Golfwochenende in der Schweiz: vier Regionen mit Tarifen 2026
Ein Golfwochenende in der Schweiz steht und fällt mit den Gästeregeln: Tarifgruppen für Club- und PGO-Mitglieder, Mitgliederzeiten am Wochenende und kurze Buchungsfenster. Wer diese zuerst prüft, die Startzeiten vor dem Hotel bucht und eine volle Runde pro Tag plant, findet zwischen Sempachersee und Engadin genug Plätze für mehrere Wochenenden.
Kurz gefasst
- Tarifgruppe prüfen: Mitglieder von Migros GolfCard oder ASGI zahlen auf manchen Plätzen mehr als Clubmitglieder.
- Zentralschweiz: Sempach (Woodside ab CHF 130 unter der Woche), Holzhäusern und Oberkirch (18 Loch CHF 100).
- Wallis: Paket in Leuk mit 2 Nächten und 2 Greenfees für CHF 588, Crans-Ballesteros bis CHF 184 in der Hochsaison.
- Engadin: Gäste brauchen Platzreife und Clubmitgliedschaft, Startzeiten 3 Tage im Voraus.
- Eine Runde pro Tag, Stableford fürs Handicap, Scramble für die Stimmung.
Für eine gelungene Golfreise braucht es in der Schweiz weder Flughafen noch Mietwagen im Ausland. Zwischen Sempachersee, Rhonetal, Engadin und Thurgau liegen Gruppen von Anlagen, die sich zu einem Wochenende mit zwei oder drei Runden verbinden lassen. Wer freitags nach der Arbeit losfährt, steht am Samstag ausgeruht am ersten Abschlag, statt die erste Runde einer Reisewoche dem Transfer zu opfern.
Ein Schweizer Golfwochenende hat allerdings eigene Tücken. Nicht jeder Platz nimmt jeden Gast, die Greenfees hängen davon ab, ob Sie Mitglied eines Clubs oder einer Public Golf Organisation sind, und manche Anlagen reservieren den Samstagmorgen für ihre Mitglieder. Dieser Beitrag zeigt vier konkrete Regionen mit den Tarifen 2026 und die Fragen, die Sie vor dem Buchen klären sollten.
Zuerst klären: Wer darf wann spielen?
Spielberechtigt auf den homologierten Plätzen sind Sie mit der Swiss Golf Card, die Sie über einen Club oder über eine der beiden Public Golf Organisationen erhalten, die ASGI oder die Migros GolfCard. Für die Planung ist dieser Unterschied wichtiger, als viele denken, denn mehrere Anlagen verlangen von PGO-Mitgliedern höhere Greenfees als von Clubmitgliedern.
Drei Beispiele zeigen, wie verschieden die Regeln sind. Der Engadine Golf Club setzt für Gäste auf seinen Anlagen Samedan und Zuoz-Madulain die Platzreife und eine aktive Clubmitgliedschaft voraus. Der Golfclub Lipperswil reserviert seine 27-Loch-Anlage an Wochenenden und Feiertagen bis 14 Uhr für Mitglieder und deren Gäste; andere Gäste sind ab 14.10 Uhr willkommen. Und Golf Sempach zählt Inhaber der Migros GolfCard zur Tarifgruppe «Non Swiss Golf Club», die rund CHF 30 bis 40 mehr bezahlt als Mitglieder eines Swiss-Golf-Clubs. Lesen Sie deshalb auf jeder Preisseite zuerst, in welche Gruppe Sie fallen.
Zentralschweiz: drei Anlagen rund um Luzern und Zug
Aus Zürich, Bern oder Basel ist die Zentralschweiz gut erreichbar, und drei grosse Anlagen liegen in den Kantonen Luzern und Zug in derselben Region. Golf Sempach in Hildisrieden bezeichnet sich als grösstes Golf Resort der Schweiz und hat zwei 18-Loch-Plätze. Auf dem Woodside Course wird die Swiss Challenge der HotelPlanner Tour gespielt, der Lakeside Course ist die etwas günstigere Alternative. Dazu kommen zwei Migros Golfparks: Holzhäusern bei Risch-Rotkreuz mit dem 18-Loch-Platz Zugersee, dem 9-Loch-Platz Rigi und dem Par-3-Platz Pilatus, und Oberkirch mit dem 18-Loch-Platz Panorama und dem 9-Loch-Platz Campus.
