Volunteer im Schweizer Golf: vom Marshall bis zum Schiedsrichter
Die Fristen liegen weit auseinander: Die Swiss Challenge öffnet die Bewerbungen im Januar, das Omega European Masters sein Formular ab April. Wer tiefer einsteigen will, geht über den eigenen Club zum Regelseminar von Swiss Golf, dem ersten Schritt zum Schiedsrichteramt.
Kurz gefasst
- Swiss Challenge 2027 in Sempach: Volunteer-Bewerbungen ab Januar 2027, Einsatz ab zwei Tagen.
- Omega European Masters 2027: Team 2026 vollständig, Formular ab April.
- Vor der Zusage klären, was gestellt wird; die Bedingungen legt jeder Veranstalter selbst fest.
- Schiedsrichter bei Swiss Golf: Regelseminar im November und März, Anmeldung über den Club, Amt unbezahlt mit Spesen.
- Im eigenen Club nach Interclub- und Coupe-Helvétique-Begegnungen fragen.
Das Omega European Masters und die Swiss Challenge suchen jedes Jahr Volunteers, und auch der Verband Swiss Golf stützt sich auf Freiwillige: im Vorstand, in Kommissionen, als Course Rater und als Schiedsrichter. Nach der Ausgabe 2026 dankten die Organisatoren in Crans-Montana ihren Helferinnen und Helfern ausdrücklich und nannten deren Einsatz einen Teil der «DNA» des Anlasses.
Für Golferinnen und Golfer ist das eine Gelegenheit, die kaum jemand nutzt. Wer mithilft, sieht Profis und Spitzenamateure aus einer Nähe, die kein Ticket bietet, lernt die Regeln im Einsatz und kennt nach einer Saison die Leute, die im Schweizer Golf etwas bewegen. Wichtig ist nur, dass Sie die Fristen kennen: Sie liegen je nach Turnier zu ganz verschiedenen Zeitpunkten.
Der Kalender: wann Sie sich wo melden
| Anlass | Nächste Austragung | Anmeldung für Volunteers |
|---|---|---|
| Omega European Masters, Crans-Montana VS | 2. bis 5. September 2027 | Team 2026 vollständig, Formular für 2027 ab April |
| Swiss Challenge, Golf Sempach LU | 3. bis 6. Juni 2027 | Bewerbungen öffnen im Januar 2027 |
| VP Bank Swiss Ladies Open, Golfpark Holzhäusern ZG | 2027, Datum noch offen | 2026 über die Plattform Swiss Volunteers, derzeit geschlossen |
| Turniere und Gremien von Swiss Golf | laufend | Anfrage an die Geschäftsstelle, info@swissgolf.ch |
Die Tabelle zeigt, warum sich Planung lohnt. Wer sich im Winter für Crans-Montana bewerben will, findet noch kein Formular; wer für Sempach bis zum Frühling wartet, verliert Zeit, denn das Turnier findet Anfang Juni statt und die Bewerbungen öffnen bereits im Januar. Tragen Sie beide Daten in die Agenda ein, dann verpassen Sie keines.
Bei der Swiss Challenge ist der Einsatz flexibel: Der Veranstalter sucht Leute für zwei Tage ebenso wie für das ganze Turnier. Beim Ladies Open in Holzhäusern lief die Anmeldung 2026 über Swiss Volunteers, und wer sich eintrug, erklärte sich einverstanden, dass die Turnierleitung Fotos der Helferinnen und Helfer für ihr Marketing verwendet.
Welche Aufgaben es an einem Profiturnier gibt
Die genaue Liste legt jeder Veranstalter selbst fest, doch einige Rollen sind an fast allen Profiturnieren dieselben. Marshalls halten das Publikum an den Abschlägen und Grüns ruhig und sorgen dafür, dass niemand ein Fairway betritt. Schilderträger gehen mit einem Flight und zeigen den Zuschauern den Stand. Scorer erfassen die Schläge einer Gruppe, oft auf einem Gerät, und sind damit über 18 Löcher dicht am Spiel. Dazu kommen Aufgaben an der Driving Range, beim Transport, am Eingang und in der Auswertung der Scorekarten.
