Golfgriffe wechseln: Verschleiß erkennen, im Winter tauschen und was Sie in der Werkstatt fragen
Griffe reißen selten, sie werden hart und glatt, und die Hände drücken unbemerkt fester zu. Wer den Wechsel in die Winterpause legt, startet mit sicherem Halt in die Saison.
Kurz gefasst
- Ein Golf Pride Tour Velvet kostete im September 2026 bei einem deutschen Händler 10,99 €, ein MCC Plus4 18,99 € statt 19,99 € UVP; die Montage lag dort bei 5 € pro Schläger.
- Richtwert der Griffhersteller: rund 40 Runden, eine Einheit auf der Range zählt wie eine Runde; für die meisten heißt das einmal im Jahr.
- Glanz, harter Gummi, abgeflachte Struktur, Risse und Rutschen an schwülen Tagen sind die Zeichen; Hitze im Kofferraum beschleunigt den Verschleiß.
- Der Wechsel ist der günstigste Moment, die Griffstärke anzupassen, und die Winterpause der ruhigste Termin in der Werkstatt.
Wenn im Oktober die letzte Runde gespielt ist, wandert das Bag bei vielen in den Keller, in die Garage oder in den Schrank im Clubhaus. Im April kommt es wieder hervor, und die Schläger fühlen sich an wie im Herbst, nur ein wenig glatter. Dass die Griffe über Monate hart geworden sind, merkt kaum jemand sofort. Man drückt beim ersten Abschlag einfach etwas fester zu und wundert sich über den Ball, der nach links abbiegt.
Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie einen verschlissenen Griff erkennen, wie oft ein Wechsel sinnvoll ist, welche Rolle die Griffstärke spielt und warum die deutsche Winterpause der beste Zeitpunkt dafür ist. Die Preise wurden im September 2026 bei einem deutschen Online-Händler abgelesen. Niemand von Panxis Golf hat einen der genannten Griffe montiert oder damit gespielt.
Tour Velvet und MCC Plus4: was die beiden Klassiker kosten
Wer in Deutschland nach neuen Griffen fragt, bekommt fast immer zuerst zwei Modelle von Golf Pride angeboten. Sie stehen für die beiden großen Familien: reiner Gummi und Mischbauweise mit Cord.
- Golf Pride Tour Velvet. Der Klassiker aus Vollgummi mit feiner Oberflächenstruktur. Golf Pride bezeichnet ihn als den beliebtesten Griff im Golf und nennt eine exklusive Gummimischung mit computerentworfenem, rutschfestem Oberflächenmuster. Angeboten wird er in Damenstandard, Herrenstandard, Midsize und Jumbo. Im September 2026 kostete er bei einem deutschen Händler 10,99 € pro Stück.
- Golf Pride MCC Plus4. Ein Halbcordgriff: oben sorgt Velvet Cord für Halt bei jedem Wetter, unten eine weichere Gummimischung für Gefühl. Die Plus4-Version hat laut Hersteller einen um 4,6 % größeren Außendurchmesser im Bereich der unteren Hand, damit der Griffdruck sinkt. Erhältlich ist er ebenfalls in Damenstandard, Herrenstandard, Midsize und Jumbo. Derselbe Händler verlangte im September 2026 18,99 € statt 19,99 € UVP.
Für einen Satz aus dreizehn Schlägern ohne Putter ergibt das 142,87 € in Tour Velvet oder 246,87 € in MCC Plus4. Lässt man die Griffe beim Händler aufziehen, kamen im September 2026 dort 5 € Montage pro Schläger hinzu, also 65 € für den ganzen Satz. Der Unterschied zwischen den beiden Modellen ist damit größer als die Montage selbst.
Fünf Prüfungen, die Sie am eigenen Bag machen können
Ein Griff reißt selten. Er altert von innen: Sonne, Wärme, Schweiß und das Fett der Haut lassen die Gummimischung langsam aushärten, auch in einer Saison, in der Sie wenig gespielt haben. Nehmen Sie sich deshalb an einem ruhigen Abend das Eisen 7, das Sand Wedge und den Driver vor, also die Schläger, die Sie am häufigsten in der Hand haben.
- Der Lichttest. Halten Sie den Griff schräg unter eine Lampe. Ein frischer Gummi wirkt matt. Ein abgenutzter glänzt, meist genau dort, wo Daumen und Handballen der oberen Hand liegen.
- Der Fingernagel. Drücken Sie mit dem Daumennagel in den Gummi. Gibt er leicht nach, ist er noch in Ordnung. Fühlt er sich an wie ein alter Gartenschlauch, ist er am Ende.
- Die Struktur. Beim Tour Velvet verschwindet das feine Muster, beim MCC wird der Cord flach. Spürt der Daumen die Oberfläche nicht mehr, spüren die Hände sie im Schwung erst recht nicht.
- Risse. Am Griffende oder am unteren Rand, wo der Gummi auf den Schaft trifft. Wer hier Risse sieht, hat den Wechsel bereits verpasst.
