Laser oder GPS: was auf deutschen Plätzen zählt
Ein Entfernungsmesser nützt nur dem, der seine eigenen Trageweiten kennt. Erst messen, was Sie schlagen, dann kaufen, was misst.
Kurz gefasst
- Der Laser misst beliebige Objekte, das GPS nur kartierte Flächen.
- Die Uhr wird im Gehen abgelesen und kostet keine Sekunde.
- Gefällekorrektur ist in vorgabewirksamen Wettspielen meist unzulässig.
- Im Flachen genügt das GPS, im Voralpenland lohnt der Laser mit Gefälle.
- Trageweite zählt, nicht Gesamtweite: sonst nehmen Sie einen Schläger zu wenig.
Ein Laser gibt die exakte Distanz zu einem sichtbaren Ziel. Ein GPS gibt Anfang, Mitte und Ende eines Grüns, das Sie vielleicht nicht sehen. Beide sind im normalen Spiel erlaubt. Welches hilft, hängt von Ihren Plätzen ab und davon, wie schnell Sie die Zahl brauchen.
Vorweg der Punkt, der die ganze Kaufentscheidung relativiert: Ein Entfernungsmesser nützt nur dem, der seine eigenen Distanzen kennt. Wer nicht weiß, wie weit sein Eisen 7 im Durchschnitt trägt, bekommt vom Gerät eine präzise Zahl und trifft daraufhin dieselbe ungefähre Entscheidung wie vorher. Die Reihenfolge ist also: erst messen, was Sie schlagen, dann kaufen, was misst.
Was der Laser gut kann
Zielen, drücken, und Sie haben die Fahne selbst auf etwa einen Meter genau. Diese Präzision zählt unter 140 Metern, wo zehn Meter über Putten oder Chippen entscheiden. Modelle mit Gefällekorrektur rechnen den Höhenunterschied ein, was im Voralpenland oder im Mittelgebirge deutlich mehr bringt als auf einem flachen Platz in Norddeutschland.
Der Laser kann außerdem etwas, das ein GPS grundsätzlich nicht kann: die Distanz zu beliebigen Objekten messen. Zur Vorderkante eines Bunkers, zur Baumgruppe, an der Sie vorbeispielen wollen, zum Ende des Fairways vor einem Graben. Auf einem unbekannten Platz ist das die Information, die eine dumme Entscheidung verhindert.
Sein Nachteil ist die Sichtlinie. Bei einer blinden Annäherung über eine Kuppe, bei einem Dogleg oder bei tief stehender Sonne im Herbst misst er nichts, und dann steht man mit einem teuren Gerät ohne Zahl da.
Was das GPS gut kann
Eine Uhr liefert Anfang, Mitte und Ende, sobald Sie am Ball stehen, ohne Zielen. Auf einem unbekannten Platz sagen diese drei Zahlen plus die Trageweite über einen Bunker fast alles. Der Preis ist Genauigkeit: Das GPS liest eine kartierte Fläche, keine Fahne.
Der zweite Vorteil ist Tempo. Eine Uhr wird beim Gehen abgelesen, kostet also null Sekunden, während ein Laser aus der Tasche geholt, ausgerichtet und wieder verstaut werden muss. Auf einer vollen Anlage am Sonntagvormittag ist das ein echtes Argument.
Prüfen Sie vor dem Kauf zwei Dinge: ob die deutschen Plätze, die Sie spielen, kartiert sind, und ob die Kartennutzung ein Abonnement verlangt. Beides unterscheidet sich zwischen den Anbietern erheblich, und ein Gerät ohne Ihre Heimatanlage ist wertlos.
Die Alternative, die nichts kostet
Bevor Sie irgendetwas kaufen: Fast jede deutsche Anlage hat Distanzmarkierungen auf 100, 150 und 200 Metern zur Grünmitte, viele haben zusätzlich Markierungen an den Sprinklerdeckeln, und auf der Scorekarte steht die Länge jedes Lochs.
Dazu kommen die kostenlosen Golf-Apps auf dem Telefon, die für die meisten deutschen Plätze Anfang, Mitte und Ende liefern. Sie sind langsamer als eine Uhr und ungenauer als ein Laser, und sie beantworten die Frage, ob Sie überhaupt ein Gerät brauchen, für null Euro.
Spielen Sie drei Runden mit dieser Ausstattung und zählen Sie, wie oft Sie eine Zahl vermisst haben, die Sie nicht hatten. Wenn die Antwort unter dreimal liegt, sparen Sie sich die Anschaffung.
Gefälle und Wettspiel
Gefällekorrigierte Distanzen sind in den meisten vorgabewirksamen Wettspielen nach den Golfregeln nicht erlaubt. Turniergeräte haben einen Schalter oder eine sichtbare Blende, und es liegt an Ihnen zu prüfen, dass die Funktion aus ist. Lesen Sie die Platzregeln vor dem Start.
Die Unterscheidung ist wichtiger, als sie klingt, weil die Strafe hart ist: Der Gebrauch eines unzulässigen Geräts führt zur Disqualifikation und nicht zu Strafschlägen. Wer ein Gerät mit Gefällefunktion kauft, sollte deshalb ein Modell wählen, bei dem die Abschaltung von außen sichtbar ist, etwa durch eine farbige Blende, weil ein Mitspieler oder ein Schiedsrichter das sonst nicht überprüfen kann.
