Golfbegriffe für Einsteiger: von Par bis Swiss Golf Card
Neben Par, Bogey und Chip müssen Einsteiger in der Schweiz vor allem die Wörter des Systems verstehen: Swiss Golf Card, Public Golf Organisation, HCP-Index und General Play. Mit rund dreissig Begriffen lesen Sie eine Scorekarte, verstehen das Sekretariat und reden im Flight mit.
Kurz gefasst
- Spielberechtigt macht die Swiss Golf Card, erhältlich über einen der 98 Clubs oder über ASGI und Migros GolfCard.
- Platzreife: 40 Theoriefragen (28 richtig), Prüfung auf der Übungsanlage und auf dem Platz.
- HCP-Index: Durchschnitt der besten 8 aus den letzten 20 handicapwirksamen Resultaten, Maximum 54.
- Pfähle lesen: Rot oder Gelb Penalty Area, Weiss Aus, Blau Boden in Ausbesserung.
- Regeln, Rules of Golf App und Regelquiz finden Sie bei Swiss Golf.
Wer in der Schweiz mit Golf beginnt, hört in den ersten Wochen zwei Sorten von Wörtern. Die einen gehören zum Spiel und gelten überall: Par, Bogey, Chip, Fore. Die anderen gehören zum Schweizer System, und genau die verwirren Einsteiger am meisten: Swiss Golf Card, Public Golf Organisation, HCP-Index, General Play, Homeclub. Rund dreissig Begriffe reichen, um eine Scorekarte zu lesen, im Sekretariat die richtige Frage zu stellen und im Flight mitzureden.
Die Liste ist nach dem Weg geordnet, den Sie tatsächlich gehen: zuerst die Wörter, die Sie brauchen, bevor Sie überhaupt auf einen Platz dürfen, dann jene auf der Scorekarte, auf dem Platz und am Schluss die, die Sie getrost überhören dürfen.
Bevor Sie spielen dürfen
Swiss Golf Card: der Ausweis, der Sie auf den homologierten Plätzen der Schweiz spielberechtigt macht. Sie erhalten ihn nicht direkt vom Verband, sondern über eine Mitgliedschaft. Laut Swiss Golf gibt es dafür zwei Wege: einen der 98 Clubs, die Mitglied von Swiss Golf sind, oder eine der beiden Public Golf Organisationen, kurz PGO, nämlich die ASGI und die Migros GolfCard. Wer über eine PGO spielt, zahlt auf den Plätzen jeweils ein Greenfee, die Tagesgebühr für eine Runde.
Platzreife: die Prüfung, die zeigt, dass Sie sicher und zügig über einen Platz kommen. Sie besteht aus drei Teilen. Die Theorie umfasst 40 Fragen zu Etikette und Regeln, von denen mindestens 28 richtig sein müssen. Auf der Übungsanlage prüft ein Swiss PGA Pro Abschläge, langes Spiel, Pitchen, Chippen, Bunker und Putten; beim Abschlag etwa müssen drei von sechs Bällen im Flug 80 Meter (Männer) oder 70 Meter (Frauen) weit kommen. Am Schluss folgt eine Prüfung auf dem Platz, bei der auch das Ausfüllen der Scorekarte und die Umrechnung in Stableford-Punkte dazugehören. Ein Club darf zusätzliche Bedingungen festlegen.
Schnupperkurs: der Einstieg vor allem anderen. Beim Open-Doors-Programm, das Swiss Golf finanziell unterstützt, gab es 2025 laut Verband 139 kostenlose Schnupperkurse in der ganzen Schweiz mit insgesamt 2’545 Teilnehmenden. Angemeldet wird direkt beim Club.
Die Zahlen auf der Scorekarte
Par ist die Schlagzahl, mit der ein sehr guter Spieler ein Loch beendet: auf einem Par 3 ein Schlag zum Grün und zwei Putts, auf einem Par 5 drei Schläge und zwei Putts. Ein Birdie ist ein Schlag weniger, ein Eagle zwei weniger, ein Bogey einer mehr, ein Doppelbogey zwei mehr. Nehmen Sie Par als Messlatte, nicht als Auftrag. Wer mit einem hohen Handicap auf jedem Loch Par erzwingen will, wählt ständig die riskantere Variante.