| Platz | Montag bis Freitag | Wochenende und Feiertage |
|---|---|---|
| Sempach Woodside, Mitglied Swiss-Golf-Club (online) | ab CHF 130 | ab CHF 160 |
| Sempach Woodside, Non Swiss Golf Club (online) | ab CHF 170 | ab CHF 190 |
| Sempach Lakeside, Mitglied Swiss-Golf-Club (online) | ab CHF 120 | ab CHF 150 |
| Holzhäusern, 18 Loch Zugersee | CHF 100 | CHF 120 |
| Holzhäusern, 9 Loch Rigi | CHF 55 | CHF 65 |
| Oberkirch, 18 Loch Panorama | CHF 100 | CHF 120 |
| Oberkirch, 9 Loch Campus | CHF 55 | CHF 65 |
In den beiden Migros Golfparks erhalten Mitglieder der Migros GolfCard und der Golfpark-Clubs CHF 10 Reduktion auf das reguläre 18-Loch-Greenfee und CHF 5 auf das 9-Loch-Greenfee. Spieler unter 21 Jahren zahlen dort die Hälfte. Interessant für ein Wochenende ist der Open-End-Tarif: Er beginnt laut Migros Golf jeweils rund vier Stunden vor Sonnenuntergang und kostet unter der Woche CHF 70, am Wochenende CHF 85.
Ein sinnvoller Ablauf: Freitagnachmittag Open End in Holzhäusern, Samstagmorgen Woodside in Sempach, Sonntag Panorama in Oberkirch. Holzhäusern hat den Vorteil, dass der Bahnhof Rotkreuz weniger als einen Kilometer entfernt liegt; wer seine Schläger im Zug mitnimmt, kann den ersten Tag ohne Auto spielen.
Wallis: Links-Golf in Leuk und Höhengolf in Crans
Das Rhonetal bietet zwei Plätze, die sich kaum stärker unterscheiden könnten. Der Links Leuk in Susten wurde vom Schotten John Chilver-Stainer entworfen und im Stil schottischer Linksplätze modelliert, mit Wind und festen, welligen Fairways; der Club nennt ihn den einzigen Platz dieser Art in der Schweiz. Par 72, Slope 127 und Course Rating 72.0 von den weissen Herrenabschlägen. Oben auf dem Plateau liegt der Golf-Club Crans-sur-Sierre mit dem Severiano-Ballesteros-Platz, auf dem das Omega European Masters stattfindet, und dem Nicklaus-Platz.
Für Leuk lohnt sich ein Blick auf die Pakete des Resorts. «Golf, Sleep & Repeat» kostete 2026 von März bis 5. Oktober CHF 588 pro Person im Doppelzimmer, mit zwei Übernachtungen, Frühstück, zwei Drei-Gang-Menüs und zwei Greenfees; Kurtaxen sind nicht inbegriffen, das Einzelzimmer kostet CHF 35 pro Nacht mehr.
In Crans hängt das Greenfee stark von der Woche ab. Auf dem Ballesteros-Platz reichte es 2026 in der Hochsaison vom 27. Juni bis 27. September von CHF 65 bis CHF 184, in der Saison vom 28. September bis 11. Oktober von CHF 50 bis CHF 161 und ab dem 12. Oktober von CHF 50 bis CHF 115. Der Nicklaus-Platz kostete in der Hochsaison CHF 50 bis CHF 63. Ein Golfcar für 18 Löcher kostet CHF 60. Mitglieder von AVG und ASGI erhalten 10 Prozent auf die teuersten Zeitfenster zwischen 9 und 13.50 Uhr, allerdings nicht vom 27. Juni bis 11. Oktober. Wer Ende September oder Anfang Oktober fährt, zahlt also höchstens CHF 161 statt CHF 184.
Engadin: der älteste Club der Schweiz
Der Engadine Golf Club nennt sich «Home of Swiss Golf» und spielt seit 1893 in Samedan. Zum Club gehört auch die Anlage Zuoz-Madulain, sodass zwei 18-Loch-Plätze zur Wahl stehen. Beachten Sie die Buchungsregeln: Startzeiten lassen sich drei Tage im Voraus reservieren. Vier bis 14 Tage im Voraus geht das nur online mit Direktzahlung, und diese Buchungen werden nicht zurückerstattet. Gäste der Engadin Golf Hotels können ihre Abschlagszeiten dagegen ohne Frist über das Hotel reservieren lassen.
