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Ausrüstung

Wedges richtig abstufen: Loft, Bounce und Grind für Schweizer Plätze

Planen Sie Ihre Wedges vom Loft des Pitching Wedge aus, mit vier bis sechs Grad Abstand. Den Bounce wählen Sie nach Divot, Sommerboden und Bunkersand der Heimanlage. Wer auf das Vorjahresmodell ausweicht, zahlt bei den grossen Marken deutlich weniger.

La rédaction Panxis Golf, Deutschschweiz-Desk (Reto Brunner) · · 10 min
Schlägersohle hinter dem Ball auf dem Rasen
Photo Kampus Production / Pexels

Kurz gefasst

  • Zuerst das Loft des eigenen Pitching Wedge nachschlagen: moderne Sätze liegen oft bei 43 bis 46 Grad.
  • Vier bis sechs Grad zwischen zwei Wedges; ein 58er ist für viele das bessere unterste Wedge als ein 60er.
  • Bounce nach Divots und Boden: im harten Mittelland-Sommer eher weniger am Lob Wedge.
  • SM11 CHF 219.90, SM10 CHF 139.90 bei einem Schweizer Händler (17.09.2026).
  • Loft und Lie der alten Wedges prüfen lassen, bevor Sie neue kaufen.

Ein neues Titleist Vokey SM11 kostete bei einem Schweizer Händler am 17. September 2026 CHF 219.90. Wer Gap, Sand und Lob Wedge auf einmal ersetzt, legt also rund CHF 660 auf den Ladentisch. Umso erstaunlicher, wie diese drei Schläger meistens ins Bag kommen: einzeln, in grossen Abständen und jeweils nach einer Runde, auf der rund ums Grün nichts gelingen wollte.

Dabei lassen sich Wedges besser planen als jeder andere Schläger. Zwei Zahlen, die auf jedem Kopf eingraviert sind, beantworten die meisten Fragen, und eine dritte Angabe, der Sohlenschliff, erledigt den Rest. Wer sie lesen kann und die Böden seiner Heimanlage kennt, kauft einmal und richtig.

Was auf der Sohle steht

Nehmen Sie als Beispiel die Varianten des SM11, wie ein Schweizer Händler sie auflistet: «GW 52° B8° F-Grind», «SW 56° B10° S-Grind», «LW 60° B12° D-Grind». Die erste Zahl ist das Loft, also der Neigungswinkel der Schlagfläche. Es bestimmt im Wesentlichen, wie hoch und wie weit der Ball bei einem vollen Schwung fliegt. Die zweite Zahl, mit B gekennzeichnet, ist der Bounce: der Winkel zwischen Vorderkante und tiefstem Punkt der Sohle. Er entscheidet, ob der Schläger im Boden stecken bleibt oder darüber gleitet. Der Buchstabe am Schluss bezeichnet den Grind, die Form, in die die Sohle geschliffen wurde.

Bemerkenswert an diesem Beispiel: Beim SM11 wächst der Standard-Bounce mit dem Loft, von 8 Grad bei 50 und 52 bis 12 Grad bei 58 und 60. Wer ohne Beratung einfach die Standardversion jedes Lofts nimmt, bekommt also automatisch den meisten Bounce am Lob Wedge. Ob das zu Ihrem Platz passt, ist eine eigene Frage, dazu weiter unten mehr.

Die Ausgangszahl: Ihr Pitching Wedge

Jede Wedge-Planung beginnt beim Schläger, der schon im Bag ist. Das «P» auf Ihrem Eisensatz verrät nichts über das Loft. Suchen Sie das Modell und das Baujahr in den Spezifikationen des Herstellers oder fragen Sie Ihren Händler. Bei älteren Sätzen lagen Pitching Wedges oft um 48 Grad, bei heutigen Sätzen sind 43 bis 46 Grad keine Seltenheit, und auf Weite ausgelegte Spielverbesserer-Eisen gehen noch darunter.

Der Grund ist verständlich: Ein stärker geneigtes Eisen 7 fliegt im Laden weiter und verkauft sich besser. Die Folge ist weniger erfreulich. Ihr Pitching Wedge fliegt heute deutlich weiter als früher, und zwischen ihm und dem Sand Wedge klafft eine Lücke, die ohne zusätzliches Wedge niemand schliesst.