Stroke Index: die Zahl von 1 bis 18 neben jedem Loch. Sie zeigt, an welchen Löchern Sie Ihre Vorgabeschläge bekommen, beginnend beim Index 1, dem schwierigsten Loch. Den Index legt laut Swiss Golf der Club fest, nicht das Course Rating.
Drei weitere Werte beschreiben die Schwierigkeit eines Abschlags. Das Course Rating gilt für einen Scratch-Golfer mit Handicap 0.0, das Bogey Rating für eine Bogey-Golferin (Handicap-Index rund 24) oder einen Bogey-Golfer (rund 20). Das Slope Rating zeigt, wie viel schwieriger ein Platz für alle anderen im Vergleich zum Scratch-Golfer ist; ein Standardplatz hat 113. Aus diesen Werten wird Ihre Spielvorgabe für den jeweiligen Platz berechnet, weshalb eine Runde von kürzeren Abschlägen Sie nicht benachteiligt.
Brutto ist die tatsächliche Schlagzahl, Netto das Resultat nach Abzug der Vorgabe. Im Stableford zählen Punkte: zwei für ein Netto-Par, drei für ein Netto-Birdie, einer für ein Netto-Bogey, keiner für mehr.
Handicap: die Wörter aus dem Clubsekretariat
HCP-Index (Handicap-Index): Ihr Spielniveau als Zahl. Seit 2021 gilt in der Schweiz das World Handicap System. Es nimmt Ihre letzten 20 handicapwirksamen Resultate und bildet den Durchschnitt der besten acht. Das Maximum liegt für Frauen und Männer bei 54, und pro Loch zählt höchstens ein Netto-Doppelbogey, also null Stableford-Punkte.
Handicapwirksam ist eine Runde nur unter Bedingungen: in einem zugelassenen Format (in der Schweiz Stableford, Stroke Play, Par/Bogey und Maximum Score), über mindestens neun Löcher, nach den Golfregeln, in Begleitung, auf einem Platz mit gültigem Rating und während der aktiven Saison. Lochspiel zählt nicht. Neun-Loch-Runden werden seit 2024 mit einem erwarteten Score für die restlichen Löcher in ein 18-Loch-Resultat umgerechnet.
General Play: eine handicapwirksame Runde ausserhalb eines Turniers. Sie melden sie vor dem Start im Sekretariat oder in der Swiss Golf App an und nennen einen Marker, der Ihre Karte mitführt und unterschreibt. Homeclub heisst der Club oder die Organisation, die Ihr Handicap verwaltet.
Markierungen und Zonen auf dem Platz
Abschlag, Fairway, Rough und Grün kennen Sie vermutlich schon. Das Vorgrün ist der kurz gemähte Streifen ums Grün, von dem aus der Putter oft die beste Wahl ist. Ein Bunker ist eine Sandfläche.
Wichtiger sind die Farben der Pfähle. Rote oder gelbe Pfähle markieren eine Penalty Area, auf Deutsch Strafgebiet, meist Wasser. Weisse Pfähle zeigen das Aus, von dort geht es mit Schlag und Distanz weiter. Blaue Pfähle oder eine weisse oder blaue Linie kennzeichnen in der Hard Card von Swiss Golf Boden in Ausbesserung, aus dem Sie straflos Erleichterung nehmen dürfen. Eine Dropzone ist ein markierter Bereich, in dem Sie nach einer Erleichterung droppen, und eine Spielverbotszone ist ein Teil des Platzes, in dem nicht gespielt werden darf.
Die Pitchmarke ist die Delle, die ein Ball beim Aufprall im Grün hinterlässt, das Divot das herausgeschlagene Rasenstück. Beides bessern Sie selbst aus. Aerifizieren nennt man das Stanzen kleiner Löcher in die Grüns, damit der Boden atmet; danach wird meist besandet, und die Grüns rollen eine Weile unruhig.
