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Turniere

Als Freiwilliger am Turnier: besser als jedes Ticket

Eine Woche innerhalb der Absperrung kostet weniger als ein Wochenendticket. Die Anmeldung öffnet im Winter, und die guten Rollen gehen zuerst weg.

La rédaction Panxis Golf, Deutschschweiz-Desk (Reto Brunner) · · 6 min
Freiwilliger mit Kappe bei einem Golfturnier
Photo Jopwell / Pexels

Kurz gefasst

  • Walking Scorer und Schilderträger sind am nächsten am Spiel.
  • Der Beitrag deckt Kleidung, Wochenakkreditierung, Parkplatz und Verpflegung.
  • Drei oder vier Schichten von fünf bis sechs Stunden, oft vor Sonnenaufgang.
  • Man sieht die Layups und die bewussten Fehlschläge, die das Fernsehen nie zeigt.
  • Amateurmeisterschaften und Ligaspieltage suchen Freiwillige dringender.

Jedes professionelle Turnier läuft mit Freiwilligen, meist mehreren Hundert, und fast keiner der Golfer, die über Ticketpreise klagen, hat je daran gedacht. Eine Woche innerhalb der Absperrung kostet weniger als ein Wochenendticket und lehrt mehr.

Der Grund, warum es so wenige wissen, ist banal: Es wird kaum beworben. Turnierorganisatoren rekrutieren über ihre eigenen Kanäle, über Golfclubs der Region und über die Verbände, und wer nicht danach sucht, erfährt nichts davon. Dabei ist es die einzige Möglichkeit, eine ganze Woche lang Spitzengolf aus einem Meter Entfernung zu sehen.

Was Freiwillige tatsächlich tun

Marshalls führen das Publikum und bitten am Abschlag um Ruhe. Schilderträger gehen mit einem Flight. Walking Scorer erfassen jeden Schlag auf einem Gerät. Andere arbeiten an der Range, beim Shuttle oder im Recording. Am nächsten am Spiel sind Schilderträger und Walking Scorer.

Es gibt weitere Rollen, die weniger gefragt und teilweise interessanter sind. Im Recording, wo die Karten geprüft und unterschrieben werden, sieht man die Spieler unmittelbar nach der Runde. An der Übungsanlage erlebt man, wie professionell trainiert wird. Und in der Standby-Gruppe, die Ausfälle ersetzt, kommt man häufig an Rollen, für die man sich nie hätte anmelden können.

Wer sich für die Regeln interessiert, fragt nach der Mitarbeit im Regelteam. Diese Plätze sind qualifizierten Regelfachleuten vorbehalten, und die Ausbildung dazu läuft über die Verbände, meist im Winter.

Was es kostet und was es bringt

Die meisten Turniere verlangen einen Beitrag, der Kleidung, eine Akkreditierung für die ganze Woche, Parkplatz und Verpflegung an den Einsatztagen abdeckt. Das sind meist einige Dutzend CHF, weniger als ein einzelnes Wettkampfticket.

Die Akkreditierung gilt in der Regel für die gesamte Woche, auch an den Tagen ohne Schicht. Wer an drei Tagen arbeitet, kann an den übrigen als Zuschauer kommen, und zwar mit einem Zugang, den kein Ticket bietet: Man kennt das Gelände, weiss, wo man steht, und ist mit den Ordnern per Du.

Fragen Sie vor der Anmeldung nach, was genau enthalten ist. Die Bandbreite ist gross: Manche Turniere stellen zwei Poloshirts, eine Regenjacke und volle Verpflegung, andere weniger, und der Beitrag unterscheidet sich entsprechend.

Der Einsatz ist echt

Rechnen Sie mit drei oder vier Schichten von fünf bis sechs Stunden, häufig beginnend vor Sonnenaufgang. Ein Walking Scorer legt so viele Kilometer zurück wie die Spieler. Wer sich einen gemütlichen Tag vorstellt, meldet sich für das Falsche an.

Dazu kommt das Wetter. Eine Schweizer Turnierwoche im Juni oder September liefert Sonne und Dauerregen, und ein Marshall steht bei beidem an derselben Stelle. Feste, eingelaufene Schuhe, echtes Regenzeug und eine zweite Schicht Kleidung sind keine Empfehlung, sondern Voraussetzung.

Und rechnen Sie mit Verbindlichkeit. Wer eine Schicht zusagt und nicht erscheint, fehlt an einer Position, die besetzt sein muss, und die Organisatoren merken sich das für das Folgejahr. Umgekehrt gilt dasselbe: Wer zuverlässig ist, bekommt beim nächsten Mal die Rolle, die er sich wünscht.

Was ein Ticket nicht lehren kann

Walking Scorer sehen achtzehn Löcher lang jeden Schlag eines Flights, auch jene, die das Fernsehen nie zeigt: den Layup, den bewussten Fehlschlag, den Wedge weg von der Fahne. Schilderträger hören die Gespräche über die Schlägerwahl.

Was fast alle danach berichten, ist dasselbe: Die Schläge sind nicht so viel besser, wie man dachte, und die Entscheidungen sind viel besser. Ein Tourspieler verfehlt Grüns, findet Rough und macht Bogeys; was ihn unterscheidet, ist, dass er den Fehlschlag vorher benannt und das Ziel so gelegt hat, dass der wahrscheinliche Fehler auf der harmlosen Seite herauskommt.

