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Golfvokabular: dreiundzwanzig Wörter genügen

Golf hat mehr Fachsprache als jede andere Sportart, bei der man stillsteht. Rund dreißig Wörter reichen für die erste Saison.

La rédaction Panxis Golf, Deutschland-Desk (Thomas Berger) · · 7 min
Rote Fahne auf einem Grün
Photo Rushay Booysen / Pexels

Kurz gefasst

  • Par ist eine Bezugsgröße, kein Ziel: Bogey ist ein gutes Ergebnis.
  • Der Stroke Index sagt, wo Ihre Vorgabenschläge liegen.
  • Course Rating und Slope machen aus dem Index die Spielvorgabe.
  • Vierer und Vierball werden am häufigsten verwechselt.
  • Launchmonitor-Vokabular interessiert Fitter und sonst niemanden.

Golf hat mehr Fachsprache als jede andere Sportart, bei der man stillsteht, und das meiste davon ist optional. Ein Anfänger braucht rund dreißig Wörter.

Die übrigen kommen von selbst, und einige sollte man bewusst ignorieren, weil sie zu Gesprächen führen, die einem Anfänger nichts bringen. Was hier steht, reicht aus, um eine Scorekarte zu lesen, sich in einem Flight zu verständigen und einen Turnierkalender zu verstehen.

Die Wörter für den Score

Par ist der Score, den ein guter Spieler auf einem Loch erwartet. Ein Birdie ist ein Schlag unter Par, ein Eagle zwei, ein Bogey ein Schlag darüber, ein Doppelbogey zwei.

Das Par eines Lochs steht auf der Scorekarte und richtet sich nach der Länge: Ein Par 3 wird in einem Schlag angespielt, ein Par 4 in zwei, ein Par 5 in drei, jeweils plus zwei Putts. Die Summe der achtzehn Werte ist das Par des Platzes, meist 70 bis 72.

Wichtig für Einsteiger: Par ist eine Bezugsgröße und kein Ziel. Für ein zweistelliges Handicap ist Bogey auf jedem Loch ein sehr gutes Ergebnis, und wer jedes Loch mit dem Ziel Par angeht, trifft in jeder Situation die aggressivere Entscheidung und sammelt Achten.

Die Teile des Platzes

Der Abschlag, das Fairway, das Rough, das Grün. Ein Bunker ist mit Sand gefüllt. Ein Strafgebiet, im internationalen Sprachgebrauch Penalty Area und mit roten oder gelben Pfosten markiert, ist Wasser oder Gelände, aus dem man sich gegen einen Strafschlag erleichtern darf.

Dazu kommen drei Begriffe, die auf jeder deutschen Anlage vorkommen. Das Vorgrün ist die kurz gemähte Fläche rund um das Grün, von der aus sich der Putter oft lohnt. Das Aus, mit weißen Pfosten markiert, ist der Bereich außerhalb des Platzes, aus dem mit Schlag und Distanz weitergespielt wird. Und der Stroke Index, die Zahl von 1 bis 18 auf der Scorekarte, gibt an, wie schwierig ein Loch im Vergleich zu den anderen ist und wo Ihre Vorgabenschläge liegen.

Die Schläge

Der Drive ist der Abschlag auf einem langen Loch, die Annäherung soll das Grün erreichen. Ein Chip rollt, ein Pitch fliegt höher, ein Putt wird auf dem Grün gespielt. Ein Slice dreht für Rechtshänder nach rechts, ein Hook nach links.

Ein Layup ist ein bewusst kurz gespielter Schlag, der ein Hindernis nicht überfliegt, sondern davor liegen bleibt, und er ist häufiger die richtige Entscheidung, als Anfänger vermuten. Ein Up and down heißt, ein verfehltes Grün mit zwei Schlägen zu beenden, also Chip und ein Putt.

Die Wörter, die Sie betreffen

Ihr Handicap-Index bildet Ihr Spielniveau ab, Ihre Spielvorgabe ist das, was daraus auf einem bestimmten Platz wird. Brutto ist der tatsächliche Score, Netto der nach Vorgabe. Die DGV-Platzreife berechtigt zum Spiel auf dem großen Platz, und der DGV-Ausweis weist sie nach.

Die Umrechnung vom Index in die Spielvorgabe erfolgt über zwei Werte, die auf der Scorekarte stehen: das Course Rating, das die Schwierigkeit für einen sehr guten Spieler beschreibt, und den Slope, der beschreibt, wie viel schwieriger der Platz für einen durchschnittlichen Spieler ist. Deshalb bekommen Sie auf einem schweren Platz mehr Vorgabenschläge als auf einem leichten, und deshalb kostet eine Runde von vorderen Abschlägen keinen Nachteil.

Vorgabewirksam heißt, dass eine Runde in die Handicapberechnung eingeht. Das World Handicap System bildet den Durchschnitt der acht besten aus Ihren letzten zwanzig gewerteten Runden, und Neun-Loch-Runden zählen ebenfalls.

Die Wörter am ersten Abschlag

Die Ehre gehört dem Gewinner des letzten Lochs. Wer am weitesten vom Loch entfernt liegt, spielt als Nächster. Fore ruft man, wenn ein Ball auf Menschen zufliegt. Ein provisorischer Ball ist ein zweiter Ball, wenn der erste verloren sein könnte.

