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Ausrüstung

Golfbag in der Schweiz: Standbag, Cartbag oder beides?

Wer selbst trägt, braucht ein leichtes Standbag mit gutem Doppelgurt; wer einen Trolley zieht, ein Cartbag mit passendem Boden und durchgehenden Trennwänden. Das Cart spielt in der Schweiz eine Nebenrolle, weil viele Anlagen es nur gegen ärztliches Zeugnis vermieten.

La rédaction Panxis Golf, Deutschschweiz-Desk (Reto Brunner) · · 7 min
Golfer schiebt seinen Trolley über den Platz
Photo Frederick Adegoke Snr. / Pexels

Kurz gefasst

  • Die letzte Saison entscheidet: getragen, gezogen oder gefahren.
  • Luzern und Moossee geben Carts nur mit Arztzeugnis oder kurzfristig ab.
  • Standbags: CHF 119.90 bis 569, Cartbags meist CHF 259 bis 499.
  • Den Boden auf dem eigenen Trolley testen, Trennwände bis zum Boden verlangen.
  • Preise vergleichen: dasselbe Hybridbag kostete CHF 227 oder CHF 269.90.

Bevor Sie Farben und Fächer vergleichen, lohnt eine nüchterne Bestandesaufnahme Ihrer letzten Saison: Haben Sie das Bag getragen, auf einen Trolley gespannt oder in ein Cart gestellt? Aus dieser Antwort folgt die Bauart, und aus der Bauart folgt fast alles andere. Wer nach der Saison kauft, die er gerne hätte, steht im Juli mit einem Cartbag auf der Schulter am dritten Abschlag.

Laut Swiss Golf legen Spielerinnen und Spieler auf einem 18-Loch-Platz bis zu zehn Kilometer zurück. Auf dieser Strecke merkt man jedes überflüssige Gramm, jeden schlecht gepolsterten Gurt und jede Tasche, die sich nur mit abgenommenem Bag öffnen lässt.

In der Schweiz ist das Cart die Ausnahme

Viele Kaufberatungen behandeln Tragen, Ziehen und Fahren als drei gleichwertige Möglichkeiten. Auf Schweizer Anlagen sieht das anders aus, und ein Blick auf die Mietpreise zeigt es. Der Lucerne Golf Club auf dem Dietschiberg vermietet einen Zieh-Trolley für CHF 10, einen Elektro-Trolley für CHF 20 und ein Cart für CHF 50, das Cart aber nur gegen Vorweisung eines ärztlichen Zeugnisses. Im Golfpark Moossee lässt sich ein Cart mit Arztzeugnis sieben Tage im Voraus reservieren, ohne Zeugnis erst ab dem Vortag um 12 Uhr.

Andere Anlagen sind grosszügiger: Im Golfpark Otelfingen kostet ein Cart CHF 50 für 18 und CHF 35 für 9 Löcher, Trolleys und E-Trolleys gibt es im Pro-Shop zu mieten. Planen können Sie mit dem Cart trotzdem nicht, denn die Migros-Golfparks führen auf ihrer Website einen Platzstatus mit eigenen Angaben zu Trolley und Cart. Für die meisten Golferinnen und Golfer in der Deutschschweiz reduziert sich die Frage deshalb auf zwei Varianten: selbst tragen oder ziehen.

Wer trägt, kauft ein Standbag

Das Standbag ist leicht, hat zwei ausklappbare Beine und einen Doppelgurt, der das Gewicht auf beide Schultern verteilt. Zusammen mit vierzehn Schlägern, einem Dutzend Bällen, Regenjacke, Wasserflasche und Entfernungsmesser kommen Sie rasch auf ein Gewicht, das über zehn Kilometer spürbar wird. Achten Sie deshalb weniger auf das Leergewicht im Prospekt als darauf, wie sich das beladene Bag auf dem Rücken verhält.

Drei Dinge prüfen Sie am besten im Laden. Lassen sich die beiden Gurte unabhängig voneinander verstellen? Liegt die Polsterung auf den Schultern oder scheuert sie am Hals? Und klappen die Beine sauber aus, wenn Sie das Bag schräg auf den Boden stellen? Bitten Sie darum, ein paar Schläger hineinstellen zu dürfen. Ein leeres Bag trägt sich immer angenehm.

