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Golfreise ab Zürich oder Basel: Schläger packen, aufgeben und verzollen

Fast jeder Schaden an Golfschlägern auf Reisen entsteht am oberen Ende des Bags, und fast jede unerwartete Rechnung entsteht am Schalter oder an der Schweizer Grenze. Beides lässt sich zu Hause in zehn Minuten verhindern.

La rédaction Panxis Golf, Deutschschweiz-Desk (Reto Brunner) · · 9 min
Golfbag und Schläger auf dem Boden
Photo Kawê Rodrigues / Pexels

Kurz gefasst

  • Stützstange über dem Driver, Köpfe nach innen, Schäfte zusammengebunden, Lücken mit Kleidung füllen.
  • Auf 23 Kilo packen und das Sportgepäck vorab buchen oder im Reisepreis bestätigen lassen.
  • Schuhe, Handschuh, Regenjacke, Entfernungsmesser und Golf Card ins Handgepäck.
  • Schäden am Zielflughafen melden, bevor Sie den Ankunftsbereich verlassen.
  • Einkäufe im Ausland: 150 Franken pro Person und Tag mehrwertsteuerfrei, ein Driver über 150 Franken ist immer steuerpflichtig.

Von Zürich nach Faro, Sevilla, Antalya oder Catania, von Basel nach Tanger: Die Wintersaison der Deutschschweizer Golferinnen und Golfer beginnt meist am Sportgepäckschalter. Dort entscheidet sich, ob die Schläger heil ankommen und ob die Reise teurer wird als geplant. Beides hängt weniger von Glück ab als von zehn Minuten Vorbereitung zu Hause.

Dieser Beitrag geht die Reise in der Reihenfolge durch, in der sie passiert: Tasche wählen, richtig packen, Fluggesellschaft und Gepäck klären, am Flughafen aufgeben, am Ziel reklamieren, und am Schluss die Rückkehr durch den Schweizer Zoll, an die fast niemand denkt, bis er mit einem neuen Driver im Bag an der Grenze steht.

Wie Schweizer Golfreisen das Gepäck regeln

Ein Blick in die Reiseangebote von Migros Golf zeigt, wie das Gepäck bei organisierten Golfwochen gelöst wird. Die Plattform listet derzeit 36 Reisen nach Ägypten, Italien, Marokko, Mauritius, Portugal, Spanien, in die Türkei und nach Zypern, begleitet von Pros der Golfparks oder von Mitarbeitenden der Migros GolfCard. Bei den Trainingswochen an der Algarve, in Belek, Hurghada und auf Sizilien ist der Flug ab Zürich mit Edelweiss im Preis inbegriffen, und zwar ausdrücklich mit Golfgepäck bis 23 Kilo. Bei der Sizilienwoche im November heisst es dazu «bis auf Weiteres gratis». Die Trainingswoche in Marokko fliegt ab Basel mit easyJet nach Tanger, ebenfalls inklusive Golfgepäck.

In den Hinweisen zu den Reisen steht auch der Ablauf am Flughafen: Nach dem Check-in wird die Golf-Reisetasche am Sportgepäckschalter abgegeben, und jede Person ist selbst dafür verantwortlich, rechtzeitig einzuchecken und das Golfgepäck korrekt aufzugeben.

Zwei Lehren lassen sich daraus ziehen, auch wenn Sie selbst buchen. Erstens ist 23 Kilo die Zahl, auf die Sie packen sollten. Zweitens ist das Golfgepäck ein eigener Posten, der je nach Fluggesellschaft, Tarif und Zeitpunkt unterschiedlich geregelt ist. Prüfen Sie die Sondergepäckseite Ihrer Gesellschaft vor der Buchung und noch einmal vor dem Abflug, und buchen Sie das Sportgepäck online im Voraus, statt es am Schalter zu melden.

Hartschale oder gepolsterte Tasche

Die Hartschale schützt besser und wiegt mehr. Die gepolsterte Reisetasche ist leichter, lässt sich am Ziel zusammenlegen und verlässt sich darauf, dass richtig gepackt wurde. Für zwei oder drei Reisen im Jahr reicht eine gute Tasche mit Stützstange. Wer häufig fliegt oder teure Graphitschäfte transportiert, ist mit der Schale besser bedient.

Das Argument gegen die Schale ist ihr Eigengewicht. Mit Schale, Bag, vierzehn Schlägern, Schuhen und Bällen nähern Sie sich schnell der Grenze von 23 Kilo, und wer darüber liegt, zahlt am Schalter einen Zuschlag. Wiegen Sie die gepackte Tasche zu Hause mit der Personenwaage: zuerst sich selbst, dann sich selbst mit Tasche.

Bei einer weichen Tasche entscheidet die Verarbeitung, nicht die Polsterung. Ein verstärkter Boden, solide Rollen, eine Halterung für die Stützstange und ein Reissverschluss, der eine volle Tasche aushält. Günstige Modelle scheitern selten am Schutz, sondern an Rolle oder Reissverschluss, und meist auf der Rückreise.

