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Jahreszeit

Golfreise im Winter: Mallorca, Andalusien, Algarve, Türkei

An den Winterzielen ist der Winter Hochsaison. Wer im November oder Anfang Dezember fliegt, spielt dieselben Plätze für deutlich weniger Geld.

La rédaction Panxis Golf, Deutschland-Desk (Thomas Berger) · · 7 min
Wüstengolfplatz mit Palmen
Photo Khuram Naseem / Pexels

Kurz gefasst

  • Februar bis April ist am teuersten, weil ganz Nordeuropa anreist.
  • Flüge zuerst, Startzeiten danach, Hotel zuletzt.
  • Bagtransport gegen Mietschläger für die geplante Rundenzahl durchrechnen.
  • Vier oder fünf Runden pro Woche mit einem Ruhetag in der Mitte.
  • Handicapgrenze, Cartpflicht und Aerifizierung vorher per E-Mail klären.

Von November bis März ist Deutschland golferisch weitgehend geschlossen: Wintergrüns, Abschlagmatten, Indoor. Das ist die Saison der Golfreisen, und die Saison, in der man ohne es zu merken Hochsaisonpreise bezahlt. Wie die Reise sinnvoll geplant wird.

Der teuerste Fehler ist ein Denkfehler: Man verreist im Winter, hält den Winter für Nebensaison und bucht entsprechend spät. An den Golfzielen Südeuropas und Nordafrikas ist der Winter aber die Hauptsaison, weil ganz Nordeuropa gleichzeitig dieselbe Idee hat. Wer das einmal begriffen hat, spart bei identischer Reise einen dreistelligen Betrag.

Wo Deutsche im Winter spielen

Mallorca ist von fast jedem deutschen Flughafen aus schnell erreichbar, mit kurzen Wegen zwischen Flughafen und Anlagen; die Wintermonate sind mild, Regen ist möglich.

Die Costa del Sol in Andalusien bietet die höchste Anlagendichte Europas und die größte Auswahl an Golfhotels. Málaga wird das ganze Jahr angeflogen.

Die Algarve in Portugal steht für die konstanteste Wetterlage im Winter und für Plätze, die auch anspruchsvolle Spieler beschäftigen; Faro wird von mehreren deutschen Flughäfen direkt angeflogen.

Die Türkei rund um Belek ist das Preis-Leistungs-Ziel: große Resorts, mehrere Plätze in kurzer Transferzeit und Pauschalpreise, in denen das Golf enthalten ist. Marokko mit Marrakesch und Agadir ist die Alternative mit kurzer Flugzeit und geringem Zeitunterschied.

Zwei weitere Optionen lohnen den Blick. Die Kanaren haben die zuverlässigsten Wintertemperaturen im spanischen Raum und werden aus Deutschland dicht angeflogen, sind dafür in den Weihnachtsferien voll. Und Zypern sowie einzelne Ziele in Portugal nördlich der Algarve sind ruhiger und günstiger, verlangen aber längere Transfers.

Hochsaison ist nicht, was Sie denken

An diesen Zielen ist der Winter die golferische Hochsaison: Greenfees und Hotels sind von Februar bis April am teuersten, wenn Nordeuropa anreist. Die besten Konditionen liegen im November, Anfang Dezember und im Mai, dieselben Plätze, deutlich weniger Geld.

Das Wetter unterscheidet sich dabei weniger, als der Preis vermuten lässt. An der Algarve und an der Costa del Sol sind November und März in den langjährigen Mitteln vergleichbar; der Unterschied liegt in der Länge des Tages und in der Wahrscheinlichkeit eines Regentages, nicht in der Temperatur am Nachmittag.

Wer an bestimmte Ferien gebunden ist, hat den Hebel trotzdem: Buchen Sie in der ersten oder letzten Ferienwoche statt mittendrin, und legen Sie die Runden auf Wochentage. Nachmittagsstartzeiten sind an fast allen Resorts deutlich günstiger als Vormittage.

