Die besten Golfplätze in Bayern und rund um München
Voralpenland, Seenlandschaft und Turnierplatz liegen um München eine Stunde auseinander und verlangen drei verschiedene Arten zu spielen. Wer das vor der Buchung entscheidet, spielt ein besseres Wochenende.
Kurz gefasst
- Eichenried trägt die BMW International Open, 2026 vom 1. bis 5. Juli.
- Im Voralpenland kommt zur Höhenrechnung die dünnere Luft: der Ball trägt weiter.
- Zwischen Wochentag im Mai und Samstag im Juli liegen schnell 40 €.
- Zwei Plätze pro Wochenende, den schwereren zuerst.
- Nach dem Aerifizieren sind die Grüns holprig und die Greenfees reduziert.
Bayern hat die höchste Golfplatzdichte Deutschlands, und rund um München liegen die Anlagen so nah beieinander, dass ein Wochenende drei verschiedene Arten von Golf bietet: Voralpenland, Seenlandschaft und Turnierplatz. Hier ist die Einordnung.
Der Unterschied zwischen diesen drei Sorten ist größer, als eine Landkarte vermuten lässt. Ein Platz im Flachland nördlich von München und ein Platz auf 700 Metern im Voralpenland verlangen andere Schläger, andere Erwartungen an die Rundenzeit und eine andere Jahreszeit. Wer ein Wochenende plant, sollte das vor der Buchung entscheiden und nicht am ersten Abschlag.
Eichenried, der Turnierplatz
Der Golfclub München Eichenried ist die bekannteste Adresse der Region, weil dort die BMW International Open gespielt wird: 2026 vom 1. bis 5. Juli, die 37. Auflage. Ein Platz, den man aus dem Fernsehen kennt und außerhalb der Turnierwoche als Gast spielen kann, ist für Amateure die interessanteste Kombination im deutschen Golf.
Ein Turnierplatz spielt sich für ein mittleres Handicap anders, als er im Fernsehen aussieht, und zwar aus einem einzigen Grund: der Länge. Von den hinteren Abschlägen ist er für die meisten Amateure schlicht zu lang, und die Runde wird zu einer Kette langer zweiter Schläge. Von den vorderen Abschlägen ist derselbe Platz ein sehr guter Tag. Fragen Sie im Sekretariat nach der Länge der einzelnen Abschlagsfarben und wählen Sie ehrlich.
Der zweite Punkt ist der Zeitpunkt. In den Wochen vor einem großen Turnier wird ein Platz auf Turnierbedingungen gebracht: schnellere Grüns, engeres Rough, härtere Fahnenpositionen. Das ist ein Erlebnis, aber kein guter Termin für die erste Runde eines Gastes.
Das Voralpenland
Südlich von München beginnt das Golf mit Bergblick: Anlagen im Hügelland, mit Höhenunterschieden, die auf der Scorekarte nicht auftauchen. Rechnen Sie mit einem Schläger mehr bergauf und einem weniger bergab, und mit Runden, die länger dauern als im Flachland.
Die Saison beginnt hier später und endet früher als im Münchner Umland. Fragen Sie im Frühjahr vor der Anfahrt nach dem Platzzustand.
Höhe verändert außerdem die Länge selbst: In der dünneren Luft auf 600 oder 700 Metern trägt derselbe Schlag spürbar weiter als im Flachland, und die Wirkung addiert sich an einem warmen Sommertag. Wer die Zahlen vom Heimatplatz mitbringt und ihnen blind folgt, spielt die ersten sechs Löcher über das Grün hinaus.
Und rechnen Sie mit dem Wetter der Berge. Ein Vormittag mit Sicht bis zu den Alpen und ein Gewitter um vier Uhr am selben Tag sind hier normal. Die Anlagen wissen das und haben Regeln für die Sirene; halten Sie sich daran, weil ein Golfplatz in Gewitterlage kein Ort ist, an dem man diskutiert.
Die Seenregion
Rund um die oberbayerischen Seen liegen Anlagen, die zu den landschaftlich schönsten des Landes zählen. Sie sind im Sommer entsprechend voll: Wochenendvormittage sind Wochen im Voraus vergeben, während unter der Woche fast alles frei ist.
Diese Plätze haben ein zweites Publikum, das die Startliste füllt: Urlauber. In den bayerischen Sommerferien und über die Feiertage konkurrieren Sie nicht mit Mitgliedern, sondern mit Gästen aus dem ganzen Bundesgebiet, die dieselbe Idee hatten. Der Unterschied zwischen einem Dienstag im Juni und einem Samstag im August ist auf denselben achtzehn Löchern gewaltig.
Landschaftlich schöne Plätze am Wasser haben zudem eine praktische Eigenheit: Wasser ist im Spiel, und zwar häufiger als auf der Karte ersichtlich. Nehmen Sie mehr Bälle mit, als Sie für nötig halten, und spielen Sie an den Löchern am Ufer den Schläger, der sicher trägt, statt den, der die Distanz gerade so schafft.