Wer dem Spiel möglichst nah sein will, gibt bei der Bewerbung eine Rolle mit einer Gruppe als Wunsch an und nennt sein Handicap. Wer Menschen mag und lieber an einem Ort bleibt, ist am Eingang oder im Village gut aufgehoben. Eine Garantie auf die Wunschrolle gibt es nicht; eingeteilt wird nach Bedarf.
Was ein Einsatz verlangt
Rechnen Sie mit langen Tagen, frühen Startzeiten und viel Stehen oder Gehen. Das Wetter ist Teil der Aufgabe. In Crans-Montana spielt man Anfang September auf einem Hochplateau in den Walliser Alpen, und die Schlechtwetterregelung des Turniers sieht bei Gewitter eine Sirene und sofortigen Schutz vor. In Sempach machten am ersten Turniertag der Swiss Challenge 2026 Wind und Regen den Nachmittag deutlich ungemütlicher. Eingelaufene Schuhe, Regenschutz, Sonnencreme und eine warme Schicht gehören deshalb in jede Tasche.
Fragen Sie vor der Zusage, was der Veranstalter stellt: Kleidung, Verpflegung, Anreise, Parkplatz, Zugang an Tagen ohne Schicht. Diese Bedingungen unterscheiden sich von Turnier zu Turnier, und nur die offizielle Seite oder das Volunteer-Team gibt dazu eine verbindliche Auskunft. Und halten Sie Ihre Zusage ein. Eine Position, die niemand besetzt, muss kurzfristig jemand anderes übernehmen, und die Volunteer-Teams planen mit jeder zugesagten Schicht.
Was Sie als Golfer davon haben
Eine Woche innerhalb der Absperrung korrigiert zwei Vorstellungen. Erstens schlagen Profis weniger perfekt, als das Fernsehen suggeriert: Sie verfehlen Grüns, landen im Rough und spielen Bogeys. Zweitens entscheiden sie besser. Wer als Scorer eine Gruppe begleitet, sieht den Layup, den bewusst vorsichtigen Wedge weg von der Fahne und den Fehlschlag, der auf der harmlosen Seite liegt, weil er dort geplant war.
Auffällig ist auch das Tempo. Die Routinen sind kurz und gleichförmig und werden am 18. Loch nicht länger als am ersten. Das ist der Teil des Profigolfs, den Sie am nächsten Wochenende sofort übernehmen können. Wer lieber zuerst als Zuschauer schaut, findet die Termine und die Anreise im Beitrag Profigolf live in der Schweiz.
Der Weg über die Regeln: Schiedsrichter bei Swiss Golf
Die anspruchsvollste und langfristig spannendste Form von Freiwilligenarbeit ist das Schiedsrichteramt. Swiss Golf begleitet jedes eigene Turnier und einige andere grössere Turniere mit eigenen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern. Der Weg dorthin ist in einem Merkblatt des Verbands beschrieben und hat mehrere Stufen.
- Regionales Regelseminar: auf Deutsch und Französisch, bei genügend Interesse auch auf Italienisch, verteilt auf zwei Tage, in der Regel einmal im November und einmal im März. Dazwischen gibt es Hausaufgaben.
- Swiss Golf Rules Expert: Die Prüfung findet am zweiten Seminartag statt. Wer besteht, kann im Heimclub als Regelexperte und an Swiss-Golf-Turnieren zusammen mit erfahrenen Schiedsrichtern als Rules Official eingesetzt werden.
- National Rules School: zwei Tage, alle zwei Jahre an einem Wochenende Ende Oktober oder Anfang November, ganz auf Englisch, mit anschliessendem Rules Exam. Danach ist die Ernennung zum Swiss Golf Assistant Referee möglich, mit mindestens zwei Einsätzen pro Saison, meist am Wochenende mit dem Freitag als Vorbereitungstag.