Drei oder vier Wedges?

Die Regeln erlauben vierzehn Schläger. Zählen Sie zuerst alles, was keine Wedges sind: Putter, Driver, Hölzer, Hybrids und Eisen bis und mit Pitching Wedge. Bleiben elf, haben Sie Platz für drei Wedges, bleiben zehn, für vier.

Drei genügen den meisten Clubspielerinnen und Clubspielern. Vier lohnen sich, wenn Sie viele Annäherungen aus 60 bis 100 Metern spielen und dort feinere Abstufungen brauchen, oder wenn Sie ein langes Eisen mitschleppen, das Sie ohnehin kaum treffen. Wer dagegen von Handicap 25 aus auf viele Schläge von 130 Metern und mehr kommt, braucht das zusätzliche Hybrid dringender als das vierte Wedge.

Abstände: vier bis sechs Grad

Zwischen zwei aufeinanderfolgenden Wedges sollten vier bis sechs Grad Loft liegen. Mit weniger als vier Grad fliegen zwei Schläger fast gleich weit, und Sie verschenken einen Platz im Bag. Mit mehr als sechs Grad entsteht eine Distanz, die Sie nur mit einem gebremsten oder einem forcierten Schwung erreichen, und das ist der Schlag, der den meisten Amateuren am häufigsten misslingt. Als grobe Faustregel entsprechen vier Grad bei vielen Spielern etwa zehn bis vierzehn Metern.

Pitching Wedge Passende Wedges Anzahl Bemerkung
46 bis 47 Grad 52, 56, 60 3 Klassische Abstufung in Vierergraden
45 Grad 50, 54, 58 3 Fünfergrade, ohne Lücke
43 Grad 48, 52, 56, 60 oder 47, 52, 58 4 oder 3 Mit drei Wedges werden die Abstände knapp

Rechnen Sie Ihre eigenen Zahlen durch, bevor Sie das Standard-Trio 52, 56, 60 kaufen. Mit einem Pitching Wedge von 43 Grad liegen zwischen ihm und dem 52er neun Grad, und genau in diesem Bereich spielen Sie einen Grossteil Ihrer Annäherungen.

Braucht es ein 60er?

Ein Lob Wedge mit 60 Grad ist der schwierigste Schläger im Bag. Es verzeiht einen dünnen Treffer kaum, verliert bei vollen Schwüngen Längenkontrolle, und aus einer festen Lage produziert es die spektakulärsten Fehlschläge. Wenn Sie mit dem 56er von einer knappen Lage noch unsicher sind, wird das 60er Ihr Problem nicht lösen. Für viele Clubspieler ist ein 58er als unterstes Wedge die bessere Wahl.

Welcher Bounce zu welchem Boden passt

Bounce Boden und Lage Schwungtyp
Wenig, etwa 4 bis 6 Grad Fester Boden, kurz gemähte, enge Lagen, harter oder dünner Sand Flach, kaum Divot
Mittel, etwa 7 bis 10 Grad Normale bis feste Verhältnisse Die meisten Schwünge
Viel, über 10 Grad Weicher Boden, Ball im lockeren Gras, feiner tiefer Sand Steil, tiefes Divot

Mittlerer Bounce ist die sichere Wahl, wenn Sie ohne Fitting kaufen. Bei vielen Modellen haben Sie aber durchaus Auswahl innerhalb desselben Lofts: Das TaylorMade MG5 Chrome war bei einem Schweizer Händler zum Beispiel mit 60 Grad sowohl mit 8 als auch mit 10 Grad Bounce gelistet.

Die eigenen Divots lesen

Ob Sie eher graben oder fegen, sehen Sie ohne Messgerät. Achten Sie während einer Runde über neun Löcher auf die Spuren Ihrer Wedge-Schläge. Tiefe, lange Divots sprechen für einen steilen Eintreffwinkel und mehr Bounce. Ein flacher Streifen oder gar keine Spur spricht für einen flachen Schwung und weniger Bounce. Dass Sie mit dem Fairwayholz kein Divot nehmen, mit dem Wedge aber schon, ist normal; entscheidend ist das Wedge.

