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Technik

Verpflegung auf der Golfrunde: Wasser, Znüni und Hitzetage

Die letzten sechs Löcher verliert man selten am Schwung, oft am leeren Magen. Klein und häufig essen, ab dem ersten Abschlag trinken und die Startzeit nach der Hitzewarnung wählen: Das hält den Kopf bis Bahn 18 klar.

La rédaction Panxis Golf, Deutschschweiz-Desk (Reto Brunner) · · 8 min
Golfer öffnet eine Kühlbox am Platzrand
Photo Jopwell / Pexels

Kurz gefasst

  • Ein Znüni in drei Portionen schlägt die grosse Mahlzeit bei der Wende.
  • Das BAG empfiehlt bei Hitze mindestens 1,5 Liter pro Tag, am besten Leitungswasser.
  • Bei einer Hitzewarnung von MeteoSchweiz die Runde vor 11 Uhr oder nach 17 Uhr spielen.
  • Auf Bergplätzen wie Samedan (rund 1'720 m) trotz kühlem Morgen genug trinken.
  • Im Herbst Thermoskanne und Handwärmer: Kalte Finger kosten Putts.

Wer um halb acht in Otelfingen oder Holzhäusern abschlägt, hat oft nur einen schnellen Kaffee im Magen. Vier Stunden später, irgendwo zwischen Bahn 12 und Bahn 14, fehlt dann nicht die Kraft, sondern die Klarheit: Ein Schläger zu wenig, ein Putt zu zaghaft, ein Angriff auf eine Fahne, die man um neun Uhr nie angespielt hätte.

Golf ist keine Ausdauerprüfung, aber es ist eine lange. Wer die Runde verpflegt wie eine Wanderung und nicht wie einen Bürotag, spielt die letzten sechs Löcher mit demselben Kopf wie die ersten sechs. Dazu braucht es weder Pulver noch Spezialriegel, sondern einen Plan, der zur Jahreszeit und zur Höhe des Platzes passt.

Der Znüni gehört ins Bag, nicht ins Clubhaus

Die Schweizer Gewohnheit des Znüni ist für Golf fast ideal: etwas Kleines am Vormittag, ohne Tisch und ohne Pause. Genau so sollte eine Runde verpflegt werden. Ein Apfel oder eine Banane nach Bahn 5, eine Handvoll Nüsse oder ein Stück Brot mit Käse um Bahn 10, noch einmal etwas Kleines um Bahn 14.

Der Fehler, den viele machen, ist die grosse Mahlzeit bei der Wende. Ein Wurstweggen mit Cola fühlt sich an wie eine Belohnung und wirkt eine halbe Stunde später wie ein Bremsklotz. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt an heissen Tagen ausdrücklich kleinere, leichtere und häufigere Mahlzeiten und rät von fettreicher, schwer verdaulicher Nahrung ab. Was für einen Hitzetag in der Stadt gilt, gilt auf einem Fairway ohne Schatten erst recht.

Praktisch heisst das: Einkaufen auf dem Weg zum Platz. Die Migros oder der Coop an der Ausfahrt ist verlässlicher als jede Halfway-Hütte, denn auf vielen Anlagen ist die Verpflegung unterwegs am Morgen noch zu oder ausserhalb der Hochsaison gar nicht in Betrieb. Wer sein Essen dabeihat, hängt von keinem Öffnungsplan ab.

Wasser: lieber aus dem Hahn und lieber früh

Das BAG nennt als Richtwert für heisse Tage mindestens 1,5 Liter pro Tag, regelmässig und ohne auf den Durst zu warten, und empfiehlt als ideales Getränk Leitungswasser. Für eine Runde von vier bis fünf Stunden ist das ein Minimum für den ganzen Tag und nicht die Menge für den Platz: Auf der Runde selbst kommt schnell ein weiterer Liter oder mehr dazu, je nach Temperatur und ob Sie tragen, ziehen oder fahren.

Der zweite Punkt ist der Zeitpunkt. Durst meldet sich, wenn schon etwas fehlt. Beginnen Sie deshalb am ersten Abschlag, nicht bei der Wende, und trinken Sie alle zwei Löcher ein paar Schlucke. Eine Flasche in der Seitentasche wird benutzt, eine im Hauptfach bleibt voll.