Zwei Besonderheiten machen das Engadin für Familien und Hundebesitzer interessant. In Zuoz-Madulain spielen Kinder bis und mit 12 Jahren beim Familien-Golf ab 15 Uhr kostenlos, Jugendliche ab 13 Jahren mit 50 Prozent Reduktion, und Kinder ohne Platzreife dürfen in Begleitung eines golfenden Erwachsenen mitspielen. Hunde sind auf derselben Anlage von Montag bis Freitag ab 16 Uhr an der Leine erlaubt. Für 2026 war vom 24. bis 27. September eine Herbst Golf Woche ausgeschrieben.
Ohne Auto erreichen Sie Zuoz mit der Rhätischen Bahn; vom Bahnhof zur Anlage sind es laut Club 15 bis 20 Minuten zu Fuss, und es gibt Busse ab Samedan und St. Moritz. Prüfen Sie Platzstatus und Öffnungszeiten auf der Website des Clubs, bevor Sie buchen.
Ostschweiz: 27 Löcher in Lipperswil
Im Thurgau kombiniert der Golfclub Lipperswil drei Neun-Loch-Schleifen zu verschiedenen 18-Loch-Runden. Die Preisliste gilt vom 1. März bis 31. Oktober 2026. Für 18 Löcher zahlen Mitglieder eines Swiss-Golf-Clubs CHF 120 unter der Woche und CHF 140 am Wochenende, Mitglieder von Migros GolfCard, ASGI und ausländischen Clubs CHF 145 und CHF 170. Wer als Gast eines Mitglieds spielt, zahlt weniger. Gäste brauchen Handicap 54 und können Startzeiten 14 Tage im Voraus buchen.
Wegen der Wochenendregel passt Lipperswil am besten als Freitagsrunde oder als Samstagnachmittag nach 14.10 Uhr, kombiniert mit einer Runde auf einem anderen Platz am Vormittag.
Das Programm: eine Runde pro Tag reicht
Der häufigste Planungsfehler sind 36 Löcher an jedem Tag. Spätestens am zweiten Nachmittag leidet der Schwung, die Stimmung ebenfalls. Planen Sie eine volle Runde pro Tag. Wer mehr will, hängt eine kurze Runde an, etwa auf einem der Neun-Loch-Plätze, die viele Anlagen neben dem grossen Platz führen.
Eine Neun-Loch-Runde muss dabei keine verlorene Runde für das Handicap sein. Laut Swiss Golf rechnet das World Handicap System seit 2024 Neun-Loch-Resultate mit einem erwarteten Score in ein 18-Loch-Resultat um, sofern die Runde handicapwirksam gespielt wird: in einem zugelassenen Format, mit Marker und vorher angemeldet.
Legen Sie den anstrengendsten Platz auf den ersten Tag. Ein Platz mit Höhenunterschieden am Sonntag, nach zwei Runden, ist für die meisten Gruppen einer zu viel.
Buchen: Startzeiten vor dem Hotel
Die Buchungsfenster sind je nach Anlage sehr unterschiedlich, wie die Beispiele zeigen: drei Tage im Engadin (länger nur mit Vorauszahlung), 14 Tage für Gäste in Lipperswil. Sichern Sie deshalb zuerst die Startzeiten und erst dann das Hotel. Zimmer sind in den meisten Regionen leichter zu finden als vier Plätze um zehn Uhr an einem Samstag.
Buchen Sie online, wo das günstiger ist. Golf Sempach weist ausdrücklich darauf hin, dass die Online- und App-Buchung die besten Greenfee-Angebote bringt und dass Gäste in Begleitung eines Mitglieds bevorzugte Tarife erhalten. Wer in der Gruppe ein Clubmitglied der besuchten Anlage kennt, fragt also nach. Mehr zu den Gepflogenheiten als Gast steht im Beitrag über Greenfee-Runden.
Spielformen für eine gemischte Gruppe
Vier Leute mit Handicaps zwischen 12 und 40 haben wenig Freude an drei Tagen Zählspiel. Spielen Sie Stableford als Grundlage, einen Scramble am Freitag und ein Lochspiel am Sonntag, und führen Sie eine Gesamtwertung in Punkten über das ganze Wochenende.
Für den Scramble lohnt eine einfache Regel: Von jeder Person müssen mindestens drei Abschläge verwendet werden. Sonst spielt die Gruppe 18 Löcher mit dem Drive der längsten Hitterin. Wer von unterschiedlichen Abschlägen spielt, gleicht die Längenunterschiede zusätzlich aus. Beachten Sie nur, dass Scramble und Lochspiel nach den Regeln von Swiss Golf nicht handicapwirksam sind; wer an einem Tag sein Handicap verbessern will, spielt Stableford oder Zählspiel.
