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Ausrüstung

Pro V1, Q-Star Tour oder Tour Soft: was ein verlorener Ball in Franken kostet und wo Sie kaufen

Der Unterschied zwischen einem Premiumball und einem Ball der Mittelklasse zeigt sich kaum mit dem Driver, sondern rund ums Grün. Im Oktober 2026 kostete die Schachtel Pro V1 bei einem Schweizer Händler in der Aktion CHF 48.75, der Tour Soft CHF 45.00 und der Q-Star Tour mit Urethanhülle CHF 42.00. Der Aufpreis ist kleiner, als viele denken, und ob er sich lohnt, hängt vor allem davon ab, wie viele Bälle Sie pro Runde verlieren.

La rédaction Panxis Golf, Deutschschweiz-Desk (Reto Brunner) · · 9 min
Ein Dutzend weisse Golfbälle verstreut im Gras einer Driving Range in der Sonne
Photo Kindel Media / Pexels

Kurz gefasst

  • Die Hülle macht den Unterschied: Pro V1 und Q-Star Tour haben eine Urethanhülle, die mit dem Wedge mehr Drall erzeugt; der Tour Soft 2026 ist ein Zweischichtball mit Elastomerhülle.
  • Abgelesen im Oktober 2026 bei einem Schweizer Händler: Pro V1 CHF 65.00 Listenpreis, in der Aktion CHF 48.75; Tour Soft CHF 45.00; Q-Star Tour 6 CHF 42.00 pro Schachtel, mit Mengenrabatt ab zehn Schachteln.
  • Wer vier Bälle pro Runde verliert, zahlt mit dem Pro V1 in der Aktion rund CHF 2.25 pro Runde mehr als mit dem Q-Star Tour, zum Listenpreis rund CHF 7.70.
  • Ein einfacher Versuch auf der Übungsanlage zeigt, ob Sie den Unterschied sehen: drei Bälle jeder Sorte, dasselbe Wedge, und notieren, wie weit jeder nach dem ersten Aufprall rollt.

Im Oktober liegt Laub auf den Fairways, die Morgen sind kühl, und mancher Ball verschwindet im Rough, bevor man ihn landen sieht. Genau jetzt stellt sich die Frage, ob sich ein Titleist Pro V1 für jede Runde lohnt oder ob ein günstigerer Ball dasselbe leistet. Bei einem Schweizer Händler kostete die Schachtel Pro V1 im Oktober 2026 in der Aktion CHF 48.75, der neue Titleist Tour Soft CHF 45.00 und der Srixon Q-Star Tour der sechsten Generation CHF 42.00. Der Abstand ist kleiner, als viele denken. Diese Seite ist kein Test: Niemand von Panxis Golf hat die drei Bälle geschlagen. Sie fasst zusammen, was die Hersteller angeben, was Golferinnen und Golfer in öffentlichen Foren berichten und was das für Ihr Portemonnaie bedeutet.

Premium und Mittelklasse: worin sich die Bälle wirklich unterscheiden

Den grössten Unterschied macht die äusserste Schicht. Ein Premiumball wie der Pro V1 trägt eine gegossene Urethanhülle. Urethan ist weich, die Rillen eines Wedges greifen darin, und der Ball bekommt bei kurzen Schlägen viel Rückwärtsdrall. Günstigere Bälle haben meist eine Hülle aus Ionomer oder einem anderen Elastomer. Sie ist härter, hält länger ohne Kratzer und dreht bei Chips und Pitches weniger.

Dazwischen gibt es eine dritte Sorte, und um sie geht es hier ebenso: Bälle mit Urethanhülle zu einem tieferen Preis. Der Q-Star Tour gehört dazu. Er verspricht einen Teil des Premiumverhaltens am Grün, ohne Premiumpreis.

Die zweite Grösse ist die Zahl der Schichten. Ein Zweischichtball besteht aus Kern und Hülle. Drei Schichten erlauben es dem Hersteller, das Verhalten beim langen Schlag und beim kurzen Schlag getrennt abzustimmen: wenig Drall mit dem Driver, viel Drall mit dem Wedge.