Grind in wenigen Sätzen

Beim Grind wird an Ferse, Spitze oder Hinterkante der Sohle Material abgetragen. Das verändert, wie sich der Schläger verhält, wenn Sie die Schlagfläche öffnen. Die Buchstaben sind je nach Hersteller verschieden: Titleist bietet beim SM11 laut Händlerbeschreibung sechs Schliffe (F, S, M, K, T, D), Ping beim S259 ebenfalls sechs (S, W, H, E, T, B). Sie müssen diese Codes nicht auswendig kennen. Es genügt eine Unterscheidung: Öffnen Sie die Schlagfläche für Lobs und Bunkerschläge, brauchen Sie Material, das an der Ferse weggeschliffen ist, sonst hebt sich die Vorderkante und Sie treffen den Ball dünn. Spielen Sie fast alles mit square gestellter Fläche, ist eine volle Standardsohle fehlerverzeihender. Sagen Sie das dem Fitter, er findet den passenden Buchstaben.

Schweizer Verhältnisse: weicher Frühling, harter August, dünne Luft

Wer das ganze Jahr auf derselben Mittellandanlage spielt, erlebt zwei verschiedene Plätze. Im März und April ist der Boden oft nass und nachgiebig, der Ball sitzt im Gras, und ein Wedge mit viel Bounce gleitet sauber durch. Nach einigen trockenen Wochen im Hochsommer ist derselbe Boden hart, und eine Sohle mit 12 oder 14 Grad prallt ab, bevor die Kante den Ball erreicht. Ein brauchbarer Kompromiss: mittlerer Bounce am Sand Wedge, mit dem Sie die meisten kurzen Schläge spielen, und etwas weniger am Lob Wedge, das Sie vor allem von kurz gemähten Lagen rund ums Grün einsetzen. Das ist das Gegenteil der Standardabstufung, die etwa beim SM11 vorgesehen ist.

Dazu kommt die Höhe. In dünnerer Luft fliegt der Ball weiter, und die Distanzen zwischen Ihren Wedges verschieben sich mit. Der Golfclub Riederalp liegt auf 2000 Metern und bezeichnet sich als höchstgelegenen Golfplatz der Schweiz; seine Saison dauert 2026 vom 4. Juni bis zum 18. Oktober. Wer seine Wedge-Längen im Unterland gemessen hat und in den Sommerferien auf einem Bergplatz spielt, sollte die ersten Annäherungen als Messung betrachten und nicht als Prüfung. Kaufen Sie Ihre Wedges für den Platz, auf dem Sie die meisten Runden spielen, nicht für die Ferienwoche.

Den Bunkersand selbst prüfen

Welcher Bounce im Bunker hilft, hängt vom Sand ab, und der unterscheidet sich von Anlage zu Anlage. Feiner, lockerer und tiefer Sand verlangt viel Bounce, damit die Sohle nicht eingräbt. Dünner, grober oder verdichteter Sand mit festem Grund darunter bestraft genau dieselbe Sohle, weil sie abprallt und der Ball in die Bunkerkante fliegt. Stecken Sie im Übungsbunker Ihrer Heimanlage die Hand in den Sand, bevor Sie ein neues Sand Wedge wählen, und lesen Sie zur Technik unseren Beitrag zum Bunkerschlag.

Sparen, ohne falsch zu kaufen

Die einfachste Möglichkeit ist das Vorjahresmodell. Wedges entwickeln sich langsam, auch weil die Regeln Form und Schärfe der Rillen begrenzen. Die Preise eines Schweizer Händlers am 17. September zeigen, wie viel das ausmacht:

Marke Aktuelles Modell Vorgänger
Titleist Vokey SM11: CHF 219.90 SM10: CHF 139.90 statt 199.90
Ping S259: CHF 214.90 Glide 4.0: CHF 139.90 statt 209.90
TaylorMade MG5 Chrome: CHF 214.90 MG4: CHF 139.90 statt 199.90

Auch der Vergleich zwischen Händlern lohnt sich: In einem Zürcher Fachgeschäft war das SM11 Chrome mit Stahlschaft zum selben Zeitpunkt für CHF 195 statt 219 angeschrieben.

Die zweite Möglichkeit ist die Reihenfolge. Selten müssen alle Wedges gleichzeitig ersetzt werden. Beginnen Sie mit dem Schläger, den Sie am häufigsten spielen, bei den meisten das Sand Wedge.