In der richtigen Reihenfolge buchen

  1. Zuerst die Flüge, sie schwanken am stärksten.
  2. Dann die Startzeiten, direkt bei den Anlagen oder über das Hotel, das oft bessere Zeiten und Kombitarife erhält.
  3. Das Hotel zuletzt, mit Vergleich zwischen Paketen mit und ohne Greenfees: je nach Anzahl Runden kehrt sich der Vorteil um.

Rechnen Sie das Paket ehrlich durch. Ein Angebot mit fünf Greenfees ist nur dann günstiger, wenn Sie tatsächlich fünfmal spielen, und die meisten Reisenden spielen weniger, als sie planen. Fragen Sie außerdem, ob die enthaltenen Runden auf bestimmte Plätze und Uhrzeiten festgelegt sind; genau dort liegt bei Pauschalangeboten der Unterschied.

Schläger mitnehmen oder mieten

Die Fluggesellschaften behandeln das Golfbag unterschiedlich: Bei einigen fällt es unter die Freigepäckgrenze, bei anderen ist es ein Sperrgepäckstück, das vorab gebucht werden muss, und Billigfluggesellschaften verrechnen praktisch immer. Prüfen Sie die Bedingungen bei der Buchung, nicht am Schalter, und verwenden Sie ein hartes oder gepolstertes Reisebag.

Die Miete vor Ort, die die meisten Resorts anbieten, kostet bei drei oder vier Runden häufig weniger als der Transport hin und zurück, dafür fehlen die eigenen Wedges und der eigene Putter, was nicht nebensächlich ist.

Der Kompromiss, den erfahrene Reisende wählen: Putter und zwei Wedges im Handgepäck sind nicht erlaubt, aber sie passen in einen kleinen Reisekoffer, der als Aufgabegepäck ohnehin mitfliegt, und der Rest wird gemietet. Das ist selten und funktioniert nur, wenn das Resort Einzelschläger vermietet; fragen Sie vorher.

Wer das Bag mitnimmt: den Schlägerkopfschutz für Driver und Hölzer verwenden, ein Handtuch um die Köpfe wickeln und einen Gepäckanhänger mit Adresse innen und außen anbringen. Und fotografieren Sie den Inhalt vor dem Einchecken, weil eine Schadensmeldung ohne Beleg wenig wert ist.

Wie viele Runden

Wer im Winter nicht spielt, überschätzt seine Ausdauer regelmäßig. Auf eine Woche gerechnet sind vier oder fünf verteilte Runden besser als sieben am Stück: Der untrainierte Körper hält nicht mit, und die letzten Tage werden zur Quälerei.

Der bessere Plan sieht so aus: Ankunftstag ohne Golf, dann Runde, Runde, Ruhetag, Runde, Runde, Abreise. Der Ruhetag in der Mitte ist der Unterschied zwischen einer Woche, an die man sich gern erinnert, und einer, nach der man drei Tage lang Rückenschmerzen hat.

Zwei Vormittage mit einem Pro vor Ort sind zudem besser investiert als zwei zusätzliche Runden, weil man auf einer Reise Zeit hat und zu Hause nie welche. Viele Resorts haben deutschsprachige Professionals, und die Stundensätze liegen häufig unter den deutschen.

Was mitkommt

  • Pullover und Windjacke: Morgen in der Algarve sind im Januar kühl.
  • Ein zweites Paar Schuhe, die Morgenfeuchte trocknet tagsüber nicht.
  • Ein zweiter Handschuh, aus demselben Grund.
  • Sonnenschutz, auch im Dezember; im Süden brennt die Wintersonne über fünf Stunden stärker, als es sich anfühlt.
  • Der DGV-Ausweis oder die VcG-Karte: einzelne Plätze verlangen ein Höchsthandicap.

Was auf dem Platz anders ist

Rechnen Sie mit Bermudagras auf Fairways und Grüns, das sich anders spielt als deutsche Kühlgräser. Der Ball sitzt auf Bermuda häufig höher im Gras, was den Chip erleichtert und den vollen Schlag verändert, und Grüns mit Bermuda zeigen eine deutlich spürbare Wuchsrichtung: Putts mit der Richtung laufen schneller, dagegen langsamer, unabhängig vom Gefälle.

