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Ausrüstung

Elektrotrolley mieten, kaufen oder tragen: CHF 25.– Clubmiete gegen CHF 1’449.–

In der Schweiz ist die Trolley-Miete im Club normal. Das verändert die Rechnung: Ab wann lohnt sich ein eigener Elektrotrolley, und wann bleibt die Tasche besser auf der Schulter?

La rédaction Panxis Golf, Deutschschweiz-Desk (Reto Brunner) · · 8 min
Drei Golfer gehen mit ihren Trolleys ein Fairway hinauf, unter bewölktem Himmel
Photo Martin Magnemyr / Pexels

Kurz gefasst

  • Bad Ragaz und Lenzerheide verlangen laut ihren Tariflisten CHF 25.– für einen Elektrotrolley; in Lenzerheide ist eine Reservation nötig.
  • Ein Schweizer Händler listete den Motocaddy M1 DHC 27+ Loch (Modell 2026) im September 2026 regulär zu CHF 1'449.00, den M5 GPS DHC zu CHF 1'799.00.
  • Der reguläre Preis des M1 entspricht knapp sechzig Mietrunden zu CHF 25.–.
  • Gelobt werden frische Beine auf den letzten Löchern, kritisiert das Heben ins Auto und müde Mietakkus.

Wer in der Schweiz zu Fuss Golf spielt, steht früher oder später am Caddy-Raum und rechnet. Mieten Sie am Empfang für die eine Runde einen Elektrotrolley, kaufen Sie sich einen eigenen, oder bleibt die Tasche auf der Schulter? Anders als in den USA ist die Trolley-Miete im Club hierzulande kein Sonderfall, sondern gehört auf vielen Plätzen zum normalen Angebot, gleich neben dem Ziehtrolley und dem Golfcart. Das verändert die Rechnung. Wer ab und zu mieten kann, muss nicht gleich kaufen, und wer oft mietet, merkt irgendwann, dass sich der Kauf lohnt.

Dieser Beitrag hilft beim Entscheid, er stellt kein einzelnes Modell vor. Die Mietpreise stammen aus den Tariflisten der Clubs, die Kaufpreise von Schweizer Händlern, alle gelesen im September 2026, in Franken. Niemand von der Redaktion hat einen der genannten Trolleys gestossen, geladen oder zusammengeklappt.

Was eine Runde mit Trolley in der Schweiz kostet

Die Clubtarife sind erstaunlich einheitlich. Der Golf Club Bad Ragaz im Grand Resort verlangt laut seiner Preisliste CHF 25.– für einen Elektro-Trolley, CHF 10.– für einen gewöhnlichen Trolley und CHF 50.– für einen Elektrowagen. Beim Golfclub Lenzerheide kostet der Elektrotrolley ebenfalls CHF 25.–, der Ziehtrolley CHF 5.– und das Golfcart CHF 50.–. Der Migros Golfpark Otelfingen führt Trolleys und E-Trolleys im Pro-Shop, nennt auf der Tarifseite aber keinen Mietpreis dafür; aufgeführt ist nur das Cart, für 18 Loch zu CHF 50.–. Dort fragen Sie am besten direkt im Shop nach.

Als Faustregel für diese Plätze gilt also: Der Motor kostet pro Runde rund zwanzig Franken mehr als der einfache Trolley und halb so viel wie das Cart. Das ist der Massstab, an dem sich jeder Kauf messen muss.

Die Tasche tragen: unterschätzt, aber mit Grenzen

Tragen ist keine Notlösung. Ein leichtes Standbag mit vierzehn Schlägern, ein paar Bällen und einer Flasche Wasser wiegt weniger, als viele meinen, und auf einem flachen Platz im Mittelland spielen fitte Golferinnen und Golfer damit problemlos 18 Loch. Sie gehen die Linie, die Sie wollen, stellen die Tasche dort ab, wo der Weg zum nächsten Abschlag beginnt, und müssen nichts aufladen.

Kritisch wird es in drei Fällen. Erstens auf Plätzen mit Höhenmetern: In den Voralpen, im Jura oder in den Bergen um Lenzerheide ist der Aufstieg zum Abschlag oft anstrengender als das Spiel. Zweitens, wenn der Körper sich meldet, etwa mit einem steifen Rücken nach neun Loch oder einer Schulter, die am nächsten Morgen schmerzt. Drittens, wenn Sie viel spielen. Einmal pro Woche tragen ist Training, dreimal pro Woche ist für viele über fünfzig der Grund, warum die dritte Runde ausfällt.

Bevor Sie irgendetwas mieten oder kaufen, lohnt sich ein Blick in die Tasche. Der zweite Putter, das Dutzend Reservebälle und der Schirm, den Sie seit zwei Saisons nicht geöffnet haben, bringen mehr Gewicht, als man glaubt.

