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Technik

Übungsstunde auf der Range: die Platzreife als Trainingsplan

Eine Stunde Range bringt nur etwas, wenn am Ende etwas gemessen wurde. Die sechs Stationen der Schweizer Platzreife liefern die Messlatte: einschlagen, ein Gedanke pro Serie, Wechseltraining, neun Löcher im Kopf und die Hälfte der Zeit fürs kurze Spiel.

La rédaction Panxis Golf, Deutschschweiz-Desk (Reto Brunner) · · 7 min
Golfer nebeneinander auf einer offenen Driving Range
Photo Jopwell / Pexels

Kurz gefasst

  • Die Platzreife-Prüfung von Swiss Golf enthält sechs Stationen mit klaren Anforderungen, ideal als Test.
  • Zwanzig Bälle auf eine einzige Änderung, dann zwanzig im Wechsel von Schläger und Ziel.
  • Die Hälfte der Zeit gehört allem unter hundert Metern.
  • Matten verzeihen fette Treffer: für Tempo und Ausrichtung nutzen, nicht für die Trefferqualität.
  • In den Migros Golfparks sind Range und Kurzspielanlagen kostenlos, 20 Bälle kosten CHF 3.50.

Swiss Golf hat für die Platzreife eine Prüfung auf der Übungsanlage festgelegt, die sich wie ein fertiger Trainingsplan liest: sechs Abschläge, sechs Schläge mit Holz oder Hybrid, sechs Pitches, sechs Chips, sechs Bunkerschläge und ein Putting-Parcours über neun Löcher. Für jede Station gibt es eine messbare Anforderung. Wer diese Prüfung vor Jahren bestanden hat, schlägt heute auf der Range meistens etwas ganz anderes: einen Korb Bälle mit dem Driver, ohne Ziel und ohne Zahl.

Der Unterschied zwischen Bälle schlagen und üben liegt nicht in der Menge. Er liegt darin, ob am Ende der Stunde etwas gemessen wurde. Die Einheit unten braucht rund 60 Bälle und eine Stunde, und sie funktioniert auf jeder Schweizer Anlage mit Range, Übungsgrün und Übungsbunker.

Die Platzreife als Massstab

So beschreibt Swiss Golf die Anforderungen an der Prüfung auf der Übungsanlage:

Station Aufgabe Anforderung
Abschlag 6 Bälle vom Tee 3 mit mindestens 80 m Carry (Männer) bzw. 70 m (Frauen)
Langes Spiel 6 Bälle mit Holz, Hybrid oder mittlerem Eisen 3 mit mindestens 60 m Carry
Pitchen 6 Bälle aus 15 bis 18 m 2 landen in einem Kreis mit 6 m Radius
Chippen 6 Bälle aus 10 bis 12 m 2 landen in einem Kreis mit 4 m Radius
Bunker 6 Bälle 2 bleiben auf dem Grün liegen
Putten 9 Löcher: 3 x 3 m, 3 x 6 m, 3 x 9 m höchstens 21 Schläge

Für Einsteiger sind das Hürden. Für alle anderen sind es Referenzwerte, die man verschärfen kann: vier statt zwei Bälle im Pitch-Kreis, 18 statt 21 Putts. Wer diese sechs Stationen einmal pro Monat spielt und die Resultate notiert, hat nach einer Saison eine Kurve, die ehrlicher ist als jedes Gefühl.

Der Aufbau einer Stunde

1. Zehn Minuten Einschlagen

Die ersten fünfzehn Bälle sind Vorbereitung, kein Training. Beginnen Sie mit dem Wedge, halbe Schwünge, die Füsse nah beieinander. Das zwingt zum Gleichgewicht und zeigt nach wenigen Schlägen, ob Sie heute zentriert treffen. Im April, nach einem Winter ohne Schwung, darf das auch zwanzig Minuten dauern. Wie Sie sich vor einer Runde aufwärmen, ist eine andere Frage und steht im Artikel zum Aufwärmen.

