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Technik

Fairwaybunker: erst die Kante, dann die Zahl

Im Fairwaybunker soll der Ball zuerst getroffen werden, im Grünbunker nie. Wer die eine Technik auf die andere überträgt, bekommt zuverlässig das falsche Ergebnis.

La rédaction Panxis Golf, Deutschland-Desk (Thomas Berger) · · 7 min
Fairwaybunker auf einem Linksplatz
Photo cottonbro studio / Pexels

Kurz gefasst

  • Zuerst die Lage beurteilen, dann die Kante, dann die Distanz.
  • Ein Schläger mehr und ein Dreiviertelschwung.
  • Füße kaum eingraben und den Griff um dieselbe Höhe verkürzen.
  • Auf Gras kostet ein fetter Schlag zehn Meter, im Sand fünfzig.
  • Bei hoher Kante ist der Drop mit zwei Strafschlägen oft billiger.

Der Grünbunker bekommt das ganze Training, der Fairwaybunker kostet die Schläge. Aus 140 Metern im Sand trifft der durchschnittliche Amateur entweder dünn in die Kante oder nimmt so viel Sand, dass der Ball vierzig Meter weit fliegt. Beides kommt vom Versuch, einen normalen Eisenschlag von einer Oberfläche zu spielen, die das nicht zulässt.

Der Unterschied zum Grünbunker ist vollständig: Dort soll der Schläger den Ball nie berühren, hier soll er ihn zuerst treffen und danach fast keinen Sand nehmen. Wer die Technik des einen auf den anderen überträgt, bekommt zuverlässig das falsche Ergebnis, und weil im Kurzspielbereich fast ausschließlich der Grünbunker geübt wird, passiert genau das.

Zuerst die Kante, dann die Zahl

Den vorderen Rand ansehen und den Schläger nehmen, der ihn bequem überfliegt, nicht den, der das Grün erreicht. Ein Eisen 7 über die Kante und kurz vors Grün heißt ein Putt zum Par, ein Eisen 5 in der Kante heißt Doppelbogey. Diese Entscheidung spart mehr Schläge als jede Technik.

Beurteilen Sie die Kante ehrlich und aus der Ansprechposition, nicht vom Rand des Bunkers. Von oben sieht jede Kante niedriger aus, als sie ist, und der Ball startet aus dem Sand flacher als von Gras, weil der Treffmoment weniger steil ausfällt. Rechnen Sie mit einer flacheren Flugkurve, als der Schläger normalerweise liefert.

Und wenn die Antwort lautet, dass kein Schläger die Kante bequem überfliegt: Dann ist die Aufgabe nicht die Distanz, sondern das Verlassen des Bunkers. Ein Wedge seitwärts aufs Fairway kostet einen Schlag, ein Versuch in der Kante kostet zwei oder drei.

Ein Schläger mehr, kürzer schwingen

Ein kontrollierter Dreiviertelschwung fliegt kürzer: einen Schläger mehr nehmen und den Rückschwung verkürzen. Ein volles Eisen 7 aus dem Sand zu schlagen, ist der sicherste Weg, im Treffmoment zurückzufallen.

Der Grund liegt im Gleichgewicht. Sand gibt weniger Halt als Gras, und ein voller Schwung verlangt genau den Halt, den der Untergrund nicht liefert. Ein Dreiviertelschwung mit dem nächstlängeren Schläger erzeugt dieselbe Distanz aus einer Bewegung, die sich kontrollieren lässt.

Die Füße kaum eingraben

Im Grünbunker gräbt man sich für Stabilität ein. Im Fairwaybunker senkt Sie das gegenüber dem Ball und macht den fetten Treffer beinahe sicher.

Ein leichtes Einwühlen für Halt genügt, und um dieselbe Höhe wird der Griff verkürzt. Wer beides vergisst, steht tiefer als beim Übungsschwung und trifft zuverlässig zuerst den Sand.

Ball zurück, Hände voraus, Unterkörper ruhig

Den Ball eine Spur weiter hinten legen, den Unterkörper ruhiger halten, einen Zentimeter kürzer greifen. Ziel ist, den Ball zuerst und fast keinen Sand zu treffen. Auf Gras kostet ein leicht schwerer Schlag zehn Meter, im Sand fünfzig.

Schauen Sie dabei auf die Oberkante des Balls statt auf seine Rückseite. Das ist eine reine Vorstellungshilfe und sie wirkt, weil sie den tiefsten Punkt der Bewegung nach vorn verschiebt, also genau dorthin, wo er sein soll.

Die Lage entscheidet mit

Bevor irgendetwas anderes zählt, sehen Sie sich an, wie der Ball liegt. Ein Ball, der sauber auf festem Sand liegt, erlaubt praktisch jeden Schläger. Ein Ball in einer Fußspur oder halb eingesunken erlaubt genau einen Schlag, nämlich das Herausspielen mit viel Loft.

Die Zwischenstufe ist die gefährlichste: ein Ball, der nur ein wenig tiefer liegt, sieht spielbar aus und verlangt trotzdem einen steileren Treffmoment und damit einen kürzeren Schlag. Nehmen Sie in diesem Fall einen Schläger mehr Loft als geplant und akzeptieren Sie die kürzere Distanz.

Nasser Sand nach Regen

Im Frühjahr und nach Regentagen ist der Sand im Fairwaybunker schwer und verdichtet. Der Schläger gräbt nicht, was hilfreich klingt und es nicht ist: Die Vorderkante springt vom festen Sand ab und trifft den Ball in der Mitte. Ball etwas weiter zurück, kürzer greifen und einen flacheren Ball einplanen, der bei der Landung ausrollt.