Mieten: der ehrliche Test vor dem Kauf

Die Miete im Club hat einen klaren Zweck. Sie zeigt Ihnen, ob Ihnen das Gehen hinter einem Motor zusagt: wie sich der Griff anfühlt, ob Sie mit dem Drehregler für das Tempo zurechtkommen und ob Sie auf den letzten Löchern tatsächlich frischer sind. Zwei Runden reichen dafür meistens.

Was die Miete nicht zeigt, ist die Qualität eines guten Akkus. Mietflotten werden stark beansprucht, und der Akku ist das Erste, was nachlässt. Wird ein gemieteter Trolley auf dem 16. Loch langsamer, liegt das am Mietgerät und nicht an der Kategorie.

Planen Sie zudem voraus. Beim Golfclub Lenzerheide ist für Elektrotrolleys, Golfcarts und Schlägersets eine Reservation erforderlich, möglich ab zwei Tagen im Voraus. An einem schönen Samstag im August sind die Geräte sonst weg, bevor Sie am Parkplatz ankommen. Bei Ferienrunden in den Bergen ist die Miete ohnehin die naheliegende Wahl, denn den eigenen Trolley im Zug oder im vollen Kofferraum mitzunehmen, macht selten Freude.

Kaufen: ab wann sich ein eigener Trolley rechnet

Bei einem Schweizer Händler kostete der Motocaddy M1 DHC 27+ Loch, Modell 2026, im September 2026 regulär CHF 1’449.00, in einer Aktion CHF 1’304.10. Der M5 GPS DHC mit Bahnkarte am Griff lag regulär bei CHF 1’799.00, in der Aktion bei CHF 1’619.10. Ein zweiter Schweizer Händler führte im selben Monat seinen günstigsten Elektrotrolley, den Pro Drive PS, zu CHF 1’590.00. Aktionspreise wechseln; für Ihr Budget taugt der reguläre Preis.

Die Rechnung ist einfach. Motocaddy gibt auf seine Lithiumakkus 60 Monate Garantie, auf Trolley und Ladegerät 24 Monate. Fünf Saisons sind also ein vernünftiger Horizont, bevor ein neuer Akku ins Budget gehört. Teilen Sie die CHF 1’449.00 des M1 auf fünf Saisons zu 40 Runden auf, kommen Sie auf rund CHF 7.25 pro Runde, Strom und allfällige Reparaturen nicht eingerechnet. Bei 15 Runden pro Jahr sind es fast CHF 20.–, und damit fast so viel wie die Miete.

Anders gerechnet: Bei CHF 25.– Miete pro Runde entspricht der reguläre Preis des M1 knapp sechzig Mietrunden. Wer pro Saison zwei Dutzend Mal zu Fuss spielt und jedes Mal mietet, hat den Trolley nach zwei bis drei Saisons bezahlt. Wer nur in den Ferien auf einen Elektrotrolley zurückgreift, bleibt besser bei der Miete.

Klar für den Kauf spricht es, wenn Sie mindestens zweimal pro Woche gehen, Ihr Heimplatz steile Passagen hat und das Tragen Ihre Runden bereits verkürzt. Klar dagegen spricht es, wenn Sie vor allem auf Reisen spielen, wenn Sie zu Hause keinen trockenen Platz zum Laden haben oder wenn Sie ohnehin meistens ein Cart nehmen.

Was Sie vor dem Kauf klären sollten

  • Kofferraum und Gewicht. Motocaddy gibt für den M5 GPS DHC 11,2 kg an, gefaltet 650 x 470 x 410 mm, dazu kommt der Akku. Messen Sie den Kofferraum aus und heben Sie ein Ausstellungsgerät im Laden einmal selbst an.
  • Bergabregelung. Auf einem flachen Platz genügt fast jeder Trolley. Auf hügeligen Plätzen verhindert eine Bergabregelung mit Parkbremse, dass der Trolley im Gefälle davonrollt. Bei Motocaddy steht dafür das Kürzel DHC.
  • Akkureichweite. Motocaddy gibt für den grossen ULTRA-Akku unter normalen Bedingungen 36 Loch an, aber keine zwei Runden an aufeinanderfolgenden Tagen ohne Laden. Rechnen Sie also damit, nach jeder Runde zu laden.
  • Service in der Schweiz. Einen offiziellen Motocaddy-Vertrieb für die Schweiz führt die Händlerliste des Herstellers auf. Klären Sie beim Kauf, ob Garantiefälle über den Händler oder den Vertrieb laufen.
  • Platz im Club. Viele Clubs vermieten im Caddy-Raum Stellplätze für Trolleys und Akkus. Wer seinen Trolley im Club lässt, spart sich das Heben, muss die Jahresmiete aber in die Rechnung aufnehmen. Die Beträge stehen in der Tarifliste Ihres Clubs.

