Occasionsschläger in der Schweiz: halber Preis, wenn die Spezifikation stimmt
Ein gebrauchter Eisensatz kostet im Schweizer Fachhandel oft die Hälfte des Neupreises und spielt sich kaum anders. Das Risiko liegt nicht in der Leistung, sondern darin, einen Schaft oder eine Länge zu kaufen, die nicht zu Ihnen passt.
Kurz gefasst
- Flex, Länge und Lie kennen, bevor Sie suchen.
- Rillen und Griffe nutzen sich ab, Köpfe und Schäfte kaum.
- Sohle, Schaft und Hosel prüfen und die Länge selbst nachmessen.
- Fachhandel mit Second-Hand-Abteilung und Demo-Schläger bieten Prüfung, offene Marktplätze nicht.
- Neue Griffe und eine Lie-Kontrolle gleich in den Preis einrechnen.
Ein Callaway-Apex-Ai200-Eisensatz, Eisen 5 bis Pitching Wedge, kostet neu bei einem Schweizer Händler CHF 1’599. In der Second-Hand-Abteilung eines Fachgeschäfts in Zürich stand am 17. September 2026 derselbe Satz gebraucht für CHF 800, ein TaylorMade P790 für CHF 700 statt ursprünglich CHF 1’499. Die Hälfte des Neupreises für Schläger, die sich kaum anders spielen als neue: Das ist der Grund, warum sich der Occasionskauf lohnt.
Das Risiko liegt dabei nicht in der Leistung, sondern in der Spezifikation. Ein gebrauchter Satz mit dem richtigen Schaft spielt sich besser als ein neuer mit dem falschen. Wer das beachtet, kauft gebraucht besseres Material, als das Budget sonst hergibt.
Warum ältere Schläger kaum schlechter sind
Die Schlagflächen moderner Schläger sind seit Jahren nahe an der Grenze, die das Regelwerk erlaubt. Die Fehlerverzeihung hat sich zwischen den Modelljahren oft nur in Nuancen verbessert. Den grössten spürbaren Unterschied zwischen zwei Sätzen macht meist der Schaft, nicht das Baujahr des Kopfes. Ein fehlerverzeihendes Eisen von vor einigen Jahren ist heute noch genau das.
Zuerst die eigenen Zahlen
Bevor Sie ein Inserat öffnen, brauchen Sie drei Angaben: Schaftflex, Schlägerlänge und Lie-Winkel bei den Eisen, beim Driver zusätzlich den Loft. Wer diese Zahlen nicht kennt, holt sie vor dem Kauf. Der Pro Ihrer Anlage misst Länge und Lie in kurzer Zeit, und die Schwunggeschwindigkeit, aus der sich der passende Flex ableitet, liefert ein Launchmonitor. Welche Messungen ein Eisen-Fitting umfasst, steht in einem eigenen Beitrag.
Achten Sie besonders auf den Flex. Ein steifer Driver, der günstig war, bleibt ein steifer Driver, und die Fehlanpassung wird man später dem eigenen Schwung anlasten.
Was sich abnutzt und was nicht
Eisenköpfe halten Jahrzehnte. Schäfte werden mit dem Alter nicht weicher. Driverflächen ermüden erst nach sehr vielen Schlägen. Was sich wirklich abnutzt, sind die Rillen und die Griffe.
Die Rillen spielen vor allem beim Wedge eine Rolle, wo Spin zählt. Fahren Sie mit dem Fingernagel über die Schlagfläche: Bleibt er an den Rillenkanten nicht hängen, rechnen Sie mit mehr Auslauf, besonders aus nassem Gras. Griffe dagegen sind billig zu ersetzen, bei einem Schweizer Händler für CHF 8 pro Griff aus dem Sortiment. Rechnen Sie neue Griffe bei jedem Occasionssatz von Anfang an in den Preis ein.
Die Prüfung vor dem Kauf
- Den Schaft entlang schauen: Dellen oder Wellen nahe der Hosel deuten auf Sturz oder Reparatur.
- Eine Lackkante an der Hosel, die nicht zum Kopf passt, deutet auf einen Schaftwechsel.
- Auf die Driverfläche klopfen: Ein dumpfer oder klappernder Ton kann einen Riss bedeuten.
- Die Sohle ansehen: Abnutzung nur an Ferse oder Spitze zeigt, wie der Vorbesitzer den Schläger aufsetzte.
- Die Länge selbst nachmessen, statt der Angabe im Inserat zu glauben.
- Bei teuren Köpfen die Seriennummer prüfen.
Das Abnutzungsbild der Sohle wird am seltensten angesehen und sagt am meisten. Ist die Sohle nur an einer Seite abgenutzt, passte der Lie zum Vorbesitzer, vielleicht nicht zu Ihnen. Das ist kein Ausschlussgrund, denn der Lie lässt sich bei den meisten Eisen anpassen, aber es gehört in die Rechnung.
Wo Sie in der Schweiz gebraucht kaufen: drei Wege
Der erste Weg ist der Fachhandel mit Second-Hand-Abteilung. Bei einem Zürcher Fachgeschäft waren am 17. September 2026 neben den beiden Eisensätzen unter anderem ein Ping G Le3 Damen-Eisensatz, Eisen 7 bis Sand Wedge, für CHF 500 statt CHF 965 und Odyssey-Putter für CHF 120 statt CHF 329 im Angebot. Der Vorteil: Sie nehmen den Schläger vor dem Kauf in die Hand, und der Laden bietet auch Fittings an.