Öffentlich, halböffentlich, privat
Bayern hat alle drei Formen. Öffentliche und halböffentliche Anlagen nehmen Gäste ohne Weiteres und buchen online; klassische Clubs verlangen Platzreife und häufig ein Handicap, und halten die Wochenendvormittage für Mitglieder frei.
Ein Anruf im Sekretariat klärt beides in zwei Minuten: „Welche Tage sind für Gäste offen, und welches Handicap verlangen Sie?“
Fragen Sie im selben Gespräch nach drei weiteren Dingen, die eine Runde retten oder verderben: ob eine Startzeit vorgeschrieben ist oder man sich anstellen kann, ob Carts verfügbar und ob sie auf einem Hügelplatz überhaupt zugelassen sind, und ob es an dem Tag ein Mitgliederwettspiel gibt, das die Anlage über Stunden blockiert.
Wie man ein Wochenende plant
Zwei Plätze, nicht drei. Die Fahrzeiten im Voralpenland sind länger, als die Karte suggeriert, und ein Hügelplatz kostet körperlich mehr als eine Runde im Flachen.
Die naheliegenden Kombinationen: ein Turnier- oder Championshipplatz im Münchner Norden und ein Landschaftsplatz im Süden; oder zwei Seenplätze an aufeinanderfolgenden Tagen mit demselben Quartier.
Legen Sie den anspruchsvolleren Platz auf den ersten Tag. Nach achtzehn Löchern im Hügelland ist der zweite Vormittag der, an dem man müde ist, und ein flacher, gut begehbarer Platz ist dann die bessere Runde. Umgekehrt endet ein Wochenende regelmäßig mit einer abgebrochenen zweiten Runde.
Und buchen Sie die Startzeiten vor der Unterkunft. Zimmer gibt es in Oberbayern fast immer, Samstagvormittage auf den gefragten Anlagen nicht.
Wann Sie fahren sollten
Preislich liegen zwischen einem Wochentagsgreenfee im Mai und einem Samstagvormittag im Juli auf demselben Platz schnell 40 € Unterschied.
Mai und September sind die besseren Monate: gute Platzverhältnisse, freie Startzeiten und niedrigere Greenfees als im Hochsommer. Im Juli und August kommen Sie unter der Woche gut unter, am Wochenende kaum.
Ein Detail, das den Unterschied macht: Fragen Sie nach dem Aerifizierungstermin. Die meisten bayerischen Anlagen aerifizieren im späten Frühjahr und noch einmal im Spätsommer, und in den zwei bis drei Wochen danach sind die Grüns holprig. Die Greenfees sind in dieser Zeit häufig reduziert, was für einen Ausflug spricht und gegen die eine Runde des Jahres, auf die man sich freut.
Was eine Runde als Gast kostet und was dazukommt
Greenfees ändern sich in Bayern nach Saison, Wochentag und Uhrzeit, und die Spanne innerhalb desselben Platzes ist größer als die Spanne zwischen zwei Plätzen. Der günstigste Zugang ist fast überall die Nachmittagsrunde ab etwa vierzehn oder sechzehn Uhr, die vielerorts als eigener Tarif ausgewiesen wird.
Rechnen Sie die Nebenkosten mit ein, weil sie eine Runde im Voralpenland spürbar verteuern: das Cart auf einem Hügelplatz, den Rangekorb vor dem Start und die Trolley-Miete, wenn Sie ohne eigenen anreisen. Und prüfen Sie, ob Ihr Heimatclub Vereinbarungen mit Anlagen in der Region hat: Ermäßigungen zwischen befreundeten Clubs sind in Bayern verbreitet und werden nur selten von sich aus angeboten.
Der Norden und Osten: das flache Bayern
Weniger bekannt und für viele Gäste die praktischere Wahl ist der Gürtel nördlich und östlich von München, in Richtung Freising, Erding und Landshut. Hier liegen Park- und Wiesenplätze im Flachen, gut zu Fuß zu gehen, mit einer Saison, die früher beginnt und später endet als im Voralpenland.
Diese Anlagen haben zwei Vorteile, über die selten gesprochen wird. Sie sind über die Autobahnen und teilweise über die S-Bahn schneller erreichbar als die Seenplätze, was aus einer Feierabendrunde eine realistische Idee macht. Und sie sind im April und im Oktober bespielbar, wenn im Süden noch oder schon Wintergrüns liegen.
Golferisch verlangen sie etwas anderes: weniger Höhenrechnung, dafür mehr Bäume und schmalere Spielbahnen. Auf einem Parkplatz im Flachland entscheidet die Abschlagsstrategie über die Runde, nicht die Schlägerwahl bergauf. Wer sein Slice kennt, sollte hier vom Driver auf ein Holz oder ein Hybrid umsteigen und wird mit deutlich weniger verlorenen Bällen belohnt.
