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9 Löcher, Par-3-Plätze und Pitch & Putt: was sie in der Deutschschweiz kosten und bringen

Neun Löcher zählen seit 2024 voll für das Handicap, kosten in den Migros Golfparks gut die Hälfte einer 18-Loch-Runde und passen in einen Werktag. Kurzplätze trainieren genau die Schläge, die auf der Range fehlen.

La rédaction Panxis Golf, Deutschschweiz-Desk (Reto Brunner) · · 8 min
Golfball am Lochrand, Fahne geneigt
Photo Mateusz Feliksik / Pexels

Kurz gefasst

  • Das WHS rechnet 9-Loch-Resultate seit 2024 über einen erwarteten Score in ein 18-Loch-Differential um.
  • In den Migros Golfparks kosten 9 Löcher unter der Woche CHF 55, 18 Löcher CHF 100.
  • Par-3-Platz, Pitch & Putt und 9-Loch-Platz sind drei verschiedene Dinge mit unterschiedlichen Schlägen.
  • Für die Par-3-Anlagen der meisten Migros Golfparks braucht es keine Platzreife.
  • Jahreskarte oder Einzelrunden: zuerst zählen, wie oft Sie wirklich spielen.

Eine 9-Loch-Runde kostet in den Migros Golfparks unter der Woche CHF 55, eine 18-Loch-Runde CHF 100. Eine Runde auf dem Pitch-&-Putt-Platz in Oberkirch kostet CHF 20. Und seit 2024 zählen neun Löcher für das Handicap so selbstverständlich wie achtzehn. Trotzdem gilt die kurze Runde vielen noch als halbe Sache, als etwas für Anfänger oder für Tage, an denen man keine Zeit hat.

Dabei ist sie für die meisten Clubspielerinnen und Clubspieler das nützlichste Golf überhaupt. Zwei Stunden, die in einen Werktag passen, ein Preis, der regelmässiges Spielen erlaubt, und ein Spiel, das dort stattfindet, wo die Schläge tatsächlich verloren gehen: nahe am Grün. Dieser Beitrag zeigt, was neun Löcher und Kurzplätze in der Deutschschweiz kosten, was sie für das Handicap bedeuten und wie man sie gut spielt.

Neun Löcher zählen voll

Beginnen wir mit dem Handicap, weil hier das hartnäckigste Missverständnis liegt. Swiss Golf akzeptiert handicapwirksame Resultate über mindestens neun oder achtzehn Löcher. Seit 2024 wandelt das World Handicap System ein 9-Loch-Resultat automatisch in ein 18-Loch-Score-Differential um: Zum tatsächlichen Ergebnis über neun Löcher kommt ein erwarteter Score für die übrigen neun hinzu, berechnet aus Ihrem aktuellen Handicap-Index und Durchschnittswerten vergleichbarer Spielerinnen und Spieler.

Die Folge beschreibt Swiss Golf selbst: Gute 9-Loch-Runden ergeben gute Differentials, durchschnittliche Runden durchschnittliche, schwächere Runden wirken sich entsprechend aus. Eine gute Runde über neun Löcher ist also keine halbe Runde, sondern ein vollwertiges Resultat.

Handicapwirksam wird eine private 9-Loch-Runde über General Play. Sie melden die Runde vor dem Start in der Swiss Golf App oder im Sekretariat an, spielen mit einem Marker, und beide bestätigen das Resultat danach. Gültige Formen sind Stableford, Zählspiel, Par/Bogey und Maximum Score. Und der Platz muss ein gültiges Course und Slope Rating haben. Fragen Sie bei sehr kurzen Anlagen im Sekretariat nach, ob das zutrifft, bevor Sie eine Runde als General Play anmelden.

Was neun Löcher in der Deutschschweiz kosten

Die Preise der Migros Golfparks sind öffentlich und über alle Parks sehr ähnlich. Für Erwachsene gilt Stand September 2026:

Anlage Montag bis Freitag Wochenende und Feiertage
18 Löcher (alle Deutschschweizer Parks) CHF 100 CHF 120
9 Löcher (Holzhäusern Rigi, Moossee, Oberkirch Campus, Otelfingen, Waldkirch) CHF 55 CHF 65
9-Loch-Par-3-Platz Pilatus, Holzhäusern CHF 35, ganze Woche
6-Loch-Academy, Otelfingen CHF 25 CHF 30
6 Löcher, Moossee (Tagesgreenfee) CHF 25 CHF 35
Pitch & Putt, Oberkirch (pro Runde) CHF 20, Tagesfee CHF 30
3 Löcher, Waldkirch CHF 25

Dazu kommen zwei Details, die das Rechnen verändern. Wer eine zweite 9-Loch-Runde am selben Tag anhängt, bezahlt als «Folgerunde» weniger, in den meisten Parks CHF 45 unter der Woche. Und Mitglieder der Migros GolfCard sowie der Migros-Golfpark-Clubs erhalten CHF 5 Reduktion auf die 9-Loch-Runde. Jugendliche bis 21 Jahre zahlen rund die Hälfte.

