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Mit Schlägern reisen: Tasche, Gebühren, Auto

Der Schaden entsteht fast immer oben im Bag: Der Stoß läuft durch die Schäfte und endet am Driverkopf. Wer diese Stelle sichert, hat das Risiko entfernt.

La rédaction Panxis Golf, Deutschland-Desk (Thomas Berger) · · 9 min
Golfbag und Schläger auf dem Boden
Photo Kawê Rodrigues / Pexels

Kurz gefasst

  • Stützstange über dem längsten Schläger, Schäfte zusammengebunden.
  • Sportgepäck online vorab buchen, am Schalter kostet es ein Vielfaches.
  • Foto des gepackten Bags vor dem Schließen, für den Schadensfall.
  • Schuhe, Handschuh und Regenjacke ins Handgepäck, für den Fall der Verspätung.
  • Die Rückreise ist schwerer als die Hinreise: Gewicht einplanen.

Deutsche Golferinnen und Golfer fliegen im Winter nach Spanien, Portugal, auf die Balearen und in die Türkei. Schläger überstehen das gut, wenn sie richtig gepackt sind, und der Schaden entsteht fast immer oben im Bag.

Das ist die entscheidende Beobachtung und sie erklärt fast alle Schadensfälle: Ein Golfbag steht am Flughafen aufrecht, wird aufrecht auf Bänder gestellt und fällt aus geringer Höhe auf sein unteres Ende. Der Stoß läuft durch die Schäfte nach oben und endet an der längsten Stelle, also am Driverkopf, der an der Innenwand der Tasche anschlägt. Wer diese eine Stelle absichert, hat den größten Teil des Risikos entfernt.

Hartschale oder gepolsterte Reisetasche

Die Hartschale schützt besser und wiegt mehr. Die gepolsterte Tasche ist leichter, lässt sich am Ziel zusammenlegen und verlässt sich auf vernünftiges Packen. Für zwei oder drei Reisen im Jahr genügt eine gute Tasche mit Stützstange, bei häufigen Flügen oder teuren Graphitschäften ist die Hartschale die bessere Wahl. Rollen sind Pflicht, denn eine gepackte Tasche wiegt rund zwanzig Kilo.

Bei der Hartschale ist das Eigengewicht das Argument gegen sie: Fünf oder sechs Kilo Schale plus Bag plus Schläger bringen Sie bei vielen Tarifen über die Gewichtsgrenze, und der Übergewichtszuschlag am Schalter kostet regelmäßig mehr als die Schale gespart hat. Rechnen Sie vor dem Kauf mit einer Personenwaage nach.

Bei der weichen Tasche entscheidet die Verarbeitung: verstärkter Boden, stabile Rollen, eine Innenhalterung für die Stützstange und ein Reißverschluss, der einen vollen Zug aushält. Billige Modelle scheitern nicht am Schutz, sondern an der Rolle oder am Reißverschluss, und beides passiert auf der Rückreise.

Zuerst das obere Ende packen

Eine Stützstange, oft als Stiff Arm verkauft, ragt über den Driverkopf hinaus und nimmt den Stoß auf, wenn die Tasche auf das Ende fällt. Ersatzweise tut es ein umgedrehter Schirm. Köpfe nach innen drehen, Headcovers auf die Hölzer, ein Handtuch um die Kronen, den Rest mit weicher Kleidung ausfüllen.

Wichtig ist die Verteilung: Die längsten Schläger gehören in die Mitte des Bündels und nicht an den Rand, und die Eisen bilden den Ring darum. Ein Driver an der Außenseite liegt genau dort, wo ein anderes Gepäckstück gegen die Tasche drückt.

Und binden Sie das Bündel zusammen, bevor Sie es in die Tasche stellen. Ein Gurt oder ein Klettband um die Schäfte verhindert, dass sich die Schläger im Transport gegeneinander bewegen, und genau diese Bewegung erzeugt die Kratzer an den Kronen der Hölzer.

Was die Fluggesellschaft erwartet

Europäische Airlines nehmen Golfschläger als aufgegebenes Gepäck, die einen als normales Gepäckstück, die anderen als Sportgepäck mit eigener Pauschale, und bei Billigfliegern unterscheiden sich die Regeln deutlich von denen der Linienairlines. Lesen Sie die Sportgepäckseite Ihres Tarifs vor der Buchung und noch einmal vor dem Abflug. Gewichtsgrenzen gelten weiter, und der Übergewichtszuschlag kostet meist mehr als die Pauschale.

Buchen Sie das Sportgepäck online im Voraus. Am Schalter kostet dieselbe Leistung bei fast allen Gesellschaften ein Vielfaches, und bei einigen Billigfliegern ist eine spätere Buchung schlicht nicht mehr möglich.