2. Zwanzig Bälle auf einen einzigen Punkt

Ein Schläger, ein Gedanke, zwanzig Bälle. Schreiben Sie den Gedanken vor der Einheit auf einen Zettel oder ins Telefon, zum Beispiel «Schlagfläche zuerst ausrichten» oder «Rückschwung bis neun Uhr», und lesen Sie ihn nach zehn Bällen erneut. Die meisten Rangestunden beginnen mit einer Absicht, die nach fünf mässigen Schlägen still durch eine andere ersetzt wird.

Legen Sie dabei einen Schläger parallel zur Ziellinie auf den Boden. Die Matten auf der Range liegen parallel zueinander und suggerieren eine Richtung, die mit Ihrem Ziel nichts zu tun hat. Und arbeiten Sie an einer Sache pro Woche, nicht pro Einheit.

3. Zwanzig Bälle im Wechsel

Wiederholung macht eine Änderung bequem, der Platz aber verlangt nie zweimal denselben Schlag. Wechseln Sie deshalb bei jedem Ball Schläger und Ziel: Eisen 7 auf die 130-Meter-Fahne, Wedge auf 60 Meter, Hybrid auf die linke Seite. Dieser Teil fühlt sich schlechter an als der vorherige. Das ist gewollt: Wenn eine Einheit angenehm verläuft und jeder Treffer besser wird, übt man meistens Bequemlichkeit.

4. Neun Löcher auf der Range

Nehmen Sie die Scorekarte Ihres Heimplatzes und spielen Sie die ersten neun Löcher im Kopf durch: Abschlag mit dem Schläger, den Sie dort wirklich nehmen, dann die Annäherung mit der Distanz, die übrig bliebe. Jeder Ball mit voller Routine: hinter den Ball treten, Ziel wählen, Probeschwung, hinstellen, schlagen. Notieren Sie am Ende, wie viele Grüns Sie realistisch erreicht hätten.

5. Zwanzig Minuten kurzes Spiel

Die zweite Hälfte der Zeit gehört allem unter hundert Metern. Hier kommen die Stationen der Platzreife ins Spiel: sechs Pitches, sechs Chips, sechs Bunkerschläge, dann der Putting-Parcours. Zählen Sie jede Station. Wie Sie die Pitch-Distanzen systematisch aufbauen, zeigt der Artikel zu den Wedge-Distanzen, und für den Sand der zum Bunkerschlag.

Warum das kurze Spiel die Hälfte bekommt

Auf einer Amateurrunde sind die Putts, Chips und Pitches zusammen deutlich mehr Schläge als die Drives. Trotzdem verbringen viele Rangebesucher den grössten Teil ihrer Zeit auf der Abschlagmatte. Die Umkehrung ist der einfachste Scoregewinn im Golf: Wer drei Monate lang die Hälfte der Übungszeit unter hundert Metern verbringt, spart in der Regel mehr Schläge als mit jeder Schwungänderung.

Der zweite Grund ist ein praktischer. In den Migros Golfparks etwa sind die Kurzspielanlagen laut Tarifliste kostenlos, bezahlt werden nur die Rangebälle. Das kurze Spiel ist dort also nicht nur wirksamer, sondern auch günstiger.

Ob die Übung auf dem Platz ankommt, zeigt am Ende nur die Karte. Swiss Golf empfiehlt, möglichst viele handicapwirksame Runden zu spielen, damit der Handicap-Index auf einer breiten Basis steht. Wer ausserhalb von Turnieren spielt, kann eine General-Play-Runde vor dem Start im Sekretariat oder in der Swiss Golf App anmelden, mit einem Marker. Zehn solche Runden über eine Saison, neben den Resultaten der sechs Stationen notiert, zeigen, ob die Stunden auf der Übungsanlage wirken.