Zum Vergleich ein privater Club: Im Golf Club Lipperswil im Thurgau, einer 27-Loch-Anlage aus den drei Neun-Loch-Plätzen Schwarzebach, Burkert und Feldgarten, kostet eine 9-Loch-Runde für Gäste mit Swiss-Golf-Heimclub unter der Woche CHF 65, am Wochenende CHF 75. Die 18-Loch-Runde kostet dort CHF 120 beziehungsweise CHF 140. An Wochenenden und Feiertagen ist die Anlage bis 14 Uhr für Mitglieder und deren Gäste reserviert.

Eine Rechnung für die ganze Saison

Wer regelmässig kurz spielt, sollte einmal die Saison durchrechnen. Zwanzig 9-Loch-Runden unter der Woche kosten in einem Migros Golfpark zum Einzelpreis CHF 1’100, mit der Reduktion für Mitglieder der Migros GolfCard CHF 1’000. Zwanzig 18-Loch-Runden kosten CHF 2’000.

Ab einer gewissen Zahl von Runden wird die Jahreskarte interessant. In Otelfingen kostet die Jahreskarte B ohne Clubmitgliedschaft, gültig für die ganze Anlage von Montag bis Freitag, CHF 1’900. Die Jahreskarte C nur für die 6-Loch-Academy kostet CHF 610. Für beide ist eine gültige Swiss-Golf-Lizenz Voraussetzung. Wer vor allem nach Feierabend kurze Runden spielt, sollte also zählen, wie oft er im letzten Jahr tatsächlich auf dem Platz stand, bevor er sich für Einzelrunden oder eine Karte entscheidet. Mehr zu dieser Abwägung im Beitrag über Mitgliedschaft oder Greenfee. Und rechnen Sie die Anfahrt mit ein: Ein Park zwanzig Minuten von zu Hause wird öfter besucht als einer in einer Stunde Entfernung.

Wer spielen darf

Auf den kurzen Plätzen sind die Hürden tiefer. Das Platz- und Betriebsreglement der Migros Golfparks verlangt für die 9-Loch-Plätze in der Regel ein Handicap von 54, in Oberkirch alternativ die in einem Migros Golfpark ausgestellte Platzreife. Für die Par-3-Anlagen mit drei, sechs oder neun Löchern in Holzhäusern, Moossee, Oberkirch und Waldkirch sind keine Voraussetzungen nötig, die Buchung läuft dort im Rahmen von FunGolf. In Otelfingen braucht es für die Par-3-Anlage die Platzerlaubnis oder die Platzreife.

Das macht die Kurzplätze zum idealen Ort, um jemanden mitzunehmen, der noch keine Platzreife hat. In Oberkirch gibt es für Pitch & Putt sogar ein Familienpaket für zwei Erwachsene und drei Kinder zu CHF 50.

Kurzplatz ist nicht gleich Kurzplatz

Die Begriffe werden oft durcheinandergebracht. Ein Par-3-Platz besteht aus richtigen Golflöchern mit Abschlag, Fairway und Grün, nur eben kurz. Der Platz Pilatus in Holzhäusern etwa hat neun Par 3 mit einer Gesamtlänge zwischen 856 und 1’245 Metern je nach Abschlag. Die 6-Loch-Academy in Otelfingen besteht aus Löchern zwischen rund 70 und 155 Metern. Hier spielen Sie Eisen und Wedges vom Abschlag.

Ein Pitch-&-Putt-Platz ist noch kürzer. Die neun Löcher in Oberkirch messen zusammen, je nach Abschlag, zwischen 374 und 504 Meter, die Löcher sind also im Schnitt zwischen 40 und 60 Meter lang. Hier spielen Sie fast nur Pitches, Chips und Putts.

Ein 9-Loch-Platz schliesslich ist ein vollwertiger Platz mit Par-4-Löchern, auf denen auch Driver und Hölzer zum Einsatz kommen. Der neue Altberg in Otelfingen, ein Par 34, misst je nach Abschlag zwischen 1’838 und 2’382 Metern, die Neun in Moossee, ein Par 35, zwischen 2’285 und 2’776 Metern. Das ist die richtige Wahl, wenn Sie Ihr ganzes Spiel in zwei Stunden spielen wollen.

Warum die kurzen Plätze Ihr Spiel verbessern

Die meisten Schläge eines Amateurs fallen innerhalb von hundert Metern vom Loch: Annäherungen, Chips, Pitches, Bunkerschläge und Putts. Genau diese Schläge werden auf der Driving Range am wenigsten geübt, und auf der Kurzspielwiese fehlt der Druck, weil jeder Ball folgenlos ist.

Auf einem Kurzplatz zählt jeder Schlag. Sie haben einen Versuch, eine Lage, die Sie sich nicht aussuchen, und eine Zahl auf der Karte. Das ist die Trainingsform, die dem Ernstfall am nächsten kommt, und sie kostet in Oberkirch zwanzig Franken. Wer seine Wedge-Distanzen kennt, prüft sie hier unter echten Bedingungen.