Bei einem grossen Schweizer Händler reichte die Auswahl an Standbags am 17. September 2026 von CHF 119.90 für ein reduziertes Elrey Super Light bis CHF 569 für ein Vessel-Modell. Die Mitte des Angebots liegt zwischen CHF 250 und 350, und dort finden Sie die bekannten Marken mit wasserabweisenden Materialien.

Wer regelmässig trägt, kann ausserdem beim Inhalt sparen. Ein Satz mit zwölf sinnvoll abgestuften Schlägern ist leichter als einer mit vierzehn, und in den meisten Runden vermissen Sie die beiden fehlenden nicht.

Wer zieht, kauft ein Cartbag

Ein Cartbag hat keine Beine, dafür einen breiten, flachen Boden mit einer Aussparung, die auf dem Rahmen eines Trolleys einrastet. Die Taschen sitzen so, dass sie von vorne erreichbar bleiben, wenn das Bag festgeschnallt ist. Genau hier scheitern viele Standbags auf dem Trolley: Die Balltasche liegt plötzlich zwischen Bag und Gestell.

Der wichtigste Punkt ist deshalb der Test mit Ihrem eigenen Trolley. Nehmen Sie ihn mit in den Laden oder fragen Sie, ob das Modell dort steht. Ein Bag, das nicht satt aufliegt, dreht sich auf dem Weg vom Grün zum nächsten Abschlag, und das über achtzehn Löcher.

Innen zählen die Trennwände. Laufen sie über die ganze Länge des Bags, bleiben die Griffe getrennt und Sie ziehen ein Eisen heraus, ohne zwei andere mitzunehmen. Ob das Bag vierzehn oder nur sechs Fächer hat, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass die Unterteilung bis zum Boden reicht.

Cartbags sind im Schnitt etwas teurer als Standbags. Im Sortiment eines grossen Schweizer Händlers lagen die meisten Modelle zwischen CHF 259 und CHF 499; ein Titleist 14 StaDry kostete CHF 359.90, ein Sun Mountain H2NO Staff CHF 459.

Die Zwischenlösung: Hybrid-Standbag

Wer mal trägt und mal zieht, findet bei mehreren Herstellern Standbags mit einem trolleytauglichen Boden. Sie sind etwas schwerer als reine Tragebags, sitzen aber sauber auf dem Gestell. Ein Beispiel, wie sehr die Preise zwischen Händlern schwanken: Das Big Max Dri Lite Hybrid Plus kostete am selben Tag CHF 269.90 bei einer grossen Schweizer Kette und CHF 227 in einem Zürcher Fachgeschäft.

Ein zweites, kleines Bag für die kurzen Runden

Viele Schweizer Anlagen haben neben dem grossen Platz eine kurze Schleife. Der Golfpark Holzhäusern bietet einen 18-Loch-, einen 9-Loch- und einen 9-Loch-Par-3-Kurs, in Otelfingen gibt es eine 6-Loch-Par-3-Anlage. Für solche Runden und für neun Löcher nach Feierabend genügt ein leichtes Sonntagsbag mit wenigen Schlägern.

Eine bewährte Auswahl: ein Holz oder Hybrid, ein mittleres und ein kurzes Eisen, ein Wedge und der Putter. Das Bag bleibt gepackt im Kofferraum, und die Hürde für eine spontane Runde sinkt deutlich. Nebenbei lernen Sie, mit einem Eisen verschiedene Distanzen zu spielen, was auf dem grossen Platz ebenfalls hilft.

Welche Taschen Sie wirklich brauchen

  • Eine grosse Seitentasche, in die eine gefaltete Regenhose und ein Pullover zusammen passen.
  • Eine Balltasche, die Sie erreichen, ohne das Bag abzunehmen oder vom Trolley zu lösen.
  • Eine gefütterte Wertsachentasche mit Reissverschluss für Schlüssel, Natel und Portemonnaie.
  • Eine isolierte Flaschentasche für warme Sommertage.

Die Regentasche ist in der Schweiz die wichtigste. Morgens im April oder an einem Oktobernachmittag starten Sie mit einer Schicht mehr, als Sie auf der zweiten Hälfte brauchen, und die muss irgendwo hin, ohne dass Sie sie über den Trolleygriff hängen.

