Laser oder GPS-Uhr: Regeln, Preise in CHF und die richtige Wahl
Der Laser misst exakt, was Sie sehen, das GPS zeigt Anfang, Mitte und Ende des Grüns auch ohne Sichtlinie. Welches Gerät sich lohnt, hängt von Ihren Plätzen und Ihrem Handicap ab, und beide nützen nur, wenn Sie die Carry-Distanzen Ihrer Schläger kennen.
Kurz gefasst
- Entfernungsmesser sind nach Regel 4.3a erlaubt, Slope-Messung und Schlägerempfehlungen nicht.
- An Swiss-Golf-Turnieren U12 und U14 sind Entfernungsmesser laut Hard Card 2026 verboten.
- Laser für bekannte Plätze und die exakte Fahne, GPS für neue und hügelige Plätze.
- Auf Bergplätzen wie Samedan fliegt der Ball weiter: Das zeigt kein Gerät an.
- Bei einem Schweizer Händler kosteten Laser am 17.09.2026 ab CHF 229.90, GPS-Uhren ab CHF 199.90.
Bei einem Schweizer Händler kostete ein Laser-Entfernungsmesser am 17.09.2026 zwischen CHF 229.90 (Zoom Focus S2) und CHF 719 (Garmin Approach Z82), eine GPS-Golfuhr zwischen CHF 199.90 (Garmin Approach S12 oder Bushnell Ion Elite) und CHF 599.90 (Garmin Approach S70). Beide Gerätetypen liefern Distanzen, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen. Der Laser misst die exakte Entfernung zu einem Ziel, das Sie sehen. Das GPS nennt Anfang, Mitte und Ende eines Grüns, das Sie vielleicht nicht sehen.
Bevor es um die Wahl geht, eine Vorbemerkung, die viel Geld sparen kann: Eine exakte Distanz nützt nur, wenn Sie wissen, wie weit Ihre Schläger tragen. Wer das nicht weiss, kauft eine präzise Zahl, mit der er nichts anfangen kann.
Was die Regeln erlauben, auch in der Schweiz
Nach Regel 4.3a(1) der Golfregeln dürfen Sie während der Runde Informationen zu Distanz und Richtung einholen, etwa mit einem Entfernungsmesser. Nicht erlaubt sind:
- das Messen von Höhenunterschieden (die «Slope»-Funktion);
- Geräte, die Distanzen interpretieren, also zum Beispiel eine Schlägerempfehlung oder Spiellinie auf Basis der Ballposition geben;
- das Messen der Windgeschwindigkeit auf dem Platz.
Die Spielleitung kann den Gebrauch von Entfernungsmessern mit einer Platzregel (Muster-Platzregel G-5) ganz verbieten. Der Verstoss gegen Regel 4.3 kostet beim ersten Mal die Grundstrafe, beim zweiten Mal folgt die Disqualifikation.
Ein Schweizer Beispiel für ein solches Verbot steht in der Hard Card 2026 von Swiss Golf: An allen Swiss-Golf-Turnieren der Kategorien U12 und U14 dürfen Spielerinnen und Spieler während der Runde keine Distanzangaben aus elektronischen Entfernungsmessgeräten erhalten. Wer Juniorinnen oder Junioren begleitet, sollte das wissen. Für Erwachsene gilt die allgemeine Regel, sofern die Ausschreibung nichts anderes sagt.
Praktisch heisst das: Wer ein Gerät mit Slope-Funktion kauft, muss sie im Wettspiel abschalten können. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob und wie das beim gewählten Modell geht.
Wo der Laser stark ist
Präzision zur Fahne. Zielen, auslösen, und Sie haben die Entfernung zur Fahne auf etwa einen Meter genau. Das zählt vor allem unter 140 Metern, wo ein paar Meter über Putt oder Chip entscheiden.
Distanzen zu allem, was sichtbar ist. Der Laser misst auch die Vorderkante eines Bunkers, einen Baum am Dogleg oder den Beginn eines Bachs. Genau diese Zahlen braucht man für die Frage, ob ein Schlag etwas überfliegt.
Die Schwäche: die Sichtlinie. Bei einem blinden Grün hinter einer Kuppe, bei einem Dogleg oder bei tief stehender Herbstsonne misst er nichts oder das Falsche. Auf hügeligen Voralpen- und Bergplätzen kommt das öfter vor als im flachen Mittelland.
Wo das GPS stark ist
Überblick ohne Zielen. Eine GPS-Uhr zeigt Anfang, Mitte und Ende des Grüns, sobald Sie beim Ball stehen. Auf einem unbekannten Platz sind diese drei Zahlen oft wertvoller als die exakte Fahnendistanz, weil sie zeigen, wie viel Platz vor und hinter der Fahne ist.
Tempo. Eine Uhr wird im Gehen abgelesen. Ein Laser muss aus der Tasche, ausgerichtet und wieder verstaut werden. Über 18 Löcher und vier Spielerinnen oder Spieler im Flight macht das einen Unterschied, den auch der Flight hinter Ihnen bemerkt.
Die Schwäche: Kartendaten. Eine GPS-Uhr ist so gut wie die Karte des Platzes. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob die Plätze, die Sie spielen, in der Datenbank des Herstellers vorhanden sind, und ob für Funktionen ein Abonnement nötig ist.
