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Ausrüstung

Gebrauchte Schläger: die Prüfung vor dem Kauf

Schläger aus drei oder vier Saisons spielen sich wie die diesjährigen und kosten die Hälfte. Das Risiko liegt bei der Spezifikation, nicht bei der Leistung.

La rédaction Panxis Golf, Deutschland-Desk (Thomas Berger) · · 6 min
Zwei Kunden vor einem Schlägerständer im Shop
Photo Jopwell / Pexels

Kurz gefasst

  • Schaftflex, Länge und Lie notieren, bevor Sie suchen.
  • Der Gebrauchtmarkt ist voll steifer Schäfte in Standardlänge.
  • Rillen nutzen sich ab, Köpfe und Schäfte praktisch nicht.
  • Das Abnutzungsbild der Sohle verrät den Lie des Vorbesitzers.
  • Kaufen im Februar oder März oder im Spätherbst, nie im Mai.

Gebraucht zu kaufen ist der verlässlichste Weg, besseres Material zu spielen, als das Budget hergibt. Schläger aus drei oder vier Saisons spielen sich bis auf wenige Meter wie die diesjährigen und kosten etwa die Hälfte. Das Risiko liegt bei der Spezifikation, nicht bei der Leistung.

Das ist keine Sparempfehlung, sondern eine Feststellung über die Entwicklung des Materials. Die Schlagflächen sind seit Jahren am Limit des Reglements, die Fehlerverzeihung hat sich in den letzten Jahren nur in Nuancen verbessert, und der spürbarste Unterschied zwischen zwei Sätzen liegt beim Schaft. Ein gebrauchter Satz mit dem richtigen Schaft schlägt einen neuen mit dem falschen jedes Mal.

Die Spezifikation zuerst

Notieren Sie die drei Zahlen, die zählen: Schaftflex, Länge und Lie-Winkel bei den Eisen, dazu das Loft beim Driver. Einen steifen Driver zu kaufen, weil er günstig war, heißt für eine Fehlanpassung zu zahlen, die man später dem eigenen Schwung anlastet.

Wer diese Zahlen nicht kennt, holt sie sich vor dem Kauf und nicht danach. Der Pro der eigenen Anlage misst Lie und Länge in zwanzig Minuten, und eine Indoor-Box mit Launch Monitor liefert die Schwunggeschwindigkeit, aus der sich der Flex ableiten lässt. Das ist ein Nachmittag Aufwand für eine Entscheidung, die mehrere Jahre trägt.

Ein Detail, das den Gebrauchtmarkt prägt: Der überwiegende Teil der angebotenen Sätze hat steife Schäfte in Standardlänge, weil sie einmal jemand anderem gehörten und weil steif sich besser verkauft. Wer eine mittlere Schwunggeschwindigkeit hat, findet in diesem Angebot wenig Passendes und sollte deshalb geduldig suchen statt zuzugreifen.

Was sich abnutzt und was nicht

Eisenköpfe halten Jahrzehnte. Rillen nutzen sich ab und kosten beim Wedge Spin, lange bevor sie beim Eisen 6 stören. Fahren Sie mit dem Fingernagel über die Schlagfläche eines Wedge: Bleibt er an den Rillenkanten nicht hängen, rechnen Sie aus nassem Rough mit mehr Auslauf.

Driverflächen ermüden erst nach Tausenden Schlägen. Schäfte werden mit dem Alter nicht weicher. Griffe nutzen sich wirklich ab, und neue Griffe sind die günstigste Verbesserung bei jedem Kauf.

Was ebenfalls nicht altert: das Design des Kopfes. Ein Eisen von vor sechs Jahren aus der Kategorie der fehlerverzeihenden Modelle ist heute noch genau das, und die Marketingbegriffe, die es damals bewarben, haben sich mehr verändert als die Physik dahinter.

Die Prüfung in fünf Minuten

  • Schauen Sie den Schaft entlang: Dellen oder Wellen nahe der Hosel bedeuten Sturz oder Reparatur.
  • Eine Lackkante an der Hosel, die nicht zum Kopf passt, deutet auf einen Neuschaft.
  • Ein dumpfer oder klappernder Ton beim Klopfen auf die Driverfläche deutet auf einen Riss.
  • Das Abnutzungsbild der Sohle zeigt, wie der Vorbesitzer den Schläger geführt hat.
  • Prüfen Sie die Seriennummer eines teuren Driverkopfs vor dem Bezahlen.
  • Messen Sie die Länge nach, statt der Katalogangabe im Inserat zu glauben.

Das Abnutzungsbild der Sohle ist dabei die aufschlussreichste Stelle und wird fast nie angesehen. Eine gleichmäßige Schürfung über die ganze Sohle bedeutet einen sauberen Treffmoment; eine Abnutzung nur an der Ferse oder nur an der Spitze bedeutet einen Lie-Winkel, der zum Vorbesitzer passte und vermutlich nicht zu Ihnen, was aber kein Ausschlussgrund ist, weil er sich biegen lässt.

Was sich gebraucht lohnt

Eisen, Hybride und Fairwayhölzer bieten den besten Gegenwert. Ein Driver wird mit zwei oder drei Saisons interessant, wenn der Preis gefallen ist und die Leistung nicht. Wedges sind die Kategorie zum zweimal Überlegen, denn man kauft Rillen. Der Putter ist Vorliebe, und gebraucht kann man das Ausprobieren bezahlen.

