Frage der Fehlerverzeihung als der Zielbarkeit. Manche richten ein schlichtes Blade perfekt aus und bekommen ein großes Mallet nie gerade, und umgekehrt genauso. Lassen Sie das Zielen mit dem Laser an zwei oder drei Formen prüfen und kaufen Sie die, mit der Sie gerade zielen.

Das ist der am meisten unterschätzte Teil des ganzen Themas. Untersuchungen und die Erfahrung jedes Fitters zeigen dasselbe Bild: Ein erheblicher Teil der Amateure zielt mit ihrem eigenen Putter systematisch daneben, meist nach links, und korrigiert das unbewusst im Schwung. Wer diesen Fehler entfernt, locht kurze Putts, ohne irgendetwas gelernt zu haben.

Griff und Gewicht, die zwei Nachjustierungen

Dicke Puttergriffe sind seit Jahren verbreitet, und sie tun genau eine Sache: Sie reduzieren die Aktivität der Hände. Wer seine kurzen Putts zieht oder unter Druck einen kurzen, hektischen Schlag macht, hat mit einem dickeren Griff oft mehr Erfolg als mit einem neuen Kopf. Wer dagegen ein feines Gefühl für die Länge hat, verliert mit einem sehr dicken Griff etwas davon.

Beim Kopfgewicht gilt eine grobe Regel: schwerere Köpfe passen zu langsamen Grüns und zu Spielern, die den Putt eher gleiten lassen; leichtere Köpfe zu schnellen Grüns. Auf deutschen Anlagen im Frühjahr, wenn die Grüns langsam sind, ist ein etwas schwererer Kopf angenehmer, und viele moderne Putter erlauben den Tausch der Sohlengewichte.

Was ein Fitting nicht löst

Die Länge eines langen Putts. Sie entsteht ausschließlich aus der Bewegung, und kein Bauteil des Schlägers ändert daran etwas. Wer pro Runde drei Drei-Putts hat, sollte zehn Minuten vor jeder Runde lange Putts rollen lassen statt einen Termin zu machen.

Ebenso wenig löst ein Fitting eine Bewegung, die unter Druck zusammenbricht. Der Meterputt am siebzehnten Grün wird kürzer und hektischer, weil die Hände übernehmen, und dagegen hilft eine Übungsroutine mit Konsequenz: zehn Meterputts in Folge vor dem Nachhausegehen, bei jedem Fehlschlag von vorn.

Und es löst nicht die Grüngeschwindigkeit. Deutsche Grüns sind im April nach dem Winter langsam und im August doppelt so schnell, und dieselbe Bewegung ergibt völlig verschiedene Längen. Zehn Minuten Übungsgrün vor jeder Runde sind die Antwort darauf, nicht ein neuer Schläger.

Wo Sie kaufen und prüfen lassen

Größere Filialen einer Golfkette führen Fittingbereiche mit Puttfläche und passen Länge und Lie vor Ort an. Spezialisierte Online-Shops decken das Sortiment ab, eine große Sportkette den Einstieg. Ein neuer Marken-Putter liegt meist im dreistelligen Bereich in €, während eine Längen- oder Lie-Anpassung nur einen kleinen zweistelligen Betrag kostet.

Unabhängige Fitter, die an Driving Ranges arbeiten, nehmen sich für Ziel- und Bewegungsanalyse meist mehr Zeit als eine Ladenkabine. Der Pro-Shop Ihres Clubs ist für eine reine Anpassung der schnellste Weg, und die meisten PGA-Professionals kürzen und biegen direkt in der Werkstatt.

Der Winter ist die bessere Jahreszeit für einen Termin, weil im März und April die Kabinen der großen Häuser wochenlang belegt sind. Indoor-Anlagen mit Puttfläche gibt es in den meisten deutschen Großstädten stundenweise.

Panxis Golf unterhält keine geschäftliche Verbindung zu diesen Anbietern und erhält keine Provision auf Ihren Einkauf.

Gebraucht kaufen, wenn überhaupt

Putter sind die Schläger, bei denen der Gebrauchtmarkt am wenigsten Risiko birgt. Es gibt keine ermüdende Schlagfläche, keinen Schaft, der sich verändert, und keine Technologie, die nach drei Jahren überholt wäre; ein zehn Jahre alter Putter in gutem Zustand ist unverändert brauchbar.

Prüfen Sie zwei Dinge. Erstens den Zustand des Einsatzes an der Schlagfläche, weil ein beschädigter oder ausgehärteter Insert das Rollverhalten ändert. Zweitens die Länge, weil viele gebrauchte Putter bereits gekürzt wurden und die Angabe im Inserat regelmäßig die Katalogangabe wiederholt statt der tatsächlichen.

Der günstigste Weg zu einem passenden Putter führt deshalb häufig über einen gebrauchten Kopf in der Form, mit der Sie gerade zielen, und eine anschließende Anpassung von Länge, Lie und Griff beim Pro. Das kostet zusammen einen Bruchteil eines neuen Modells und ist am Ende besser angepasst.

Bevor Sie Geld ausgeben

  • Prüfen Sie den Lie Ihres jetzigen Putters auf hartem Boden.
  • Machen Sie den Falltest für die Augenposition und die Gassenübung für die Bewegung.
  • Lassen Sie Ihr Zielen messen, bevor Sie einkaufen.
  • Testen Sie auf einem echten Grün, nicht auf dem Ladenteppich, der schneller läuft als alles, was Sie im April spielen.
  • Zählen Sie zuerst Ihre Drei-Putts: Wenn es viele sind, ist die Länge das Thema und nicht der Schläger.

Ein angepasster Putter, den Sie schon besitzen, schlägt einen neuen, der nicht passt.

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