Die Schläge
Der Drive ist der lange Abschlag, die Annäherung der Schlag aufs Grün. Ein Chip fliegt kurz und rollt lange, ein Pitch fliegt höher und rollt wenig; wie viel Länge welcher Wedge bringt, lernen Sie auf der Übungsanlage. Ein Slice biegt beim Rechtshänder nach rechts ab, ein Hook nach links. Ein Layup ist ein absichtlich kurzer Schlag vor ein Hindernis, und Up and down heisst: Grün verfehlt, trotzdem mit einem Schlag aufs Grün und einem Putt fertig.
Wörter für Tempo und Sicherheit
Fore rufen Sie laut, sobald Ihr Ball in Richtung von Menschen fliegt. Die Ehre hat, wer das letzte Loch gewonnen hat, doch im Alltag gilt Ready Golf: Wer bereit ist, spielt, solange es sicher ist. Einen provisorischen Ball spielen Sie, wenn der erste im Aus oder verloren sein könnte, und Sie kündigen ihn vorher an.
In Turnieren kommen zwei Begriffe aus der Hard Card dazu. Jede Gruppe erhält eine Richtzeit, und wer die Zeitkontrollpunkte zu spät passiert und zu weit hinter der Gruppe vor sich liegt, ist ausser Position. An Meisterschaften von Swiss Golf kann das nach einer Verwarnung Strafschläge kosten.
Ausrüstung in fünf Wörtern
Loft: der Neigungswinkel der Schlagfläche, der Höhe und Länge des Flugs bestimmt. Lie: der Winkel zwischen Schaft und Sohle; stimmt er nicht, zeigt die Schlagfläche im Treffmoment schief, was ein Eisen-Fitting sichtbar macht. Flex: die Biegsamkeit des Schafts. Bounce: die abgerundete Sohlenkante eines Wedges, die im Sand gleitet statt gräbt. Griffstärke: wie weit die Hände am Griff gedreht sind, ein Thema für die erste Lektion über Griff und Stand.
Was Sie überhören dürfen
Smash Factor, Spin Loft, Schlägerweg und Anstellwinkel sind echte Messgrössen, aber im ersten Jahr nutzlos, weil Sie ohne Messgerät und Trainer nichts damit anfangen können. Dasselbe gilt für die englischen Spitznamen einzelner Schlagvarianten aus Fernsehübertragungen. Sie kommen auf keiner Clubrunde vor, auf der Sie sie brauchen würden.
Wo Sie Begriffe und Regeln nachschlagen
Der Verband Swiss Golf verlinkt auf seiner Seite zu den Golfregeln die offiziellen Regeln, die Rules of Golf App und ein Regelquiz. Dazu kommen kurze Regel-Cartoons, etwa zum Schenken, zum Ball im Wasser oder zum unspielbaren Ball im Bunker. Auf derselben Website erklären eigene Seiten das World Handicap System, das Course Rating und die Platzreife.
Auf der Anlage selbst sind zwei Stellen verbindlich: die Rückseite der Scorekarte mit den Platzregeln und das Anschlagbrett beim ersten Abschlag. An Meisterschaften im Swiss-Golf-Kalender ersetzt die Hard Card die lokalen Platzregeln. Und im Zweifel fragen Sie Ihren Marker oder Ihren Flight. Eine Frage kostet fünf Sekunden, ein falsch verstandener Begriff unter Umständen zwei Strafschläge.
Ihre Liste für die erste Saison
- Zugang: Swiss Golf Card, Club oder PGO (ASGI, Migros GolfCard), Greenfee, Platzreife.
- Scorekarte: Par, Birdie, Bogey, Stroke Index, Course Rating, Slope, Brutto, Netto, Stableford.
- Handicap: HCP-Index, handicapwirksam, General Play, Marker, Homeclub.
- Platz: Vorgrün, Bunker, Penalty Area, Aus, Boden in Ausbesserung, Dropzone, Pitchmarke, Divot.
- Spiel: Fore, Ready Golf, provisorischer Ball, Chip, Pitch, Layup.
Alles Weitere lernen Sie auf den ersten Runden nebenbei, am schnellsten, wenn Sie bei jedem unbekannten Wort sofort nachfragen.