Abgenutzte Rillen und verbogene Lofts

Wedge-Rillen nutzen sich ab, und ein abgespieltes Wedge erzeugt vor allem aus nassem Gras spürbar weniger Spin. Wer jede Woche spielt und seit fünf Jahren dieselben Wedges benutzt, sollte bei Bällen, die hinter der Fahne weiterrollen, zuerst die Schlagfläche anschauen und erst dann die Technik.

Ebenso unterschätzt: Wedges aus weichem Stahl verbiegen sich mit der Zeit. Ein 54er, das sich unbemerkt zu einem 52er verstellt hat, reisst eine Lücke auf, die Sie eine ganze Saison mit Gefühl überspielen. Lassen Sie Loft und Lie Ihrer vorhandenen Wedges in einer Werkstatt kontrollieren, bevor Sie ein neues kaufen. Manche Fachhändler betreiben eine eigene Werkstatt und nennen je nach Auftrag eine Bearbeitung sofort oder innert einiger Arbeitstage.

Erst üben, dann kaufen

Neue Wedges helfen wenig, wenn die Längenkontrolle fehlt. Die Migros Golf Academy bietet in ihren Golfparks eine Masterclass «Wedge Game» an: eine Lektion von 50 Minuten für CHF 55 inklusive Rangebälle, ab drei Teilnehmenden, mit Platzerlaubnis und eigener Ausrüstung. Wer danach seine Längen mit den vorhandenen Wedges kennt, sieht auch klarer, wo im Bag die Lücke liegt.

Im Ausland kaufen?

Ein Wedge in einem Geschäft jenseits der Grenze ist manchmal günstiger angeschrieben. Rechnen Sie trotzdem nach: Laut Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit dürfen Sie Waren für den privaten Gebrauch nur bis zu einem Gesamtwert von CHF 150 pro Person und Tag mehrwertsteuerfrei einführen. Liegt der Einkauf darüber, fällt die Mehrwertsteuer von 8,1 Prozent auf den gesamten Wert an. Anmelden lässt sich das über die App QuickZoll des BAZG. Bei einem einzelnen Wedge bleibt nach Steuer und Fahrt oft wenig übrig.

Checkliste vor dem Kauf

  • Das Loft des eigenen Pitching Wedge nachschlagen.
  • Schläger ohne Wedges zählen: Platz für drei oder vier?
  • Abstände von vier bis sechs Grad planen und das 60er kritisch prüfen.
  • Divots, Boden im Sommer und Bunkersand der Heimanlage anschauen, dann den Bounce wählen.
  • Loft und Lie der vorhandenen Wedges messen lassen.
  • Vorjahresmodell und Preise bei zwei Händlern vergleichen.

Wo Sie Wedges in der Schweiz kaufen und fitten lassen

Grössere Schweizer Fachhändler führen in der Rubrik Wedges Modelle von Cleveland, Callaway, Ping, TaylorMade und Titleist, viele Vorjahresmodelle reduziert. Ein Club Fitting wird bei manchen nach Zeitaufwand berechnet und beim Kauf der gefitteten Schläger angerechnet; gebucht wird oft online in einer Filiale in der Nähe.

Manche Geschäfte bieten Einzel-Fittings auf Termin an.

Einzelne Anbieter fitten nach eigenen Angaben mit Systemen wie Trackman, FlightScope oder FullSwing, führen eine Rubrik mit Demo-Wedges und liefern ab CHF 250 portofrei. Eine Werkstatt übernimmt dort auch Anpassungen an bestehenden Schlägern.

Und nicht zuletzt der Pro Ihres Clubs: Er kennt Ihren Schwung und den Boden Ihrer Anlage, zwei Dinge, die kein Katalog weiss.

Panxis Golf unterhält keine geschäftliche Verbindung zu den genannten Händlern und Anbietern und erhält keine Provision. Preise und Angaben stammen von deren Websites, Stand 17. September 2026.

Wie diese Seite entstanden ist

Preise und Verfügbarkeiten stammen von den Websites von Golfers Paradise, City Golf Shop (Zürich) und golfimport.ch, Stand 17. September 2026. Panxis Golf hat keine geschäftliche Verbindung zu diesen Händlern und erhält keine Provision.

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