Am wenigsten lohnt der gebrauchte Kauf beim Wedge, weil man dort genau das kauft, was sich abnutzt, und weil ein neues Wedge im Verhältnis zum Rest des Bags günstig ist. Am meisten lohnt er beim Hybrid, weil diese Kategorie sich seit Jahren kaum verändert hat und weil neue Hybride im Verhältnis zu ihrer Wirkung teuer sind.

Der richtige Zeitpunkt im Jahr

Der deutsche Gebrauchtmarkt hat zwei gute Fenster. Das erste liegt im Spätherbst, wenn Spieler nach der Saison aufräumen und die Nachfrage bei null ist. Das zweite liegt im Februar und März, wenn die Händler die Eintauschware des Vorjahres abverkaufen, bevor die neuen Modelle im Frühjahr kommen.

Das schlechteste Fenster ist der Mai. Dann ist die Nachfrage am höchsten, die Preise sind es auch, und die guten Spezifikationen sind längst weg. Wer im Frühjahr feststellt, dass er neue Eisen braucht, kauft besser Griffe und wartet bis Oktober.

Wo Sie kaufen

Auf Gebrauchtschläger spezialisierte Händler bewerten jeden Schläger, fotografieren das konkrete Exemplar und kaufen auch an, was den Ausstieg aus einem Fehlkauf realistisch macht. Größere Golfketten führen in vielen Filialen Gebrauchtware und Inzahlungnahme, mit dem Vorteil, dass Sie den Schläger vor dem Bezahlen in die Hand nehmen können.

Manche Onlinehändler führen Vorjahresmodelle neu, was oft der bessere Gegenwert ist als ein gebrauchtes aktuelles Modell. Der Pro-Shop Ihres Clubs verkauft häufig Eintauschware von Mitgliedern und weiß, wie diese Schläger gelebt haben.

Die Materialbörsen, die viele deutsche Clubs im Frühjahr für ihre Jugendabteilung organisieren, sind die günstigste Adresse überhaupt, und nicht nur für Kinderschläger. Fragen Sie im Sekretariat nach dem Termin.

Auf offenen Marktplätzen ist es günstiger und das Fälschungsrisiko am größten, besonders bei aktuellen Drivern. Kaufen Sie dort nur bei Anbietern, die die Seriennummer zeigen und Rücknahme akzeptieren.

Panxis Golf unterhält keine geschäftliche Verbindung zu diesen Anbietern und erhält keine Provision.

Was Sie nach dem Kauf tun sollten

Zwei Eingriffe machen aus einem passablen Gebrauchtsatz einen passenden, und beide kosten zusammen weniger als ein einzelnes neues Eisen.

Der erste sind neue Griffe, in der für Sie richtigen Stärke. Das ist nicht optional: Gebrauchte Griffe sind hart, glatt und formen sich nach fremden Händen, und ein harter Griff zwingt zum Festhalten, was Geschwindigkeit kostet und die Unterarmrotation blockiert.

Der zweite ist die Anpassung von Lie und Länge, gemessen dynamisch und nicht im Stand. Beides erledigt der Pro der eigenen Anlage in der Werkstatt, und danach spielen Sie einen Satz, der auf Sie eingestellt ist, was auf einen neuen Satz ab Stange nicht zutrifft.

Verkaufen, was Sie ersetzen

Der Gegenwert eines Gebrauchtkaufs verdoppelt sich, wenn man den alten Satz nicht im Keller lässt. Ein vollständiges Eisenset mit sauberen Griffen bringt beim Ankauf oder in der Inzahlungnahme regelmäßig einen dreistelligen Betrag, und der Aufwand beträgt eine Stunde.

Bereiten Sie die Schläger dafür vor: reinigen, die Rillen mit einer Bürste ausbürsten, die Griffe abwaschen und den Satz vollständig anbieten, weil einzelne Eisen deutlich schlechter zu verkaufen sind. Fotografieren Sie Sohle und Schlagfläche ehrlich, denn ein sichtbarer Kratzer senkt den Preis weniger als eine Rückabwicklung.

Und behalten Sie ein oder zwei Schläger zurück, wenn Sie unsicher sind. Wer den alten Driver eine Saison lang als Vergleich im Keller hat, kann eine Fehlentscheidung korrigieren, ohne zweimal zu kaufen.

  • Schreiben Sie Ihre Spezifikation auf und lehnen Sie alles ab, was nicht passt.
  • Budgetieren Sie neue Griffe für jeden Satz.
  • Kaufen Sie im Februar oder März, wenn die Eintauschware der Vorsaison am tiefsten liegt, oder im Spätherbst.
  • Kaufen Sie nur mit Rückgaberecht, wenn Sie den Schläger nicht in der Hand hatten.
  • Verkaufen Sie im selben Zug, was der neue Schläger ersetzt, gereinigt und vollständig.

Ein gut gewählter Gebrauchtsatz, in Länge und Lie angepasst, schlägt einen neuen Satz ab Stange in der falschen Spezifikation. Das gilt für jedes Handicap, und es gilt umso stärker, je weniger Sie ausgeben wollen: Wer sein Budget auf Spezifikation statt auf Modelljahr verwendet, spielt am Ende besseres Material.

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