Falls Sie mit einem GPS am Griff liebäugeln: Unser Beitrag zum Motocaddy M5 GPS DHC 2026 zeigt, was der Bildschirm kann und was die ersten Besitzerinnen und Besitzer davon halten.

Was Golferinnen und Golfer sagen, die einen besitzen oder regelmässig mieten

Über Elektrotrolleys wird viel geschrieben, in Golfforen, in Bewertungen bei Händlern und Herstellern und in Diskussionen in sozialen Netzwerken. Gewisse Punkte kehren immer wieder. Was folgt, ist eine Zusammenfassung wiederkehrender Themen, keine Zählung.

Was gelobt wird.

  • Die zweiten neun Loch. Viele beschreiben, dass sie mit frischeren Beinen und klarerem Kopf auf die letzten Löcher kommen und dort weniger Schläge verschenken.
  • Zurück zum Gehen. Wer wegen Rücken oder Knie aufs Cart gewechselt hatte, erzählt oft, dass der Elektrotrolley das Spielen zu Fuss wieder möglich gemacht hat.
  • Die Hügel. Auf Plätzen mit Steigungen wird die Bergabregelung als echter Gewinn beschrieben, weil man im Gefälle nicht mehr bremsen muss.

Was kritisiert wird.

  • Das Heben ins Auto. Den gefalteten Trolley samt Akku zweimal pro Runde in den Kofferraum zu wuchten, ist die häufigste Klage, vor allem bei älteren Besitzern.
  • Vergessenes Laden. Ein einziges Mal nicht geladen, und der Trolley bleibt auf dem 12. Loch stehen. Viele beschreiben das Laden als Gewohnheit, die man zuerst aufbauen muss.
  • Müde Mietgeräte. Wer regelmässig mietet, berichtet von Akkus, die gegen Ende der Runde nachlassen, und von Rädern oder Griffen, die sichtlich viel mitgemacht haben.
  • Warten auf Ersatzteile. Wenn etwas kaputtgeht, ist von längeren Wartezeiten auf Teile und Reparaturen die Rede, gerade mitten in der Saison.

Wo Sie in der Schweiz mieten, ausprobieren oder kaufen

Zum Mieten ist Ihr eigener Club oder der Platz, auf dem Sie das Greenfee zahlen, die erste Adresse. Die Beispiele oben zeigen: In Bad Ragaz und auf der Lenzerheide steht der Elektrotrolley für CHF 25.– in der Tarifliste, in Otelfingen gibt es ihn im Pro-Shop. Reservieren Sie früh, vor allem an Wochenenden und in der Hochsaison.

Zum Kaufen führt ein Schweizer Händler die Motocaddy-Modelle und daneben Flat Cat, JuCad, Ticad und weitere Marken; auf der Produktseite sehen Sie, in welcher Filiale ein Modell verfügbar ist. Ein weiterer Händler hat ebenfalls eine eigene Kategorie für Elektrotrolleys, ein dritter verkauft seine eigenen Modelle. Gehen Sie wenn möglich in eine Filiale, klappen Sie das Ausstellungsgerät selbst zusammen und heben Sie es an. Das sagt mehr über den Alltag mit dem Trolley als jedes Datenblatt.

Unter dem Strich gilt: Tragen, solange es leichtfällt. Mieten, wenn der Rücken oder der Hang sich melden, und zwar ein paar Mal, bevor Sie entscheiden. Kaufen, wenn Sie so oft zu Fuss spielen, dass die Mietquittungen sich zu einem Trolley summieren.

Wie diese Seite entstanden ist

Dies ist eine Entscheidungshilfe und eine Auswertung öffentlicher Meinungen, kein Test. Die Mietpreise wurden im September 2026 auf den Tarifseiten des Golf Club Bad Ragaz (Grand Resort Bad Ragaz), des Golfclub Lenzerheide und des Migros Golfpark Otelfingen gelesen. Die Kaufpreise stammen aus dem Onlineshop von Golfimport und von der Website von Golfomania, ebenfalls im September 2026, in Franken. Technische Angaben und Garantiebedingungen stammen von Motocaddy, der Schweizer Vertrieb aus der Händlerliste des Herstellers. Was Golferinnen und Golfer sagen, wurde in Golfforen, in öffentlichen Bewertungen und in Diskussionen in sozialen Netzwerken gelesen; niemand wird mit Namen zitiert, nichts wird gezählt, und kein Eindruck wird als Statistik ausgegeben.

Niemand von der Redaktion hat einen dieser Trolleys benutzt. Auf dieser Seite gibt es keinen kommerziellen Link, keine Partnerschaft und keine Kommission. Sollte ein Inhalt auf dieser Website einmal von einer Marke bezahlt sein, trägt er eine Werbekennzeichnung zuoberst auf der Seite, vor der ersten Zeile.

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