- Der schwüle Tag. Rutscht der Schläger an einem feuchtwarmen Julimorgen oder nach einem Schauer, oder wischen Sie den Griff vor jedem Schlag ab, hat der Gummi seine Haftung verloren.
Wie oft wechseln: 40 Runden als Richtwert
Den gängigen Maßstab liefern die Griffhersteller selbst. Das US-Portal GOLF.com fasste ihn 2020 so zusammen: Ein Satz Griffe hält etwa 40 Runden, und eine Trainingseinheit auf der Driving Range zählt wie eine Runde. Golf Pride empfiehlt, mindestens einmal im Jahr neue Griffe aufzuziehen. Tourspieler wechseln laut demselben Beitrag alle sechs Wochen bis zwei Monate, was für Amateure weit übertrieben wäre.
Für die meisten Clubgolfer in Deutschland heißt das: einmal pro Jahr. Wer von April bis Oktober jedes Wochenende spielt, dazu mittwochs Bälle auf der Range schlägt und im Winter nach Spanien, Portugal oder in die Türkei fliegt, kommt schnell auf mehr und sollte eher zweimal wechseln. Wer nur ein paar Turniere im Jahr bestreitet, kann den Richtwert großzügiger auslegen, sollte die fünf Prüfungen aber trotzdem jeden Winter machen.
Drei Dinge verschieben den Zeitpunkt nach vorn:
- Wärme. Ein Bag, das im Sommer im Kofferraum liegt, altert schneller als eines, das im Flur steht. Hitze härtet Gummi.
- Range statt Runde. Auf der Driving Range kommen in einer Stunde mehr volle Schläge zusammen als auf achtzehn Loch.
- Lagerung im Winter. Ein trockener, kühler Keller schont die Griffe. Ein Dachboden, der im Sommer aufheizt, oder ein Platz neben der Heizung nicht.
Warum die Winterpause der beste Termin ist
In den Wintermonaten ruht bei vielen deutschen Clubs der Spielbetrieb weitgehend, oder es wird auf Wintergrüns gespielt. Genau dann haben Werkstätten und Pro-Shops mehr Zeit, und Sie vermissen die Schläger ein paar Tage lang nicht. Wer dagegen im April feststellt, dass die Griffe hart sind, steht mit allen anderen in der Schlange, die das ebenfalls gerade bemerkt haben.
Ein zweiter Grund: Frische Griffe brauchen keine Eingewöhnung im Sinne eines neuen Schlägers, aber die Hände gewöhnen sich an eine andere Stärke oder Oberfläche. Wer die Griffe im Februar wechselt und in der Halle oder auf einer Winterreise ein paar Bälle schlägt, beginnt die Saison nicht mit einem Experiment.
Was ein neuer Satz bringt und was nicht
Beim Griffwechsel wird gern mit Zahlen geworben. GOLF.com zitierte eine Angabe von Golf Pride, nach der zwei Jahre alte, abgenutzte Griffe im Schnitt drei bis vier Schläge pro Runde kosten können. Das ist die Zahl des Herstellers, keine unabhängige Untersuchung, und niemand kann Ihnen drei Schläge versprechen.
Unbestritten ist der Mechanismus dahinter. Ein glatter Griff verleitet dazu, fester zuzudrücken. Mehr Griffdruck spannt die Unterarme an, bremst das Lösen der Hände im Treffmoment und macht die Stellung der Schlagfläche schwerer wiederholbar. Wie viel Druck angemessen ist und wie die Hände am Schläger liegen sollten, erklärt unser Beitrag zu Griff und Ansprechposition. Realistisch ist also kein niedrigeres Handicap über Nacht, sondern ein leichterer, gleichmäßigerer Griff, gerade bei Nässe.
Griffstärke: jetzt oder nie
Ein Griffwechsel ist der günstigste Moment, die Stärke anzupassen. Die meisten Golfer spielen den Standardgriff, mit dem ihre Schläger geliefert wurden, ohne je gefragt zu haben, ob er zu ihren Händen passt.
- Zu dünn: Die Finger bohren sich in den Handballen, die Hände werden im Schwung oft zu aktiv.
- Zu dick: Das Lösen der Hände fällt schwerer. Wer allerdings große Hände hat, spielt häufig einen zu dünnen Standardgriff, ohne es zu wissen.
- Steife oder schmerzende Finger: Hier helfen Midsize oder Jumbo, weil sich die Hand weniger schließen muss. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Ausrüstung ab 50.
Feiner lässt sich die Stärke mit zusätzlichen Lagen Griffband einstellen. Denken Sie daran, dass ein dickerer Griff schwerer ist und der Schlägerkopf sich dadurch etwas leichter anfühlt. Probieren Sie eine neue Stärke zuerst an einem Schläger aus, bevor Sie den ganzen Satz umrüsten.
Selbst aufziehen oder aufziehen lassen
Den Griffwechsel können Sie zu Hause lernen. Sie brauchen ein Cuttermesser mit Hakenklinge, doppelseitiges Griffband, Montageflüssigkeit und einen Schraubstock mit Gummibacken für den Schaft. Alter Griff abschneiden, altes Band abziehen, neues Band wickeln, Flüssigkeit in den Griff und auf das Band, Griff zügig aufschieben und ausrichten, bevor die Flüssigkeit verdunstet. Wer es zum ersten Mal macht, braucht für den ersten Schläger deutlich länger als für den zehnten.