Die Nebenkosten, die das Budget sprengen
Greenfee und Hotel sind nur ein Teil der Rechnung. Die Beispiele aus den Preislisten 2026 zeigen, was dazukommt:
- Driving Range: In Sempach kostet die Rangefee CHF 20, ein Jeton mit 21 Bällen CHF 4. In den Migros Golfparks ist die Übungsanlage gratis, 20 Bälle kosten CHF 3.50.
- Carts: ab CHF 55 in Sempach, CHF 50 für 18 Löcher in Holzhäusern und Oberkirch, CHF 60 in Crans.
- Leihschläger: Sempach vermietet ein Premium-Leihset für CHF 65, in Holzhäusern gibt es Schläger, Trolleys und E-Trolleys im Pro-Shop.
- Kurtaxen und Einzelzimmerzuschläge bei Paketen, etwa CHF 35 pro Nacht in Leuk.
Rechnen Sie diese Posten pro Person vor der Abreise zusammen und teilen Sie das Budget der Gruppe schriftlich mit. So gibt es am Sonntagabend keine Überraschungen.
Gepäck und Plan B für Regen
- Zwei Paar Golfschuhe und zwei Handschuhe, weil nasse Schuhe bis zum nächsten Morgen nicht trocknen.
- Regenzeug, das den Namen verdient, und ein Schirm, der Wind aushält.
- Swiss Golf Card und Ausweis der Mitgliedschaft, weil die Tarifgruppe davon abhängt.
- Soft Spikes: In Sempach sind sie Pflicht.
- Ein leichtes Standbag, falls Sie mit dem Zug anreisen.
Für den Regentag lohnt sich die Frage nach einer Indoor-Anlage. Das Engadin Golf Center führt einen Indoorgolf-Simulator, und in vielen Regionen gibt es Boxen mit Launchmonitor, die sich stundenweise buchen lassen. Mit einem Wettbewerb um die nächste Fahne wird daraus ein unterhaltsamer Nachmittag.
Wo Sie Plätze, Tarife und Pakete finden
Den Überblick über die Anlagen gibt die Golfclub-Suche von Swiss Golf, die auch Driving Ranges, Pitch-&-Putt- und Indoor-Anlagen verzeichnet. Verbindlich für Preise, Gästeregeln und Buchungsfenster sind aber immer die Websites der Clubs: Golf Sempach für Woodside und Lakeside, Migros Golf für Holzhäusern und Oberkirch, Links Leuk für die Hotelpakete, der Golf-Club Crans-sur-Sierre für die saisonalen Tarife, Golf Engadin St. Moritz für Samedan und Zuoz-Madulain und der Golfclub Lipperswil für den Thurgau.
Achten Sie dort auf drei Angaben: die Tarifgruppe, in die Ihre Mitgliedschaft fällt, allfällige Mitgliederzeiten am Wochenende und die Frist, ab der Startzeiten buchbar oder nicht mehr stornierbar sind. Alle genannten Preise stammen aus den Preislisten 2026 und können sich für 2027 ändern.
Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Anlagen, Hotels oder Organisationen.
Organisation: eine Person bucht, alle wissen Bescheid
Golfwochenenden scheitern selten am Golf und oft an der Kommunikation. Eine Person sollte buchen, doch alle sollten vorher drei Dinge schriftlich haben: das Budget pro Person mit Nebenkosten, die Startzeiten und die Regel, wer was bezahlt. Klären Sie ausserdem, ob der Samstagabend lang wird. Eine Startzeit um acht Uhr am Sonntag verträgt sich schlecht mit einem Walliser Weinabend.
Kurz zusammengefasst
- Zuerst die Tarifgruppe und die Gästeregeln prüfen: Club, ASGI oder Migros GolfCard machen einen Unterschied.
- Eine Region mit zwei oder drei nahen Anlagen wählen, zum Beispiel Sempach, Holzhäusern und Oberkirch.
- Startzeiten vor dem Hotel buchen und die Stornofristen beachten.
- Eine volle Runde pro Tag, allenfalls eine Neun-Loch-Runde am Abend.
- Stableford für das Handicap, Scramble und Lochspiel für die Stimmung.
Das beste Wochenende ist selten das teuerste. Es ist jenes, an dem die Plätze nah beieinander liegen, die Startzeiten passen und am Sonntagnachmittag noch alle Lust auf das letzte Loch haben.