Wo spüren Sie das? Am wenigsten mit dem Driver, besonders bei mittlerer Schwunggeschwindigkeit. Wer den Driver nicht sehr schnell schwingt, drückt einen harten Premiumkern kaum zusammen, und die Längenunterschiede zwischen guten Bällen bleiben dann gering. Deutlich wird der Unterschied rund ums Grün: beim halben Pitch über einen Bunker, beim Chip auf ein abfallendes Grün, beim vollen Schlag mit dem Gap Wedge. Dort entscheidet die Hülle, ob der Ball nach dem zweiten Aufprall stoppt oder weiterrollt.

Titleist Pro V1 (2025): das Mass der Dinge

Titleist beschreibt den Pro V1 des Jahrgangs 2025 als Dreischichtball. Innen sitzt ein sogenannter High-Gradient-Kern, der laut Hersteller schneller ist als beim Vorgänger. Darüber liegt eine sehr flexible Zwischenschicht, aussen eine gegossene Urethanhülle. Die Oberfläche trägt 388 Dimples in einem tetraedrischen Muster. Eine Kompressionszahl veröffentlicht Titleist nicht.

Der Ball ist für ein sehr breites Feld gedacht, von tiefen bis zu mittleren Handicaps. Er ist weiss und in einem leuchtenden Gelb erhältlich, das Titleist «High Optic» nennt. Das Gelb hat im Herbst einen praktischen Wert: Auf braunem Laub und im feuchten Morgenlicht findet man es leichter.

Preis. Abgelesen im Oktober 2026 bei einem Schweizer Händler: Listenpreis CHF 65.00 pro Schachtel, im Aktionspreis CHF 48.75. Das sind CHF 5.42 beziehungsweise CHF 4.06 pro Ball. Auf der Produktseite ist die Schachtel als «Stück» ausgezeichnet; Titleist verkauft den Pro V1 im Dutzend.

Srixon Q-Star Tour 6: Urethan zum tieferen Preis

Srixon hat die neue Generation des Q-Star Tour am 3. März 2026 angekündigt. Der Ball hat drei Schichten. Die dünne Urethanhülle besteht laut Srixon teilweise aus Biomasse, also aus pflanzlichen Rohstoffen. Der FastLayer-Kern, der von einem weichen Zentrum zu einem festeren Rand übergeht, wurde neu abgestimmt. Dazu kommt eine Beschichtung namens Spin Skin+, die beim kurzen Spiel mehr Halt in den Rillen geben soll. Die Oberfläche trägt 338 Dimples im Muster «Speed Dimple», das Srixon auch bei seinen Tourbällen einsetzt. Srixon nennt den Ball den weichsten Tourball seiner Reihe.

Zur Kompression: Im Handel steht vielerorts die Zahl 74. Diesen Wert hatte Srixon für die Vorgängergeneration von 2024 veröffentlicht. Für die sechste Generation haben wir keine Herstellerangabe gefunden, deshalb nennen wir hier keine Zahl.

Gedacht ist der Q-Star Tour für Spielerinnen und Spieler mit mittlerer Schwunggeschwindigkeit, die rund ums Grün nicht auf Urethan verzichten wollen. Es gibt ihn in Weiss und Gelb sowie als «Divide» mit zwei Farbhälften, was beim Putten die Rotation sichtbar macht.

Preis. Abgelesen im Oktober 2026 bei einem Schweizer Händler: CHF 42.00 pro Schachtel, also CHF 3.50 pro Ball. Ab zehn Schachteln sinkt der Preis auf CHF 32.76, das ergibt CHF 2.73 pro Ball.

Titleist Tour Soft (2026): zwei Schichten, weiche Hülle

Der Tour Soft ist der Ball, den Titleist unter dem Pro V1 und dem AVX für Golferinnen und Golfer anbietet, die vor allem ein weiches Gefühl wollen. Der Jahrgang 2026 ist ein Zweischichtball. Er hat keine Urethanhülle, sondern eine neu entwickelte Elastomerhülle, die laut Titleist weicher und dicker ist als bisher. Der Kern ist etwas kleiner als beim Vorgänger. Die Oberfläche trägt 386 Dimples in einem Muster, das Titleist «Quadrilateral Dipyramid» nennt. Versprochen werden mehr Länge vom Abschlag und ein höherer Flug mit den Eisen, damit der Ball auf dem Grün eher liegen bleibt. Eine Kompressionszahl veröffentlicht Titleist nicht.