Ein weiterer Punkt betrifft Umsteigeverbindungen: Sperrgepäck wird an manchen Flughäfen separat verladen und erreicht bei knappen Anschlüssen häufiger nicht denselben Flieger als normales Gepäck. Wer die Wahl hat, nimmt für eine Golfreise den Direktflug oder plant großzügig um.

Sicherheit, Batterien und Kleingedrucktes

Schläger gehören in den Frachtraum, nie in die Kabine. Bälle, Tees und Schuhe dürfen in beide Gepäckstücke. Ein Entfernungsmesser mit Lithiumbatterie gehört ins Handgepäck. Legen Sie eine Etikette mit Namen und Telefonnummer auch in die Tasche und nehmen Sie einen stabilen Gurt statt eines Schlosses, das aufgeschnitten wird.

Fotografieren Sie den offenen, gepackten Bag vor dem Verschließen. Ein Schadensfall ohne Beleg über den Inhalt und dessen Zustand ist schwer durchzusetzen, und das Foto kostet fünf Sekunden.

Melden Sie einen Schaden oder ein fehlendes Gepäckstück am Zielflughafen, bevor Sie den Ankunftsbereich verlassen, und lassen Sie sich den Beleg aushändigen. Nachträgliche Meldungen sind in fast allen Tarifbedingungen erheblich schwerer.

Versicherung und Ortung

Die Haftung für aufgegebenes Gepäck ist durch das Montrealer Übereinkommen begrenzt und deckt den Wiederbeschaffungswert eines modernen Satzes selten. Prüfen Sie, ob Ihre Hausrat- oder Reiseversicherung Sportgeräte außerhalb der Wohnung bereits abdeckt. Ein Ortungsanhänger kostet wenige € und macht aus einem verlorenen ein verspätetes Gepäckstück.

Der Ortungsanhänger hat einen zweiten, praktischen Nutzen: Wenn die Tasche nicht am Band erscheint, wissen Sie in dreißig Sekunden, ob sie noch am Abflughafen steht oder bereits im Sperrgepäckbereich liegt, und der Gang zum Schalter wird eine Auskunft statt einer Frage.

Mit dem Auto nach Österreich oder Südtirol

Für die kurze Golfreise über die Alpen ist das Auto meist die einfachere Lösung. Legen Sie das Bag flach und nicht aufrecht in den Kofferraum, und lassen Sie es im Sommer nicht stundenlang in der prallen Sonne stehen: Hitze im geschlossenen Fahrzeug setzt Griffen und Klebstoffen zu.

Wenn Sie einen Dachträger benutzen, gehört das Bag in eine wasserdichte Box und nicht unter eine Plane. Ein durchnässter Bag trocknet auf einer Reise nicht mehr durch, und feuchte Griffe sind auf der ersten Runde unbrauchbar.

Denken Sie bei einer Fahrt nach Österreich und Italien an die Vignette beziehungsweise die Mautpflicht und an die vorgeschriebene Ausrüstung im Fahrzeug. Das hat mit Golf nichts zu tun und ist der häufigste Grund, warum eine Anreise teurer wird als geplant.

Mit der Bahn und innerhalb Deutschlands

Für Reisen innerhalb Deutschlands ist die Bahn eine unterschätzte Option: Ein Golfbag zählt als Gepäckstück, das Sie selbst tragen und verstauen, und ein Rollbag lässt sich in den Mehrzweckbereichen der Fernzüge gut unterbringen. Reservieren Sie einen Platz in der Nähe dieser Bereiche, und rechnen Sie mit einem kurzen Taxi am Zielbahnhof.

Mehrere Anlagen im Umland deutscher Großstädte sind auf diese Weise erreichbar, und die Sekretariate kennen die Verbindung, auch wenn sie nicht auf der Website steht. Fragen Sie danach, bevor Sie ein Auto mieten.

Die Alternative: vor Ort mieten

Resortplätze in Spanien und Portugal vermieten aktuelle Sätze, und für eine kurze Reise kann die Miete günstiger sein als zwei Gepäckpauschalen. Für eine Golfwoche ist es die falsche Antwort, weil dort die eigenen Schläger zählen.

Der Kompromiss, den erfahrene Reisende wählen, wenn er möglich ist: Putter und zwei Wedges im normalen Koffer mitnehmen und den Rest mieten. Das funktioniert nur, wenn das Resort Einzelschläger vermietet, also fragen Sie vorher, und es löst genau das Problem, weil das Gefühl im kurzen Spiel an den eigenen Schlägern hängt und der Vollschwung nicht.