Anreise, Ausrüstung und die praktischen Details
Mit dem Auto ist alles im Umkreis von einer Stunde erreichbar, aber die Fahrzeiten Richtung Süden verdoppeln sich an Wochenenden im Sommer, wenn halb München an die Seen fährt. Für eine Startzeit um neun Uhr in der Seenregion heißt das im Juli eine Abfahrt, die sich wie ein Arbeitstag anfühlt.
Ohne Auto geht mehr, als die meisten annehmen: Mehrere Anlagen im Münchner Umland liegen in Reichweite der S-Bahn und eines kurzen Taxis oder Rufbusses. Fragen Sie im Sekretariat danach, weil die Anlagen die Verbindung kennen und sie fast nie auf der Website steht.
Beim Gepäck lohnen zwei Dinge. Regenzeug gehört in Oberbayern das ganze Jahr in den Bag, auch bei bester Vorhersage, weil im Alpenvorland ein Nachmittagsschauer keine Ausnahme ist. Und wer im Hügelland spielt, sollte einen elektrischen Trolley mieten oder ein Cart buchen, wenn er zwei Runden an zwei Tagen plant; die Höhenmeter summieren sich, und die zweite Runde entscheidet sich am ersten Nachmittag.
Ein Wochenende, konkret geplant
Freitagabend anreisen und im Quartier zwischen den beiden gewählten Anlagen wohnen statt in München: Die Fahrzeit am Samstagmorgen ist der Teil, den man am ehesten unterschätzt, und ein Zimmer im Umland kostet in der Regel weniger.
Samstag früh die anspruchsvollere Runde, im Idealfall der Championshipplatz, mit einer Startzeit, die früh genug liegt, um nicht in ein Mitgliederwettspiel zu geraten. Nachmittags nichts weiter vornehmen als die Fahrt zum zweiten Platz und einen Korb Bälle auf dessen Range, weil eine halbe Stunde auf der Übungsanlage am Vorabend die Sonntagsrunde messbar verbessert.
Sonntag die zweite, leichtere Runde als Neun-Loch-Variante planen, wenn die Rückfahrt weit ist. Neun Löcher zählen für das Handicap, und eine abgebrochene Achtzehn-Loch-Runde im Regen ist ein schlechteres Ende als eine vollständige kurze.
Wer zu viert unterwegs ist, sollte die Startzeiten für beide Tage gleichzeitig buchen und im Sekretariat nach einem Gruppen- oder Zweitrundenpreis fragen. Beides gibt es auf vielen bayerischen Anlagen, und beides steht selten im Onlineformular.
Wo Sie buchen
- Golf in Deutschland vom DGV: Anlagensuche mit Kontakten und Zugangsbedingungen.
- Die Websites der Anlagen selbst für Startzeiten; viele arbeiten mit Online-Buchung und Frühbucherpreisen.
- Das Sekretariat per Telefon für alles, was online nicht steht: Gasttage, Handicapgrenzen, Wettspiele und kurzfristige Absagen.
- Für die BMW International Open 2026, vom 1. bis 5. Juli in Eichenried: die offizielle Turnierseite für Tickets und Besucherinformationen.
Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Anlagen oder Veranstaltern.
Greenfees ändern sich nach Saison, Wochentag und Uhrzeit. Lassen Sie sich den Betrag bei der Reservierung bestätigen, und fragen Sie dabei gleich nach, ob Rangebälle, Trolley und Cart enthalten sind oder gesondert berechnet werden.
Bayern belohnt Planung stärker als jede andere deutsche Golfregion, weil Höhe, Saison und Wochentag hier drei unabhängige Variablen sind. Wer sie einmal richtig kombiniert, spielt an einem Septemberdienstag im Voralpenland eine Runde, für die man am Julisamstag das Doppelte zahlt und die Hälfte der Sicht bekommt.
Wo sich das auf dem Platz zeigt
Drei Plätze aus unserem Verzeichnis, die den Umweg lohnen.
- Förde-Golf-Club Glücksburg: 1972 auf dem Bockholmer Hochplateau gegründet, im Nordosten von der Steilküste begrenzt: einer der wenigen deutschen Plätze, die wirklich am Meer liegen.
- Freiburger Golfclub: 1970 im Dreisamtal gegründet, ursprünglich von Bernhard von Limburger: Wasserschutzauflagen haben den Platz umgebaut, wenige Originalbahnen sind geblieben.
- Golf Club Föhr: 1925 am Südstrand gegründet, seit 1971 in Nieblum, seit 2008 mit 27 Löchern: ein Inselplatz im Weltnaturerbe Wattenmeer, auf dem nichts den Wind abhält.
Wir haben diese Plätze nicht gespielt; jede Seite sagt, worauf sie sich stützt.



