Das Golfbag wählen: Stand, Cart oder Sonntagsbag
Eine Frage beantwortet fast alles: Tragen Sie, ziehen Sie oder fahren Sie? Fehlkäufe entstehen aus der Spielweise, die man sich vorstellt.
Kurz gefasst
- Zehn Kilo werden acht Kilometer weit getragen: der Doppelgurt entscheidet.
- Den Boden mit dem eigenen Trolley prüfen, vor dem Kauf.
- Durchgehende Trennungen sind wichtiger als vierzehn Einzelfächer.
- Bags gehen an Gurtösen, Standbeinen und Reissverschlüssen kaputt.
- Über den Winter drinnen lagern: das verdoppelt die Lebensdauer.
Das Bag ist das Ausrüstungsstück, über das am wenigsten nachgedacht wird und das bei jeder Runde dabei ist. Die richtige Bauart zu wählen ist vor allem eine Frage, wie Sie sich über den Platz bewegen.
Diese eine Frage beantwortet fast alles: Wer trägt, braucht Gewicht und einen Doppelgurt; wer zieht, braucht einen Boden, der zum Trolley passt; wer fährt, braucht Stauraum und muss auf beides nicht achten. Fast alle Fehlkäufe entstehen, weil jemand ein Bag für die Spielweise kauft, die er sich vorstellt, statt für die, die er tatsächlich hat.
Drei Bauarten, und Ihre Spielweise entscheidet
Ein Standbag wiegt wenige Kilo, steht auf zwei Beinen und wird mit Doppelgurt getragen. Ein Cartbag ist schwerer, bietet mehr Stauraum und hat einen Boden für Trolley oder Cart. Ein Sonntagsbag fasst ein halbes Set und ist das ideale Zweitbag für neun Löcher am Abend.
Für die meisten Schweizer Golferinnen und Golfer ist das Standbag der vernünftige Kompromiss, weil es sich tragen und auf die meisten Trolleys spannen lässt. Wer ausschliesslich mit Elektrotrolley unterwegs ist, fährt mit einem echten Cartbag besser, weil dessen Boden für den Rahmen gebaut ist und die Taschen von der Seite zugänglich bleiben.
Das Sonntagsbag wird unterschätzt. Es kostet wenig, wiegt kaum etwas, und es macht aus einer Feierabendrunde über neun Löcher eine Sache, die man ohne Vorbereitung macht. Wer eines im Kofferraum hat, spielt messbar häufiger.
Wenn Sie tragen, zählt nur das Gewicht
Jedes Kilo wird acht Kilometer weit getragen. Rechnen Sie mit rund zehn Kilo für vierzehn Schläger, Bälle, Entfernungsmesser und Flasche. Ein Doppelgurt ist mehr wert als jede Zeile im Datenblatt.
Prüfen Sie im Laden, ob sich die Gurte auf beiden Seiten getrennt einstellen lassen und ob die Polsterung tatsächlich auf den Schultern liegt und nicht am Hals. Und laden Sie das Bag zum Probieren wirklich voll: Ein leeres Bag sagt über die Tragbarkeit nichts.
Wer regelmässig trägt, sollte ausserdem das Set ausdünnen. Zwölf gut abgestufte Schläger statt vierzehn sparen ein Kilo, kosten nichts und nehmen zwei Entscheidungen pro Loch weg.
Wenn Sie einen Trolley nutzen
Elektrotrolleys sind in der Schweiz verbreitet, und ein Bag, das nicht sauber auf dem Rahmen sitzt, kippelt die ganze Runde. Prüfen Sie den Boden mit Ihrem eigenen Trolley, bevor Sie kaufen, und achten Sie auf durchgehende Trennungen.
Durchgehende Trennungen sind der Punkt, der auf Fotos nicht zu sehen ist und im Alltag am meisten ausmacht: Bei einem Bag ohne sie verheddern sich die Griffe im Inneren, und das Herausziehen eines Eisens bringt zwei weitere mit. Vierzehn einzelne Fächer sind bequem, sechs mit voller Trennung reichen.
Achten Sie zusätzlich darauf, ob die Taschen bei aufgespanntem Bag noch erreichbar sind. Viele Standbags verdecken auf einem Trolley genau die Tasche, in der die Bälle liegen.
Die Taschen, die zählen
Eine isolierte Tasche für die Flasche, eine grosse für die Regenkleidung, eine Wertsachentasche, die wirklich schliesst, und Zugang zu Bällen, ohne das Bag abzunehmen.
Für Schweizer Verhältnisse kommt eine fünfte dazu: eine Tasche, die gross genug für eine zusammengelegte Regenhose und eine zweite Schicht ist. Wer im April oder Oktober spielt, trägt beides bei jeder Runde mit, und ein Bag, in das es nicht passt, wird zum täglichen Ärgernis.
Regen, ehrlich betrachtet
Sehr wenige Bags sind wirklich wasserdicht. Prüfen Sie, ob die Regenhaube dabei ist, und lassen Sie sie im Bag statt in der Garage.
Die Schwachstellen sind die Reissverschlüsse und die Nähte, nicht der Stoff. Ein Bag mit wasserdichten Reissverschlüssen kostet deutlich mehr und lohnt sich für den, der zwischen März und November regelmässig bei jedem Wetter spielt; für alle anderen genügt die Haube plus ein Handtuch über den Köpfen.
