Mehr Fairways treffen: Zielen statt Schwingen
Denken Sie in Streuungsmustern statt in Linien: Legen Sie die breite Seite Ihrer Ellipse auf das Fairway, und Sie treffen doppelt so viele.
Kurz gefasst
- Auf den Rand zielen, von dem der eigene Fehler wegführt.
- Startrichtung und Kurve sind zwei verschiedene Informationen.
- Die Breite des Abschlags nutzen: zwei Meter Verschiebung sind gratis.
- Acht Zehntel Krafteinsatz kosten Meter und bringen Fairways.
- Die Faustregel für die Abschlagsfarbe: Trägerweite des Drivers mal 28.
Mehr Fairways zu treffen ist selten eine Frage des Schwungs. Es ist eine Frage des Zielens, der Schlägerwahl und der Bereitschaft, den Ballflug zu spielen, den man wirklich hat, statt jenen, den man gerne hätte.
Das ist eine gute Nachricht, weil alle drei Punkte in einer einzigen Runde änderbar sind. Ein Amateur, der acht statt vier Fairways trifft, spielt seine Annäherungen vom kurzen Gras statt aus dem Rough, und das ist über achtzehn Löcher mehrere Schläge wert, ohne dass sich an der Bewegung irgendetwas geändert hätte.
Zielen Sie auf die Seite ohne Ärger
Die meisten zielen in die Mitte und verfehlen nach beiden Seiten. Bessere Spieler zielen auf einen Rand und verfehlen ins Fairway hinein. Geht Ihr schlechter Ball nach rechts, zielen Sie auf den linken Rand und lassen Sie die ganze Breite den Slice auffangen. Sie haben nichts korrigiert und treffen doppelt so viele Fairways.
Denken Sie dabei in Streuungsmustern statt in Linien. Ein Amateur trifft mit dem Driver nicht auf einen Punkt, sondern in eine Ellipse von dreißig bis vierzig Metern Breite, die deutlich weiter zu einer Seite reicht als zur anderen. Legen Sie diese Ellipse so über das Fairway, dass ihr breiter Teil auf dem kurzen Gras liegt, und das ist die gesamte Kunst.
Kennen Sie Ihren Fehlball
Notieren Sie eine Runde lang, wo jeder Abschlag liegen bleibt. Fast alle entdecken einen dominanten Fehler, fast immer zur selben Seite. Eine Ballform zu spielen, die man acht von zehn Mal produziert, schlägt die Hoffnung auf einen geraden Ball, der zweimal kommt.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Startrichtung und Kurve. Ein Ball, der links startet und nach rechts dreht, ist etwas anderes als einer, der rechts startet und weiter nach rechts geht, und beide sehen am Ende ähnlich aus. Die Startrichtung sagt etwas über die Schlagflächenstellung, die Kurve über die Schwungbahn, und für die Zielwahl zählt vor allem, wo der Ball anfängt.
Der Driver ist nicht immer der Schläger
Auf einem Par 4 von 340 Metern mit Fairwaybunkern bei 240 lässt ein Holz 3, das bei 210 liegen bleibt, einen bequemen vollen Schlag vom kurzen Gras. Der Driver lässt entweder 90 Meter oder einen Wedge seitwärts aus dem Sand. Entscheidend ist, wo der Ärger liegt, nicht wie weit Sie schlagen.
Bauen Sie das Loch rückwärts auf. Entscheiden Sie am Abschlag, welche Annäherungsdistanz Sie haben wollen, und nehmen Sie den Schläger, der sie übrig lässt. Fast jeder Spieler hat ein Wohlfühlfenster, meist ein voller Schwung mit einem mittleren Eisen, und Schläge aus diesem Fenster enden näher an der Fahne als halbe Schwünge aus neunzig Metern.
Teehöhe
Beim Driver soll die halbe Kugel über der Krone stehen. Zu tief erzeugt einen abwärts geführten Schlag mit mehr Spin, zu hoch trifft die Oberkante. Gegen einen hartnäckigen Slice bringt ein etwas tieferes Tee mit dem Ball einen Hauch weiter hinten oft mehr als eine Stunde Theorie.
Nutzen Sie außerdem die Breite des Abschlags, die fast niemand nutzt. Die Markierungen geben eine Fläche vor, keinen Punkt: Sie dürfen überall zwischen ihnen und bis zu zwei Schlägerlängen dahinter aufteen. Wer sein Slice kennt, teet links auf und zielt nach rechts, und diese zwei Meter Verschiebung kosten nichts.
Achtzig Prozent, und dann zählen
Spielen Sie eine Runde und schlagen Sie jeden Abschlag mit gefühlt acht Zehnteln. Die meisten verlieren fünf bis zehn Meter und gewinnen drei oder vier Fairways. Dieser Tausch senkt den Score jedes Mal.
