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Ausrüstung

Putter kaufen in der Schweiz: Länge, Lie und Balance prüfen

Der Preis sagt wenig darüber, ob ein Putter zu Ihnen passt. Prüfen Sie zuerst, ob Ihre Schläge bei drei oder bei neun Metern verloren gehen, dann Augenposition, Lie und Balance, und passen Sie im Zweifel den vorhandenen Putter an.

La rédaction Panxis Golf, Deutschschweiz-Desk (Reto Brunner) · · 7 min
Golfer beim Putten vor dem Clubhaus
Photo Martin Magnemyr / Pexels

Kurz gefasst

  • Ein Putter verbessert die Startlinie, nicht die Länge langer Putts.
  • Falltest: Ein Ball vom Nasenrücken soll auf oder knapp innerhalb des Balls landen.
  • Die Sohle muss beim Ansprechen flach aufliegen.
  • Face-balanced passt zur geraden Bewegung, spitzenlastig zum Bogen.
  • Neue Putter kosteten am 17.09.2026 in der Schweiz zwischen CHF 149.90 und CHF 999.90.

Am 17.09.2026 kostete ein neuer Putter in der Schweiz zwischen CHF 149.90 und CHF 999.90. Dazwischen liegen Ping Scottsdale-Modelle für CHF 299, Odyssey Ai-Dual-Modelle zwischen CHF 349.90 und CHF 419.90 und Scotty Cameron Studio Style für CHF 529.90. Die Preisspanne erzählt viel über Marken und Material, aber fast nichts darüber, ob ein Putter zu Ihnen passt. Dafür sind drei Masse zuständig, die man in keiner Produktbeschreibung findet, weil sie von Ihrem Körper abhängen: Länge, Lie-Winkel und Balance.

Bevor Sie Geld ausgeben, lohnt sich eine ehrliche Vorfrage: Wo verlieren Sie auf dem Grün Schläge?

Was ein Putter lösen kann, und was nicht

Ein passender Putter bringt den Ball zuverlässiger auf die gewählte Startlinie. Das entscheidet über Putts bis etwa drei Meter. Über die Länge eines Zwölf-Meter-Putts entscheidet dagegen nur die Bewegung, und kein Bauteil am Schläger ändert daran etwas.

Ein einfacher Test ist der Putting-Parcours der Schweizer Platzreife: je drei Löcher aus 3, 6 und 9 Metern, höchstens 21 Schläge. Spielen Sie ihn zweimal und notieren Sie, wo die Schläge hinzukommen. Verfehlen Sie vor allem aus drei Metern, ist die Startlinie das Thema, und ein Putter-Check kann helfen. Brauchen Sie aus neun Metern regelmässig drei Putts, ist es die Länge, und die trainiert man auf dem Übungsgrün, nicht im Laden. Dazu steht mehr im Artikel über lange Putts.

Länge: die Augen über den Ball bringen

Viele Putter werden in Standardlängen verkauft, die eine aufrechtere Haltung voraussetzen, als die meisten Spielerinnen und Spieler tatsächlich einnehmen. Ein zu langer Schaft drückt die Hände vom Körper weg, hebt die Spitze an und bringt die Augen hinter die Ball-Linie. Die Folge ist ein Ball, der links startet, obwohl die Ausrichtung stimmt.

Prüfen lässt sich das in einer Minute. Nehmen Sie Ihre normale Ansprechposition ein, halten Sie einen zweiten Ball an den Nasenrücken und lassen Sie ihn fallen. Landet er auf dem Ball am Boden oder knapp innerhalb der Linie, stimmt die Augenposition. Landet er deutlich innerhalb, stehen Sie zu weit weg, meist weil der Putter zu lang ist.

Ein Putter lässt sich kürzen, das ist eine kleine Werkstattarbeit. Beachten Sie aber: Ein gekürzter Schaft verändert das Gefühl für das Kopfgewicht, und nach dem Kürzen muss der Griff ohnehin neu montiert werden. Viele Fachgeschäfte bieten den Griffwechsel ausdrücklich auch für Putter an.

Lie-Winkel: die Sohle muss flach aufliegen

Steht beim Ansprechen die Spitze des Putters in der Luft, zeigt die Schlagfläche im Treffmoment leicht nach links. Steht die Ferse hoch, zeigt sie nach rechts. In beiden Fällen startet der Ball neben der Linie, bevor die Bewegung überhaupt eine Rolle spielt.

Der Test zu Hause: auf einem harten, ebenen Boden ansprechen und sich von vorne fotografieren lassen. Die Sohle sollte flach aufliegen, allenfalls mit einem Blatt Papier Luft unter der Spitze. Wichtig: Länge und Lie hängen zusammen. Wer den Putter kürzt, steht danach tiefer und muss den Lie noch einmal prüfen.

Balance: der Kopf muss zur Bewegung passen

Legen Sie den Schaft kurz unterhalb des Griffs auf einen Finger und lassen Sie den Kopf hängen.

  • Schlagfläche zeigt nach oben: «face-balanced». Passt zu einer Bewegung, die ziemlich gerade zurück und gerade durch geht.
  • Spitze zeigt nach unten: spitzenlastig. Passt zu einer Bewegung mit sichtbarem Bogen, bei der die Fläche im Rückschwung öffnet und im Durchschwung schliesst.

Welche Bewegung Sie haben, zeigt eine Gasse aus zwei Schlägern auf dem Übungsgrün, knapp breiter als der Putterkopf. Streift der Kopf im Rückschwung den inneren Schläger, haben Sie einen Bogen. Bleibt er in der Mitte, eine gerade Bewegung. Entscheidend ist die Reihenfolge: Der Putter passt sich der Bewegung an, nicht umgekehrt.