Der Schaden entsteht oben

Ein Golfbag steht auf dem Gepäckwagen aufrecht und kippt irgendwann aus geringer Höhe auf sein unteres Ende. Der Stoss läuft durch die Schäfte nach oben und endet am längsten Schläger: Der Driverkopf schlägt an die Innenwand, und der Schaft bricht knapp unter dem Kopf. Wer diese eine Stelle schützt, hat den grössten Teil des Risikos beseitigt.

Dafür gibt es die Stützstange, im Handel oft als Stiff Arm verkauft. Sie wird ins Bag gestellt, ragt ein paar Zentimeter über den Driverkopf hinaus und nimmt den Stoss auf. Ein umgedrehter Regenschirm tut es zur Not auch.

Packen in fünf Schritten

  1. Stützstange in die Mitte, sodass sie den Driver überragt.
  2. Die längsten Schläger in die Mitte des Bündels, die Eisen im Kreis darum.
  3. Headcovers auf alle Hölzer, Köpfe nach innen drehen, ein Handtuch über die Kronen.
  4. Die Schäfte mit einem Gurt oder Klettband zusammenbinden, damit nichts klappert.
  5. Die Lücken um die Köpfe mit weicher Kleidung füllen, dann erst die Tasche schliessen.

Ein Driver am Rand des Bündels liegt genau dort, wo ein anderer Koffer gegen die Tasche drückt. Und lose Schläger reiben sich im Transport gegenseitig die Kronen der Hölzer auf.

Machen Sie vor dem Schliessen ein Foto des offenen, gepackten Bags. Ein Schadensfall ohne Beleg über Inhalt und Zustand ist schwer durchzusetzen, und das Foto dauert fünf Sekunden.

Was ins Handgepäck gehört

Gehen Sie davon aus, dass die Schläger einen Tag später ankommen können. Golfschuhe, Handschuh, ein Polo und eine Regenjacke im Handgepäck retten die erste Runde. Schläger kann man in jedem Resort mieten, passende Schuhe selten.

Ebenfalls ins Handgepäck gehören der Entfernungsmesser samt Lithiumbatterie, Medikamente, die Buchungsbestätigungen für die Startzeiten und der Nachweis Ihrer Spielberechtigung. Die Swiss Golf Card oder die Migros GolfCard lässt sich auch in der App zeigen, und einzelne Plätze im Süden verlangen tatsächlich einen Handicapnachweis.

Schläger selbst sind in der Kabine nicht erlaubt. Name und Telefonnummer gehören nicht nur an die Aussenseite, sondern auch als Zettel in die Tasche. Ein Ortungsanhänger im Seitenfach macht aus einem verlorenen ein verspätetes Gepäckstück, und Sie sehen am Band in Sekunden, ob die Tasche mitgeflogen ist.

Umsteigen und Sperrgepäck

Golfgepäck wird an vielen Flughäfen als Sperrgepäck separat verladen. Bei knappen Umsteigezeiten kann es deshalb den Anschlussflug verpassen, auch wenn der Koffer ihn erreicht. Wer die Wahl hat, fliegt direkt. Bei den Golfwochen oben ist jeweils die Strecke ab Zürich oder Basel zum Zielflughafen angegeben, und vor einer eigenen Buchung lohnt sich der Vergleich mit Verbindungen ohne Umsteigen.

Golfgepäck kommt am Ziel oft nicht über das normale Band, sondern an der Sperrgepäckausgabe an. Prüfen Sie die Tasche dort sofort. Ein Schaden oder ein fehlendes Gepäckstück wird gemeldet, bevor Sie den Ankunftsbereich verlassen, und Sie lassen sich die Schadensmeldung aushändigen. Nachträgliche Meldungen sind deutlich schwerer durchzusetzen.

Versicherung und Haftung

Die Haftung der Fluggesellschaften für aufgegebenes Gepäck ist durch das Montrealer Übereinkommen begrenzt und deckt den Wiederbeschaffungswert eines modernen Schlägersatzes oft nicht. Der erste Anruf gilt deshalb Ihrer Hausratversicherung: Je nach Vertrag sind Sportgeräte ausserhalb der Wohnung bereits eingeschlossen. Eine separate Golfversicherung lohnt sich erst, wenn das nicht der Fall ist.

Bei Pauschalreisen lohnt ein Blick auf das Kleingedruckte. Bei den Migros-Golfreisen etwa ist eine Annullationsversicherung ausdrücklich nicht inbegriffen.

Wo die Schweizer Grenze ins Spiel kommt

Viele kaufen im Ausland ein. Ein Wedge aus dem Resort-Shop, ein Satz Bälle, ein Polo, ein neuer Driver zum Ferienpreis. Bei der Rückkehr in die Schweiz gilt dafür die Wertfreigrenze des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit: Waren bis zu einem Gesamtwert von 150 Franken pro Person und pro Tag sind mehrwertsteuerfrei, sofern sie für den privaten Gebrauch oder als Geschenk bestimmt sind.