- Swiss Golf Referee: nach zwei Saisons und einem erneut bestandenen Rules Exam. Das Examen ist mindestens alle vier Jahre zu wiederholen.
Zwei Punkte sollten Sie kennen, bevor Sie sich melden. Das Amt ist unbezahlt; Swiss Golf erstattet Reise-, Unterkunfts- und Verpflegungsauslagen nach seinem Spesenreglement. Und die Anmeldung läuft nie direkt beim Verband, sondern über Ihren Golfclub oder eine Swiss Golf angeschlossene Vereinigung, die auch die Kurskosten trägt. Das Merkblatt sagt ausserdem deutlich, wer nicht gesucht wird: Leute, die gerne Strafschläge verteilen oder ins Fernsehbild wollen.
Selbst wenn Sie nie Referee werden, lohnt sich das regionale Seminar. Es ist der gründlichste Weg, die Golfregeln richtig anzuwenden, und Ihr Club gewinnt einen Regelexperten für die eigenen Turniere.
Wo Sie in der Schweiz als Volunteer anfangen
Für ein Profiturnier gilt: Melden Sie sich bei der Swiss Challenge im Januar und beim Omega European Masters ab April, und halten Sie für Holzhäusern die Plattform Swiss Volunteers im Auge. Wer im Wallis, in der Innerschweiz oder im Raum Zug wohnt, hat damit drei Anlässe in erreichbarer Distanz.
Für alles andere ist der eigene Club die erste Adresse. Die Interclub-Meisterschaften von Swiss Golf werden von Clubs ausgerichtet: 2027 spielen die Serien A und B am 14. und 15. August, unter anderem die Herren A1 in Sempach und die Damen A1 in Bad Ragaz, die Serien 50+ am 24. und 25. Juni. Bei der Coupe Helvétique organisiert der gastgebende Club jede Begegnung selbst. Fragen Sie im Sekretariat, ob Ihr Club etwas ausrichtet und wo Hilfe gebraucht wird; mehr zu diesen Formaten steht im Beitrag über Mannschaftsgolf.
Und wer sich für den Verband selbst engagieren möchte, sei es in einer Kommission, als Course Rater oder als Schiedsrichter, schreibt an die Geschäftsstelle von Swiss Golf in Bern. Course Rater bewerten Plätze nach internationalen Vorgaben, vor allem wenn eine Anlage neu gebaut oder umgebaut wird.
Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Veranstaltern, Plattformen, Clubs oder Verbänden.
Für wen es passt und für wen nicht
Am meisten profitieren drei Gruppen. Einsteiger sehen in einer Woche, wie Ablauf, Etikette und Regeln im Ernstfall funktionieren, und lernen dabei Leute kennen, die seit Jahrzehnten spielen; das ist für neue Clubmitglieder oft wertvoller als eine weitere Golfstunde. Solide Spieler mit hohen Scores sehen, dass der Unterschied zu den Besten in Zielwahl und Routine liegt. Und wer im eigenen Club Turniere organisiert, nimmt Abläufe mit, die dort sofort helfen.
Enttäuscht wird, wer einem bestimmten Star nahekommen will, denn eingeteilt wird nach Bedarf. Enttäuscht wird auch, wer am Abend noch eine Runde spielen möchte: Eine Turnierwoche als Volunteer ist eine Golfwoche ohne eigene Schläger.
Ihre nächsten Schritte
- Januar 2027 und April 2027 in die Agenda eintragen: Swiss Challenge und Omega European Masters.
- Bei der Bewerbung Handicap, Regelkenntnis und verfügbare Tage angeben.
- Vor der Zusage klären, was gestellt wird und was Sie selbst tragen.
- Im Club nachfragen, ob er 2027 Interclub- oder Coupe-Helvétique-Begegnungen ausrichtet.
- Über den Club das nächste regionale Regelseminar von Swiss Golf buchen.