Preis. Abgelesen im Oktober 2026 bei einem Schweizer Händler: CHF 45.00 pro Schachtel, CHF 3.75 pro Ball. Ab zehn Schachteln CHF 35.10, also CHF 2.93 pro Ball.

Hier liegt die Überraschung dieses Herbstes. Der Zweischichtball ohne Urethan kostet beim selben Händler mehr als der Q-Star Tour mit Urethan. Und solange der Pro V1 in der Aktion ist, beträgt der Aufpreis vom Tour Soft zum Pro V1 nur CHF 3.75 pro Schachtel, rund 31 Rappen pro Ball. Zum Listenpreis wären es CHF 20.00. Wer also zum Tour Soft greift, sollte das wegen des Gefühls tun und nicht, um zu sparen.

Was Golferinnen und Golfer sagen

Gelesen in den Foren von GolfWRX, im Golf Simulator Forum, auf SkiTalk und in Kundenbewertungen von Onlinehändlern. Mehrere Beiträge stammen von Golferinnen und Golfern, die die Bälle zu Hause auf einem eigenen Launch Monitor verglichen haben, teils mit älteren Generationen. Niemand wird zitiert, nichts wurde gezählt.

Was oft gelobt wird:

  • Der Pro V1 verhält sich berechenbar. Viele schreiben, sie hätten mit ihm die gleichmässigste Länge und den verlässlichsten Drall mit den Wedges, und darum lohne sich der Preis für Spielerinnen und Spieler, die ihre Distanzen kennen.
  • Der Q-Star Tour kommt am Grün nahe heran. In Vergleichen auf dem Launch Monitor drehte er mit dem Sand Wedge etwas weniger als der Pro V1, aber nicht viel, und hielt auf dem Grün ordentlich. Das ist der Grund, warum er in Foren oft als vernünftige Urethanwahl gilt.
  • Der Tour Soft fühlt sich weich an. Golferinnen und Golfer mit langsamerem Schwung loben das Gefühl beim Putten und den hohen Flug mit den Eisen.

Was oft kritisiert wird:

  • Der Preis des Pro V1 schmerzt bei jedem Wasserhindernis. Der Einwand kommt immer wieder: Wer pro Runde mehrere Bälle verliert, spielt den Vorteil am Grün nie aus.
  • Der Q-Star Tour dreht mit den Eisen deutlich weniger. Einige Golfer mit eigenem Launch Monitor berichten von spürbar weniger Drall mit dem Eisen 7 und dem Driver. Das bringt etwas Länge, aber wer mit mittleren Eisen auf harte Herbstgrüns spielt, sieht den Ball weiter rollen.
  • Der Tour Soft stoppt nicht wie ein Urethanball. Bei kurzen Chips und flachen Pitches rollt er weiter, und wer vom Pro V1 umsteigt, muss die Landezone anpassen.

Wo Sie in der Schweiz Bälle kaufen und was Sie fragen sollten

Im Proshop Ihres Clubs. Der Preis liegt oft beim Listenpreis, dafür sehen Sie die Schachtel, können nach dem Jahrgang fragen und unterstützen den Betrieb, der Ihren Platz pflegt. Fragen Sie, ob der Proshop Mitgliedern einen Rabatt gibt oder Schachteln zu Saisonende günstiger abgibt. Im Oktober und November räumen viele Proshops vor der Winterpause das Lager.

Im Fachgeschäft mit Fitting. Einige Golfgeschäfte und manche Golflehrer bieten ein Ballfitting an, meist auf einem Launch Monitor mit Ihrem eigenen Wedge und Driver. Fragen Sie vorher, ob die Messung kostet, ob sie beim Kauf angerechnet wird und ob mehrere Marken zur Auswahl stehen oder nur eine.

Online. Hier sind Mengenrabatte am deutlichsten: Bei allen drei Bällen sinkt der Preis pro Schachtel ab zwei, drei, fünf und zehn Stück. Prüfen Sie, ob der Jahrgang angegeben ist, ob der Preis in Franken inklusive Mehrwertsteuer gilt und ob beim Versand aus dem Ausland Zoll und Gebühren dazukommen.