Nässe: wasserdichtes Bag oder Regenhaube

Echte Wasserdichtigkeit entsteht an Reissverschlüssen und Nähten, nicht am Stoff. Bags mit verschweissten Nähten und abgedichteten Reissverschlüssen erkennen Sie meist an Namen wie Dry, Aqua oder H2NO und am Preis, der spürbar über dem einfacher Modelle liegt. Das lohnt sich für alle, die auch bei Nieselregen spielen oder im Frühjahr oft auf nassen Plätzen unterwegs sind.

Für Schönwetterspieler reicht die Regenhaube, sofern sie im Bag bleibt und nicht zu Hause im Keller. Nach einer nassen Runde gehört das Bag offen in einen trockenen Raum, nicht geschlossen in den Kofferraum. Feuchtigkeit im Innenfutter riecht nach wenigen Tagen und setzt den Griffen zu.

Woran ein Bag kaputtgeht

Die typischen Schwachstellen sind die Befestigungen der Tragegurte, die Mechanik der Standbeine und die Reissverschlüsse der grossen Taschen. Der Stoff selbst überlebt meist alle drei. Kunststoffteile werden in der Kälte spröde, weshalb ein Bag, das jeden Winter in der unbeheizten Garage oder im Veloraum steht, früher versagt.

Die Pflege ist einfach: Nach der letzten Runde im Herbst ausräumen, trocknen lassen und bis zum Saisonstart in einem geheizten Raum aufbewahren. Kontrollieren Sie im Frühjahr die Beine und die Gurtösen. Bei vielen Marken lassen sich diese Teile über den Händler nachbestellen, bevor ein sonst intaktes Bag ersetzt werden muss.

Zweimal im Jahr ausräumen

Ein Bag nimmt über die Saison zu, ohne dass Sie es bemerken. Leeren Sie es vor der ersten Runde und nach der letzten komplett. Hinein gehören Bälle für die Runde plus Reserve, Tees, Pitchgabel, Ballmarker, ein Handtuch, ein Ersatzhandschuh, Regenschutz, Sonnencreme, Wasser, Spikeschlüssel und in den Übergangsmonaten eine Mütze. Alte Scorekarten, halbe Riegel und fünf Handschuhe in fragwürdigem Zustand dürfen draussen bleiben.

Kurz vor dem Kauf

  • Letzte Saison ehrlich auswerten: getragen, gezogen oder gefahren?
  • Die Cart-Regeln Ihrer Heimanlage kennen, bevor Sie auf ein Cartbag setzen.
  • Das Bag beladen anprobieren, auf beiden Schultern.
  • Den Boden auf Ihrem eigenen Trolley testen und prüfen, ob die Balltasche erreichbar bleibt.
  • Auf Trennwände bis zum Boden achten.
  • Den Preis bei mindestens zwei Händlern vergleichen.

Wo Sie ein Golfbag in der Schweiz kaufen

Grössere Händler haben mehrere Filialen in der Deutschschweiz, dazu Outlets und Shops auf einzelnen Anlagen. Im Sale eines grossen Händlers waren am 17. September 29 Taschen und Travelcover gelistet, darunter das Wilson Exo Lite Standbag für CHF 129.90 statt 199.90.

Ein Zürcher Fachgeschäft führt Stand- und Cartbags von Big Max, Callaway, Ogio, TaylorMade und Titleist, dazu Push-Trolleys und E-Caddies. Wer Bag und Trolley zusammen kaufen will, kann in einem solchen Geschäft beides nebeneinander prüfen.

Manche Onlinehändler liefern schweizweit ab CHF 250 portofrei und führen eine Rubrik mit Demo-Bags. Andere betreiben ein Outlet, das Carry- und Cartbags mit Rabatt verkauft und Bestellungen zur Abholung bereithält.

Und schliesslich der Pro-Shop Ihrer Anlage: Dort steht meist auch der Trolley, den Sie ohnehin benutzen, und der Abgleich dauert zwei Minuten.

Wie diese Seite entstanden ist

Preise und Verfügbarkeit vom 17. September 2026 stammen von den Websites von Golfers Paradise und des City Golf Shop in Zürich. Panxis Golf hat keine geschäftliche Verbindung zu diesen Händlern und erhält keine Provision.

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