Kopfform: Sie müssen damit zielen können

Blade oder Mallet ist weniger eine Frage der Fehlerverzeihung als der Ausrichtung. Manche richten einen schlichten Blade-Putter perfekt aus und bekommen einen grossen Mallet nie gerade hin, bei anderen ist es umgekehrt. Linien auf dem Kopf helfen den einen und irritieren die anderen.

Testen lässt sich das nur mit einer Messung oder einem ehrlichen Partner. Legen Sie auf dem Übungsgrün einen Ball auf drei Meter vor ein Loch, richten Sie den Putter aus und lassen Sie jemanden von hinten prüfen, wohin die Fläche zeigt, bevor Sie putten. Wiederholen Sie das mit zwei, drei Kopfformen. Die Form, mit der Sie am häufigsten richtig zielen, ist Ihre, egal wie sie aussieht.

Griff und Gewicht

Dicke Puttergriffe reduzieren die Aktivität der Hände. Wer kurze Putts unter Druck zieht oder schiebt, kann das ausprobieren. Wer dagegen viel Gefühl in den Fingern braucht, bleibt bei einem dünneren Griff. Beim Kopfgewicht gilt eine grobe Richtschnur: schwerere Köpfe fühlen sich auf langsamen Grüns stabiler an, leichtere auf schnellen. Weil Schweizer Grüns im April nach dem Winter oft langsamer laufen als im Hochsommer, lohnt sich ein Test zu der Jahreszeit, in der Sie am meisten spielen.

Gebraucht kaufen: beim Putter am wenigsten riskant

Putter altern langsamer als andere Schläger. Es gibt keine Schlagfläche, die ermüdet, und kaum Technologie, die nach zwei Jahren überholt ist. Prüfen Sie beim Gebrauchtkauf zwei Dinge: den Zustand eines allfälligen Einsatzes in der Schlagfläche und die tatsächliche Länge, denn viele Putter wurden vom Vorbesitzer schon angepasst.

Der günstigste Weg zu einem passenden Putter führt deshalb oft über einen gebrauchten Kopf in der Form, mit der Sie gut zielen, und eine anschliessende Anpassung von Länge, Lie und Griff.

Bevor Sie einen neuen Putter kaufen

  • Platzreife-Parcours spielen: Liegt das Problem bei 3 Metern oder bei 9?
  • Falltest für die Augenposition, Foto für den Lie, Gasse für die Bewegung.
  • Zielen mit zwei oder drei Kopfformen prüfen lassen.
  • Auf echtem Gras testen, nicht nur auf dem Ladenteppich.
  • Erst den vorhandenen Putter anpassen lassen, dann über einen neuen nachdenken.

Wer nach dem Kauf wissen will, wie Putter, Griff und Stand zusammenspielen, findet die Grundlagen im Artikel über Griff und Stand, und wie man den neuen Putter in die Übungszeit einbaut, in dem über die Übungsstunde.

Wo kaufen und prüfen lassen in der Schweiz

Mit Fitting. Ein grosser Schweizer Fachhändler nennt beim Club Fitting ausdrücklich den ganzen Bereich «vom Driver bis zum Putter» und arbeitet nach eigenen Angaben mit Trackman und Foresight. Das Fitting wird nach Zeitaufwand verrechnet und beim Kauf vollständig angerechnet. Auch in Zürich bieten Fachgeschäfte Einzel-Fittings und Reparaturarbeiten an. Wie ein Fitting grundsätzlich abläuft, zeigt der Artikel zum Eisen-Fitting.

Mit einem Pro. Bevor Sie einen Putter wegen der Startlinie ersetzen, lohnt sich eine Lektion zum Putten. Die Academy der Migros Golfparks führt in ihrem Kursangebot Module zu einzelnen Themen, darunter «Tour Putting». Ein Pro sieht in wenigen Minuten, ob die Schlagfläche beim Ansprechen schief steht, ob die Augen hinter der Linie liegen oder ob die Bewegung unter Druck die Richtung ändert. Erst wenn diese drei Punkte geklärt sind, weiss man, was ein neuer Putter überhaupt verbessern soll.

Auf dem Platz. Auch Pro-Shops auf den Anlagen bieten Fittings an. Im Engadin etwa wirbt der Pro-Shop in Zuoz mit Clubfitting und dem Vermessen des Putting-Strokes. Der Vorteil eines Tests auf der Anlage: Geputtet wird auf echtem Gras, nicht auf einem Teppich, der schneller läuft als die meisten Grüns im Frühling.

Demo und Occasion. Ein Schweizer Händler führt eine eigene Rubrik mit Demo-Puttern. Auf Online-Marktplätzen bieten Private gebrauchte Putter an; fragen Sie dort nach Länge und Lie, bevor Sie bieten.

Beim Griff. Wer nur den Griff dicker oder dünner haben will, braucht keinen neuen Putter. Ein Schweizer Händler verrechnet für den Wechsel CHF 8 pro Griff, wenn der Griff dort gekauft wird, und CHF 12 bei einem mitgebrachten.

Panxis Golf hat keine geschäftliche Beziehung zu den genannten Händlern und erhält keine Provision. Die Preise wurden am 17.09.2026 auf den Websites abgelesen und können sich ändern.

Wie diese Seite entstanden ist

Die Putterpreise und die Kosten für den Griffwechsel wurden am 17.09.2026 bei Golfers Paradise (Schweiz) abgelesen. Panxis hat keine geschäftliche Beziehung zu diesem Händler.

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