Welches Gerät für wen
| Situation | Eher Laser | Eher GPS |
|---|---|---|
| Sie spielen meist denselben Platz | ja | |
| Sie spielen oft neue Plätze, auch in den Ferien | ja | |
| Hügelige Bergplätze mit blinden Grüns | ja | |
| Flache Anlagen mit vielen Hindernissen vor dem Grün | ja | |
| Handicap über etwa 25 | ja, Grünmitte genügt | |
| Tiefes Handicap, Angriff auf die Fahne | ja |
Beim Handicap lohnt sich ein Gedanke: Wer eine grosse Streuung hat, gewinnt mehr durch das Anspielen der Grünmitte als durch die exakte Fahnendistanz, weil die eigene Streuung grösser ist als der Unterschied zwischen Mitte und Fahne.
Was kein Gerät anzeigt: Höhe, Kälte, Carry
Die Zahl auf dem Display ist nur die halbe Antwort. Die andere Hälfte ist, wie weit Ihr Schläger heute trägt.
- Höhe: Auf Bergplätzen fliegt der Ball in der dünneren Luft weiter. Die Golfanlage Samedan im Engadin liegt auf rund 1’720 Metern. Wer dort mit den Distanzen aus dem Unterland spielt, schlägt regelmässig über das Grün. Eine Slope-Funktion würde das nicht korrigieren, und im Wettspiel ist sie ohnehin nicht erlaubt.
- Kälte und weicher Boden: An einem Aprilmorgen im Mittelland trägt derselbe Schlag spürbar weniger weit als im August, und nasser Boden nimmt den Rollweg.
- Carry oder Gesamtweite: Das Gerät nennt die Distanz bis zur Fahne. Ob der Ball den Bunker davor überfliegt, entscheidet die Carry-Distanz Ihres Schlägers. Wie Sie diese messen, zeigt der Artikel über Wedge-Distanzen, und wie ein Launchmonitor sie ermittelt, der über Launchmonitore.
Die Alternative, die nichts kostet
Bevor Sie etwas kaufen, spielen Sie drei Runden mit dem, was es gratis gibt: Distanzmarkierungen auf dem Platz, sofern Ihre Anlage welche hat, die Längenangaben auf der Scorekarte und eine kostenlose Golf-App auf dem Telefon. Der Golfpark Holzhäusern etwa veröffentlicht auf seiner Website die Längen jedes Lochs für alle Abschläge. Zählen Sie nach drei Runden, wie oft Ihnen eine Zahl gefehlt hat, die ein Gerät geliefert hätte. Liegt die Antwort unter drei, brauchen Sie vorerst kein Gerät, sondern eine Distanztabelle Ihrer Schläger.
Wer ohnehin mit Handy auf der Runde ist, kann zudem mit der Swiss Golf App eine General-Play-Runde anmelden. Beim Einsatz von Apps gilt allerdings dieselbe Grenze wie bei Geräten: reine Distanzangaben ja, Schlägerempfehlungen während der Runde nein.
Kleine Dinge, die im Alltag zählen
- Batterie: Viele Laser laufen mit Knopfzellen, die ohne Vorwarnung mitten in der Runde leer sein können. Eine Ersatzzelle gehört ins Seitenfach.
- Wetter: Schweizer Runden finden oft im Nieselregen statt. Achten Sie auf die Angaben des Herstellers zur Wasserfestigkeit.
- Uhr im Alltag: Wer eine GPS-Golfuhr auch als Sportuhr trägt, lädt sie häufiger und hat sie seltener leer auf dem Platz.
Vor dem Kauf
- Drei Runden mit Scorekarte und App spielen und zählen, was fehlt.
- Die Carry-Distanzen der eigenen Schläger kennen.
- Bei Slope-Geräten prüfen, ob sich die Funktion für Wettspiele abschalten lässt.
- Bei GPS prüfen, ob die eigenen Plätze kartiert sind und ob ein Abo nötig ist.
- Juniorinnen und Junioren: An Swiss-Golf-Turnieren U12 und U14 sind Entfernungsmesser nicht erlaubt.
Welche Regeln sonst auf Schweizer Runden oft falsch angewendet werden, zeigt der Artikel über Regelirrtümer. Und wer die Distanz kennt, aber aus dem Sand scheitert, findet Hilfe beim Bunkerschlag oder beim Chippen.
Wo kaufen in der Schweiz
Laser und GPS-Uhren gibt es unter anderem von Bushnell, Garmin und Zoom. Preise bei einem Schweizer Händler am 17.09.2026: Laser zum Beispiel Zoom Focus S2 CHF 229.90, Bushnell Tour V6 CHF 319.90, Bushnell Pro X3+ CHF 599.90; GPS-Uhren zum Beispiel Garmin Approach S12 CHF 199.90, Approach S44 CHF 299.90, Approach S70 ab CHF 549.90. Ein Fitting für die Distanzen der eigenen Schläger wird in manchen Fachgeschäften nach Zeitaufwand berechnet und beim Schlägerkauf angerechnet; was es zeigt, beschreibt der Artikel zum Eisen-Fitting.
Gebraucht: Für gebrauchte Geräte ist ein Online-Marktplatz eine Option; prüfen Sie dort, ob eine Slope-Funktion vorhanden und abschaltbar ist.
Ausprobieren: Fragen Sie im Pro-Shop Ihres Clubs, ob ein Testgerät für eine Runde verfügbar ist. Ein Laser, der im Laden auf zwanzig Meter misst, sagt wenig darüber, wie schnell er auf eine Fahne in 140 Metern mit Bäumen dahinter reagiert.
Die Preise wurden am 17.09.2026 auf den Websites von Händlern abgelesen und können sich ändern.
Wie diese Seite entstanden ist
Preise am 17.09.2026 bei Golfers Paradise (Schweiz) abgelesen. Panxis hat keine geschäftliche Beziehung zu diesem Händler und erhält keine Provision.