Die zweite Beobachtung betrifft das Tempo. Die Routinen sind kurz, gleichförmig und werden auch am letzten Loch nicht länger. Wer das eine Woche lang beobachtet hat, nimmt es mit auf den eigenen Platz, und es ist der einzige Teil des Profigolfs, der sich sofort übertragen lässt.

Wie man sich meldet

Die Turnierseiten öffnen die Anmeldung Monate im Voraus, meist im Winter für ein Sommerturnier, und die guten Rollen gehen schnell weg. Die Organisatoren des Omega European Masters in Crans-sur-Sierre rekrutieren jedes Jahr mehrere Hundert Freiwillige, und Swiss Golf sowie die Regionalverbände verbreiten die Aufrufe.

Nennen Sie bei der Bewerbung Ihr Handicap und Ihre Regelkenntnis, weil beides über die Rolle entscheidet: Walking Scorer und Schilderträger werden bevorzugt an Leute vergeben, die dem Spiel folgen können. Geben Sie ausserdem an, an wie vielen Tagen Sie zur Verfügung stehen; wer die ganze Woche kann, wird zuerst berücksichtigt.

Für wen es sich besonders lohnt

Drei Gruppen profitieren überdurchschnittlich. Erstens Einsteiger, weil eine Woche innerhalb der Absperrung mehr über Etikette, Ablauf und Regeln lehrt als jeder Kurs, und weil man dabei Leute kennenlernt, die schon lange spielen.

Zweitens Spieler, die technisch solide sind und trotzdem hohe Zahlen schreiben. Sie sehen dort in vier Tagen, dass der Unterschied nicht in der Bewegung liegt, sondern in Zielwahl, Fehlschlagseite und Routine, und diese Einsicht ist schwer zu vermitteln und leicht zu beobachten.

Und drittens alle, die im eigenen Club etwas organisieren wollen. Wer einmal gesehen hat, wie ein Turnier mit hundert Freiwilligen läuft, richtet danach ein Clubturnier deutlich besser aus, und die Clubs suchen genau solche Leute.

Wo Sie das in der Schweiz finden

Die offizielle Turnierseite des Omega European Masters führt einen eigenen Bereich für Freiwillige, in dem die Anmeldung im Winter öffnet. Wer im Wallis oder in erreichbarer Distanz wohnt, hat damit den kürzesten Weg zu einer Woche innerhalb der Absperrung.

Daneben und deutlich zugänglicher: Die Schweizer Amateurmeisterschaften, die Endrunden des Interclub und die Regionalmeisterschaften der Regionalverbände werden weitgehend von Freiwilligen aus den Clubs getragen. Dort werden Starter, Scorer und Regelfachleute dringender gesucht als bei den Profiturnieren, und die Anmeldung läuft über den eigenen Club oder den Regionalverband.

Der Verband Swiss Golf und die Regionalverbände bilden zudem Regelfachleute aus, meist in Kursen zwischen November und Februar. Das ist der schnellste Weg, die Golfregeln wirklich zu lernen, und es öffnet Rollen, die sonst verschlossen bleiben.

Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Veranstaltern oder Verbänden.

So läuft auch das Amateurgolf

Schweizer Meisterschaften und die Spieltage der Interclub von Swiss Golf werden weitgehend von Freiwilligen aus den Clubs getragen, und sie brauchen Regelfachleute, Starter und Scorer dringender als die Profiturniere. Eine solche Aufgabe ist der schnellste Weg, die Golfregeln richtig zu lernen; der Swiss Golf bildet dafür aus.

Und sie ist der Weg, auf dem im eigenen Club aus einem Mitglied jemand wird, der dazugehört. Wer einmal an einem Clubturnier gestartet oder Karten geprüft hat, kennt anschliessend die Hälfte der Mitglieder, und das ist für neue Mitglieder mehr wert als jede Trainerstunde.

Was Sie dabei nicht erwarten sollten

Zwei Erwartungen enttäuschen zuverlässig. Die erste ist Nähe zu bestimmten Spielern: Die Einteilung erfolgt nach Bedarf, nicht nach Wunsch, und wer nur wegen eines Namens kommt, wird enttäuscht.

Die zweite ist eigenes Golf. Eine Turnierwoche als Freiwilliger bedeutet lange Tage im Stehen oder Gehen, und die Vorstellung, danach noch eine Runde zu spielen, hält keinen Kontakt mit der Realität. Planen Sie die Woche als das, was sie ist, nämlich als Golfurlaub ohne Schläger.

Einmal wert

  • Suchen Sie das nächste Profi- oder Meisterschaftsturnier in erreichbarer Distanz.
  • Melden Sie sich im Winter, nicht im Frühjahr, und nennen Sie Handicap und Verfügbarkeit.
  • Melden Sie sich als Walking Scorer oder Schilderträger.
  • Machen Sie die Regelschulung im Winter über Ihren Regionalverband.
  • Packen Sie eingelaufene Schuhe, echtes Regenzeug und eine zweite Schicht ein.

Sie verbringen eine Woche näher am Spitzengolf, als es jedes Ticket erlaubt.

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