Was am Zielort noch zu klären ist

Prüfen Sie vor der Abreise die Zugangsbedingungen der Anlagen: Handicapgrenze, Kleiderordnung, Cartpflicht. Und fragen Sie per E-Mail nach dem Aerifizierungskalender, weil mehrere südeuropäische Resorts ihre Grüns in der Nebensaison belüften und ein Platz in Pflege sich schlecht spielt.

Nehmen Sie den DGV-Ausweis oder die VcG-Karte mit, in Papierform oder in der App. Einzelne Plätze verlangen ihn tatsächlich, und ein Nachweis, den man nicht zeigen kann, ist keiner.

Was mit ins Handgepäck gehört

Gehen Sie davon aus, dass die Schläger einen Tag später ankommen können, und packen Sie entsprechend. Golfschuhe, ein Handschuh, ein Polo und eine Regenjacke im Handgepäck retten die erste Runde, weil man Schläger überall mieten kann und passende Schuhe selten.

Dazu kommen die Dinge, die im Frachtraum nichts zu suchen haben: der Entfernungsmesser samt Lithiumbatterie, der DGV-Ausweis, Medikamente und die Buchungsbestätigungen für die Startzeiten. Ein Ersatzhandschuh wiegt nichts und ist auf einer feuchten Morgenrunde in Portugal mehr wert, als er kostet.

Nicht ins Handgepäck dürfen Schläger, Tees in größerer Menge sind unproblematisch, und eine Pitchgabel wird an manchen Kontrollen beanstandet. Das sind Kleinigkeiten, und sie kosten am Sicherheitscheck genau die Zeit, die man am Gate nicht hat.

Die Rückreise, die alle vergessen

Auf dem Rückweg ist die Tasche voller und schwerer als auf dem Hinweg, weil Souvenirs, Bälle aus dem Pro-Shop und feuchte Kleidung dazukommen. Wer beim Hinflug schon an der Gewichtsgrenze war, zahlt beim Rückflug.

Trocknen Sie außerdem Schuhe und Handschuhe, bevor Sie packen. Ein feuchtes Paar Golfschuhe in einer verschlossenen Reisetasche riecht nach zwei Tagen im Frachtraum und Keller so, dass man es nicht mehr benutzen will, und die Schuhe leiden zusätzlich.

Wo Sie das in Deutschland regeln

Reisetaschen und Hartschalen führen Golffachgeschäfte vor Ort und online; die einfache Variante deckt eine große Sportkette ab, und der Pro-Shop der eigenen Anlage bestellt in der Regel jedes Modell. Eine Stützstange kostet wenig und gehört in jede weiche Tasche.

Die Sportgepäckbedingungen stehen auf der Website Ihrer Fluggesellschaft unter Sondergepäck, und sie unterscheiden sich zwischen Tarifen derselben Gesellschaft. Ab den großen deutschen Flughäfen bedienen die Linienairlines die Winterziele in Spanien, Portugal, auf den Balearen, den Kanaren und in der Türkei; die Ferienflieger sind häufig günstiger und bei Sportgepäck strenger, was sich am Ende ausgleicht.

Für den Versicherungsschutz ist Ihre bestehende Hausratversicherung der erste Anruf; Sportgeräte außerhalb der Wohnung sind je nach Vertrag bereits eingeschlossen, und eine gesonderte Golfversicherung lohnt erst, wenn das nicht der Fall ist.

Wer lieber leer fliegt: Die Resorts an der Costa del Sol, an der Algarve, auf Mallorca und in Belek vermieten aktuelle Sätze, und viele deutsche Reiseveranstalter für Golfreisen nehmen die Miete auf Wunsch ins Paket. Fragen Sie nach Marke und Alter der Mietsätze, weil das den Unterschied zwischen einer brauchbaren und einer ärgerlichen Woche ausmacht.

Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Fluggesellschaften oder Reiseanbietern.

Die Packliste

  • Stützstange über dem längsten Schläger, Headcovers, Köpfe nach innen, Schäfte zusammengebunden.
  • Kleidung um die Köpfe, Handtuch über die Kronen, längste Schläger in der Mitte des Bündels.
  • Entfernungsmesser, Batterien und Wertsachen ins Handgepäck.
  • Name und Nummer in der Tasche, Ortungsanhänger im Seitenfach.
  • Sportgepäck online vorab buchen, Gesamtgewicht vorher auf der Waage prüfen.
  • Foto des gepackten Bags, bevor Sie schließen.

Zehn Minuten Packen entscheiden, ob Sie mit einem Satz Schläger ankommen oder mit einer Geschichte darüber. Es ist der billigste Teil der ganzen Reise und der einzige, den Sie vollständig selbst in der Hand haben.

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