Ready Golf bedeutet, dass spielt, wer bereit ist, ohne auf die theoretische Reihenfolge zu warten. Im Zählspiel ist das ausdrücklich empfohlen, und in Deutschland ist es die wirksamste Maßnahme gegen zu lange Runden.

Die Spielformen, deren Namen Sie hören werden

Stableford und Zählspiel sind die beiden Formen im wöchentlichen Clubbetrieb, Scramble ist die Form für Firmenturniere, Vierer und Lochspiel bestimmen den Ligabetrieb. Mit diesen vier lässt sich ein Turnierkalender lesen.

Im Stableford gibt es Punkte statt Schlägen: zwei für ein Netto-Par, drei für ein Netto-Birdie, eines für ein Netto-Bogey, darunter nichts. Im Vierer teilen sich zwei Partner einen Ball und schlagen abwechselnd, im Vierball spielt jeder seinen eigenen und das bessere Ergebnis zählt. Die beiden werden häufig verwechselt.

Die Fachsprache, die man ignorieren darf

Bounce, Spin Loft, Smash Factor und das übrige Launchmonitor-Vokabular interessieren Fitter und am Anfang sonst niemanden.

Dasselbe gilt für die Begriffe aus der Schwungtheorie, also Schlägerweg, Anstellwinkel und ähnliches. Sie beschreiben etwas Reales und sind für einen Anfänger nutzlos, weil sie Entscheidungen suggerieren, die man ohne Messung und ohne Trainer nicht treffen kann.

Die Wörter der Ausrüstung

Am Bag begegnen Ihnen fünf Begriffe, und alle fünf betreffen Entscheidungen, die Sie im ersten Jahr treffen werden.

Der Loft ist der Neigungswinkel der Schlagfläche und bestimmt, wie hoch und wie weit der Ball fliegt; er unterscheidet die Schläger voneinander. Der Lie-Winkel ist der Winkel zwischen Schaft und Sohle und entscheidet darüber, ob die Schlagfläche im Treffmoment nach links oder rechts zeigt. Der Flex beschreibt die Steifigkeit des Schafts, das Schaftgewicht seinen Rhythmus, und die Griffstärke, wie aktiv Ihre Hände arbeiten.

Zwei weitere Wörter tauchen bei den Wedges auf. Der Bounce ist die gerundete hintere Kante der Sohle, die den Schläger durch Sand und weichen Boden gleiten lässt statt graben. Und die Rillen auf der Schlagfläche erzeugen den Spin, der einen Ball auf dem Grün stoppt; sie nutzen sich ab, und zwar lange bevor der Kopf verschlissen ist.

Die Wörter der Platzpflege

Aerifizieren heißt, Löcher in die Grüns zu stanzen, um Verdichtung aufzuheben; besanden heißt, die Fläche anschließend mit Sand abzustreuen. Beides macht die Grüns zwei bis drei Wochen holprig und ein Jahr lang gesund, und die Termine stehen im Pflegekalender der Anlage.

Eine Pitchmarke ist der Einschlagkrater eines Balls auf dem Grün, ein Divot das herausgeschlagene Grasstück auf dem Fairway. Beide auszubessern ist keine Höflichkeit, sondern Pflegeaufwand, den Sie der Anlage abnehmen oder aufbürden. Und Wintergrüns sind Ersatzflächen, auf die viele deutsche Clubs ab November umstellen, um die Hauptgrüns zu schonen.

Wo Sie das Übrige nachschlagen

Die deutschsprachigen Golfregeln und die kostenlose Regel-App des Deutschen Golf Verbands erklären jeden Begriff, der in einer Regelfrage vorkommt, und beantworten die meisten Fragen in unter einer Minute.

Auf der Anlage sind zwei Quellen verbindlich und beide werden übersehen: die Rückseite der Scorekarte und das Aushangbrett am ersten Abschlag. Dort stehen die Platzregeln, das Course Rating, der Slope und der Stroke Index, also fast alles, was in diesem Text an Zahlen vorkommt.

Und für alles Weitere fragen Sie im Flight. Golferinnen und Golfer erklären ihr Vokabular außerordentlich gern, und eine Frage am dritten Abschlag ist angenehmer als vier Stunden Ratlosigkeit.

Was Sie nicht lernen müssen

Es gibt einen ganzen Wortschatz, der zum Golf gehört und den niemand braucht: die englischen Namen einzelner Schlagvarianten, die Bezeichnungen historischer Schlägertypen und die Begriffe aus Turnierberichten. Sie kommen im Fernsehen vor und auf keiner Runde.

Halten Sie sich stattdessen an die Regel, die für die ganze erste Saison gilt: Fragen Sie, wenn Sie ein Wort nicht kennen, und zwar sofort. Es dauert fünf Sekunden, niemand nimmt es übel, und es ist erheblich angenehmer, als vier Stunden lang zu nicken.

Die Liste zum Anfangen

  • Score: Par, Birdie, Bogey, Brutto, Netto, Stroke Index.
  • Platz: Abschlag, Fairway, Rough, Vorgrün, Grün, Bunker, Strafgebiet, Aus.
  • Schläge: Drive, Annäherung, Chip, Pitch, Putt, Layup, Slice, Hook.
  • Spiel: Ehre, Fore, provisorischer Ball, Ready Golf, Spielvorgabe, Platzreife.
  • Formen: Zählspiel, Stableford, Lochspiel, Vierer, Vierball, Scramble.

Rund dreißig Wörter, und alles Übrige nehmen Sie in der ersten Saison nebenbei auf.

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