Spieltempo: wo die Minuten verloren gehen
Ready Golf, der provisorische Ball, das Bag auf der richtigen Seite des Grüns und die Startintervalle: vier Stunden ohne Hetze.
Eine Runde in viereinhalb Stunden sollte die Ausnahme sein; sie ist die Regel geworden. Die Langsamkeit entsteht fast nie beim Schwung, sondern zwischen den Schlägen. Wo die Minuten verloren gehen — und wie man sie zurückholt, ohne zu hetzen.
Zum eigenen Ball gehen, nicht mit der Gruppe
Ein Flight, der geschlossen von Ball zu Ball wandert, verliert erheblich Zeit. Jeder geht zu seinem Ball, sobald es die Sicherheit erlaubt, bereitet den Schlag vor und spielt, wenn er an der Reihe ist. Der Gewinn zählt über achtzehn Löcher in Dutzenden von Minuten.
Ready Golf
In der Freundschaftsrunde spielt, wer bereit ist, ohne auf die theoretische Reihenfolge zu warten. Die Regeln empfehlen das im Zählspiel inzwischen ausdrücklich. Die Ehre am Abschlag behält ihren geselligen Wert; auf der Bahn kostet sie.
Drei Minuten, mit der Uhr
Die Suchzeit beträgt drei Minuten. Ein am Abschlag angesagter provisorischer Ball spart mehr: Er verhindert den Rückweg, die häufigste Ursache für Stau hinter einer Gruppe.
Trolley und Bag auf der richtigen Seite
Das Bag zwischen Grün und nächstem Abschlag abstellen, nie davor. Dieser eine Reflex bringt allen vier Spielern pro Loch eine Minute, also fast zwanzig Minuten pro Runde.
Den Schlag vorbereiten, während andere spielen
Distanz, Schläger, Wind: alles vor dem eigenen Zug. Die Routine beginnt beim Ziehen des Schlägers, nicht beim Ankommen am Ball. Ein schneller Spieler ist kein gehetzter Spieler, sondern ein vorbereiteter.
Auf dem Grün
Die eigene Linie lesen, während die Mitspieler putten, und kurze Putts zu Ende spielen, statt den Ball zu markieren und drei Sekunden später zurückzulegen. Nichts bremst ein Grün so sehr wie vier markierte Bälle auf vierzig Zentimetern.
Durchspielen lassen
Wer ein Loch Rückstand auf die vordere Gruppe hat und eine wartende Gruppe hinter sich, lässt durchspielen. Das ist keine Niederlage, sondern Höflichkeit, und die Runde wird ab der nächsten Minute wieder angenehm.
Was Anlagen tun können
Zu enge Startintervalle erzeugen Staus, die kein Spieler aufholen kann. Anlagen, die auf Intervalle von zehn bis zwölf Minuten gehen und eine Richtzeit pro Loch auf die Scorekarte drucken, verkürzen die Runden messbar. Wenn Ihr Club das nicht tut, lohnt sich die Frage an den Vorstand: Sie kostet nichts.
Das vernünftige Ziel
Vier Stunden zu viert, zu Fuß, auf einer vollen Anlage. Dreieinhalb Stunden zu zweit. Diese Zeiten sind ohne jede Hetze erreichbar, sofern alle vier Spieler dieselben Reflexe anwenden.