Umgekehrt ist tiefer, weicher Sand nach dem Neuauffüllen eines Bunkers der Fall, in dem der Ball häufig einsinkt und in dem ein sauberer Kontakt kaum möglich ist. Auch dort gilt: Loft nehmen, herausspielen, den nächsten Schlag von Gras aus planen.

Bleiben Sie groß

Die verlässlichste Vorstellung ist, die Höhe zu halten. Wer sich auf der Suche nach Länge absenkt, trifft jedes Mal zuerst den Sand.

Eine wirksame Übung dafür braucht keinen Bunker: Schlagen Sie zehn Bälle vom Gras mit dem Gefühl, während der ganzen Bewegung einen Zentimeter größer zu werden. Der Ballkontakt wird sofort sauberer, und genau dieses Gefühl ist das, was im Sand über den Schlag entscheidet.

Was die Regeln erlauben

Seit 2019 dürfen lose hinderliche Naturstoffe im Bunker entfernt werden, also Blätter, Steine und Zapfen, und das ist im Fairwaybunker praktisch relevanter als im Grünbunker, weil dort ein Stein hinter dem Ball einen sauberen Kontakt unmöglich macht.

Verboten bleibt, den Sand unmittelbar vor oder hinter dem Ball zu berühren, ihn zu testen und ihn im Rückschwung zu berühren. Erlaubt ist dagegen, sich beim Hineingehen abzustützen und den Sand außerhalb des Bereichs am Ball zu berühren.

Und bei einer wirklich unspielbaren Lage gibt es die Option, gegen zwei Strafschläge außerhalb des Bunkers auf der rückwärtigen Linie zu droppen. Aus einem tiefen Fairwaybunker mit hoher Kante ist das häufig billiger als der zweite und dritte Versuch, und sehr wenige Amateure kennen sie.

Was den Schaden begrenzt

Rechnen Sie den Fairwaybunker als das, was er statistisch ist: ein halber verlorener Schlag, wenn Sie ihn vernünftig spielen, und zwei, wenn Sie das Loch retten wollen.

Der stille Test vor jedem ehrgeizigen Versuch lautet: Würde ich diesen Schlag vier von zehn Mal treffen? Lautet die ehrliche Antwort nein, ist es kein Golfschlag, sondern ein Los, das mit Schlägen bezahlt wird, die Sie bereits besitzen.

Wo Sie das in Deutschland üben können

Das eigentliche Hindernis ist der Zugang: Fast keine deutsche Driving Range hat einen Übungsbunker, aus dem man mit einem Eisen auf Distanz spielen darf, weil dafür Platz und Sandpflege nötig wären. Fragen Sie an der Rezeption, ob der Kurzspielbereich Sand enthält und ob volle Schläge daraus erlaubt sind.

Öffentliche Anlagen und die großen Golfzentren rund um München, Berlin, Hamburg und das Rheinland haben in der Regel einen Kurzspielbereich und verkaufen Tageskarten ohne Runde; Clubanlagen halten ihren Übungsbunker meist den Mitgliedern vor. Wer Zugang hat, übt am besten in der ersten Stunde nach der Pflege, wenn die Sandtiefe gleichmäßig ist.

Wer keinen Zugang hat, übt den entscheidenden Teil trotzdem: den sauberen Kontakt vom Gras mit einem Dreiviertelschwung und verkürztem Griff. Und in einer Indoor-Box mit Launch Monitor lässt sich messen, wie viel Distanz ein Dreiviertelschwung tatsächlich kostet, was die Schlägerwahl im Bunker beantwortet, bevor man drinsteht.

Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Anlagen.

Und danach harken

Den Bunker rechen, und zwar richtig: Sand zur tiefen Seite ziehen, an der niedrigsten Stelle ein- und aussteigen, und die Harke dort ablegen, wo die Anlage es vorsieht. Ein Fairwaybunker mit Fußspuren ist der Grund, warum der nächste Spieler eine unspielbare Lage bekommt.

Die Liste, in dieser Reihenfolge

  • Wie liegt der Ball? Bei schlechter Lage nur herausspielen.
  • Komme ich mit diesem Schläger über die Kante? Sonst mehr Loft.
  • Ein Schläger mehr als die Distanz, Dreiviertelschwung.
  • Füße kaum eingegraben, einen Zentimeter kürzer greifen.
  • Ball etwas zurück, groß bleiben, zuerst den Ball treffen.

Niemand trifft einen Fairwaybunkerschlag zufällig. Die guten stammen aus einer Entscheidung, die vor dem Ziehen des Schlägers fällt, und die schlechten fast immer aus dem Wunsch, das Loch zu retten, statt es zu Ende zu spielen.

Wo sich das auf dem Platz zeigt

Drei der längsten Plätze unseres Verzeichnisses, auf denen der Abschlag die Runde entscheidet.

  • Golf Club Föhr: 1925 am Südstrand gegründet, seit 1971 in Nieblum, seit 2008 mit 27 Löchern: ein Inselplatz im Weltnaturerbe Wattenmeer, auf dem nichts den Wind abhält.
  • Förde-Golf-Club Glücksburg: 1972 auf dem Bockholmer Hochplateau gegründet, im Nordosten von der Steilküste begrenzt: einer der wenigen deutschen Plätze, die wirklich am Meer liegen.
  • Freiburger Golfclub: 1970 im Dreisamtal gegründet, ursprünglich von Bernhard von Limburger: Wasserschutzauflagen haben den Platz umgebaut, wenige Originalbahnen sind geblieben.

Wir haben diese Plätze nicht gespielt; jede Seite sagt, worauf sie sich stützt.

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