In der Schweiz hat man einen Vorteil, den Golfer anderswo nicht haben: Leitungswasser ist fast überall Trinkwasser. Fragen Sie im Sekretariat, wo auf dem Platz Wasser gezapft werden kann. Viele Anlagen haben Zapfstellen, die auf keiner Scorekarte eingezeichnet sind, und an einem heissen Nachmittag sparen sie das Schleppen einer zweiten Flasche.

Beim Getränk nach dem Schwitzen hilft ein Detail aus derselben BAG-Empfehlung: Salzhaltige Lebensmittel gleichen den Mineralverlust bei starkem Schwitzen aus. Ein Stück Hartkäse, ein Laugenbrötli oder eine Handvoll gesalzene Nüsse erfüllen diesen Zweck und brauchen kein Spezialprodukt.

Hitzetage im Mittelland

MeteoSchweiz gibt eine Hitzewarnung heraus, wenn die Tagesmitteltemperatur 25 °C übersteigt; für die Warnstufe 3 müssen es mindestens drei Tage in Folge sein. Die Tagesmitteltemperatur schliesst die Nacht ein, und genau das ist der Punkt für Golfer: Nach einer warmen Nacht startet der Körper am Morgen schon mit weniger Reserve.

Das BAG rät, anstrengende Tätigkeiten zwischen 11 und 15 Uhr (höchster Sonnenstand) und zwischen 15 und 17 Uhr (höchste Temperatur) zu vermeiden und sie auf den frühen Morgen oder den Abend zu verschieben. Für eine Golfrunde bedeutet das: An einer gewarnten Hitzeperiode ist die Startzeit um sieben Uhr oder ab halb fünf die bessere Wahl als die Mittagsrunde, auch wenn die Mittagsrunde leichter zu buchen ist.

Die Anzeichen von zu viel Hitze kommen auf dem Platz leise und sehen aus wie schlechtes Golf: Kopfweh, schwere Beine, ein Entscheid, der keiner ist, etwa der Angriff aus dem Bunker über das Wasser. Wer das bei sich bemerkt, macht im Schatten fünf Minuten Pause und trinkt, auch wenn der Flight weiterzieht. Kopfbedeckung, Sonnencreme mit mindestens Schutzfaktor 30 (so die BAG-Empfehlung) vor dem ersten Abschlag und bei der Wende noch einmal, ein nasses Tuch im Nacken: Das ist die ganze Ausrüstung.

Sie können Hitzewarnungen vor der Runde in der App von MeteoSchweiz oder bei Alertswiss nachsehen. Es lohnt sich, das am Vorabend zu tun und nicht erst auf dem Parkplatz.

Auf 1’700 Metern ist die Rechnung anders

Die Golfanlage Samedan, Heimat des Engadine Golf Club und nach Angaben des Clubs seit 1893 der älteste Golfclub der Schweiz, liegt auf rund 1’720 Metern über Meer. Die Saison dort dauert von Mai bis Oktober. Auf dieser Höhe ist die Luft trockener, die Sonne stärker und der Morgen kühl, und alle drei Faktoren verleiten dazu, zu wenig zu trinken: Man schwitzt, ohne es zu spüren, und man friert am ersten Abschlag, obwohl man um Mittag einen Sonnenbrand holt.

Wer in den Ferien einen Bergplatz spielt, packt deshalb beides ein: eine Thermoskanne für den Start und genügend kaltes Wasser für die zweiten neun, dazu Sonnencreme und eine Mütze, auch wenn es beim Einspielen nach Pullover aussieht. Und er plant nach der Runde nicht gleich den Pass, sondern zuerst ein Glas Wasser. In Samedan ist das Golfrestaurant laut Club von 9 bis 22 Uhr offen, in Zuoz-Madulain gibt es eine Büvette am Waldrand.

Bise, Hochnebel und der Herbst

Das andere Extrem ist der Oktobermorgen im Mittelland unter Hochnebel, oder ein Apriltag mit Bise. Durst entsteht bei Kälte kaum, aber der Körper verliert trotzdem Flüssigkeit über die Atemluft und unter der Regenjacke, und er verbraucht mehr Energie, um warm zu bleiben. Auf einer Runde bei sechs Grad gehört deshalb eher mehr Essen ins Bag als im Juli.

Bewährt hat sich:

  • eine Thermoskanne mit Tee statt einer zweiten Wasserflasche;
  • etwas Warmes bei der Wende, falls es angeboten wird, aber klein;
  • Handwärmer in der Jackentasche, damit die Finger auf den Grüns noch Gefühl haben;
  • ein zweites Paar Handschuhe, wenn Nebel oder Regen die ersten durchnässt.