Der zweite Weg sind Demo-Schläger, also Testschläger aus Fittings und Demotagen. Ein Händler in Dübendorf führt eine eigene Demo-Rubrik für Driver, Hölzer, Hybride, Wedges und Putter. Ein Demo-Driver Callaway Elyte Triple Diamond war dort ab CHF 349.50 statt ab CHF 699 angeschrieben, ein Titleist GT2 ab CHF 419.30 statt ab CHF 599. Demo-Schläger stammen aus Testeinsätzen: Fragen Sie nach Zustand und Spezifikation, bevor Sie bestellen.
Der dritte Weg ist der Tausch. Ein Schweizer Händler bietet ein Einsteigerset mit zehn Schlägern, Bag, Pull-Trolley und Zubehör für CHF 599 an. Wer innerhalb von 24 Monaten auf ein neues Set ab CHF 2’000 wechselt, erhält eine Eintauschprämie von CHF 450, zahlt also effektiv CHF 149 für die Einstiegsphase.
Auf offenen Online-Marktplätzen ist das Angebot grösser und der Preis oft tiefer, dafür fehlen Prüfung und Rückgaberecht, und bei aktuellen Drivern besteht ein Fälschungsrisiko. Kaufen Sie dort nur, wenn der Verkäufer Fotos der Seriennummer zeigt und eine Besichtigung zulässt.
Was sich gebraucht am meisten lohnt
Eisen, Hybride und Fairwayhölzer bieten den besten Gegenwert, weil sie sich langsam weiterentwickeln und sich kaum abnutzen. Ein Driver wird nach zwei bis drei Saisons interessant, wenn der Preis stark gefallen ist, wie die Demo-Preise zeigen. Putter sind Geschmackssache, und gebraucht kann man das Ausprobieren günstig bezahlen: ein Occasions-Putter für CHF 120 ist ein bezahlbares Experiment. Wie Sie einen Putter auswählen, steht in einem eigenen Beitrag.
Am wenigsten lohnt sich das gebrauchte Wedge. Sie kaufen dort genau das, was sich abnutzt, und ein neues Vorjahres-Wedge ist im Verhältnis günstig. Bei einem Schweizer Händler kostet das Titleist SM10 CHF 139.90, das aktuelle SM11 CHF 219.90.
Neu, aber vom Vorjahr
Oft ist ein neues Vorjahresmodell der bessere Kauf als ein gebrauchtes aktuelles. Sie bekommen frische Rillen, neue Griffe, Garantie und oft die Möglichkeit, Länge und Lie ab Werk anpassen zu lassen. Beim Ballkauf gilt dasselbe Prinzip, wie der Beitrag über Golfbälle mit Schweizer Preisen zeigt.
Wann Sie suchen sollten
Der Zeitpunkt beeinflusst Auswahl und Preis. Wer im Frühling, kurz vor dem Saisonstart, feststellt, dass er neue Eisen braucht, sucht zur selben Zeit wie alle anderen. Ruhiger ist es nach Saisonende im Herbst, wenn manche Spieler ihr Bag aufräumen, und im Winter, bevor die neuen Modelle in die Läden kommen und die Händler Platz schaffen. Wer im Frühling ungeduldig wird, kauft zuerst neue Griffe für den alten Satz und sucht in Ruhe weiter.
Geduld lohnt sich auch bei der Spezifikation. Wer einen weicheren Schaft oder eine andere Länge braucht als die meisten, findet das Passende selten beim ersten Blick. Lieber drei Monate suchen als einen Satz kaufen, den man danach teuer umbauen lässt.
Einkaufen im Ausland
Wer in den Ferien einen gebrauchten Satz kauft und selbst in die Schweiz bringt, muss mit der Mehrwertsteuer rechnen. Die Wertfreigrenze liegt bei CHF 150 pro Person und Tag, ein einzelner Gegenstand über CHF 150 ist immer mehrwertsteuerpflichtig, der Normalsatz beträgt 8,1 Prozent. Für Waren, die per Post oder Kurier aus dem Ausland geliefert werden, gelten andere Bestimmungen. Rechnen Sie das in den Preisvergleich ein.
Nach dem Kauf
Zwei Eingriffe machen aus einem passablen Occasionssatz einen passenden. Erstens neue Griffe in der richtigen Stärke. Zweitens Länge und Lie prüfen und anpassen lassen. Manche Fachgeschäfte führen dafür eine spezialisierte Schlägerwerkstatt und nennen Dauer und Kosten auf Anfrage, kleinere Änderungen wie Griffwechsel werden oft direkt in der Filiale erledigt.
Verkaufen, was Sie ersetzen
Der alte Satz ist bares Geld, solange er sauber ist. Reinigen Sie Köpfe und Rillen, fotografieren Sie Sohlen und Schlagflächen ehrlich und nennen Sie Flex, Länge und Lie. Klären Sie im Fachhandel, ob Inzahlungnahme möglich ist, bevor Sie privat inserieren.
- Die eigene Spezifikation kennen, bevor Sie suchen.
- Sohle, Schaft, Hosel und Länge prüfen, nicht nur den Kopf.
- Fachhandel und Demo-Schläger vor offenen Marktplätzen.
- Neue Griffe und eine Lie-Kontrolle gleich einrechnen.
- Wedges lieber neu vom Vorjahr als gebraucht.
Wie diese Seite entstanden ist
Die Preise und Angebote stammen von City Golf Shop (Zürich, Stand 17. September 2026), Outletgolf (Dübendorf) und Golfers Paradise (Schweiz). Panxis Golf unterhält keine geschäftliche Verbindung zu diesen Händlern und erhält keine Provision.






