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Technik

Essen und trinken über achtzehn Löcher

Ermüdung trifft die Entscheidungen früher als die Ballkontrolle. Deshalb fallen Amateurrunden zwischen Loch 10 und 14 auseinander.

La rédaction Panxis Golf, Deutschland-Desk (Thomas Berger) · · 7 min
Golfer öffnet eine Kühlbox am Platzrand
Photo Jopwell / Pexels

Kurz gefasst

  • Am ersten Abschlag zu trinken beginnen, nicht am zehnten.
  • Alle fünf oder sechs Löcher etwas Kleines, nichts Großes an der Wende.
  • Langsamer Zucker plus Fett oder Eiweiß, nicht reiner Zucker.
  • Bei Kälte mehr essen, nicht weniger, und die Hände warm halten.
  • Der zweite Kaffee an der Wende auf leeren Magen kostet Meterputts.

Eine Runde Golf sind vier Stunden mäßige Belastung mit einigen intensiven Momenten. Niemand bricht am zwölften Loch zusammen, aber viele treffen dort schlechtere Entscheidungen als am zweiten, und meistens liegt es an einem leeren Magen und zwei Kaffees.

Was diesen Bereich besonders macht: Er ist die einzige Stellschraube im Golf, die nichts kostet, keine Technik verlangt und trotzdem messbar auf den Score wirkt. Und er ist der einzige, in dem fast jeder Amateur exakt dasselbe falsch macht, nämlich zu wenig trinken und zur falschen Zeit zu viel essen.

Es zeigt sich auf den zweiten neun

Die Konzentration lässt vor dem Schwung nach. Solide erste neun, zwei lose Abschläge nach der Wende, dann ein Drei-Putt und der falsche Schläger am fünfzehnten. Ermüdung trifft die Entscheidungen früher als die Ballkontrolle.

Das ist auch der Grund, warum es kaum jemand bemerkt. Der Schwung fühlt sich weiterhin normal an, und die schlechteren Ergebnisse werden dem Platz, dem Wind oder der Konzentration zugeschrieben. Wer seine Scores der Löcher 10 bis 14 über eine Saison mit denen der Löcher 1 bis 5 vergleicht, sieht das Muster in fünf Minuten.

Trinken, bevor der Durst kommt

Durst setzt ein, nachdem die Leistung zu sinken begonnen hat. Mehr Wasser mitnehmen als gedacht und am ersten Abschlag beginnen, nicht am zehnten. Im Hochsommer gehört für die zweiten neun etwas mit Elektrolyten dazu.

Alkohol auf dem Platz ist eine persönliche Entscheidung, aber er entwässert, und ein Bier bei der Wende an einem heißen Tag bewirkt das Gegenteil von dem, was ein Golfer braucht.

Eine praktische Regel: alle zwei Löcher ein paar Schlucke, statt an der Hütte eine halbe Flasche auf einmal. Und eine Flasche, die in die Seitentasche des Bags passt, wird tatsächlich benutzt, während eine große im Hauptfach dort bleibt, wo sie ist.

Klein und oft

Die große Mahlzeit im Clubrestaurant nach dem neunten Loch erzeugt das bekannte Loch an den Löchern elf und zwölf. Alle fünf oder sechs Löcher etwas Kleines funktioniert deutlich besser: eine Banane, eine Handvoll Nüsse, ein Riegel.

Der Grund ist Verdauung: Eine schwere Mahlzeit bindet Blut im Magen, und die halbe Stunde danach ist konzentrationsschwach. Wer an der Hütte nicht darauf verzichten will, isst das Kleinste, was angeboten wird, und spart die Bratwurst für nach der Runde.

Achten Sie auf die Zusammensetzung: etwas mit langsamem Zucker und etwas mit Fett oder Eiweiß zusammen, also Banane plus Nüsse statt zwei Gummibärchentüten. Reiner Zucker liefert zwanzig Minuten und danach ein Tief, das genau dorthin fällt, wo die Runde entschieden wird.

Vor der Runde

Eine frühe Startzeit ist der häufigste Anlass, ohne Frühstück auf den Platz zu gehen, und einer der teuersten. Wer um sieben Uhr abschlägt, sollte wenigstens etwas Kleines gegessen haben, sonst kommt das Tief nicht am zwölften, sondern am sechsten Loch.

Wer nicht früh essen kann, nimmt es mit und isst es auf den ersten drei Löchern. Das funktioniert gut und stört niemanden, und es ist deutlich besser als ein Kaffee auf leeren Magen.

Was ins Bag gehört

  • Wasser, mehr als gedacht, im Sommer ein Elektrolytgetränk.
  • Zwei Früchte und eine kleine Tüte Nüsse.
  • Ein Riegel oder ein halbes Brot für die Wende, langsam gegessen.
  • Sonnencreme, Mütze und Handtuch.
  • Im Frühjahr und Herbst eine Thermoskanne und ein zweites Paar Handschuhe.

Kühle Runden haben eigene Regeln

Im April und Oktober arbeitet der Körper gegen die Kälte und verliert trotzdem Flüssigkeit über Atmung und Kleidung. Eine Thermoskanne lohnt sich, Handschuhe halten die Hände funktionsfähig, und ein warmes Getränk bei der Wende bringt für die zweiten neun mehr als ein kaltes.