Und trocknen Sie das Bag nach einer nassen Runde offen, statt es geschlossen in die Garage zu stellen. Ein feuchtes Innenfutter über mehrere Tage ist der zuverlässigste Weg zu Schimmel und zu Griffen, die nie wieder richtig greifen.
Was hält und was kaputtgeht
Bags gehen an den Gurtbefestigungen kaputt, dann am Standmechanismus, dann an den Reissverschlüssen. Kälte macht Kunststoff spröde: Ein Bag, das fünf Winter in einer unbeheizten Garage steht, versagt an den Beschlägen, lange bevor der Stoff verschleisst.
Daraus folgt die einzige Pflegeregel, die zählt: Lagern Sie das Bag über den Winter drinnen, ausgeräumt und trocken. Das verdoppelt bei den meisten Modellen die Lebensdauer und kostet nichts.
Prüfen Sie einmal pro Saison die Beine des Standmechanismus und die Gurtösen. Beides lässt sich bei vielen Modellen als Ersatzteil nachbestellen, und ein defektes Bein ist der häufigste Grund, warum ein sonst intaktes Bag ersetzt wird.
Was hineingehört, und was nicht
Ein Bag wird über eine Saison schwerer, ohne dass jemand etwas hineinlegt. Räumen Sie es zweimal im Jahr vollständig aus, im Frühjahr und nach der letzten Runde, und Sie finden regelmässig ein Kilo Dinge, die nichts darin zu suchen haben.
Was hineingehört: Bälle in überschaubarer Zahl, Tees, ein Handtuch, eine Pitchgabel, ein Ballmarker, Regenzeug, ein zweiter Handschuh, Sonnencreme, Wasser und ein Spikeschlüssel mit Ersatzspikes. In der Schweiz zusätzlich, von März bis November, eine Mütze und eine zusätzliche Schicht.
Was nicht hineingehört: drei Dutzend Bälle, ein aufgeplatzter Riegel vom Vorjahr, vier Handschuhe in unbekanntem Zustand und die Scorekarten der letzten zwei Saisons. Es klingt banal und macht auf acht Kilometern einen spürbaren Unterschied.
Der Zweitbag, den kaum jemand hat
Ein leichtes Sonntagsbag mit sechs Schlägern im Kofferraum ist die günstigste Anschaffung, die Ihre Rundenzahl erhöht. Es macht aus einer spontanen Feierabendrunde eine Sache ohne Vorbereitung, und für neun Löcher braucht niemand vierzehn Schläger.
Die sinnvolle Bestückung: Hybrid oder Holz, ein mittleres Eisen, ein kurzes Eisen, ein Wedge und der Putter. Weniger Schläger heisst weniger Entscheidungen, und für die meisten Amateure ist die Karte über neun Löcher mit sechs Schlägern nicht schlechter als mit vierzehn.
Wo Sie kaufen
Golfers Paradise stellt Bags in den Filialen aus, was zählt, weil ein Bag beladen und getragen werden muss, bevor man es beurteilen kann. golfshop.ch und die Shops der Migros GolfParks führen Vorjahresmodelle, häufig dasselbe Bag in einer anderen Farbe für deutlich weniger CHF, und die Migros GolfParks decken den Einstieg ab.
Der Pro-Shop der eigenen Anlage ist die richtige Adresse, wenn Sie den Boden mit Ihrem Trolley abgleichen wollen, weil dort beides vorhanden ist. Und wenn Sie ohnehin einen Elektrotrolley kaufen: Nehmen Sie Bag und Trolley in derselben Sitzung, statt zu hoffen, dass sie zusammenpassen.
Der günstigste Zeitpunkt ist der Herbst, wenn die Saisonmodelle abverkauft werden. Ein Bag ist zudem eine Kategorie, in der ein Vorjahresmodell technisch identisch ist, weil sich an dieser Stelle des Golfmarkts von Jahr zu Jahr praktisch nichts ändert.
Panxis Golf unterhält keine geschäftliche Verbindung zu diesen Anbietern und erhält keine Provision.
Bevor Sie kaufen
- Entscheiden Sie ehrlich, ob Sie tragen, ziehen oder fahren, und zwar nach der letzten Saison und nicht nach der geplanten.
- Probieren Sie es beladen, auf beiden Schultern, im Laden.
- Prüfen Sie den Boden mit Ihrem Trolley und ob die Taschen dann noch erreichbar sind.
- Achten Sie auf durchgehende Trennungen und auf eine Regenhaube.
- Kaufen Sie im Herbst, wenn die Saisonmodelle abverkauft werden.
- Lagern Sie das Bag über den Winter ausgeräumt und trocken im Warmen.
Ein gut gewähltes Bag ist fünf Jahre lang unsichtbar. Ein schlecht gewähltes meldet sich bei jeder Runde: an der Schulter, am Trolley, beim Suchen nach der Regenjacke oder beim Herausziehen eines Eisens, das zwei andere mitbringt. Es ist die Anschaffung mit dem geringsten Prestige und einer der höchsten Trefferquoten im Alltag.