Matten, Winter und Simulatoren

Im Winter und auf vielen Ranges auch im Frühling wird von Matten geschlagen. Eine Matte verzeiht einen fetten Treffer, den der Rasen bestraft hätte, weil der Schläger abgleitet. Nutzen Sie die Mattenzeit deshalb für Tempo, Ausrichtung und Distanzkontrolle, nicht für die Beurteilung Ihrer Treffqualität. Die ersten Einheiten im Frühling gehören auf Gras, damit der Ballkontakt wieder ehrlich wird.

Auch die Zahlen auf dem Bildschirm verdienen einen zweiten Blick. Rangebälle fliegen in der Regel kürzer als Spielbälle. Vergleichen Sie die Schläger untereinander, statt den absoluten Werten zu trauen. Was ein Launchmonitor misst und was nicht, erklärt der Artikel über Launchmonitore.

Für die Monate ohne Range bieten Anlagen und Golfcenter Simulatoren an. Im Engadin etwa betreibt das Engadin Golf Center im Winter einen Indoorgolf-Simulator in Samedan, und in Zuoz steht seit Januar 2025 ein öffentlicher Simulator zum selbständigen Üben.

Wo Sie in der Schweiz üben können

Auf öffentlichen Übungsanlagen. Laut Swiss Golf verfügen die meisten Golfclubs über eigene Übungsanlagen, und viele davon sind öffentlich zugänglich. Dazu kommen reine Driving Ranges, Pitch-&-Putt- und Indoor-Anlagen. Fragen Sie vor dem Ballkauf, ob ein Kurzspielbereich mit Grün und Bunker vorhanden und offen ist: Diese Frage entscheidet, ob sich die Einheit oben überhaupt spielen lässt.

In den Migros Golfparks. Die Benutzung der Driving Range, der Übungsanlagen für Pitching, Chipping und Putting und der Übungsbunker ist laut Tarifseiten kostenlos, ebenso das Messsystem Trackman. Gäste zahlen für 20 Rangebälle CHF 3.50; die Einheit oben mit rund 60 Bällen kostet damit etwa CHF 10.50. Die Ballkarte kostet einmalig CHF 10 und lässt sich über die PC-Caddie-App laden. Geprüft auf den Tarifseiten von Holzhäusern, Moossee, Oberkirch, Otelfingen und Waldkirch. Die Academy bietet ausserdem eine Trainingsserie über mehrere Wochen in kleiner Gruppe mit einem Golf Pro an.

Auf Kurzplätzen. Die ehrlichste Übungsstunde ist oft eine Runde auf einem Kurzplatz, weil jeder Schlag nur eine Chance hat. Die 6-Loch-Academy in Otelfingen kostet laut Tarifliste unter der Woche CHF 25, der Par-3-Platz «Pilatus» in Holzhäusern CHF 35. Mehr Adressen stehen im Artikel über Neun-Loch- und Kurzplätze. Ob sich dafür eine Jahreskarte lohnt, rechnet der Beitrag Mitgliedschaft oder Greenfee vor.

Beim Pro oder Fitter. Wenn ein Fehlerbild über Wochen gleich bleibt, klärt ein Pro, ob es am Schwung liegt, und ein Fitting, ob es am Material liegt. Was ein Fitting bei den Eisen zeigt, beschreibt der Artikel zum Eisen-Fitting.

Panxis Golf hat keine geschäftliche Beziehung zu den genannten Anlagen und erhält keine Provision.

Die Stunde auf einer Karte

  • 10 Minuten Wedges, Füsse zusammen.
  • 20 Bälle, ein Schläger, ein notierter Gedanke, Ausrichtungsschläger am Boden.
  • 20 Bälle mit Wechsel von Schläger und Ziel.
  • 9 Löcher des Heimplatzes mit voller Routine.
  • 20 Minuten kurzes Spiel mit den Stationen der Platzreife.
  • Drei Zeilen Notiz: bearbeiteter Punkt, Resultat der Stationen, nächstes Mal.

Zwanzig solche Stunden in einer Saison sind rund 1’200 Bälle mit Absicht. Das ist weniger, als viele Rangebesucher schlagen, und viel mehr, als die meisten üben.

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