Gebraucht. Gewaschene Pro V1 kosteten im Oktober 2026 beim selben Schweizer Händler CHF 35.00 pro Dutzend, recycelte Tour Soft CHF 27.00. Was dabei zu beachten ist, steht in unserem Beitrag Teichbälle Marke für Marke.

Wo auch immer Sie kaufen: Fragen Sie nach dem Jahrgang, nach einem Rückgaberecht für ungeöffnete Schachteln und danach, ob es eine Probierpackung mit drei oder vier Bällen gibt. Eine solche Packung reicht für den Versuch, der weiter unten beschrieben ist.

Was ein verlorener Ball Sie wirklich kostet

Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen. Ein Beispiel: Sie verlieren vier Bälle pro Runde und spielen zwanzig Runden in der Saison. Das sind 80 Bälle, knapp sieben Schachteln. Zu den abgelesenen Preisen kostet das mit dem Pro V1 in der Aktion etwa CHF 325, mit dem Tour Soft CHF 300 und mit dem Q-Star Tour CHF 280. Pro Runde liegen zwischen Pro V1 und Q-Star Tour also rund CHF 2.25, weniger als ein Kaffee im Clubhaus. Zum Listenpreis des Pro V1 wären es pro Saison etwa CHF 433, und der Abstand pro Runde wüchse auf rund CHF 7.70.

Wer pro Runde einen Ball verliert, kann sich den teureren Ball leicht leisten. Wer acht verliert, gewinnt mit einem anderen Ball weniger als mit einer Stunde beim Golflehrer.

Ein Versuch für die Übungsanlage

Nehmen Sie drei Bälle jeder Sorte auf das Übungsgrün für das kurze Spiel. Wählen Sie eine Fahne, die etwa fünfzehn Meter entfernt ist, und spielen Sie mit demselben Wedge je drei Pitches mit jedem Ball, immer abwechselnd. Achten Sie nicht darauf, wie nahe der Ball an die Fahne kommt, sondern darauf, wie weit er nach dem ersten Aufprall noch rollt. Schreiben Sie es auf. Wiederholen Sie das Ganze mit einem kurzen Chip aus dem Vorgrün.

Wenn Sie keinen Unterschied sehen, ist die Wahl einfach: Nehmen Sie den günstigeren Ball. Wenn der Pro V1 oder der Q-Star Tour sichtbar früher stoppt, wissen Sie, wofür Sie bezahlen. Machen Sie den Versuch an einem milden Tag; an einem kalten Oktobermorgen fühlen sich alle Bälle härter an, und die Unterschiede werden kleiner.

Wie diese Seite entstanden ist

Diese Seite stellt Produkte vor und fasst öffentlich zugängliche Meinungen zusammen. Sie ist kein Test, und niemand von Panxis Golf hat diese Bälle geschlagen. Die technischen Angaben stammen von Titleist und Srixon: aus den Produktseiten und Mitteilungen zum Pro V1 von 2025, zum Tour Soft von 2026 und aus der Mitteilung von Srixon und Dunlop vom 3. März 2026 zum Q-Star Tour.

Alle Preise wurden im Oktober 2026 auf golfimport.ch abgelesen, in Schweizer Franken, inklusive der Mengenpreise und der Preise für gebrauchte Bälle. Der Händler zeichnet die Bälle «pro Stück» aus; gemeint ist jeweils eine Schachtel des Herstellers. Die Preise pro Ball und die Beispielrechnung sind unsere eigenen und gerundet.

Die Meinungen wurden in den Foren von GolfWRX, im Golf Simulator Forum (golfsimulatorforum.com), auf SkiTalk und in Kundenbewertungen von Onlinehändlern gelesen. Die dort beschriebenen Vergleiche auf privaten Launch Monitors sind keine Messungen von Panxis Golf und betreffen teilweise ältere Generationen. Niemand wird namentlich zitiert, nichts wurde gezählt, und keine Einschätzung wird als Statistik ausgegeben. Diese Seite enthält keine kommerziellen Links, und Panxis Golf erhält keine Provision. Sollte ein Inhalt auf dieser Website einmal von einer Marke bezahlt sein, trägt er zuoberst auf der Seite, vor der ersten Zeile, einen Werbehinweis.

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