Drei Punkte sind für Golfer wichtig. Ihre eigenen, mitgenommenen Schläger zählen als persönliche Gebrauchsgegenstände nicht dazu. Liegt der Gesamtwert der Einkäufe über 150 Franken, wird die Mehrwertsteuer auf den ganzen Betrag fällig, nicht nur auf den Teil darüber. Und ein einzelner Gegenstand über 150 Franken, etwa ein Driver, ist immer mehrwertsteuerpflichtig, egal wie viele Personen zusammen reisen. Der Normalsatz beträgt 8,1 Prozent.

Massgebend ist der Preis ohne ausländische Mehrwertsteuer, sofern diese auf der Quittung ausgewiesen ist. Heben Sie die Quittung deshalb auf, und fragen Sie im Shop nach der Rückerstattung der ausländischen Steuer. Mit der App QuickZoll des BAZG lassen sich die Abgaben vor dem Grenzübertritt berechnen, anmelden und bezahlen.

Mit dem Auto in den Süden

Für eine Golfreise nach Norditalien oder ins Piemont ist das Auto oft einfacher als das Flugzeug. Legen Sie das Bag flach in den Kofferraum und nicht aufrecht, und lassen Sie es im Sommer nicht stundenlang in der Sonne im geschlossenen Wagen: Hitze setzt Griffen und Klebstoffen zu.

Auf dem Dach gehört das Bag in eine geschlossene, wasserdichte Box. Ein durchnässtes Bag trocknet auf einer Reise nicht mehr, und feuchte Griffe sind auf der ersten Runde unbrauchbar. Die Wertfreigrenze gilt bei der Einreise auf der Strasse genauso wie am Flughafen.

Oder vor Ort mieten

Resorts in Spanien, Portugal und der Türkei vermieten Schlägersätze. Für ein verlängertes Wochenende kann das günstiger sein als Sportgepäck hin und zurück. Für eine Trainingswoche mit fünf Einheiten beim Pro ist es die falsche Wahl, weil die Arbeit an den eigenen Schlägern stattfinden soll.

Ein Kompromiss, der oft funktioniert: Putter und zwei Wedges im normalen Koffer mitnehmen und den Rest mieten. Fragen Sie vorher, ob das Resort Einzelschläger vermietet und von welcher Marke und welchem Jahrgang die Mietsätze sind.

Was am Zielort vorher zu klären ist

Fragen Sie vor der Abreise nach Handicapgrenze, Kleiderordnung und Cartpflicht der Plätze, und per E-Mail nach dem Aerifizierungskalender. Ein frisch belüftetes Grün verdirbt eine Woche, auf die man sich lange gefreut hat. Mehr zur Planung einer Golfreise im Winter steht in einem eigenen Beitrag.

Die Rückreise

Auf dem Rückweg ist die Tasche voller: feuchte Kleidung, Bälle aus dem Pro-Shop, vielleicht ein neuer Schläger. Wer auf dem Hinflug schon bei 22 Kilo lag, liegt jetzt darüber. Planen Sie zwei Kilo Reserve ein, oder packen Sie Schuhe und Kleidung in den Koffer statt in die Golftasche.

Trocknen Sie Schuhe und Handschuhe vor dem Packen. Ein feuchtes Paar Golfschuhe in einer geschlossenen Tasche riecht nach zwei Tagen im Frachtraum so, dass man es nicht mehr anziehen will.

Wo Sie in der Deutschschweiz Taschen und Service finden

Sollte auf der Reise ein Schaft brechen oder ein Kopf sich lösen, bieten spezialisierte Golfgeschäfte in der Deutschschweiz oft Schaftwechsel, Schaftkürzungen und Reparaturen an Schlägerköpfen an, bei Bedarf mit Kostenvoranschlag. Der Pro-Shop Ihrer Anlage bestellt ebenfalls die meisten Reisetaschen.

Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu Migros Golf oder den genannten Fluggesellschaften.

Die Checkliste vor dem Schliessen

  • Stützstange über dem Driver, Köpfe nach innen, Schäfte zusammengebunden.
  • Gesamtgewicht mit der Personenwaage geprüft, Ziel höchstens 23 Kilo.
  • Sportgepäck online gebucht oder im Reisepreis bestätigt.
  • Foto des offenen Bags, Name und Nummer innen, Ortungsanhänger im Seitenfach.
  • Schuhe, Handschuh, Regenjacke, Entfernungsmesser und Golf Card im Handgepäck.
  • Quittungen für Einkäufe im Ausland aufbewahren, Wertfreigrenze 150 Franken beachten.

Zehn Minuten Packen entscheiden, ob Sie mit einem Satz Schläger ankommen oder mit einer Geschichte darüber.

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