Die Werkstatt kostet mehr, nimmt Ihnen aber das Risiko eines schief sitzenden Logos oder eines Griffs, der nicht ganz aufgeschoben ist. Bei 5 € pro Schläger, wie im September 2026 bei einem deutschen Händler ausgewiesen, liegt die Montage für einen ganzen Satz in der Größenordnung von fünf bis sechs zusätzlichen Tour-Velvet-Griffen. Wer die Stärke ändern will, ist in der Werkstatt besser aufgehoben.
Was Golferinnen und Golfer sagen über den Griffwechsel
In deutschsprachigen Golfforen, in öffentlichen Händlerbewertungen und in Diskussionen in sozialen Netzwerken tauchen beim Thema Griffe immer dieselben Punkte auf. Die Übersicht fasst wiederkehrende Themen zusammen und zählt nichts.
Was gelobt wird.
- Das Gefühl eines neuen Satzes. Viele beschreiben alte Schläger mit frischen Griffen, als hätten sie neue gekauft, und merken erst im Vergleich, wie rutschig die alten waren.
- Der Halbcord bei Nieselregen. Der Cord in der oberen Hand wird oft dafür gelobt, dass der Schläger an nassen Herbsttagen nicht dreht.
- Die Winterbastelei. Wer den Wechsel selbst gelernt hat, schreibt häufig, dass sich das Werkzeug mit dem ersten Satz bezahlt gemacht habe.
Was kritisiert wird.
- Der Preis eines ganzen Satzes. Premiumgriffe mit Montage summieren sich schnell auf über 300 €, weshalb viele beim Tour Velvet bleiben.
- Cord ohne Handschuh. Wer ohne Handschuh spielt, empfindet den Cord als rau an der Haut.
- Ungleichmäßige Montage. Verdrehte Logos oder unterschiedlich viele Lagen Band von Schläger zu Schläger werden in Werkstatt-Diskussionen immer wieder genannt.
- Eine Stärke, blind bestellt. Midsize oder Undersize ohne Anprobe gekauft und nach der ersten Runde bereut.
Wo Sie in Deutschland Griffe wechseln lassen und was Sie fragen sollten
Griffe wechseln fast alle Anbieter: der Pro-Shop Ihres Clubs, große Golffachmärkte, spezialisierte Werkstätten mit Fitting-Angebot und Online-Händler, denen Sie die Schläger per Paket schicken. Der Pro-Shop kennt Ihr Spiel und kann die Stärke an Ihren Händen prüfen. Ein Fachmarkt hat meist mehr Modelle am Lager. Eine Fitting-Werkstatt lohnt sich, wenn Sie die Stärke ändern oder verschiedene Griffe kombinieren wollen. Beim Versandhandel sparen Sie oft beim Griffpreis, müssen aber einige Werktage ohne Schläger auskommen, was im Winter kein Problem ist.
Stellen Sie überall dieselben vier Fragen: Was kostet der Griff mit Montage pro Schläger? Ist das gewünschte Modell in der richtigen Stärke vorrätig? Wie viele Lagen Band kommen darunter, wenn Sie dicker greifen möchten? Wird der Griff zur Schlagfläche ausgerichtet? Und nehmen Sie einen Schläger mit, um die Stärke vor Ort in die Hand zu nehmen, bevor dreizehn umgerüstet werden. Wer selbst montiert, bestellt am besten einen Griff mehr: Der erste ist meist der Übungsgriff.
Zwischen zwei Wechseln hilft Pflege. Waschen Sie die Griffe alle paar Runden mit lauwarmem Wasser, etwas milder Seife und einer weichen Bürste, und lassen Sie sie fern der Heizung trocknen. Sauberer Gummi haftet länger. Den Golfhandschuh behandeln Sie dagegen schonender: Leder verträgt Wasser weit schlechter als Gummi.
Wie diese Seite entstanden ist
Dies ist ein Ratgeber und eine Auswertung öffentlicher Meinungen, kein Test. Die Preise und der Montagepreis von 5 € pro Schläger wurden im September 2026 auf den Seiten des Online-Händlers All4Golf abgelesen, in Euro; beim MCC Plus4 handelte es sich um einen reduzierten Preis gegenüber der UVP. Beschreibungen, Stärken und Materialien stammen aus den Herstellerangaben von Golf Pride, wie Händler sie wiedergeben. Der Richtwert von 40 Runden, der Rhythmus der Tourspieler und die Angabe von Golf Pride zu drei bis vier Schlägen stammen aus einem Beitrag von Jonathan Wall auf GOLF.com vom 31. Mai 2020. Was Golferinnen und Golfer sagen, wurde in Golfforen, in öffentlichen Händlerbewertungen und in Diskussionen in sozialen Netzwerken gelesen; niemand wird mit Namen zitiert, nichts wird gezählt, und kein Eindruck wird als Statistik ausgegeben.
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