Kalte Hände sind auf einer Herbstrunde der teuerste Mangel, denn sie kosten nicht beim Drive, sondern beim Meterputt. Wer auf den langen Putts plötzlich das Tempo nicht mehr spürt, hat oft einfach kalte Finger.

Kaffee, Bier und das Glas nach Bahn 9

Ein Kaffee vor der Runde ist unproblematisch. Der zweite bei der Wende, auf leeren Magen, zeigt sich zuerst an den kurzen Putts, weil dort die feinste Motorik gebraucht wird. Wer merkt, dass seine Meterputts am Nachmittag schlechter werden, kann eine Runde ohne diesen zweiten Kaffee ausprobieren.

Alkohol auf dem Platz ist Privatsache. Das BAG rät bei Hitze aber, auf alkoholische und gezuckerte Getränke zu verzichten, und das Panaché an der Hütte bei 30 Grad ist genau der Fall, den diese Empfehlung meint. Das Bier im Clubrestaurant nach der Runde verliert nichts, wenn es eine Stunde später kommt.

Turniertage und lange Meisterschaften

Am Wettspieltag fehlt die Zeit, die man in einer Privatrunde hat. Viele Clubs lassen bei vollem Feld durchspielen, die Wende dauert zwei Minuten, und die Anspannung lässt das Trinken vergessen. Packen Sie deshalb alles ins Bag, bevor Sie zum Start gehen, und essen Sie das Erste nach Bahn 4.

Bei einem Kanonenstart liegen zwischen Ankunft, Einspielen, Briefing und erstem Schlag leicht zwei Stunden. Wer um sechs gefrühstückt hat und um neun auf seiner Startbahn steht, sollte unterwegs dorthin etwas essen.

Noch deutlicher wird es bei mehrtägigen Meisterschaften. Die Engadine Amateur Championship, laut Club das älteste Amateurturnier der Schweiz, wurde 2026 vom 26. bis 28. Juni über 54 Löcher an drei Tagen gespielt. Dort entscheidet nicht die Verpflegung einer Runde, sondern die Erholung zwischen den Runden: am Abend genug trinken, normal essen, am nächsten Morgen frühstücken.

Wo Sie in der Schweiz vorsorgen

Die Vorbereitung beginnt nicht im Pro-Shop. Was eine Runde braucht, bekommen Sie an jeder Tankstelle und in jedem Supermarkt für wenige Franken: Wasser, Früchte, Nüsse, Brot, ein Stück Käse. Im Clubhaus lohnt sich eine Frage an das Sekretariat: Gibt es unterwegs eine Hütte, ist sie heute offen, und wo sind die Wasserstellen?

Für die Planung von Hitzetagen und Höhenrunden sind zwei öffentliche Quellen nützlich: die Hitzewarnungen von MeteoSchweiz (App oder Website) und die Empfehlungen des BAG unter bag.admin.ch. Die Zeiten auf Ihrer Startliste lassen sich danach oft noch verschieben; auf vielen Anlagen ist die frühe Startzeit im Hochsommer ohnehin die ruhigere, weil die Spieler Ihres Flights dieselbe Idee hatten.

Die Hinweise hier gelten für gesunde Erwachsene im Freizeitgolf. Wer eine Herz- oder Nierenerkrankung hat, Medikamente nimmt oder auf Blutzucker achten muss, klärt Trinkmenge und Verpflegung mit der Ärztin oder dem Arzt; das BAG weist bei Herz- und Nierenschwäche ausdrücklich darauf hin.

Der Plan für die nächste Runde

  • Am Vorabend: Hitzewarnung und Startzeit prüfen, bei Hitze früh oder spät spielen.
  • Auf dem Weg: Wasser, Obst, Nüsse und etwas Salziges einkaufen.
  • Ab Bahn 1: alle zwei Löcher trinken, alle fünf Löcher etwas Kleines essen.
  • Bei der Wende: kein grosses Menü, lieber das Kleinste, was angeboten wird.
  • Im Herbst und auf Bergplätzen: Thermoskanne, Handwärmer, trotzdem Sonnencreme.

Vergleichen Sie danach einmal Ihre Scores auf den Bahnen 10 bis 14 mit denen der ersten fünf Löcher, über fünf Runden mit und fünf ohne Plan. Welche Abschläge Sie spielen, ändert daran nichts; ob Sie auf Bahn 13 noch klar denken, schon.

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