Dazu kommt der Wind, der an Küstenplätzen der eigentliche Gegner ist, und die Cartpflicht, die auf vielen südlichen Anlagen gilt und die Runde verteuert. Beides gehört ins Budget und in die Erwartung.

Und rechnen Sie im Süden mit langsameren Runden, wenn viele Reisegruppen unterwegs sind. Fünf Stunden sind an einem vollen Februartag an der Costa del Sol keine Ausnahme.

Selbst organisieren oder Veranstalter

Beides funktioniert, und die Entscheidung hängt davon ab, wie viele Anlagen Sie spielen wollen.

Wer eine Woche in einem Resort verbringt und dort spielt, fährt mit der Eigenorganisation gut: Flug, Hotel und Startzeiten direkt buchen, meist zu besseren Preisen und mit voller Wahl der Uhrzeiten. Fragen Sie dabei im Hotel nach, ob es Vereinbarungen mit Nachbaranlagen hat; Golfhotels bekommen regelmäßig Zeiten und Tarife, die Einzelbuchern verschlossen bleiben.

Wer dagegen vier oder fünf verschiedene Plätze in einer Region spielen will, unter Umständen mit Mietwagen und wechselnden Quartieren, kommt mit einem spezialisierten Golfreiseveranstalter oft günstiger und in jedem Fall entspannter durch. Der Aufpreis für die Organisation wird durch die gebündelten Greenfees häufig ausgeglichen.

In beiden Fällen gilt: Prüfen Sie die Stornobedingungen für die Startzeiten getrennt von denen für Flug und Hotel. Greenfees sind an vielen Anlagen kurzfristig nicht erstattungsfähig, und ein Wetterumschwung oder ein verschobener Flug kostet dann doppelt.

Was die Reise für den Frühling bringt

Eine Golfwoche im Februar ist nicht nur Urlaub, sondern die einzige Gelegenheit des Jahres, mehrere Tage hintereinander auf Gras zu spielen, ohne dass ein Ergebnis daran hängt.

Nutzen Sie das gezielt: Messen Sie Ihre Wedgedistanzen auf echtem Boden, spielen Sie eine Runde ausschließlich mit der Grünmitte als Ziel und eine andere ohne Driver. Solche Experimente kostet zu Hause jeder eine Karte, im Urlaub kosten sie nichts.

Und notieren Sie, was funktioniert hat. Wer im März mit drei aufgeschriebenen Erkenntnissen aus dem Süden zurückkommt, beginnt die deutsche Saison mit einem Vorsprung, den kein Wintertraining im Simulator erzeugt.

Vor der Abreise

Zugangsbedingungen prüfen (Handicap-Limite, Kleiderordnung, Cartpflicht) und den Platzzustand erfragen: Mehrere Resorts belüften ihre Grüns im Herbst, und ein Platz in Pflege spielt sich schlecht. Eine E-Mail an das Sekretariat genügt.

Fragen Sie im selben Schreiben nach dem Aerifizierungskalender für die Saison und nach etwaigen Turnieren, die den Platz an Ihrem Wunschtag blockieren. Beides steht praktisch nie auf der Website und beantwortet sich per E-Mail in einem Satz.

Panxis Golf unterhält keine Geschäftsbeziehung zu den genannten Zielen und Reiseanbietern und erhält keine Provision.

Die Kurzfassung

  • Im Winter ist dort Hochsaison: November, Anfang Dezember und Mai sind die günstigen Fenster.
  • Flüge zuerst, Startzeiten danach, Hotel zuletzt.
  • Bag mitnehmen oder mieten: rechnen Sie es für die geplante Rundenzahl aus.
  • Vier oder fünf Runden pro Woche, mit einem Ruhetag in der Mitte.
  • Handicapgrenze, Cartpflicht und Aerifizierung vorher per E-Mail klären.

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