Neun Löcher gut spielen

Eine 9-Loch-Runde ist keine halbe 18-Loch-Runde, und sie verlangt eine eigene Vorbereitung. Auf achtzehn Löchern haben Sie drei, vier Löcher Zeit, um warm zu werden. Auf neun Löchern ist das ein Drittel der Runde. Nehmen Sie sich deshalb zehn Minuten zum Aufwärmen, fünf davon auf dem Übungsgrün.

Beginnen Sie konservativ. Ein Doppelbogey am ersten Loch wiegt auf neun Löchern schwer. Wählen Sie am Abschlag den Schläger, der das Fairway sicher trifft, und spielen Sie die Grünmitte an. Wie Sie mehr Fairways treffen, steht in einem eigenen Beitrag.

Und spielen Sie von den passenden Abschlägen. Seit 2026 zeigen die Migros Golfparks Distanz-Tees mit Zahlen statt Farben, und die Rechnung, welche Länge zu Ihnen passt, gilt auf neun Löchern genauso.

Die Abendrunde

Von Mai bis August reicht das Tageslicht nach Feierabend für neun Löcher. Die Migros Golfparks bieten dafür zusätzlich «Open End»-Tarife an, die gemäss Timetable jeweils rund vier Stunden vor Sonnenuntergang beginnen: CHF 70 unter der Woche, CHF 85 am Wochenende. Für wen neun Löcher reichen, bleibt die normale 9-Loch-Runde günstiger. Für wen der Abend länger wird, lohnt sich Open End.

Auch Turniere gibt es im Kurzformat. Der Golf Club Lipperswil spielt im Herbst 2026 eine «Afternoon 9 Hole Challenge», neun Löcher Stableford, handicapwirksam, offen ab 16 Jahren und bis Handicap 54. Und die Migros Golf Tour umfasst Turniere über 9 und 18 Löcher, deren Nettoresultate beide für die Jahreswertung zählen.

Wenn die Zeit wirklich knapp ist

Eine Stunde reicht für den Kurzplatz. Drei Löcher in Waldkirch, sechs in Otelfingen oder Moossee, oder eine Runde Pitch & Putt in Oberkirch. Spielen Sie dort mit zwei Bällen und notieren Sie jeweils den schlechteren. Das ist anspruchsvoller als jede Übungsserie und zeigt, wo Ihr kurzes Spiel unter Druck steht. Wer zählen will, was er dabei lernt, nutzt die fünf Spalten auf der Scorekarte, vor allem Up and downs und Drei-Putts.

Jemanden mitnehmen

Kurzplätze sind der beste Einstieg für Partner, Kinder oder Freunde ohne Golferfahrung. Die Löcher sind kurz, niemand sucht Bälle im Wald, und eine Runde dauert so lange, wie die Geduld reicht. In Moossee gibt es für den 6-Loch-Platz einen Kids-Flight für CHF 20. Für Einsteiger lohnt sich ein kurzer Blick auf den Griff, einen leichten Wedge und einen Putter, mehr braucht es auf dem Pitch-&-Putt-Platz nicht.

Wer danach mehr will, findet den Weg zur Platzreife bei Swiss Golf: Die Prüfung auf dem Platz darf ausdrücklich auch auf einem 6- oder 9-Loch-Platz oder einem Pitch-&-Putt-Platz stattfinden.

Wo Sie die kurzen Plätze finden

  • Holzhäusern (Zug): 9-Loch Rigi und 9-Loch-Par-3-Platz Pilatus.
  • Oberkirch (Luzern): 9-Loch Campus und Pitch & Putt, dazu FunGolf und FootGolf.
  • Otelfingen (Zürich): 9-Loch Altberg und 6-Loch-Academy.
  • Moossee (Bern): 9-Loch-Platz und 6-Loch-Platz.
  • Waldkirch (St. Gallen): 9-Loch-Plätze und 3-Loch-Anlage.
  • Lipperswil (Thurgau): drei Neun-Loch-Plätze, einzeln oder kombiniert.

Alle weiteren Anlagen und ihre Kontakte finden Sie über Swiss Golf. Preise ändern sich, prüfen Sie die Tarife vor dem Besuch auf der Website der Anlage.

Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu Migros Golf, dem Golf Club Lipperswil oder Swiss Golf.

Diesen Monat

  • Eine 9-Loch-Runde unter der Woche buchen und als General Play anmelden.
  • Eine Stunde auf einem Pitch-&-Putt- oder Par-3-Platz spielen, mit Karte.
  • Einmal jemanden mitnehmen, der noch nie gespielt hat.
  • Die Abendrunde als festen Termin in den Kalender eintragen.

Achtzehn Löcher bleiben schön. Aber wer nur spielt, wenn fünf Stunden frei sind, spielt selten. Neun Löcher machen aus Golf wieder etwas, das in eine normale Woche passt.

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