Erlaubt sind dagegen in aller Regel die reinen Entfernungsangaben, auch aus einer App, sofern die Platzregel nichts anderes sagt. Nicht erlaubt sind Wind- und Temperaturmessungen zur Schlägerwahl sowie Funktionen, die eine Empfehlung geben.
Welches Gerät für wen
Zwei oder drei immer gleiche Plätze und der Wunsch nach der exakten Zahl: Laser. Häufig neue Plätze, zügiges Gehen, keine Lust zum Stehenbleiben: GPS-Uhr. Viele tiefe Handicaps tragen beides, die Uhr für die Bahn und den Laser für den Schlag.
Eine Faustregel nach Landschaft: In flachem Gelände, also im Norden und in weiten Teilen Brandenburgs, reicht die Uhr fast immer. Im Voralpenland, im Mittelgebirge und überall dort, wo Grüns erhöht oder tiefer liegen, ist der Laser mit Gefällefunktion die deutlich nützlichere Anschaffung, und der Unterschied kann einen ganzen Schläger betragen.
Und eine nach Handicap: Wer über 25 spielt, gewinnt mehr durch die Grünmitte als durch die exakte Fahnendistanz, weil die eigene Streuung größer ist als der Unterschied zwischen beiden Zahlen. Für diese Spieler ist die Uhr das bessere und günstigere Gerät.
Wo Sie kaufen
Gut sortierte Fachgeschäfte führen die gängigen Laser- und GPS-Marken und lassen Sie im Laden auf ein Ziel messen, was die einzige Art ist, die Zielgeschwindigkeit zu beurteilen. Mehrere Online-Händler führen dieselben Marken, eine Sportartikelkette den Einstieg, und ein Gebrauchtmarkt für Golfmaterial listet gebrauchte Laser, bei denen das Vorjahresmodell oft die Hälfte kostet und funktional identisch ist. Ein Turniergerät liegt meist im dreistelligen Bereich in €.
Der Pro-Shop Ihres Clubs verleiht häufig ein Testgerät für eine Runde, und das ist der einzige Test, der etwas aussagt: Ein Laser, der im Laden auf zwanzig Meter zuverlässig misst, kann bei Gegenlicht und zitternder Hand auf 180 Meter eine Geduldsprobe sein.
Für die Distanztabelle, ohne die kein Gerät nützt, sind die Fitting-Bereiche der großen Golfzentren und die Indoor-Anlagen mit Launch Monitor die richtige Adresse; die gibt es in fast allen deutschen Großstädten stundenweise, und eine einzige Wintereinheit reicht.
Panxis Golf unterhält keine geschäftliche Verbindung zu diesen Anbietern und erhält keine Provision.
Batterie, Robustheit und die kleinen Ärgernisse
Ein Laser mit Knopfzelle hält eine Saison und stirbt dann mitten in einer Runde; nehmen Sie eine Ersatzzelle ins Seitenfach. Eine GPS-Uhr hält je nach Modell eine bis zwei Runden im Golfmodus, was bedeutet, dass sie vor jedem Spieltag geladen werden muss und dass ein Wochenende mit zwei Runden ein Ladekabel verlangt.
Achten Sie außerdem auf Wetterfestigkeit. Deutsche Runden finden regelmäßig im Nieselregen statt, und ein Laser ohne Dichtung beschlägt von innen, sobald er in eine feuchte Tasche kommt. Ein einfacher Trocknungsbeutel im Etui löst das für wenige Euro.
Was ein Gerät nicht ersetzt
Eine exakte Zahl beantwortet nur die halbe Frage. Die andere Hälfte heißt: Wie weit trägt der Schläger, den Sie gleich nehmen, bei diesem Wetter, auf diesem Boden, mit diesem Wind?
Kalte Luft ist dichter, und bei acht Grad trägt ein Ball mehrere Meter weniger als derselbe Schwung bei achtundzwanzig. Weicher Boden im Frühjahr nimmt zusätzlich den gesamten Rollweg weg. Zusammen ergibt das für ein mittleres Handicap fast einen ganzen Schläger auf Annäherungen, und kein Entfernungsmesser der Welt zeigt das an.
Dazu kommt der Unterschied zwischen der Trageweite und der Gesamtweite. Ein Gerät nennt die Distanz zur Fahne; entscheidend ist aber, ob der Ball den Bunker davor überfliegt, also die Trageweite. Wer seine Schläger nach Gesamtweite kennt, weil er sie auf der Range nach dem Ausrollen geschätzt hat, wählt systematisch einen Schläger zu wenig.
Deshalb die Reihenfolge: eine Wintereinheit am Launch Monitor für die Trageweiten, dann das Gerät. In dieser Reihenfolge ist die Anschaffung einen Schlag pro Runde wert, in der umgekehrten fast nichts.
Bevor Sie kaufen
- Spielen Sie eine Runde nur mit Anfang, Mitte und Ende. Hält Ihr Score, genügt ein GPS.
- Prüfen Sie, ob Ihre Wettspiele Gefälle erlauben, bevor Sie dafür zahlen.
- Prüfen Sie, ob Ihre Heimatanlage kartiert ist und ob ein Abonnement fällig wird.
- Lernen Sie zuerst Ihre Trageweiten, am besten im Winter am Launchmonitor.
- Leihen Sie ein Gerät für eine Runde, statt es im Laden zu beurteilen.
Das Gerät spielt den Schlag nicht. Es nimmt eine Ausrede weg, und das ist etwa einen Schlag pro Runde wert.
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