Bei Kälte trinkt fast niemand genug, weil kein Durst entsteht, und gleichzeitig verbraucht der Körper mehr Energie, um die Temperatur zu halten. Auf einer Runde bei fünf Grad gehört deshalb mehr zu essen ins Bag, nicht weniger.

Kalte Hände sind der zweite Punkt, und sie zerstören das Gefühl im kurzen Spiel vollständig. Handwärmer in der Tasche kosten fast nichts und sind auf einer Aprilrunde in Norddeutschland mehr wert als jede Technikstunde.

Hitze im Hochsommer

An einem heißen Julinachmittag auf einem schattenlosen Platz sind vier Stunden in der Sonne die eigentliche Belastung, und die Symptome kommen leise: Kopfschmerzen, Konzentrationsverlust, die Entscheidung, den Bunker doch anzugreifen.

Was hilft, ist unspektakulär: eine Mütze mit Schirm, Sonnencreme vor dem ersten Abschlag und noch einmal an der Wende, ein feuchtes Handtuch im Nacken und, wenn möglich, eine frühe oder späte Startzeit statt der Mittagszeit. Und mehr Flüssigkeit, als sich richtig anfühlt.

Koffein

Ein Kaffee vor der Runde ist in Ordnung. Ein zweiter bei der Wende auf leeren Magen ist der Ursprung zittriger Hände und Drei-Putts.

Wer koffeinempfindlich ist, merkt es zuerst am kurzen Putt, weil dort die feinmotorische Kontrolle sitzt. Wenn Ihre Meterputts nachmittags schlechter werden als vormittags, ist das einen Versuch ohne den zweiten Kaffee wert.

Wo Sie das in Deutschland regeln

Auf den meisten deutschen Anlagen gibt es an der Wende eine Hütte oder einen Kiosk, häufig mit Wurst, Kuchen und Kaffee und selten mit etwas, das man auf halber Strecke essen möchte. Fragen Sie im Sekretariat, ob es an der Wende überhaupt eine Versorgung gibt: Auf kleineren Anlagen und außerhalb der Hochsaison ist sie oft geschlossen.

Deshalb ist der Supermarkt auf dem Weg zur Anlage die zuverlässigere Adresse als die Gastronomie des Clubs. Wasser, Obst und Nüsse für eine Runde kosten wenige € und sind unabhängig von Öffnungszeiten.

Und prüfen Sie, ob es auf dem Platz Trinkwasserstellen gibt. Viele deutsche Anlagen haben zwei oder drei Zapfstellen, die auf keiner Karte stehen und die das Sekretariat in einem Satz benennt; im Hochsommer entscheidet das darüber, wie viel Sie tragen müssen.

Was Sie an einem Turniertag anders machen

An einem Wettspieltag ist die Runde länger, die Anspannung höher und die Pause an der Wende kürzer, weil viele Clubs bei vollem Feld durchspielen lassen. Beides zusammen macht die Verpflegung wichtiger als sonst und die Gelegenheit dazu seltener.

Packen Sie deshalb alles ins Bag, statt auf die Hütte zu setzen, und essen Sie das Erste bereits nach Bahn 4, nicht erst an der Wende. Und trinken Sie mehr als in einer Privatrunde, weil Anspannung den Flüssigkeitsbedarf erhöht und weil man an einem Turniertag erfahrungsgemäß seltener daran denkt.

Ein Kanonenstart verlangt eine eigene Rechnung: Zwischen Ankunft, Einspielen und dem tatsächlichen ersten Schlag können zwei Stunden liegen. Wer um sieben Uhr gefrühstückt hat und um zehn abschlägt, sollte auf dem Weg zu seiner Startbahn etwas essen.

Der nötige Vorbehalt

Das sind praktische Hinweise für gesunde Erwachsene im Freizeitgolf, keine medizinische Beratung. Wer eine Erkrankung hat, die auf Hitze, Flüssigkeitshaushalt oder Blutzucker reagiert, oder entsprechende Medikamente nimmt, fragt die Ärztin oder den Arzt, was mitzunehmen und worauf zu achten ist.

Der Zusammenhang mit dem Spieltempo

Eine Runde, die fünf Stunden dauert, verlangt mehr als eine, die vier dauert, und das ist der unterschätzte Teil des Themas. Auf einer vollen Anlage am Sonntagvormittag steht man länger, kühlt zwischen den Schlägen aus und isst später, als man geplant hatte.

Wer die Wahl hat, spielt außerhalb der Spitzenzeiten und braucht dann die halbe Verpflegung. Wer sie nicht hat, packt entsprechend mehr ein.

Für die nächste Runde

  • Am ersten Abschlag zu trinken beginnen, alle zwei Löcher ein paar Schlucke.
  • Alle fünf oder sechs Löcher etwas Kleines essen, nichts Großes an der Wende.
  • Vor einer frühen Startzeit etwas essen, notfalls auf den ersten drei Löchern.
  • Den Score auf den Löchern 10 bis 13 vorher und nachher vergleichen.

Es ist die günstigste Änderung im Golf und wirkt genau dort, wo die meisten Amateurrunden auseinanderfallen.

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