Der Grund ist der Treffpunkt, nicht die Geschwindigkeit. Ein Schlag mit achtzig Prozent trifft die Schlagfläche zentraler, und ein zentraler Treffer bei geringerer Geschwindigkeit ergibt fast dieselbe Ballgeschwindigkeit wie ein Randtreffer bei vollem Einsatz. Der spürbare Unterschied liegt nicht in der Länge, sondern in der Streuung.
Die Routine ist das Zielsystem
Hinter den Ball stellen, ein Ziel wählen, dann einen Zwischenpunkt einen Meter vor dem Ball auf dieser Linie. Schlagblatt zum Zwischenpunkt, Körper zum Schlagblatt. Wer von der Seite zielt, zielt mit den Schultern, und deshalb landen so viele dreißig Meter neben der gedachten Linie.
Prüfen lässt sich die eigene Ausrichtung in zwei Minuten auf der Range: Legen Sie einen Schläger parallel zur Ziellinie vor die Füße und einen zweiten auf die Ziellinie selbst, und lassen Sie einen anderen Spieler von hinten schauen. Erstaunlich viele Amateure stehen chronisch nach rechts ausgerichtet und kompensieren mit einer Bewegung, die sie für ihren Schwungfehler halten.
Wind auf norddeutschen Plätzen
Auf den weiten Anlagen an der Küste und in Mecklenburg gehört Wind zum Alltag. Gegen den Wind mehr Schläger und ruhiger schwingen, weil ein härterer Schwung Spin erzeugt und Spin genau das ist, was der Wind bestraft. Mit dem Wind fliegt und rollt der Ball weiter, sodass der Bunker bei 240 plötzlich erreichbar wird.
Der unterschätzte Fall ist der Seitenwind. Er wirkt auf einen Driverschlag stärker als auf jeden anderen Schläger, weil der Ball am längsten in der Luft ist, und er verstärkt Ihre ohnehin vorhandene Kurve, wenn er in dieselbe Richtung weht. Auf einem Loch mit Wind von links und einem Slice im Gepäck ist das Holz 3 die vernünftige Entscheidung.
Die richtigen Abschläge, der unterschätzte Hebel
Ein Punkt, der in Deutschland selten angesprochen wird und mehr Fairways kostet als jede Technikfrage: Die meisten Amateure spielen einen Platz, der für sie zu lang ist, und greifen deshalb an jedem Abschlag zum Driver, obwohl das Loch etwas anderes verlangt.
Die Faustregel lautet, die Trägerweite des Drivers mit 28 zu multiplizieren. Wer 180 Meter trägt, gehört auf einen Platz von rund 5 000 Metern, und das ist selten der Abschlag, den er aus Gewohnheit wählt. Von der passenden Farbe aus wird aus einem 340-Meter-Par-4 plötzlich ein Loch, das ein Hybrid und ein Eisen 8 lösen, und beides trifft man deutlich häufiger als Driver und Eisen 5.
Das Handicapsystem rechnet jede Abschlagsfarbe über Course Rating und Slope korrekt um, es entsteht also kein Nachteil für das Handicap, sondern nur eine angenehmere Runde mit mehr getroffenen Fairways.
Wo Sie das in Deutschland üben
Die Ausrichtung übt man auf der Range, und der wichtigste Punkt ist, dass Rangematten parallel liegen und ein Gefühl von Richtung geben, das mit dem gewählten Ziel nichts zu tun hat. Ein Ausrichtungsschläger vor den Füßen kostet nichts und ist die wirksamste Übungshilfe, die es gibt.
Die Streuung messen Sie am zuverlässigsten dort, wo Zahlen entstehen: auf einer öffentlichen Anlage mit Ballverfolgung, wie es sie rund um München, Berlin, Hamburg und im Rheinland gibt, oder im Winter in einer Indoor-Box mit Launch Monitor, die in fast allen deutschen Großstädten stundenweise buchbar ist. Verlangen Sie dort Streuungswerte und nicht nur Carry-Weiten.
Wenn eine Abweichung systematisch in eine Richtung geht, lohnt der Blick auf den Schaft. Manche Fachgeschäfte und die Fitting-Bereiche der großen Golfzentren messen das, und der PGA-Professional Ihrer Anlage sagt in zwanzig Minuten, ob es am Material oder an der Ausrichtung liegt.
Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Anlagen oder Händlern.
Was Sie in drei Runden ausprobieren
- Notieren, wo jeder Abschlag endet, und den dominanten Fehler finden.
- Auf den Fairwayrand zielen, von dem der Fehler wegführt.
- Die ganze Breite des Abschlags nutzen, nicht die Mitte.
- Eine Runde mit Holz 3 auf allen Par 4 unter 350 Metern spielen und den Score vergleichen.
- Eine Runde mit acht Zehnteln Krafteinsatz und die Fairways zählen.
Getroffene Fairways sind die Statistik, die sich am schnellsten bewegt, weil der größte Teil des Gewinns aus Entscheidungen vor der Bewegung stammt.






